Vollständige Version anzeigen : Kocher für Schweden
mckinley
06.06.2003, 14:40
Hi
Ich hab eine Frage an alle Skandinavien-Trekker. Was benutz ihr für Kocher? Letztes Jahr war ich für drei Wochen in Finnland und war nicht sehr begeistert von unseren Trangia Spirituskochern. Die waren sehr leistungsschwach und haben gerußt. Jetzt hab ich auf einer Zelttour in deutschland die Erfahrung mit Gaskochern gemacht und mir ist sofort aufgefallen das gas nicht sehr sparsam ist. Die Kartuschen waren ruck zuck lehr. Hmm..? Was bleibt da für eine Alternative?? Benzin? Von Benzin hab ich gehört das es auch sehr rußen soll. Schwierige Wahl. Ich wäre dankbar wenn ihr mir helfen könntet.
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10.06.2003, 09:55
Ich benutze den Whisperlite internationale von MSR
Der hat seit fast 10 Jahren treue Dienste geleistet.
Das mit dem Russen ist richtig, aber fast nur während des Vorheizens. Könnte sich evtl mit Vorheizpaste vermeiden lassen, habe ich aber noch nicht gemacht.
Der Rus brennt weitestgehend ab, wenn der Kocher für mehrere Minuten läuft.
Regelmässiges Reinigen des Kochers ist dennoch nötig, und es ist eine schmutzige Angelegenheit.
Trotzdem ein klasse Kocher
mckinley
11.06.2003, 14:22
Und was meint ihr? Bekommt man in der Wildnis eher Benzin oder Spiritus? Was ist am Sparsamsten?
Dominic
hallo,
trangia kocher sind so ziemlich das beste, was du mitnehmen kannst. das problem mit dem rußen kannst du eindämmen, wenn du ein bisschen wasser in den spiritus gießt.
Hallo,
ich weiss wirklich nicht, was so viele Leute von den Trangia-Kochern halten. Es gibt eigentlich nur den einen Vorteil, dass man den Kocher samt den Töpfen gut zusammenpacken kann. Ansonsten hat der Kocher eigentlich nur Nachteile, wie ich es selbst einmal in Skandinavien erleben durfte. Ich denke, ernsthaft kann man sich nur zwischen Gas- und Benzin-Kochern entscheiden. So lange man nicht im Winter wegfährt, ist dass wohl eher Geschmackssache. Ich bin mit Gaskochern ganz glücklich. Ich benutze einen Coleman-Kocher mit Schraubkartuschen. Eine Schraubkartusche mit 500g-Füllung ( wiegt ca. 600g ) reicht für zwei Personen genau eine Woche ( nur bei Touren, wo man sich für unterwegs nur Wasser mitnimmt und keinen Tee kocht ). Hat den Nachteil, dass man auch die leeren Kartuschen nicht klein bekommt wenn sie einmal aufgebraucht sind. Wenn man den Kocher und Topf/Töpfe gut aussucht, passen die auch fast so gut zusammen, als wenn man Trangia-Set kaufen würde. Aus meiner Sicht hat es gegenüber Benzinkocher den Vorteil, dass der ganze Umgang etwas sauberer ist und Gaskocher schon auf Grund ihrer Bauweise weniger Verschleißteile haben, die kaputt gehen können ( was natürlich nicht heißt, dass Gaskocher prinzipiell schneller kaputt gehen als Benzinkocher, da spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle ).
Würde also sagen, dass sich Benzin und Gas nicht viel nimmt, hat alles so seine Vor- und Nachteile, aber Trangia-Spiritus-Kocher kann man nur vergessen :)
Grüße
Thomas
Flachlandtiroler
18.06.2003, 10:25
Hinweis: Man kann die Trangias mit Einsätzen für andere Brennstoffe umrüsten. Hab' ich selbst noch nicht probiert, bis jetzt war's mit dem Kochen noch nie so eilig daß ich die geringere Brennleistung als Problem empfunden hätte.
Flachlandtiroler
18.06.2003, 10:34
paar Pros & Cons re Trangia:
+ idiotensicher, auch im Zelt
+ leise, sauber
+ kompakt
- langsam
- Spiritus weniger ergiebig
- schlecht regelbar
Das Ding ist wahrscheinlich so beliebt, weil all-in-one; man muß nicht noch passende Töpfe suchen, mit dem Windschutz frickeln, Ersatzteile vorhalten, reinigen...
