PDA

Vollständige Version anzeigen : Leicht (Über)Gewichtig starten oder nicht?


Travelmate
18.04.2010, 10:12
Hallo Leutls,

da ich über eine Frage schon eine Zeitlang nachdenke, mich dazu auch schon einlesen wollte bzw. auch Gespräche führte bin ich auf Eure Meinung gespannt.

Denkt ihr: ist es besser/ratsam auf Tour leicht übergewichtig zu starten um Reserven zu haben (sag mal so um die 5 kg vielleicht) oder aber eher austrainiert... also rede von der Plauze..klar :-), also Waschbärbauch!

Selbst in Fachbüchern von verschiedenen Spezialisten liest man dazu unterschiedliche Meinungen!

Die einen vertreten die Ansicht...je weniger Gewicht um so fiter ist man....(weil weniger Gewicht bzw. Fettmasse) die anderen sagen Reserven haben um was zum "Brennen" zu haben, da man auf längeren/extremeren/härteren/(NOTFÄLLEN) Touren "immer" abnimmt.

Ziemlich einig sind sie sich, das wenn der Körper Muskelmasse abbaut auf Tour das meist das Ende bedeutet...(früher oder später)...., die mentale Haltung dazu habe ich jetzt mal komplett weglassen, da dies der Hauptgrund für jeden "Untergang" ist auf Tour oder im Leben.

Oder ist das eine Typ und Alters oder gar Philosophiefrage????!!!

Wie seht ihr das? Hab ich mich verständlich rüber gebracht!?! ERFAHRUNGEN???

Nette Grüße

Ralf

Sxhc
18.04.2010, 11:35
"leicht übergewichtig und untertrainiert rein, dann gehts leicht übertrainiert und unterernährt raus aus dem Abenteuer" ;)

Melli135
18.04.2010, 11:37
Hallo Ralf,

ich würde sagen, es kommt auf die Kondition und die körperliche Verfassung (also gesund und fit oder leicht kränkelnd, wie z.B. leichte Erkältung, Frauenproblem (je nach Ausprägung), Heuschnupfen, etc.) an. Beim Gewicht ist bei gleicher Kondition je nach Länge der Tour sicher Untergewicht eher problematisch als Übergewicht, denn wie Du schon sagst, hat der Übergewichtige Reserven, der Untergewichtige dagegen nicht. Bei 5 kg kann ich mir nicht vorstellen, daß es bei gleichen Grundvoraussetzungen signifikante Unterschiede gibt.


Man sollte halt immer auf genügend Flüssigkeits- und Energiezufuhr achten, aber das ist ja neues ;)

Viele Grüße,
Melli

waldschrat
18.04.2010, 11:57
Hallo,

als ich noch Riesentouren machen konnnte, kam ich manchmal 10kg leichter zurück und konnte mir pro Tag 3 Pfund drauffuttern im Ruhezustand. Bei enormen Ausdauerleistungen (Hochgebirge mit damaliger Zeltausrüstung und reinen Marschzeiten zwischen 8 und 14 Stunden, wird es schwierig sich ausreichend Kalorien reinzudrücken, der Körper braucht eigentlich zum Verdauen Ruhe, es ist also nicht nur das Trageproblem. Wenn das Essen zu Ende ging wurde ich zwar merklich langsamer, das war alles. Nach meiner aktiven Zeit rächte sich das System: ich kann immer noch rasend schnell zunehmen, der Körper glaubt nicht dass die nächste Gewalttour nicht mehr droht und fordert ohne Ende Nachschub.

Meine Frau war schlank wie bei next Topmodel und konnte aus dem Stand - ohne Training erstaunlich gut laufen - nach dem ersten Tag war der Brenner aus oder regelmäßig eine halbe Tafel Schokolade zum nachfeuern.

Ich würde dringend davon abraten für Touren bewusst Speck auf die Hüften zu packen, den der Organismus nicht gewohnt ist zu handeln oder mit einer Hungerkur in die Saison zu gehen. Selbst Topradler haben vor der Rennsaison oft ein paar Kilo mit als Reserve obwohl sich das im Wettbewerbssport sicher am meisten rächt.

