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Vollständige Version anzeigen : Kurzer, organisierter Trekk von Delhi ausgehend


Falke
11.08.2010, 23:58
Hallo liebe Trekkingforum-Gemeinde!

Von Mitte September bis Mitte Dezember plane ich meine erste Reise nach und durch Indien zu unternehmen. Dabei geht es vor allem darum Land und Leute kennen zu lernen, prinzipiell ohne festen Plan, und einen Einblick in die faszinierende Kultur dieses Landes zu gewinnen.

Mein Reisegefaehrte hat mit Trekking nicht sonderlich viel am Hut, ich allerdings bin ein aktiver Tourengaenger und Kletterer. Da ich ungern Indien bereisen wuerde ohne in die Berge zu fahren, spiele ich mit dem Gedanken zwei Wochen frueher als er nach Delhi zu fliegen und von dort aus einen Abstecher ins Himalaya zu unternehmen.

Allerdings bin ich dann ja allein unterwegs und zudem fehlt mir im Moment ausreichend Zeit fuer eine vernuenftige Tourenplanung, da ich im gerade mein Studium beende. Von daher frage ich mich, ob es eine Moeglichkeit gibt in einem Zeitraum von zwei Wochen an einer gefuehrten Tour in den Himalaya teilzunehmen. Da ich wie gesagt relativ planlos bin, was die Bergwelt Indiens angeht, geht es mir vor allem darum in die Naehe dieser gigantischen Berge zu kommen und, wie soll ich sagen, einen ersten Eindruck zu bekommen.

Wie Ihr seht sind meine Fragen bislang relativ unspezifisch, deshalb versuch ich mal ein wenig Konkretes zu formulieren..

Gesucht ist ein Anbieter von gefuehrten Trekking-Touren mit dem ich mein Vorhaben am besten schon von Deutschland aus planen kann. Ideal waere die Teilnahme an einem Trekk mit noch anderen Mitwandernden, ich allein mit Sherpas, das koennt ich mir wohl nicht leisten.
Outdoor und Trekking Ausruestung ist groesstenteils vorhanden, allerdings waere Leihmaterial nicht schlecht, da Tourengehen nicht Hauptziel der Reise ist und ich nicht gern nutzlos schleppe.
Das ganze muss nicht zwingend in Delhi beginnen und enden, Manali oder woanders im Kullu Valley (scheint aufgrund meines derzeitigen Informationsstandes wohl ein sinnvoller Ausgangspunkt zu sein) waere voellig ok, insofern noch ohne zu fliegen erreichbar. Eine eigene Anreise ist sicherlich auch aus Gruenden der Aklimmatisierung nicht zu verachten, man muss die Guides ja nicht fuers Rumhaengen bezahlen..
Eigentliche Trekkingzeit sollte also nicht mehr als 3-5 Tage sein, wenn man von 2 Wochen Anreise und Hoehenanpassung abzieht.


So, das ist erstmal alles was mir einfaellt (und trotzdem hab ich das Gefuehl ich sollte mich fuer diesen ellenlangen ersten Post schon entschuldigen..sorry!). Ich waere dankbar fuer alle Tips, Anregungen und Infos die ich kriegen kann!! Auch bezueglich des schnoeden Mammons, falls Erfahrungswerte vorhanden sind, kann sein dass ich das Vorhaben dahingehend gleich wieder vergessen kann..

Beste Gruesse,
Falk;)

Hans-Wien
13.08.2010, 10:28
Hallo Falk !