Martin
Nimm einen Benzinkocher ( ich habe den MSR Dragonfly, der verbrennt so ziemlich alles, letzes Jahr haben wir in Yellowstone Diesel Verbrannt und der war nicht wirklich verrust, man muss in halt so regeln dass nie eine leuchtende Flamme entsteht )
- Unversüstlich
- du bekommst immer Treibstoff
-geht auch bei wind und wetter ( temperatur)
wegen des rußens beim primen, ich prime immer mit Spiritus das ich in einem kleinen dispenser mithabe
Cheers
ich habe einen spiritus-eigenbau-dosen-kocher, der ist extrem leicht, idiotensicher und funktioniert eigentlich tadellos.
die geringere leistung von spiritus lässt sich relativ einfach durch das anpassen der eigenen kochtechnik ausgleichen. z.b.
- muss das wasser gar nicht kochen es reichen meist zwischen 50-80°C
- anstatt das gericht danach 10 minuten kochen zu lassen, den topf mit dem gericht in eine isolierhülle (eigenbau) stellen und 10-20 minuten garen lassen
- und das übliche: getreide, bohnen einweichen vor dem erhitzen etc.
vorgängig zuhause ein wenig rumprobieren hilft enorm.
@dani: Und das alles, nur um 10 Euro zu sparen? Ne, ich glaube, dass muss nicht sein, oder?
Grüße
Thomas
thomas,
es geht mir nicht ums geld, es geht mir darum dass ich nicht gerne überflüssiges gewicht im rucksack rumschleppe.
aber ich wäre schon interessiert näheres über deine schlechten erfahrungen zu erfahren.
gruss
dani
@dani: Wie leicht ist den dein Kocher? Mein Gaskocher ( kein Eigenbau ;D ) wiegt noch nicht einmal 100g und mit einer 700g schweren Gaskartusche komme ich zwei Wochen aus, dabei koche ich morgens einen halben Liter Tee, abends einen Liter heisses Wasser und koche einmal Nudelzeug oder Ähnliches. Ich denke, dass man da mit Spiritus-Eigenbau nicht leichter kommt, schon alleine wegen des viel schlechteren Brennwertes von Spiritus im Gegensatz zu Gas/Benzin!
Grüße
Thomas
@thomas
kocher: 34g
windschutz: 16g
topfwärmer: 40g
benötigt ca 10g sprit um 500ml wasser zum kochen zu bringen.
das "kochen" basiert auf der folgenden feststellung:
habe mal gemessen dass der kaffee für mich erst ab einer temperatur von maximal 50° trinkbar wird.
somit stellt sich für mich die frage wieso sollte ich "schweren" brennstoff verschwenden um das getränk auf 100° zu erhitzen nur um es danach stehen zu lassen bis es sich wieder auf trinkwärme abgekühlt hat?
für nudeln ergibt das im 750ml alutopf:
- 500ml wasser kochen
- topf vom kocher nehmen und in den topfwärmer stellen
- nudeln, öl, gewürze rein
- ca 7 minuten warten
- 250ml kaltes wasser dazugiessen, evtl käsestücke darunter mischen
- ca 7 minuten warten
= 1 topf esswarme nudeln mit käse
e guete
dani
@dani
na, ist ja alles Geschmackssache. Mit Gas brauche ich keine ganzen 20g Gas um 1 Liter Wasser richtig zum Kochen zu bringen. Wobei ich es aber meistens bei ca. 90° belasse, weil der Kocher anscheinend für die letzten 10° überproportional mehr braucht. Ich trinke übrigens Tee, und der Schmeckt mir einfach nicht, wenn er nur mit 50°C "kaltem" Wasser aufgegossen werden würde. Ist halt eben alles Geschmackssache! ;)
Grüße
Thomas
thomas,
was mich immer noch wunder nimmt ist, was sind die von dir erwähnten "...Nachteile, wie ich es selbst einmal in Skandinavien erleben durfte..."
weil ich bin der ansicht dass ich nicht die selben fehler wiederholen muss, schon gar nicht irgendwo im busch oder in den alpen.