Im Gegensatz zum Wasserhaushalt glaube ich nicht, daß man dem Körper bei der Ernährung viel aufzwingen sollte und halte es für besser den Tourenverlauf dem Fitnesszustand anzupassen und notfalls ein paar Anfangstage mit weniger Programm einzuplanen und wer weiß dass er wirklich alle Kalorien im Rucksack braucht einfach pro Tag eine Tafel Schokolade mehr mitzunehmen. Versuch macht kluch. Einfach ausprobieren, womit man sich am wohlsten fühlt. Wir stammen von Nahrungsopportunisten ab, die sich in der Natur bewegten und haben einen Organismus der mit Mangelzeiten und Zeiten großer Anstrengungen im Wechsel zu Trägheit und Fressorgien besser zurechtkommt, als mit Zeiten ewigen Überflusses oder einem Leben voller Diätpläne.


Gruß

Waldschrat

Leather Tramp
18.04.2010, 16:10
Ich habe festgestellt, dass ich auf jeder Tour desöfteren ziemlich "abmagere" weil mir tagsüber jegliches Hungergefühl verloren geht und ich abends auch keine Unmengen verdrücken kann, lediglich beim gemütlichen Frühstück esse ich mal ein wenig mehr, ich schätze meine Kalorienzufuhr daher mal auf ca. 1800 kcal, bei ca 3000 Verbrauch... Daher esse ich in den Wochen vor der Tour immer gut, um nicht als Bohnenstange wiederzukommen ;)
Bei meiner nächsten Tour habe ich mir allerdings vorgenommen mehr zu essen, aufgrund der Dauer von 21 Tagen...

Lg JOhannes

Travelmate
18.04.2010, 22:15
Hi Leutls,

schon mal vielen Dank für Eure Antworten...!

Tja, bei mir gehts so ähnlich wie bei Waldschrat.....wobei mir auf Tour immer wieder auffällt, das ich auffallend heißhunger auf FLEISCH entwickle.....saftiges Steak oder so.....!

Tja, das eine oder andere KG könnte man weniger haben, aber bin ja auch keine 20 mehr, das man(n) nur noch Muskeln hat.....!

Lustig finde ich auf Tour, auf was man da manchmal Hunger bekommt oder Phantasien, man könnte meinen, man ist schwanger...!

Kennt ihr das..? Lustig...!

Nagut, ess ich halt nen Knäckebrot mehr und paar Nüsschen oder so...!

Nette Grüße

Ralf

Klettersteigler
19.04.2010, 12:08
Servus zusammen,

IMO ist es quatsch sich extra-Pfunde draufzufressen. Ein normaler Mensch, der einen Körperfettanteil von über 5% hat ist immer noch im "Besitz" von genug Reserven für eine längere Zeit!

Ich meine mich zu erinnern irgendwo mal gelesen zu haben, dass ein durchschnittlicher mensch ca. 3 WOCHEN ohne Nahrung überleben kann. Auch wenn das nicht stimmen sollte, schätze ich mal, dass zumindest eine Woche ohne Nahrung für jeden auszuhalten ist. Das sollte bei frühzeitigem Erkennen des Problems auf jeden Fall ausreichen wieder in die Zivilisation zurückzumarschieren / Hilfe anzufordern..

beste Grüße Edgar

Leather Tramp
19.04.2010, 19:48
Klar ist imho einstellungssache, der einzige Grund warum ich das mache ist, um nach 3 Wochen nicht total abgemagert wiederzukommen. denn wenn ich im mom 73kg und nach dem Urlaub nur noch 60 wiege macht das schon einen Unterschied, wenn ich allerdings noch 65 wiege und vor dem Urlaub eben mehr ist das zu vertreten, denn ich esse wiegesagt immer wenig auf Tour...

Lg
Johannes

Servus zusammen,

IMO ist es quatsch sich extra-Pfunde draufzufressen. Ein normaler Mensch, der einen Körperfettanteil von über 5% hat ist immer noch im "Besitz" von genug Reserven für eine längere Zeit!

Ich meine mich zu erinnern irgendwo mal gelesen zu haben, dass ein durchschnittlicher mensch ca. 3 WOCHEN ohne Nahrung überleben kann. Auch wenn das nicht stimmen sollte, schätze ich mal, dass zumindest eine Woche ohne Nahrung für jeden auszuhalten ist. Das sollte bei frühzeitigem Erkennen des Problems auf jeden Fall ausreichen wieder in die Zivilisation zurückzumarschieren / Hilfe anzufordern..

beste Grüße Edgar

waldschrat
19.04.2010, 20:53
Hallo,

geht ein bisschen vom Thema weg, ich habe auch Erfahrung mit (fast) 3 Wochen ohne Essen, weniger wg. Übergewicht sondern aus anderen therapeutischen Gründen, auch zusammen mit Patienten die kein Übergewicht haben - die nehmen dabei einfach nur weniger ab. Schwimmen mit mäßiger Geschwindigkeit 1 h oder schnelles Gehen in der Ebene 1,5 h am Stück sind ohne Probleme regelmäßig - auch mehrfach am Tag möglich, sogar mit Spaß verbunden Ein hochfahren der Leistung ist aber kaum möglich, selbst bei kurzen Anstiegen habe ich das Rad geschoben, ernsthafte Anstiege zu Fuß gehen nur mit sehr langsamer Geschwindigkeit. Nichtessen ist sicher keine Lösung während sportlicher Höchstleistugsphasen, überschaubare Fehlberechnungen beim Proviant aber in Situationen in denen die Fähigkeit zu Spitzenleistungen kein überlebenswichtiges Kriterium ist, sollten daher aber zu keinerlei Beunruhigung führen.

Wir empfinden heute häufigere Schwankungen des Körpergewichts von 10 - 20 % als unnatürlich, das ist es nicht, sondern eine natürliche Option - übrigens auch ein Grund für die Erfolge der Fastenkuren gerade bei Autoimmunkrankheiten, der Körper stellt einfach die Stoffwechselabläufe um. Einziges Problem dabei für einige in Zeiten nahezu unbegrenzter Essmöglichkeiten: der Körper lernt das Zunehmen, er trainiert gewissermaßen die Fähigkeit Reserven anzulegen genau so wie andere Fähigkeiten.

Das mit dem Hunger nach anderem Essen wie gewohnt kenne ich auch, nach langen Touren vor allem auf frisches Essen, Fleisch und Salat und Bier. Da nützen alle Proteindrinks und Vitamintabletten nichts.


Gruß

Waldschrat

Leo1969
20.04.2010, 13:32
Die Frage hat sich bei mir - vielleicht zum Glück - noch nie gestellt. Ich hatte sogar zu meinen Zeiten der größten Fitness immer noch genug Hüftgold vorzuweisen. Je mehr ich im Vorfeld trainiert habe, umso mehr habe ich auch gegessen. Ich bin nämlich ÜBERHAUPT nicht leidensfähig, wenn es um einen leeren Magen geht. Abgenommen habe ich dann auf der Tour.

Habe mir aber dazu auch nie Gedanken gemacht. Ich bin immer froh, wenn ich so fit bin, dass ich in eine Tour mit dem Gefühl gehen kann, nicht befürchten zu müssen das Schlusslicht zu sein und die Gruppe dadurch aufzuhalten.

Leo1969
20.04.2010, 13:35
Auch wenn das nicht stimmen sollte, schätze ich mal, dass zumindest eine Woche ohne Nahrung für jeden auszuhalten ist.

Der Grenzwert bis ich zum Kannibalen werde, dürfte deutlich darunter liegen......

Klettersteigler
20.04.2010, 20:14
Wenn du so leicht zum Kannibalenn wirst dann nimm doch einfach gar nix zu essen mit sondern einen Partner dem du vorher erzählt hast er müsste vor der Tour unbedingt noch 10 kg zunehmen, dann musst du nichts essen und wenn du deine Rationen in der richtigen Reihenfolge abschneidest bleibt dein "Essen" auch frisch :D

Travelmate
21.04.2010, 10:15
Hi Männer,

OT: Hört bloß mit dem Thema auf, sah neulich eine Reportage zu diesem Thema auf N-24. Wie Menschen in Extremsituationen zu Kannibalen werden. Da waren so Fallgeschichten, also reale.

z.B. im 2. auf den Philippinen: Japaner gegen Aussies...da hatten die Japaner so wenig zu Essen das sie eigene Kameraden aufassen oder Kriegsgefangene....!

Manchen (Aussies) schnitten sie bei lebendigem Leib, teile aus den Beinen (Unterschenkeln) oder Oberarmen, damit sie am Leben bleiben und "frisch" blieben...(Nahrungsquelle erhalten)...tage danach, wurden sie dann "geschlachtet" und ausgeweidet.

Die erholten sich dann wohl recht schnell...also die Japaner...danach wurde es wohl zusehenst roher an der Front...(wundert mich nicht!).

Hat das jemand gesehen, war interessant, aber auch ergreifend und erschütternd...!??

Kennt man aus alten Zeiten auch auf See: Custom of the sea...ned so witzig, einer wird gezielt geschlachtet, damit andere weiter leben können....