Wenn du dir schon die Mühe einer ausführlichen Frage machst !
Ich könnte dir MANALI als Ausgangspunkt für Touren empfehlen ( Mitte Sept. hat sich die Sitation und das Wetter schon beruhigt ).
Die Touren sind einfach ohne org. Gruppe oder Guide zu gehen , aber du kannst sie auch vor Ort org. lassen ( die Leute freuen sich über einen Verdienst ).
Mit dem Nachtbus von Delhi nach Manali ,( es gibt auch Luxusbusse am Tag ) einfach in jedem Reisebüro in Delhi zu buchen oder vorab per Internet.
Von Manali mit öffentl. Bus in das Kullu oder Parvatital mit schönen Wanderungen.
Wenn du gute Kondition hast , von Manali auf den 3975m hohen Rotang Pass mit wunderschönen Blick über die Bergketten.
Eventuel mit Bus nach Spiti , großartige buddh. Klosteranlagen , oder nach Dharamsala mit tib. Kultur und vielen Trekkingrouten.
Unterkünfte und Verpflegung findest du überall , oder lasse sie dir vorher beschreiben.
Über die niedringen Kosten in Nordindien wirst du angenehm überrascht sein.
Bei 14 Tagen hast du viel Zeit und akklimatisiert bist du schnell.
Halt dich aber von den " Giftlern " in Manali fern , sonst ist deine Reisekasse schnell geleert.

Eine tolle Reise durch Indien und schöne Trekkingtouren .

Hans - Wien

Manali90
17.08.2010, 00:53
Hallo Falk,
es gäbe auch andere Möglichkeiten, von Delhi aus schnell ins Gebirge zu kommen, v.a. Garhwal und Kumaon. Aber da kennt sich offenbar niemand Aktives im Trekkingforum gerade so gut aus [Almora wäre sicher ein guter Ausgangspunkt].
Und so würde, wie auch Hans, Dir das Kullu Valley bzw. Manali empfehlen.
Aber das Problem ist dann, dass Du nicht mal eben eine Gruppe zur Teilnahme findest.
Mein Tipp wäre mein Stil aus manchen Jahren (auch noch im letzten Jahr, nach 20 Jahren in der Region): Du lässt Dir in Manali einen Guide vermitteln, mit dem Du gleichberechtigt tragend [vielleicht lässt sich ja auch noch ein Träger engagieren] die Region erkundest, mit Fahrten in öffentlichen Bussen und kurzen Treks.
Der Rohtang-Pass ist tatsächlich ein Tor zum hohen Himalaya, zur tibetisch geprägten Welt, aber auch der Chanderkhani-Pass ist ein prominenter Aussichtspunkt. Der erste ist mit Bus zu erreichen (aber auch zu erwandern), der zweite in Wanderung zu erreichen (mit einfachen Unterkünften).
Ich müsste meine Beschreibung einmal aktualisieren und in umgekehrter Richtung formulieren, den Trek aus dem Kullu-Tal nach Malana und von dort ins Parbati-Tal. Zu dieser Beschreibung kämen ein bis zwei Tage von/bis Malana. Das alles ist ohne Zelt und große Ausrüstung mit Rucksack und Schlafsack zu machen.