gruss
dani
mh, dass habe ich ja jetzt ganz vergessen zu schreiben ;D
Alle Nachteile aus meiner Sicht gegenüber einem Gaskocher:
- definitiv größerer Verbrauch an Brennmaterial
- schlechtere regulierung der Flamme
- braucht länger zum Erhitzen von Wasser
- man kann sich schnell dreckig machen, sei es einmal auf Grund von Ruß ( ich weiss, dass jeder Trangia-Fun mir wahrscheinlich eine ganze Liste von Tricks aufzählen könnte, wie man das verhindern kann, aber bei Gas-Kochern BRAUCHT man das gar nicht ), oder durch das Hantieren von Spiritus
Also, mir fällt jetzt adhoc auch kein Nachteil von Gaskochern gegenüber Spiritus ein ;)
Grüße
Thomas
thomas,
besten dank. zum glück sind die nachteile nicht so gravierend. somit werde ich weiterhin bei meinen spiritus-kocher bleiben können ohne mein leben unnötig auf's spiel zu setzen... ;)
gruss
dani
Flachlandtiroler
04.08.2003, 09:22
mein Senf dazu (als bisher zufriedener Trangia-Kocher):
Die letzte 1-Wochen-Tour waren auf Wunsch der anderen mit Gas unterwegs.
Verbrauch knapp 1000gr (8 Abende, jeweils ~3 Tütenmahlzeiten und 2 ltr. Tee). Mit einem Liter Spiritus wären wir nicht ausgekommen, aber es wäre auch nicht soviel mehr gewesen daß wir es nicht hätten tragen können.
Brennleistung war bei den Kartuschen anfangs wirklich gut, aber je weniger drin war desto länger dauerte es. Ohne ein paar Steine als Stütze und Windschutz geht bei den Gaspatronen nix.
Einen Abend mit Regen gab es, da hab' ich meinem Trangia nachgetrauert, mit dem man bequem hätte im Zelt kochen können.
Mein Fazit: Für längere Touren mit größeren Gruppen bringt Gas Vorteile. Bei einer Woche mit 2-3 Leuten würde ich bei Spiritus bleiben.
Martin
Kann Flachlandtiroler nur zustimmen, ohne Windschutz geht bei Gaskochern echt nichts, immer drauf aufpassen! Der sinkende Druck bei Gaskartuschen ist halt Gastypisch. Ich benutze übrigens Coleman-Kartuschen und Kocher, bei den Kartuschen ist der Gasdruck bei einer vollen Kartusche so groß, dass wenn man bei Kocher das Ventil voll aufdrehen würde, sich die Flamme quasie selber wegpußtet. Trotzdem habe ich noch nie eine Kartusche komplett leer gemacht, dann man mit dem letzten 10-20g Gas nix mehr warm bekommt.
@Flachlandtiroler: Warum konteste/wolltest du nicht mit dem Gaskocher im Zelt kochen? Ich selber mache das eigentlich immer bei schlechtem Wetter, ohne Probleme!
Grüße
Thomas
Flachlandtiroler
13.08.2003, 07:44
@Flachlandtiroler: Warum konteste/wolltest du nicht mit dem Gaskocher im Zelt kochen? Ich selber mache das eigentlich immer bei schlechtem Wetter, ohne Probleme!
Glaub' ich... mir war das nicht geheuer; die Kartuschen, bes. die größeren (ähnlich wie http://www.coleman.de/sunbeam/coleman_site/products/product_chart/visualiser.asp
?prec=list&ref=134&move_pointeur=&acc=) haben sehr schlechte Standfestigkeit und ich hatte keine Lust, das Zelt mit 2 Litern kochendem Wasser zu fluten. Ein weiterer Punkt kann die offene Flamme sein, da kommt es auf die Größe der Apside an.
Kampfzwerg
24.09.2003, 23:46
Hat denn schon irgendwer mal Erfahrung mit Multikochern gemacht ? (z.B. Primus Omnifuel)
Bin noch relativ Kocherunerfahren, will mir aber einen zulegen, und nach den vorherigen Beiträgen scheint die Gas/-Benzinfront ja relativ gespalten ?! ¤*#???
Hi,
die gespaltenen lager einigen werde ich nicht können, aber für mich habe ich eine Lösung gefunden:
touren im winter und fernab der zivilisation = MSR XGK ++ brennt (fast) alles, ++schnell und hat eine gute leistung (besser ist leider der modernere Primus Omnifuel) -- sehr laut
gemütliche touren in gemäßigtem klima (2 wochen schwedensommer) = -- trangia braucht viel zeit zum kochen, ++ist aber total unkompliziert
kürzere mehrtagestouren mit wenig gepäck = primus gaskocher mit -- <100 g, aber den -- teuren schraubkartuschen, super geschwindigkeit
summasumarum:
wenig gepäck in der zivilisation = gaskocher
allround kocher für alles andere = omnifuel
gruppenreise und "ungeübtere" = trangia (sorry persönliche meinung, bin aber auch trangia-freund)
guten appetit!
ps: habe meinen benzinkocher noch nie reinigen müssen.
chris
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