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Vollständige Version anzeigen : Steigeisen?


Gerry
08.09.2003, 13:31
???
Hallo!

Kann mir wer mal eine kurze Einführung geben, welche verschiedenen Arten von Steigeisen es gibt und für welchen Zweck die unterschiedlichen Arten geeignet sind?

Danke ,Gerry

Gerry
19.09.2003, 06:47
Eine weitere Frage: Was beudeutet bei einem Bergschuh: bedingt steigeisenfest?

Guest
26.09.2003, 08:13
Hallo

1. Unterscheidung der Zackenanzahl:
4 Zacker: (Grödel) für vereiste Gehsteige, mehr nicht
10 Zacker: Leichtsteigeisen für relativ flache Gletscher geeignet, nichts für Eis ca. über 35°
12 Zacker: klassisches Steigeisen für alle Anwendungen

2. Zackenform:
Klassisch: die Frontalzacken sind horizontal angeordnet, für alle Eistouren bis ca. 50°, darüber nur bedingt geeignet
Vertikale Frontzacken: mit "Wiederhaken" versehen, zum Eisklettern, oft auch noch Spezialzacken an der Ferse zum hooken

3. Grundplatte:
Beweglich: die vorderen 6 Zacken sind über einen beweglichen Stab mit den hinteren 4-6 Zacken verbunden,angehnem zum gehen, bei Frontalzackentechnick sehr anstrengend.
Halbbeweglich: Mischform aus starr und flexibel
Starr: Alle Zacken an einer Platte befestigt, unangehnem zum Gehen (außer bei Schalenschuhen und voll steigeisenfesten Schuhen) hohe Neigung zum Anstollen (Antistollmatten), hauptsächlich für Steileis

4. Material:
Alu: nur für Leichteisen
Stahl: Klassisch
Geschmiedete Frontalzacken: Vertikalzacken, sehr schwer

5. Bindungssystem:
Schnürbindung: für alle Schuhe im Steileis nicht empfehlenswert
Kipphebel: nur für steigeisenfeste Schuhe
Mischformen (versch. Firmenbezeichnungen) für steigeisenfeste Schuhe mit abgenutzter Lippe, für bedingt steigeisenfeste Schuhe (Achtung!!! Schuh muss Steif genug sein sonst löst sich das Eisen)

OK hoffe das war alles, nicht enthalten sind Spezialformen wie Schuhe mit integriertem Steigeisen, Spezialmaterial, usw da wäre ich noch Stunden unterwegs

astrid
29.09.2003, 14:03
Hallo Gerry,

Simon hat eigentlich schon alles erklärt. Hier noch ein paar Hinweise aus der Praxis, weil ich mich damit auch gerade befasse:

Das Spektrum der Touren, die man mit Steigeisen unternehmen kann, reicht von einfacher Gletscherquerung bis hin zu Eisklettern auf senkrechte oder überhängenden Flanken.

Touren der ersten Kategorie sind mit Riemensteigeisen auf bedingt-steigeisenfesten Schuhen machbar.

Schwierig wird es damit in steileren Eispassagen, da sich das Eisen vom Fuß lösen kann (nicht gut! -> Problematik: Und was jetzt?) und man auf den Frontalzacken kein Stabilität hat (überhaupt nicht gut!! -> Problematik: Mitreißen der Seilschaft bei Sturz).

Zum Eisklettern braucht man vollsteigeisenfeste, torsionsfreie (die Sohle sollte sich unter keine Umständen verbiegen lassen) Schuhe mit Kipphebel-Inserts. Nur die Kipphebelsteigeisen bieten einen sicheren Stand auf den Frontalzacken.

Es gibt inzwischen gute vollsteigeisenfeste Schuhe mit denen man auch normale Bergtouren - es geht ja nicht immer bis in Gletscherregionen - unternehmen kann.

Hab mir - nach einer Zeit halbherziger Kompromisse - gerade einen solchen gekauft und bin recht zufrieden. Ich kann - trotz der Tatsache dass der Schuh im Vergleich zu meiner normalen Größe (39,5) ein riesiges Monstrum (42,5) ist - sogar auf recht kleinen Tritten klettern! Dass es allerdings kaum möglich ist, den Fuß abzurollen ist anfangs - vor allem bergan - noch ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Eventuell ist es eine gute Idee einen entsprechenden Kurs z.B. 'Fels und Eis'-Ausbildung beim DAV zu belegen: die Bergführer geben richtig gute Tips, was man bei der Auswahl des Materials und im Umgang damit beachten sollte. ¤*#Und nicht zuletzt sollte man in den Regionen da oben auch wissen, wie man sich und andere sichert.

Einen lieben Gruß
Astrid

Gerry
07.09.2004, 07:47
???

Was für schuhe verwendet ihr bei euren Hochtouren in den Alpen, wo es über 3000 m hinausgeht und in Nepal, wo auch Gletscher, bzw. Schneefelder zu begehen sind?

Bedingt Steigeisenfeste Schuhe, oder komplett Steigeisenfeste Schuhe?

Ein Kompromiß wäre schon gut, habe jetzt schon 3 Paar Schuhe von Halbschuhen mit Trekkingsohlen über Leichte Trekkingschuhe und Normale Trekkingschuhe.
Überlege noch eine festeres Modell darüber zu setzen, aber dann sollte es genügen...

Ich denke, ein bedingt Steigeisenfester Schuh sollte ausreichen um für Hochtouren in den Alpen, sog. "leichte 3000er und ev. mal einen leichten 4000er" zu machen und auch mal vielleicht in Zukunft in Nepal einen 5000er oder - als Traum - mal einen leichten 6000er mitzunehmen?

Was meinen unsere Experten?

Danke, Gerry

werdi
07.09.2004, 08:47
@Gerry,

wenn Du mal bei z.B. Meindl auf die Webseite schaust, dann siehst Du dort die verschiedenen Höheneinteilungen und die dazu bassenden Stiefel.
Ich muß mir auch neue Bergstiefel kaufen und schwanke noch zwischen "Air Revolution 5 bzw. 7" / Meindl Chamonix und dem Lowa Tibet GTX. Der Lowa stützt das Fußgelenk etwas besser (wichtig für die, die zum umknicken neigen). Alles Schuhe um die 200 Euro und bedingt Steigeisentauglich (Steigeisen mit Körbchen vorne und Riemenbindung)

Mit vielen Grüßen,

werdi

Gerry
07.09.2004, 09:27
@Werdi

Den Air Revolution 7 hatte ich auch schon in die engere Wahl gezogen.
Der dürfte für Hochtouren in Fels/Geröll und für Schneefelder, bzw. leichte Gletscherquerungen mit Leichtsteigeisen geeignet sein!

Mal schauen...

werdi
07.09.2004, 09:53
@Gerry,

Bekannte von mir sind mit dem AR-7 auch schon oft im Alpinen Hochgebirge (incl. Wintertour) gewesen - ohne Beanstandungen !
Unter die Steigeisen sollten dann die Stoll-Platten befestigt werden

Mit Grüßen,

werdi

APuschendorf
07.09.2004, 12:22
Hallo,

bin z.Zt. auf der Suche nach Steigeisen mit Hebelbindung. Hab mich mittlerweile auf die Grivel G12 cramp-o-matic oder die AustriAlpin Tyrol Compact festgelegt.

Gibt es da irgendwelche markanten Unterschiede, ausser dem Preis (AustriAlpin 50EUR, Grivel 110 EUR)?

Die Steigeisen sehen vollkommen identisch aus und ich seh es nicht ein 60 EUR mehr auszugeben.


AustriAlpin:
http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=jz_73021&GTID=6679
3dfe08de90ee18b3d67eecd2aa9f

Grivel:
http://www.rangertravel.de/shop/product_info.php?products_id=2004

Bye
¤*# Andreas

Guest
06.10.2004, 23:27
Was die Frage nach steigeisenfesten Bergschuhen betrifft, meine ich, daß man Schuhe italienischer Hersteller unbedingt ins Auge fassen sollte, insbesondere LaSportiva, aber auch Asolo haben hier Spitzenprodukte. Ich selbst habe schon seit ca. 7 Jahren ein Modell von Lowa ( Civetta GTX ), habe damit keine Probleme, aber ein befreundeter Bergführer, der gleichzeitig sehr den Schuhmarkt beobachtet, äußert sich über die Schuhe von Lowa nicht sonderlich gut ( zu weit, zu schwabbelig, gerade wenn es um eine gute Verbindung zwischen Fuß, Schuh und Eisen im steileren Eis geht); gut sicherlich auch ist von den deutschen Herstellern Hanwag (z.B. Anaburna ).

Bei den Eisen habe ich Zwölfzacker von Grivell, eigentlich sehr gut, stollen jedoch bei weicherem Schnee arg an, was sich durch Antistollplatten jedoch vermeiden läßt.

Guest
06.10.2004, 23:54
Bei den Schuhen habe ich ganz vergessen, Raichle zu erwähnen. Spitzenschuhe aus der Schweiz.
Da die Marke auch Arbeitsschuhe herstellt, kann im Arbeitskleidungsfachhandel nach Schuhen gefragt werden. Meine Erfahrung ist, daß dort eher Schuhe vom Hersteller zur Ansicht bestellt werden. Ggf. kann man sich über www.raichle.ch vorabinformieren.

Peska
07.10.2004, 13:58
:D Hallo,
Raichle kann ich auch nur empfehlen, hab die "All Degree" und bisher hatte ich damit keine Probleme!
;D