Malana - Chanderkhani Galu - Chaklani Thach 200' reine Gehzeit
Vom Zeltplatz am südlichen Ortseingang von Malana direkt westwärts hoch, an zwei Lodges vorbei, und bei Wegverzweigung rechts in ein Hochtal einbiegen; steil aufwärts am Wasserlauf (nach 50' Lagerplatz unter Felsen) in 130' zu kleinem Pass. Dem Pfad folgend in 30' zur weiten Fläche des Chanderkhani-Passes (Steinzeichen in Linga-Form, 3660m). Besonders lohnend wegen der Aussicht ist der Abstecher zum nördlich gelegenen P.3779 (20' vom Wege) oder einem der südlich gelegenen Gipfel. Unterhalb des P.3779 mündet auch der Tragtierpfad ein, der am nördlichen Dorfende von Malana beginnt. Auf dem Pass zu zelten bringt Wasserprobleme (nur zwei kleine Quellen im südlich exponierten Hang vor dem Pass unterhalb P.3779). Deshalb wird üblicherweise westwärts abgestiegen in 40' zur Chaklani Thach bei zwei Wasserläufen (ca. 3300m, zwei kleine Teashops).
Der "Mondsichel"-Pass selbst, und mehr noch einer der Grasgipfel oberhalb, ist eine der schönsten Aussichtsplattformen des Himalaya. In einem 360°-Rundblick steht im Süden der Gratkamm, der von Bijli Mahadev heraufzieht, das untere Parbati-Tal ist sichtbar. Im W und NW liegt tief unten das Kullu-Tal (mit Manali), darüber die steilen Bergkämme seiner W-Einrahmung mit den Pässen nach Chamba, der Eisgipfelkette von Hanuman Tibba (5928m) über Shikhar Beh (6200m) und Mukher Beh (6069m) und den Trekking Peaks der Pir Panjal-Kette über dem Solang Valley mit Ladakhi Peak, Manali Peak und Friendship Peak (Shitidhar, 5294m), und im Norden der Rohtang-Pass, dahinter Raja Gyepang (5870m) in Lahoul und die Eisgipfel der Kulti Nalla-Gruppe der Chandrabhaga (CB) Range mit Shri Latta ("Tent Peak", 5300m), M 8 (6096m), CB 48 (Tambu, 5790m), Taragiri (=Milang 7, 6279m), CB 47 (Jori, 5790m), dem vorgelagerten Sara Pahar (5622m) und CB 42 Ashagiri (5860m). Im NO ragt hinter dem mächtigen flachen Eisplateau des Deo Tibba (6001m) spitz der felsige Indrasan (6221m) hervor. Über dem Talschluss des Malana Nalla stehen prominent die Eisgipfel von Papsura (6451m) und Dharamsura ("White Sail", 6443m) und P.6444. Im Osten die Granitgipfel der südlichen Malana-Gruppe mit dem 5490m hohen Ali Ratni Tibba. Im Südosten die felsige, aber auch vergletscherte 5000er-Kette, die südlich über der Parbati (mit dem Phangchi Galu) nach O zieht. Nach S und SW führt der Blick weit abwärts zu den endlosen Hügelketten des Mandi-Distrikts mit Rewalsar.

Chanderkhani Galu (bzw. Chaklani Thach)- Naggar ca. 180' reine Gehnzeit
Der Abstieg nach Naggar ist einer der angenehmsten mit großem Höhenunterschied im Himalaya, denn er verläuft gleichmäßig über Almgelände und durch Wald, vorbei an den Almen Shedu Patthar Thach (Teashop) und Niara Thach, zum Dorf Rumsu und weiter auf Steinstufen abwärts zu einer Straße, die links direkt an der Roerich-Galerie vorbei nach Naggar führt. Hotels und Guest Houses, Geschäfte, Busanschluss nach Kullu oder Manali

Zur Vorbereitung und zur Vermittlung eines Guides könntest Du z.B. meinen Freund Devraj Thakur unter "touristmanali" googlen und anmailen. Dort wird Dir weitergeholfen, evtl. auch mit einer Reservierung für den Bus von Delhi nach Manali.

Uli

Falke
07.09.2010, 16:20
Hey Hey,

ersteinmal vielen Dank an Uli und Hans-Wien für Ihre informativen Antworten!

Allerdings hat sich jetzt nach vielen Irrungen und Wirrungen ein etwas anderer Plan heraus kristallisiert. Ich gedenke jetzt direkt von Delhi weiter nach Leh zu fliegen um die zwei Wochen möglichst effektiv zu nutzen und so wenig Zeit wie möglich in Bussen und zu "verschwenden".

Leh deswegen, weil viele Bekannte von mir schon dort waren und mir mit vielen hilfreichen Tipps und Vorschlägen zur Seite stehen. Außerdem hoffe ich das ich mit jedem Rupie den ich dort ausgebe den Wiederaufbau in der Region im bescheidenen Maße unterstützen kann.

Nur noch kurz als Frage hintenan, wie unproblematisch ist die Unterkunfts und Verpflegungssituation derzeit in Leh? Was sind Dinge an die man normalerweise nicht denkt aber im Moment unbedingt dabei haben sollte? Und was sind Dinge die man mitbringen könnte, die vor Ort im Moment dringend gebraucht werden?

Wäre über weitere so nette Antworten höchst erfreut;)

Mfg, falk