PDA

Vollständige Version anzeigen : Tiefgefrorenes Brennholz


schrottie
09.01.2011, 15:18
Hallo,

Ich wollte hier von etwas Seltsamem berichten, was ich so noch auf keiner Wanderung erlebt hatte, und zwar die Probleme beim Feuermachen mit schockgefrorenem Holz.

Ich war neulich in den Cevennen unterwegs, und am Abend des ersten Tages goss es wie aus Kübeln, dennoch fachte ich ein ordentlich großes Feuer an, dass sogar so gut war, dass ich mir ein großes Loch in meine Fleece-Unterjacke brannte und deren Plastik-Reisverschluss verschmorte. So weit war also alles normal.

In der Nacht fielen die Temparaturen und die folgenden Tage blieben diese konstant unter oder um den Gefrierpunkt, so dass nichteinmal seichte Pfützen auftauten. Dies führte abends zu Schwierigkeiten mit dem Brennholz, die mir völlig neu waren:
Denn das Holz, obwohl es trocken wirkte und sich leicht brechen liess, saftete dermassen, wenn ich es ins Feuer legte, dass dieses früher oder später ausnahmslos immer ausging. Ich wendete sämtliche Tricks an: Rinde abschaben, in dünnere Teile spalten, um an das trockenere Innere des Holzes zu gelangen, ich verbrachte halbe Stunden und mehr damit, alles erfolglos. Am Ende konnte ich mit einem ärmlich brennenden Feuer gerade einmal ein wenig Wasser warm machen, doch zum Wärmen des Körpers reichte es bei der beissenden Kälte nie und nimmer.
Doch das war nicht alles, das Feuer benahm sich auch sonst so seltsam, dass mir sogar der Gedanke kam, der Sauerstoffgehalt der Luft müsse wohl schwanken: denn ein schön brennendes Feuer, angefacht mit dem besagten tiefgefrorenen Holz, brannte zunächst wie erwartet, reduzierte sich dann ohne erkennbare äussere Einwirkung auf ein paar glimmende Kohlen, um dann, fünf Minunten später, wieder aus dem Nichts heraus sämtliche aufgelegten Äste weiterbrennen zu lassen. Dann verschwand das Feuer wieder, etc.

Ich sass zitternd in der Kälte und verstand überhaupt nichts mehr, gab es nach ein paar Tagen ganz auf und verwendete nur noch den Kocher.

Wer hat eine Erklärung? Bitte kein theoretisches Geflüster.

Beste Grüße,

Schrottie

Wolke
11.01.2011, 11:07
Das Holz ist vom Frost wieder feucht geworden.

Ich kann es mir durchaus vorstellen.

Joni
04.11.2011, 10:43
Krass, hab ich auch noch nicht gehört, aber wenn das Holz feucht ist, wenn der Baum abstirbt, kann das schon mal gefrieren, denk ich auch.
Oder eben durch den Tau.

Loewe1981
04.11.2011, 15:31
Krass, hab ich auch noch nicht gehört, aber wenn das Holz feucht ist, wenn der Baum abstirbt, kann das schon mal gefrieren, denk ich auch.
Oder eben durch den Tau.

auch totes, längst abgestorbenes Holz saugt sich voll wasser, wenn genug wasser da ist bzw es nicht trocken gelagert wird ... zumindest Laubholz. Nadelholz hat nen anderen aufbau.

Lampi
05.11.2011, 06:24
Auch wenn die Hardcore- Naturschützer jetzt auf die Barrikaden gehen: DA hilft nur stehendes Totholz zu verheizen. (Der Förster wird es übrigens danken.)

Joni
08.11.2011, 07:47
auch totes, längst abgestorbenes Holz saugt sich voll wasser, wenn genug wasser da ist bzw es nicht trocken gelagert wird ... zumindest Laubholz. Nadelholz hat nen anderen aufbau.

Stimmt schon, fraglich ist immer nur, wie lange das lag, bevors gefroren ist.
Aber damit will ich hier jetzt kein Fass aufmachen.:coffee: