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Vollständige Version anzeigen : Patagonien (Ushuaia, Torres del Paine, Fitz Roy) im April, was muss ich beachten?


maturin
10.04.2010, 23:24
Hallo zusammen!

Ich bin zur Zeit im Auslandssemester in Buenos Aires und habe mich entschlossen am 15.04 trotz des vorangeschrittenen Jahres nach Patagonien zu gehen. Beginnen werde ich in Ushuaia und nach ein paar Tagen weiter zum Torres del Paine ziehen, Endpunkt ist dann El Calafate und El Chalten und am 03. 05 geht der Flieger zurück nach Buenos Aires.

Ich werde alles relativ spontan machen und nach dem Wetter entscheiden ob ich im Torres del Paine das W trekke, oder am Fitz Roy etwas mache, oder ob ich nur Tagestouren mache. Eigentlich möchte ich allerdings schon gerne das W laufen.

Ich bin mir jedoch noch in einigen Punkten unsicher:

1. Wie ist das Wetter zu der Zeit? Ich bin sicher es ist relativ kühl und regnerisch, aber wie sieht es mit Wind, Schnee und Hagel aus? Ist mit extremen zu rechnen?

2. Ich bin zunächst alleine unterwegs und möchte versuchen unten andere Leute zu finden, gegebenenfalls läuft es aber darauf hinaus das ich alleine trekke, ist das grundsätzlich zu machen oder zu gefährlich?

3. Wie schwer ist es sich im Torres zu orientieren? Karte ist klar aber braucht man auch einen Kompass oder sind die Wege gut ausgeschildert?

4. Wie anstrengend ist das Trekking dort? Ich habe keine große Trekkingerfahrung, bin aber grundsätzlich ziemlich fit. Ist es mit guter Kondition auch ohne Erfahrung zu schaffen?

5. Wie ist die Beschaffenheit der Wege dort, hinsichtlich Geröll, Matsch, Schlamm, steile Aufstiege?

Auch alles andere was mir weiterhelfen könnte um mir vorab ein Bild zu machen nehme ich dankbar entgegen!

Schöne Grüße

Tobias

bernieHH
11.04.2010, 11:20
Ich bin mir jedoch noch in einigen Punkten unsicher:

1. Wie ist das Wetter zu der Zeit? Ich bin sicher es ist relativ kühl und regnerisch, aber wie sieht es mit Wind, Schnee und Hagel aus? Ist mit extremen zu rechnen?

2. Ich bin zunächst alleine unterwegs und möchte versuchen unten andere Leute zu finden, gegebenenfalls läuft es aber darauf hinaus das ich alleine trekke, ist das grundsätzlich zu machen oder zu gefährlich?

3. Wie schwer ist es sich im Torres zu orientieren? Karte ist klar aber braucht man auch einen Kompass oder sind die Wege gut ausgeschildert?

4. Wie anstrengend ist das Trekking dort? Ich habe keine große Trekkingerfahrung, bin aber grundsätzlich ziemlich fit. Ist es mit guter Kondition auch ohne Erfahrung zu schaffen?

5. Wie ist die Beschaffenheit der Wege dort, hinsichtlich Geröll, Matsch, Schlamm, steile Aufstiege?



Hallo Tobias,

zu 1)Wie das Wetter im April/Mai sein wird kann jetzt noch niemand voraussagen, aber diese Monate gehören statistisch gesehen mit zu den regenreichsten des Jahres. In den höheren Lagen bis unterhalb der Baumgrenze (also 700 m und darunter) kann der Regen durchaus auch schon als Schnee oder Hagel fallen. Die Winde können extrem sein, besonders oberhalb der Baumgrenze. Aber auf den von dir genannten Trekkingrouten findet man genügend Möglichkeiten sein Camp in geschützten Wäldern aufzuschlagen.

zu 2) Für diese Treks solltest du keine Schwiergkeiten haben Leute zu finden die mit dir wandern. Falls nicht ist es grundsätzlich auch möglich alleine zu gehen, abgesehen von der Tatsache dass die Ranger im Torres del Paine dich nicht alleine losziehen lassen werden. Aber das kann man auch leicht umgehen indem man sich mit dem nächsten Wanderer der am Trekkingstartpunkt auftaucht proforma zusammenschliesst und gemeinsam loswandert. Ist man erstmal im Park drin ist es kein Problem alleine zu wandern. Eine Garantie für deine Sicherheit gibt es nie, aber auf diesen Trekkingrouten sehe ich keine besonderen Gefahren. Mit gesunden Menschenverstand und der richtigen Ausrüstung schätze ich die Gefahr dass dir hier was passieren kann als wesentlich geringer ein als wenn du in Buenos Aires bleiben würdest.

zu 3) Die Pfade sind gut markiert, deutlich erkennbar, viel begangen und ausgetreten, ob sie auch ausgeschildert sind daran erinner ich mich nicht mehr, aber die Orientierung ist einfach. Eine Karte reicht auf jeden Fall aus, Kompass braucht man meiner Meinung nach nicht, obwohl es auch nicht schaden kann vorsichtshalber einen dabeizuhaben.

zu 4) Die Standarttrekkingrouten um El Chalten sowie das W im Torres del Paine zählen mit zu den bekanntesten und leichtesten Treks Patagoniens. Also wenn du wie du sagst ziemlich fit bist sind diese Trekkingrouten nicht so anstrengend und auch ohne Erfahrung zu schaffen.

zu 5) Sumpfige und matschige Stellen sowie geröllige und steinige Abschnitte kommen zwar vor, aber im großen und ganzen ist die Beschaffenheit der Wege gut. Die meisten Pfadabschnitte sind trocken und leicht bewanderbar. Es geht manchmal zwar auch hoch und runter, aber an wirklich steile Auf- und Abstiege
erinner ich mich nicht.

Ich wünsch dir viel Spass! Im April wirst du diese Treks ganz sicher nicht mehr so überlaufen erleben wie sie von Januar bis März sind:)

gruss bernie

maturin
11.04.2010, 14:20
Hallo,

vielen Dank für deine Antwort, das bestärkt mich schonmal sehr darin, dass ich das ganze bewältigen kann!

Habe noch eine weitere Frage:

Zur Zeit habe ich noch kein Zelt und bin mir nicht sicher, ob ich in den Refugios bleiben soll oder ein Zelt kaufen oder leihen sollte.

Bieten die Refugios deutlich mehr Komfort, so das der enorme Preis gerechtfertigt wird? Oder sollte man gar immer ein Zelt dabei haben, um zur Not bei Wetterumschwung auch auf der Strecke eine Schutzmöglichkeit zu haben?

Wenn du Lust hast wäre ich dir auch sehr dankbar, wenn du einen Blick in meinen Beitrag im Ausrüstungsforum werfen könntest, bin mir noch nicht so ganz sicher was erforderlich ist.

Vielen Dank!

Tobias

bernieHH
11.04.2010, 18:45
Hi Tobias,

in den Hütten am Torres del Paine war ich nie drin. Klar, wenn man in einer Hütte im Bett schläft bietet das natürlich mehr Komfort als ein Zelt. Aber dass man da für ein Bett im Schlafsaal einen so hohen Preis berappen muss ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertig,.....hier wird kräftig abgezockt!

Ich würde mir an deiner Stelle AUF JEDEN FALL ein Zelt besorgen und zwar nicht nur wegen der hohen Kosten der Hütten. Mit Zelt bist du viiiel unabhängiger und auf dem W im Torres del Paine gibt es Campstellen die sich in einer landschaftlich wesentlich traumhafteren Lage befinden wie die meisten Hütten.
Auch im Gebiet von El Chalten wirst du ohne Zelt ebenfalls die landschaftlich besten Übernachtungsstellen verpassen. Ausserdem gibt es dort auch kaum Hütten, du wirst also nur Tageswanderungen machen können.

Ich hab mir gerade mal deinen Beitrag im Ausrüstungsforum durchgelesen. Den kann ich ja morgen oder übermorgen mal beantworten. Heute habe ich da leider keine Zeit mehr für weil ich gleich weg muss.

gruss bernd