Da kann man nur hoffen, nie in so eine Situation zu kommen, und gezwungen zu sein, solche Entscheidung zu treffen/tolerieren/akzeptieren/etc.!

Schlimm!

BT:

Ich dachte es mehr als Grundsatzdiskussion, glaube würde weder was drauf Essen noch gezielt abnehmen. Bei anderen Sportarten z.B. beim Boxen ist es so, das man auf einen Kampf (je nachdem) mit dem Gewicht runter geht....und danach wieder einige KG hoch (ein hungriger Boxer ist ein guter Boxer!).

Aber gut...!

Nette Grüße

Ralf

Zorro
25.04.2010, 22:01
Ich denke es steht doch ausser Frage dass man durchtrainiert mit vollem Akku aber ohne "Übergewicht" so gut wie immer besser fährt, zumindest wenn man "Urlaub" macht und nicht ums Überleben kämpft. Wer mehr wiegt und weniger durchtrainierte Muckis verbraucht auch mehr bzw verbrennt die Nahrung schlechter. Klar muss man empfehlungen immer individuell betrachte, untergewichtige schlechte Esser, müssen sich auf Tour eben besonders überwinden und gut essen auch wenns schwer fällt. Die "normalen" leicht übergewichtigen Büro-Indianer-Jones-Fraktion, (so wie ich) sind doch froh dass man es wenigstens im Urlaub schafft mal gut abzunehmen, anderesseits könnte ich meiner Frau ja von der Theorie erzählen dass ich übers Jahr ja nur soviel zunehmen damit wir optimal vorbereitet jeder Zeit auf Tour gehen können ;-)
BWG
Zorro

Klettersteigler
26.04.2010, 11:21
Hi Zorro,

danke für den Tip, ich werd den mal anbringen wenn meine Freundin wieder mal meckert :D ist echt ne super Idee!!!

Beste grüße Edgar

Austriangirl
17.05.2010, 11:13
Servus,

ich wär jetzt eindeutig gegen das gezielte Gewichtsanfuttern.
Meiner Meinung nach leiden dann ohnehin nur die Gelenke drunter - ausserdem dehnt sich (mein?) Magen so schnell aus - ich will dann immer nur essen und würd ganz grantig werden, wenn ich wochenlang nur Linsen, Kartoffeln, Reis und Co bekomme.
Also verwöhn ich den Magen vorher sicher nicht.
Wenn ich aber dann wieder zurückkomme - dann wird schon mal etwas geschlemmt und drüber kommt noch herrliche steirische Klassik oder Prosecco!! :lecker:

LG, Carmen

Bjoerk
30.05.2010, 21:08
Was bei frauen und eher schmal gebauten Männern gegen leichtes Übergewicht spricht ist schon allein die Gelenkbelastung, wie Austriangirl schon sagt.
Ich spüre schon bei 2-3 Kilo mehr oder weniger Ausgangsgewicht einen deutlichen Unterschied was die Belastung meiner Knie und Füße angeht. Ich versuche vor einer Tour eher abzunehmen. (Was mir mehr schlecht als recht gelingt).

peat
02.06.2010, 14:18
Ich halte es für am besten, nicht vor der Tour zuzunehmen sondern einfach in der Zeit davor täglich ein wenig zu joggen oder so, trotzdem aber gut zu essen. Dann hat man ein normales gesundes Fettpolster bleibt aber trotzdem fit. Eine Woche vor der Tour hört man dann auf damit isst aber weiterhin recht gut. Dann ist man gut trainiert und am Anfang der Tour sind alle Kohlenhydratspeicher schön voll..

wanderharzhexe
18.09.2010, 19:40
Hallo Männer,habe gar nicht gewusst, dass auch ihr euch mit dem Problem so rumschlagen müsst.Also ich habe laut diesem Index 10 kg Übergewicht und habe absolut keine Probleme beim Bergauf-Bergab.Habe trotz des Rennsteigs bei 35grad Hitze kein Pfund abgenommen,obwohl ich wenig gegessen habe und auch viel getrunken und Obst.Aber mir hat man gesagt,das liegt am Fettabbau und dafür Muskelaufbau. Was nützt es mir, wenn sich doch deswegen die Kleidergröße nicht ändert?
Was solls, die Hauptsache ist doch, man hält sich fit und fühlt sich wohl und die frische Luft ist auch gesund, denkt man doch, oder? Ich finde es trotzdem schön, wenn man mit den Gedanken nicht alleine ist und es Anderen auch nicht besser geht. DANKE!!!!