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Vollständige Version anzeigen : Fotografieren - welche Filme


Susanne
29.04.2003, 08:42
hallo

was sagen die experten? welche filme für welches land, für welche reise, für welche jahreszeit?

kurz gefragt, aber wahrscheinlich nicht kurz zu beantworten. ¤*#;D

erfahrungswerte sind gefragt, nicht blosse produktbeschreibungen auf den filmpackungen. mir sagt das zu wenig!

susaNNe

Karin_S
29.04.2003, 15:31
Hallo Susanne,

da gibt es wirklich nicht DIE Antwort.

Zunächst einmal eine Gegenfrage:
Dia oder Negativ? Nur 10x15 Vergrößerungen oder auch größer?

Ich persönlich mache Dia und habe beste Erfahrungen mit Kodak Elite Extracolour 100, egal ob in Südostasien, im Hochgebirge oder in Europa, indoor wie outdoor. Und Vergrößerungen 20x30 sind gut.
Die Farben sind klasse und auch Schnappschüsse sind kein Problem.
Von höherer Lichtempfindlichkeit kann ich persönlich nur abraten, die Körnung wird für meinen Geschmack zu grob. Lieber mache ich dann keine Bilder oder nehme ein Stativ.

Gruß
Karin

Flachlandtiroler
29.04.2003, 16:46
Juchuu, ein Fotothread! :)

Hallo Susanne,

für Deinen 8000er reicht ein normalempfindlicher Film ;)

Zur Sache:
Dias sind für Reisefotografie rein preislich schon günstiger als Negativfilme mit Papierabzug. Digital ist keine Option?

Ich benutze häufig Fuji Sensia (100 ASA), hauptsächlich weil der bei uns oft reduziert zu kaufen ist. Die Dias tendieren allerdings schon mal zu Blau- oder Grünstich.

Klassisches Profimaterial für Landschafts- und Reisefotografie ist der Kodakchrome 64 [ASA] oder 25 (den gibt's glaube ich nicht mehr), der einen sehr hohen Kontrast und natürlich spitzenmäßige Auflösung hat, aber eben auch eine geringe Empfindlichkeit. Da braucht es schonmal eher Blitz oder Stativ.

Gruß, Martin

Susanne
29.04.2003, 17:19
hallo,
ich habe vergessen zu erwähnen, daß ich natürlich dias meine. digi kommt nicht in frage; da fehlt mir die das geld für beamer usw. auch die stromfrage ist meiner meinung nach noch ungelöst. aber bitte jetzt keinen thread pro und kontra digitalkameras. bitte um eure einschätzung bezüglich filmmaterial. danke schon mal für die ersten meinungen.
susaNNe

@flachlandtiroler:
für meinen achttausender? brav mitgelesen ;D
aber kann nicht gerade die höhenstrahlung, uv, ir, usw. und die kälte einen "normalen" film ruinieren?

Andreas
29.04.2003, 20:45
Hallo Susanne,

Ich verwende für den 'täglichen' Gebrauch - wie Karin -
den Elite Chrome Extracolor. Bringt mit meiner Halb-
automatik Minolta X-700 und dem Objektiv, das ich am
häufigsten verwende, dem Sigma ZOOM-alpha 35-135
sehr gute Ergebnisse. Hat eine hohe Farbsättigung, eine
sehr gute Körnung für einen 100 ASA-Film und ist ideal
in hellem Sonnenlicht und im offenen Schatten.

Zusätzlich habe ich immer ein oder zwei 400 ASA-Filme
mit, entweder auch einen Elite Chrome oder einen Fuji-
chrome. Ich sehe da keinen Unterschied. Die sind not-
wendig bei Aufnahmen im Halbdunkel, z. B. im Dschungel
oder bei Festlichkeiten im Dämmerlicht. Da ich keine zwei
Kameras mit mir nehmen will, heißt das schon mal, dass
ich einen halbvollen Film herausnehmen muss, um den
400er einzulegen. Aber wenn es ein Fest oder so ist, mit
viel Bewegung, dann braucht man ohnehin einen ganzen
Film für die entsprechende Situation.

Den Fuji Chrome Velvia 50 ASA verwendete ich bei Touren
im Schnee mit hartem, weißen Sonnenlicht und großer
Reflexion. Am kommenden (verlängerten) Wochenende
(Wandern im Elbsandsteingebirge) werde ich einmal den
Fuji Professional F 100 ausprobieren, der mir von einem
Freund wärmstens empfohlen worde ist. Mal sehen...

So, jetzt habe ich meine ganzen »Geheimnisse« preisge-
geben ¤*#;)

Grüße,
Andreas

Peter_N
29.04.2003, 22:28
Hallo Susanne,

wenn Du bei den grossen Firmen (AGFA, Kodak, FUJI, usw...), DIA-Filme, und zudem die hochwertigeren Filme nimmst, machst Du eigentlich nie einen Fehler. Der eine mag halt lieber in den Dias einen wärmeren Ton (Rotanteil), der andere einen etwas kälteren (Blauanteil).100% Farbneutral ist keiner, auch wenn die Werbung es verspricht.
Ich hatte früher den FUJI Sensia 100 ASA genommen und war zufrieden.
Da ich nun die Filme über den Grosshandel bei entsprechender Abnahme (Preisnachlass) beziehe,
kaufe ich nur noch den KODAK Ektachrome 100GX Professional.
Aber Du kannst auch die anderen AGFA (AGFA Prof. RSX 100 ASA), Kodak (KODAK Prof.E100S) nehmen,
ja sogar Konica hat mittlerweile gute Werte, und sind gegenüber den anderen preisgünstiger.
Kodachrome 25 gibt es nicht mehr, jedenfalls hier in Deutschland (leider) und der Kodachrome 64
wird m.E. (nur mit Entw. Beutel) in Stuttgart entwickelt.(wenn Du es genau wissen willst, mache ich mich schlau und teile es hier mit).

Die Methode, die der Andreas anwendet, ist sehr gut, Filme (möglichst der gleichen Marke) mit verschiedener Filmempfindlichkeit mitzunehmen und ggf. den Film zu wechseln. Nicht immer hat man Blitzgerät dabei, oder man darf nicht blitzen. Aber nicht jedem liegt die Fummelei, einen teilbelichteten Film wieder neu einzulegen, zumal man sich immer die letzte Bildnummer vom herausgenommenen Film merken/aufschreiben muss. Auch erlaubt nicht jedes Kameramodell diese Methode.
Bedenke auch, das bei weniger wie 100 ASA bei entsprechender Brennweite die Verwacklungsgefahr ohne Stativ recht hoch ist. Selbst bei bedecktem Himmel kann es da schon eng werden.

Zum Schluss noch einen Tipp.
Wenn Du vielleicht recht teure Filme kaufen solltest, gebe diese belichteten Filme nur in einem
Fachlabor ab (da wo auch die Profis ihre Filme abgeben), dann hast Du unzerkratzte und sauber
entwickelte Dia-Filme zurück. Natürlich kann da auch etwas passieren, aber die Wahrscheinlichkeit
ist dort am geringsten. Beim kaputten Diafilm kann man nichts mehr machen.
Leider hatte ich in dieser Sache schon sehr schlechte Erfahrungen machen müssen.
Denn was nutzt Dir der schönste Farbdiafilm, wenn alle Filme einen "schönen" Gelbstich haben.


Gut Licht, Peter

Andreas
30.04.2003, 06:53
...kaufe ich nur noch den FUJI Provia Professional F 100 ASA (F steht für sehr feinkörnig)Noch einer, der diesen Film gut findet, jetzt bin ich doppelt neugierung auf das Ausprobieren. 8)
Die Methode, die der Andreas anwendet, ist sehr gut, Filme (möglichst der gleichen Marke) mit verschiedener Filmempfindlichkeit mitzunehmen und ggf. den Film zu wechseln. Nicht immer hat man Blitzgerät dabei, oder man darf vor Ort nicht blitzen, oder will es nicht. Aber nicht jedem liegt die Fummelei, einen teilbelichteten Film wieder neu einzulegen, zumal man sich immer die letzte Bildnummer vom herausgenommenen Film merken/aufschreiben muss.Genau, ich tu mir das auch nicht an! Wenn beim gerade verwendeten Film erst 10 Bilder verbraucht sind, ich aber den 400er einlegen 'muss', dann verzichte ich einfach auf die restlichen 26 Bilder. Das ist es mir wert! In Malaysia musste ich das öfters so handhaben, denn immer wenn wir Dschungelwanderungen unternahmen, machte der 100er keinen Sinn und der 400er musste rein. Auch bei einer Festivität - wie erwähnt - in Kinnaur (Indien) war ich sehr froh, einen 400er dabeizuhaben. Es war regnerisch und die Festlichkeiten gingen tief in die Dämmerung hinein!

Grüße,
Andreas

Karin_S
30.04.2003, 17:54
Hallo,

im Gegensatz zu den beiden Herren ;D ;D bin ich ja absolut kein Fotoprofi und ein reiner Urlaubsknipser...

Was die Farben angeht, ist es wirklich Geschmackssache, mir gefällt Kodak einfach am Besten. Den 64er hatte ich auch schon mit, fand ihn aber auch nicht so prickelnd.
Entscheidend für meine Entscheidung für den 100er Kodak war, dass er sich wirklich für irre viele Licht- und Klimaverhältnisse eignet. Wir hatten ihn bei unserem Milleniumtrip in Südostasien dabei, brüllend warm und feucht in Myanmar, schlotternd kalt im laotischen Hochland und keine Probleme. Wir mussten dann in Bangkok nachkaufen (immer ein Risiko, aber 60 Filme reichten halt nicht) und trotz der dortigen Lagerung im Schaufenster ::) waren die Dias Klasse und das, was zu viel war konnten wir ohne Qualitätsverlust (bei Lagerung im Kühlschrank) noch ein gutes Jahr später auf Madeira verwenden, auch ohne irgendwelche Probleme. Wobei auf den Reisen eine professionelle Lagerung/Transport nicht stattfand und auch kein Schutz für die Röntgengeräte. Auch die Höhe (zumindest bis 5500 Meter) hat ihm nichts ausgemacht (Nepal), auch diese Bilder ist sehr gut geworden, ohne das mit Polfilter oder so gearbeitet werden muss. UV-Filter ist natürlich immer selbstverständlich.

Schön an dem Film finde ich persönlich, als passionierte Schnappschuß"fotografin", dass er sich wie ein Negativfilm belichten lässt, ich also mit Automatik arbeiten kann und trotzdem auch bei schwierigen Verhältnissen noch zufriedenstellende Farbe/Kontraste erhalte.

Karin

Navyo
30.04.2003, 18:27
Hallo,

Fuji Provia F 100 ist sicher eine sehr gute Lösung, ich bin allerdings in den Velvia 50 verliebt.

In den letzten Jahren verwenden die meisten Fotojournalisten (ich arbeite manchmal mit welchen in Nepal/Tibet) Fuji Velvia und Provia.

Manche Redaktionen (nicht wenige) verlangen sogar Velvia.

Ich glaube das sagt schon etwas aus. Einen 200 sollte man auch mitnehmen, in Wäldern, bei Halblicht sehr zu empfehlen.

Was einen großen Vorteil ausmacht, ist eine Zweitkamera (auch "kleine") damit man nicht umständlich Filme halbbelichtet wechseln muss.

Ein super Schwarzweiss Diafilm ist von Agfa erhältlich (fällt mir der name jetzt nicht ein).

Dazu ein UV Filter als Objecktivschutz und ein Polfilter und ein auch kleines (aber stabiles, wie von Hama oder Manfrotto) Stativ sind sicher super, um die Bildqualität enorm zu steigern. Ein großes Stativ ist oftmals für "normale" Amateure doch zu umständlich.

Viel Spaß am Fotografieren und sende dann mal einige ans Forum (werde ich auch bald machen).

Navyo

Tim
24.07.2003, 22:29
der velvia ist meines wissens und nach allem was ich darüber gelesen habe DER film für landshaftsaufnahmen. ich habe z.b. noch keinen GEO-Kaleder gesehen bei dem die fotographen nicht den velvia verwendet hätten...

er ist halt sehr sehr farbintensiv. wenns nicht ganz so leuchtend sein soll mit den farben würde ich den 100er kodak elite nehmen. je nach motiv schon beinahe kitschig. wenn du richtig auf farben stehst kann ich dir zusätlich die anschaffung eines polfilters empfehlen der auch recht praktisch ist wenn es etwas diesig ist weil er nicht polares licht filtert und daher dunst in der luft in weiten teilen wegfiltert. zusätlich vielleicht noch einen blau verlaufsfilter mit dem ab der hälfte des bildes ein stärker werdendes blau das bild färbt und du dem himmel etwas auf die spünge helfen kannst. schlussendlich noch ein light-balancing filter 81 c. er macht die bilder wärmer diese wirken dann so als wären sie in der abendsonne aufgenommen. anders als die profis hat man ja nicht die möglichkeit zu warten bis aus der grellen mittagssonne die weiche abendsonne geworden ist und dann hat man noch das problem dass das gewünschte motiv dannn 100%ig im schatten des berghanges ist :P.

tim

Navyo
04.08.2003, 03:17
Hallo,

noch was :D,

generell sollte man am Meer und auf höheren Lagen (je nach Äquatornähe oder Polnähe) mit viel UV Licht rechnen.

Wie Tim richtig sagt, sind Profis z. Z. mit Fuji Velvia 50 sehr gut bedient, aber diese Filme sind halt in der Anschaffung eher teuer.

Kodak Elite 100, Fuji 100er sind auch eine gute Lösung für den "Otto Normalverbraucher" ohne ambitionen, bei GEO zu publizieren.

Generell sollte man jedoch die wichtigste Grundregel nie ausser acht lassen: ein STATIV verbessert 100% jedes Bild in seine Qualität.

Es gibt viele gute, ich arbeite mit dem NAT 180 von Manfrotto, das relativ leicht und sehr unauffällig (grüne Farbe) in der Landschaft steht. Aber auch kleine Tischstative gehen gut.

Navyo

Tim
04.08.2003, 09:04
ja das stimmt :)

die meisten menschen ziehen ihr stativ erst dann hervor wenn es zu dunkel ist um aus der hand zu fotographieren. der wirkliche vorteil des statives liegt aber darin, dass man mehr zeit braucht um das bild zu machen.

schon bis man das stativ aufgebaut hat nimmt man sich viel mehr zeit um genau zu bestimmen wie das motiv begrenzt sein soll. bis die kamera drauf steckt und man sie geradegerichtet hat, 2 mal durchgesehen und nachgestellt hat, hat man sich so lange mit dem motiv beschäftigt, dass die ganze bildkomposition stimmiger wird.

mir fällt das immer wieder bei meinen eigenen bildern auf nur muss ich zugeben, dass ich in der regel entweder zufaul bin das stativ mitzuschleppen oder mir nicht die muse gebe es aufzubauen weil man ja auch weiterkommen will. wer sich aber selbst gut motivieren (zwingen :D) kann wird mit stativ mit sicherheit bessere fotos machen.

eine kurze anmerkung zum velvia noch.
ja er ist sehr teuer. aber das ist nicht das einzige problem. der velvia ist ein profifilm. wodurch unterscheiden sich profifilme von "normal-filmen"? durch die reife des filmes. ein film kann nicht sofort nach der produktion verwendet werden und auch nicht zu lange dannach. es gibt für jeden film einen optimalen zeitpunkt bei dem er am genauesten ist und die schönesten farben hat. bei normalfilmen ist das reine glücksache, man kann einen erwischen der ideal ist von der zeit her, man kann einen erwischen der noch nicht "reif" ist bzw. schon wieder nachlässt.

profifilme werden bis zur optimalen reife gelagert und der reifungsprozess dann durch kälte gestoppt. (deswegen haben profis ihre filme immer im kühlschrank bei normal-filmen ist das egal weil man ja nicht weiss in welchem stadium sie sich befinden). daher ist der velvia auch so teuer, weil er erst gelagert und dann in einer ununterbrochenen kühlkette gehalten werden muss. wenn also wie z.b. in meiner heimatstadt der filmhändler mal eben hinter sich ins regal greift um einen velvia hervorzuzaubern braucht man den erst garnicht zu kaufen, weil er ohnehin hinüber ist. (bzw. schon so überreif, dass man auch einen normalen hätte kaufen können.)

man kann alles übertreiben, aber ich empfehle sehr, dass wenn man mit dem velvia arbeiten möchte dieser bis kurz vor einlegen in die kamera gekühlt wird (keine minusgrade sonst kann der film brechen und am besten ein paar stunden vor dem einlegen aus der kälte holen damit sich in der kamera kein kondenswasser bildet und auf dem film niederschlägt, die bilder sehen zwar lustig aus aber nach dem 5. ärgert man sich dann schon), dann schnell verbraucht wird und dannach wieder gekühlt wird. ich verspreche, solch intensive farben habt ihr bislang selten bei filmen gesehen. :)


ich hoffe, das war nicht zu langweilig aber ein velvia kostet ordentlich geld und ich finde dann sollte man wissen wofür man es ausgibt.

tim

Andreas
04.08.2003, 09:15
@ Tim:
Alles gut und recht, aber da scheitert es schon mal an den Möglichkeiten. Wenn ich eine wochenlange Trekkingtour unternehme oder einfach nur 3 Wochen Urlaub in Malaysia mache, wie soll man da den Film gekühlt halten? Ich denke mal, der Velvia, als Profifilm, sollte auch nur professionell verwendet werden: Film aus dem Kühlschrank nehmen, zum Motiv fahren, Stativ aufbauen, knipsen (Belichtungsreihen), Film entwickeln. Ansonsten ist es »rausgeschmissenes« Geld. Einfach zu teuer für den Normalgebrauch!
Ich erziele (für mein laienhaftes Auge) perfekte Bilder mit Elite 100 und Elite extracolor 100 (vergangenes Jahr in Tibet verwendet!).

Andreas

Tim
04.08.2003, 15:46
genau das wollte ich damit sagen andreas. :)

wenn man mal will kann man zuhause eine tagestour unternehmen und mit dem velvia wirklich tolle farbintensive bilder machen.

zum normalen gebrauch im urlaub erst recht beim wandern/trekking/bergsteigen ist es unmöglich den velvia richtig einzusetzen und die erhöhten kosten der anschaffung stehen in keinem vergleich zum erhöhten nutzen den ich aus dem film ziehen könnte.

sorry wenn es falsch rüber kam der beitrag vorher war eigentlich eher contra velvia als pro velvia gedacht.

tim

Karin_S
05.08.2003, 18:16
Hallo Zusammen,

Alles sehr richtig, was ich da so höre!
Wir haben es auch mit den Profifilmen versucht und waren wirklich enttäuscht. Vermutlich lags an dem Ding mit der Filmreife, vielen Dank für die Info.
Aber für die kleine Wochenend-Tour so einen teuren Film? Wenn, dann nehme ich für solche kleineren Sachen nicht meine "gute" Kamera, sondern eine einfache Kleinbild - man weiß ja nie ;D ;D und außerdem komme ich da ja öfter mal hin.
Die "Große" geht nur auf längere Reisen mit, weil, ob ich da noch mal hinkomme...

Wie haltet Ihr das?

Übrigens ist mir die ganze Filterschrauberei ein bißchen zu nervig, wenn ich ehrlich sein soll und die Ergebnisse, naja :-/.
Stativ ist sicher ein Must, nicht nur wegen dem Verwackeln, auch weil es einfach, wie Tim schon sagte, bessere Bilder gibt. Und es gibt gute Stative mit akzeptablem Gewicht, die absolut reisetauglich sind.

Klasse ist auch, wenn man dann zu zweit ist und sich möglicherweise ergänzt, der eine die Landschaft/das Motiv mit Stativ, der andere das Drumherum - mit Stativ fällt man halt immer auf :D :D und da können sich schon witzige Situationen ergeben....

Grüße
Karin

Tim
05.08.2003, 21:48
das ist immer das dilemma mit der grossen und der kleinen und dem guten filmmaterial und dem nicht ganz so guten...

ich bin hobbyfotograph und daher lohnt sich für mich wenn ich weiss dass ich zum fotographieren wegfahre auch mal bei einem wochenendtrip die anschaffung eines profifilms aber oft mache ich das auch nicht.

das mit den filtern ist eine echte übungssache... man muss ein bisschen einen blick dafür entwickeln wann sich ein filter lohnt und wann nicht und leider muss man als voraussetzung ein ziemlich gutes hintergrundwissen um die wirkung und anwendungsgebiete der filter haben sonst ist man beinahe grundsätzlich enttäuscht.

die meisten wissen zum beispiel, dass ein teleobjektiv die abstände zwischen den objekten optisch verkürzt. so sind z.b. 2 rennwagen die auf einem bild das mit z.b. 300er brennweite aufgenommen wurde viel näher beieinander als sie es tatsächlich sind. andererseits werden objekte im weitwinkelbereich optisch weiter von einander entfernt dargestellt als sie es wirklich sind.

wer sich dieser wirkungen bewusst ist und sie gut einschätzen kann kann damit sehr effektvolle bilder machen, fehler vermeiden und gewisse grundsätzlichkeiten verwirklichen. z.b. werden porträis nicht mit 50er brennweite (normalbrennweite) sondern mit einem leichten tele (80 bis 100) aufgenommen weil das gesicht dann natürlicher wird und etwas komprimiert dargestellt wird was dem portraitierten in der regel zum vorteil gereicht.

genauso ist es mit den filtern. alles schwärmt immer vom polfilter, aber die wenigsten wissen was er macht. er macht nicht nur kräftigere farben (meistens) er filtert vor allem dust aus der luft und man kann bilder mit mehr ausblick machen als man eigentlich hat. der filter macht nichts weiter als nicht polarisiertes auszuschließen. damit filtert er eine gute menge der reflektionen die von allen möglichen teilchen in der luft ausgehen weg und kann damit tiefer in den dunst vordringen als unser auge.

gleiches gilt für den 81c warmtonfilter der einfach die farbtemperatur des lichtes um ein paar ausend kelvin anhebt und damit auch mittags das licht weicher macht. abends sollte man ihn tunlichst vermeiden wenn man nicht "goldene" bilder machen möchte...

filter sind eine sache für sich und ich finde es lohnt sich damit ein bisschen zu experimentieren.

tim

Karin_S
06.08.2003, 11:47
Hallo Tim,

das mag ja Alles sein, aber trotzdem, ich weiß nicht.

Polfilter haben mich bislang nicht wirklich überzeugt, aber vielleicht bin ich ja zu blöd, damit umzugehen, keine Ahnung :-[ :-[

Mir werden die Bilder zu blau und zu wirklichkeitsfremd. Ich meine, ich möchte doch darstellen, was ich gesehen habe, so nah an der Wirklichkeit, wie es geht.
Und mich nervt die Schrauberei ganz einfach an, möglichst noch außer Atem oder flatterig und dann wird es mit Pol zu dunkel, also Stativ raus - ich weiß nicht :-/
Es ist nicht so, dass ich keine Ambitionen hätte und keinen Wert auf gute Bilder legen würde, aber ich bin da sehr unsicher und wenn ich nicht weiß, was konkret passiert, wenn ich Filter drauf schraube, aber sicher sein kann, dass ich an diesen Ort, zu diesen Menschen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr kommen werde, dann ist mir doch ein etwas flaueres Bild fast lieber als Bilder, über die ich mich nur ärgere...

Wie hast Du das gelernt/trainiert?

Gruß
Karin

Tim
06.08.2003, 12:41
hmm blaustichige bilder mit polfilter? bist du sicher, dass du nur einen polfilter draufhattest und nicht noch einen skylight? dass das bild etwas "kälter" wird kann vorkommen, da ein nebeneffekt des polfilters ist, dass er die farbtemperatur etwas absenkt, das sollte aber nicht dazu führen, dass es blau wird. hast du einen linearen oder einen zirkularen polfilter verwendet? eigentlich sollte das nicht vorkommen.

ein schöner effekt des polfilters ist z.b. auch, dass man durch fenster hindurch fotographieren kann. z.b. in museen in die vitrinen.

einen kleiner beitrag zum thema "was macht ein polfilter" habe ich auf die schnelle hier link (http://oly-e.de/pdf/polfilter.pdf) gefunden.

ach da fällt mir noch ein guter tipp ein. :) objektive kosten geld und zwar ordentlich. die gefährdeste stelle jeden objektives ist die frontlinse. es gibt filter die fast fensterglas sind. skylight z.b. der einzige spürbare effekt ist, dass man etwas mehr licht zum fotographieren braucht. dafür ist das teure objektiv geschützt und wenn etwas verkratzt ist es der 25€ filter und nicht das 500€ objektiv.

tja wie kam ich dazu / wie habe ich gelernt...

zunächst habe ich mich einfach dafür interessiert und mir nach und nach mehr und mehr ausrüstung angeschafft... angefangen mit der eos 1000 über die eos 5 zur eos 3 und bin aber gieren nach der eos 1 V (ja ich bin ein cannon-fan :) und nein die eos 1 V brauche ich nicht wirklich ich will sie einfach nur haben ¤*#:D ) da die bilder nicht ganz so waren wie ich mir das erhofft hatte (nein sind sie heute noch nicht aber besser als damals :) ) habe ich angefangen mich "schlau" zu machen mit unterschiedlicher literatur. das problem war, dass alle immer versucht haben in ihrem 250-seitenwerk alllllllllles über fotographie zu schreiben und meist für den laien nur bedingt verständlich / nachvollziehbar.

dann habe ich einen band der time-life serie "besser fotographieren" in die hände bekommen und das war die lösung. dort wird sich ausgiebig mit immer nur einem thema beschäftigt und viele, viele beispiele gegeben. seitdem hatte ich bis die serie eingestellt wurde :( jeden der fotographiert hat den band "die spiegelreflexkamera" geschenkt.

upps ich komme ins schwafeln :P

auf jeden fall gibt es da dann auch bände die "licht und film" behandeln oder eben sehr ausführlich filter und ihre wirkung.

da ich die effekte sehr eindrucksvoll durch direkte gegenüberstellungen im band sehen konnte wollte ich das natürlich auch können.

ich habe bestimmt 20 bis 25 filme zum üben verknipst bevor ich mich zum ersten mal getraut habe im urlaub mit filtern zu fotographieren. man macht unheimlich viel falsch, bzw. verwendet den falschen filter in der falschen situation. ach übrigends, wenn jmd schwarz-weiss fotographiert... da sind filter m.e. pflicht! die kontraste werden um ein vieles deutlicher und die stimmung der bilder je nach wunsch viel aussagekräftiger.

die m.e. einzige möglichkeit mit filtern gute bilder zu machen ist sich zuerst das wissen anzueignen welchen effekt die filter haben, dann zu übungszwecken loszuziehen und vergleichende bilder zu machen und "ein gefühl" dafür zu bekommen.

filter sind wie alles in der fotographie... erfahrungs und übungssache.

das zeigt sich doch schon am bild an sich.

anfänger: motiv in die mitte, ausschnitt grob bestimmt, klick, bild

geübter: ein bild macht vieles aus, z.b.

ein bild braucht mehrere ebenen (wenn möglich) einen vordergrund (strauch, baum, ast), einen mittelteil (das eigentliche motiv z.b. schloss oder bergspitze) und einen hintergrund (gebirgsausläufer usw.)

ein bild sollte dreigeteilt sein und der horizont das bild außer in besonderen fällen nicht halbieren sonder auf der trennlinie des unteren oder oberen drittels liegen. die bilder werden deutlich aussagekräftiger.

das eigentliche motiv sollte, ausser man möchte die symmetrie des objektes demonstrieren, nicht in der bildmitte sein sondern auf den schneidepunkten der drittelung des bildes in der vertikalen und horizontalen liegen.

diese dinge hat man wenn man genug geknipst hat irgendwann im gefühl oder man hat sie irgendwann mal gelernt. wenn man sich mal mit dem wissen um diese sachen bilder ansieht und vergleicht wird man erkennen, dass bilder die o.g. kriterien erfüllen einfach interessanter sind als die "draufgehalten und abgedrückt"

sehr geübte haben einen reicheren erfahrungsschatz und können sich beim blick durch den sucher vorstellen wie das fertige bild dann wirkt.

dazu gehört das wissen wie stark die brennweite das bild optisch verändert.

dass bilder für europäer immer von links nach rechts aufgebaut sein sollten.

dass der betrachter immer etwas braucht wo er mit dem auge ruhen kann, sonst wirkt das bild beunruhigend auf ihn.

dass hilfslinien die ins bild führen den betrachter in das bild führen und ihn auf das eigentliche motiv lenken können (straße, weidezaun, fluss)

und, und, und...

wirklich gut zu fotographieren ist wirklich sehr sehr schwer. man braucht unheimlich viel erfahrung, unheimlich viel technisches wissen, die richtige ausrüstung und viel viel zeit.

ein kleiner trost ist für mich immer, dass ich in der ersten ausgabe der national geographic deutschland gelesen habe, dassf für einen beitrag 15.000 bis 20.000 bilder gemacht werden und davon dann 10 bis 15 ins heft kommen. ich bin mir sicher, bei 15.000 gemachten bildern sind bei fast jedem 10 dabei die man veröffentlichen kann. :)

tim

Karin_S
06.08.2003, 19:15
Wow, superausführlich, echt.

Mir geht es eigentlich wirklich um die Filterei, in Sachen Bildaufbau und Aussage fühle ich mich eigentlich recht sicher, allerdings nicht soo sehr Landschaften, mir haben es vor Allem Menschen angetan.
Landschaften sind eher das Ding meines Mannes, aber ihn scheut es auch mit Filtern zu arbeiten.
Aber die Tipps sind klasse, DANKE :-*

UV-Filter haben wir auf allen Objektiven drauf, null Lust auf superteuere Objektivreparaturen. Da hast Du völlig recht, ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#, hunderte Euros für eine Ausrüstung auszugeben und dann an Filtern zu sparen ::) ::). So Leute kenne ich auch und nach dem ersten Kratzer haben sie die Kamera in die Ecke geschmissen...

Ich persönlich stehe auf Nikon, ein bißchen laut zwar, aber superrobust. Unsere (gemeinsame) 301 ist schon unter einen Minicooper gekommen und hat nix wegbekommen.

Stellst Du von Hand ein oder arbeitest Du mehr mit Automatik?

Gruß
Karin

Tim
07.08.2003, 08:25
in der regel bediene ich mich eines automatikprogrammes.

bei cannon gibt es ein programm, das nach leichtem druck auf den auslöser die richtige belichtung selbständig feststellt. durch das drehen am einstellrad kann dann das verhältniss blende-belichtungszeit verschoben werden.

am tag schlägt er je nach helligkeit meist mittelwerte wie z.b. 1/250 und blende 8 vor. je nachdem ob ich mehr oder weniger tiefenschärfe will, oder längere oder kürzere belichtungszeiten verändere ich das ganze dann einfach. meist kommt am ende ein kompromiss raus weil ich zu faul bin mein stativ aufzubauen... wobei mit etwas übung auch vieles ohne stativ geht, bilder mit bis zu 1/15 belichtungszeit oder makroaufnahmen oder mit 500er tele gehen auch aus der hand, am besten macht man aber besser 2 oder 3 bilder damit sicher ist, dass eines dabei ist das nicht verwackelt ist.

wichtig ist die einstellung der belichtungsmessung. die erfolgt oft bei jedem bild aufs neue. also ob ich spot, mittenbetont oder über das gesamte bild die belichtung messen lassen möchte.
dazu kommt noch eine evtl. korrektur heller oder dunkler um 1/3-blende. das klappt aber nur wenn man seine kamera recht gut kennt und ihre schwächen ausgleichen kann.
oder ggf. den belichtungswert von einer stelle nehmen die etwas neben dem eigentlichen motiv liegt dafür aber etwas heller/dunkler ist.

wenn alles so ist wie ich mir das wünsche noch eben die eingestellte blende schließen lassen und die tiefenschärfe überprüfen und abdrücken.

dass ich blende und belichtungszeit mit der hand einstelle ist relativ selten, da vertraue ich auf die kamera und das mit dem verschieben ist eine wirklich angenehme sache.

standartprogramme wie landschaftsautomatik, portraiautomatik. nahaufnahmenautomatik verwende ich allerdings nie, auch nicht für schnappschüsse.

tim

Karin_S
07.08.2003, 18:59
Hallo,

dann machst Du es also so ähnlich wie ich auch, Automatik arbeiten lassen und dann verschieben und auch mal eine Belichtungsreihe und mit den verschiedenen Belichtungsmessern in der Kamera arbeiten, je nach Motiv.

Dann werde ich mich wohl mal mit dem Fiterthema intensiver beschäftigen müssenkönnendürfen ;D...

Man lernt ja nie aus...

Viele Grüße
Karin

Andreas
08.08.2003, 10:31
@ Tim: Ich finde deine Ausführungen sehr interessant. Danke im Namen der User für deine Mühen ¤*#;D

Bezüglich des Polfilters eine Frage: Ich besitze seit 94 einen, verwende ihn allerdings nur selten. Der Grund ist folgender: Ich verwende auf Reisen, um die Ausrüstung gering zu halten, nur ein Objektiv, ein Sigma 35-135 mm Zoom für meine Minolta X-700. Wenn ich den Polfilter aufschraube, kann ich nur mit 35 mm fotografieren! Immer wenn ich zoome, wird das Bild extrem unscharf (schon im Sucher). Heisst das, dass man Polfilter eigentlich nur mit Objektiven fixer Brennweite verwenden soll, oder hat das eine andere Ursache? ??? Vielleicht hast du ja eine Idee.

Andreas

Flachlandtiroler
08.08.2003, 10:51
Wenn ich den Polfilter aufschraube, kann ich nur mit 35 mm fotografieren! Immer wenn ich zoome, wird das Bild extrem unscharf (schon im Sucher). Heisst das, dass man Polfilter eigentlich nur mit Objektiven fixer Brennweite verwenden soll, oder hat das eine andere Ursache? ??? Vielleicht hast du ja eine Idee.

Evtl. hält Dein Objektiv konstruktionsbedings nicht den Fokus, wenn Du zoomst. Mußt halt nochmal scharfstellen. Tritt das nur mit dem Polfilter auf?
Mein 28-105er (nicht daß das ein besseres Objektiv wäre) macht sowas nicht.

Gegenfrage: Hast Du mit der X700 schon Kälteprobleme gehabt? Was fällt zuerst aus, Belichtungsmessung oder Verschluß? Macht es einen Unterschied, ob Du im P-/A-Modus auslöst oder die Zeit manuell vorgibst?

Gruß, Martin

Peter_N
08.08.2003, 11:20
#Martin:
Gegenfrage: Hast Du mit der X700 schon Kälteprobleme gehabt? Was fällt zuerst aus, Belichtungsmessung oder Verschluß? Macht es einen Unterschied, ob Du im P-/A-Modus auslöst oder die Zeit manuell vorgibst?
Ich hatte früher auch die Minolta X700. Ca. 10 Jahre im Gebrauch. Nie den Geist versagt, auch unter starker Beanspruchung und auch nicht bei -26 Grad, egal in welchem Modus fotografiert wurde.

Gruss Peter

Flachlandtiroler
08.08.2003, 11:35
@Andreas, zum Polfilter-Problem:
Kann es sein, daß beim Zoomen die Fassung gegen die Frontlinse bewegt wird? Der Verstellmechanismus dann durch das Polfilter blockiert ist und dadurch nicht mehr scharf abgebildet wird?

@Peter:
Danke für die Info, werde mir über kurz oder lang so'n Gehäuse kaufen -- meine XGs packen die Kälte nicht und die SRT hat andere Macken...

Gruß, Martin

Tim
08.08.2003, 11:46
hmmm, nein, das heisst es eigentlich nicht....

ich hab auch grad nochmal versucht im internet etwas zu finden, doch scheinen mit polfiltern allgemein wenig probleme aufzutreten oder ich hab falsch gesucht.

aber eine schöne beschriebung der wirkungsweise hab ich nochmal gefunden...

Polaristionsfilter / Polfilter
Sicher haben Sie davon gehört, daß man mit Polarisationsfiltern, kurz Polfilter genannt, einerseits blauen Himmel abdunkeln und andererseits Reflexe auf Wasser oder Glas beseitigen kann. Polfilter lassen technisch gesehen nur Licht einer Schwingungsebene passieren und sperren Licht aller anderen Schwingungsebenen. Hört sich kompliziert an, läßt sich aber recht einfach erklären. Wenn Sie sich nicht mit technischen Details beschäftigen möchten, können Sie weiter unten bei der ¤*#Anwendung weiterlesen. Ansonsten geht's hier weiter:

Das, was man gemeinhin Licht nennt, ist physikalisch gesehen ein wildes Durcheinander elektromagnetischer Wellen verschiedener Wellenlängen und verschiedener Schwingungsebenen. Ein Polfilter kann man sich als Gitter vorstellen, das aus parallel angeordneten Stäben besteht. Betrachtet man eine einzige Welle des Lichts mit einer bestimmten Ausrichtung, so kann die Welle das Filter völlig ungestört passieren, wenn die Stäbe des Gitters so angeordnet sind, daß die Welle an ihnen entlang problemlos auf und ab schwingen kann, wie in Bild 2 dargestellt. Man kann sich den Platzbedarf (blaßrot dargestellt) einer solchen Welle als dünnen Papierstreifen vorstellen. Die Welle ist sehr dünn, braucht aber zum Schwingen nach oben und unten relativ viel Platz. Längs kann man einen Papierstreifen problemlos durch ein Gitter stecken, und genauso kann eine Welle das Gitter problemlos passieren.

Sind die Gitterstäbe quer angeordnet, können die Wellenbäuche und -täler der Lichtwelle das Gitter nicht passieren, wie in Bild 3 dargestellt. Vergleichbar ist dies mit einem Papierstreifen, der nicht durch ein querliegendes Gitter paßt. Ist das Gitter in einem anderen Winkel angeordnet, so wird die Welle mehr (fast quer angeordnet) oder weniger (fast sekrecht angeordnet) abgeschwächt.

Direktes Sonnenlicht ist unpolarisiert, d.h. es finden sich in ihm Lichtwellen sprich Lichtstrahlen mit den verschiedensten Schwingungsebenen. Ein Polarisationsfilter sperrt von diesem Licht alle "querliegenden" Lichtstrahlen und dämpft solche recht stark, deren Schwingungsebene nicht genau durch das Gitter paßt. Hinter dem Polfilter ist daher fast ausschließlich Licht einer Schwingungsebene vorzufinden, so daß die Lichtintensität hinter dem Flter deutlich geringer als davor ist. Aber egal wie herum man das Filter dreht, wird immer gleich wenig Licht durchgelassen. In der Praxis beträgt der Lichtverlust ca. 2 bis 3 Blendenwerte.

Hat das Licht jedoch eine Vorzugsrichtung, ist also mehr oder weniger polarisiert, ändert sich die Lichtintensität hinter dem Filter in Abhängigkeit zu dessen Drehposition. Und tatsächlich gibt es Situationen, wo Licht im Alltagsleben wenigstens ein bißchen polarisiert ist. Die in der Fotografie wichtigsten beiden Fälle sind Reflexe auf nichtmetallischen Flächen und das Himmelsblau.

Reflexe
Bei der Reflexion auf glatten nichtmetallischen Oberflächen wird Licht polarisiert. Dies liegt daran, daß Lichtwellen nur dann reflektiert werden können, wenn ihre Schwingungsebene sozusagen quer auf die Oberfläche auftifft (rote Welle). Senkrecht auftreffende Wellen (blaue Welle) können nicht reflektiert werden. Wenn man den Polfilter so dreht, daß er dieses Licht nicht durchläßt, erscheinen die Reflexe nicht im Bild. Man kann deshalb durch eine (ohne Polfilter) spiegelnde Glasscheibe durchsehen. Gleiches trifft auf eine spiegelnde Wasserobefläche

und auch noch eine über die wirkungsweise von farbtemperaturverändernde filter wie z.b. den 81c

Farbkonversionsfilter
Die üblichen Farbfilme sind für Licht mit der Farbtemperatur 5500 K ausgelegt. Nur wenn ein graues Objekt mit Licht dieser Farbtemperatur beleuchtet wird, befinden sich die im Film gebildeten Farben im Gleichgewicht und es ergibt sich eine farbneutrale Wiedergabe, d.h. Grau wird grau wiedergegeben; vorausgesetzt das Labor macht keinen Unsinn. Bei einer höheren Farbtemperatur erscheint die Wiedergabe blauer, bei einer niedrigeren ergibt sich ein gelblich/rötlicher Farbstich. Während man leichte Farbstiche bei Negativfilmen sehr leicht im Labor bei der Herstellung eines Abzugs korrigieren kann, besteht diese Möglichkeit bei Diafilmen nicht. Aus diesem Grund gibt es Farbkonversionsfilter, die so eingefärbt sind, daß sie den Farbstich schon bei der Aufnahme korrigieren. Sie sind rötlich eingefärbt für Licht mit hoher Farbtemperatur und bläulich für Licht mit niedriger Farbtemperatur.

Es ist nicht ganz leicht, den richtigen Korrekturfilter visuell zu bestimmen, da sich das Auge sehr schnell unbemerkt an die Lichtfarbe adaptiert. Der Unterschied wird Ihnen nur dann auffallen, wenn Sie mit einer Graukarte in der Hand z.B. bei blauem Himmel in einen mit Glühlampen beleuchteten Keller gehen. Die vorher als grau empfundene Graukarte erscheint dann gelblich/rötlich. Aber nach kurzer Zeit gewöhnt sich das Auge an dieses Licht und die Graukarte wird wieder als grau wahrgenommen. Treten Sie dann nach draußen, erscheint die Graukarte im ersten Moment bläulich. Weil auf das Auge keinerlei Verlaß ist, muß man entweder die Farbtemperatur anhand gewisser Rahmenbedingungen abschätzen (sehr ungenau) oder aber mit einem Meßgerät für die Farbtemperatur messen.

Beispiel 1: Blauer Himmel und Aufnahme eines im Schatten liegenden Motivs. Hierbei wird das Motiv nicht direkt von der Sonne beleuchtet sondern durch den blauen Himmel. Raten Sie einmal, welche Farbe dieses Licht hat. Genau: Blau! Die Farbtemperatur ist extrem hoch und die unkorrigierte Aufnahme wird einen starken blauen Farbstich besitzen.

Beispiel 2: Abendliche Aufnahme im Innenraum mit Glühlampenbeleuchtung. Die Farbtemperatur von Glühlampen (sie entspricht der Glühwendeltemperatur) beträgt zwischen ca. 2700 und 2900 K, was 2400 bis 2600 °C entspricht. Das Licht hat einen hohen Gelb- und Rotanteil, weshalb die Aufnahme stark gelb-/rotstichig ausfallen wird.

Das Hantieren mit diesen Filtern ist umständlich, und Meßgeräte sind sehr teuer. Dies sind neben der Unkenntnis der Zusammenhänge die Hauptursachen, warum in der Praxis Farbkonversionsfilter nur selten verwendet werden. Dabei machen sie selbst bei Farbnegativfilmen unter bestimmten Bedingungen durchaus Sinn. Denn starke Farbstiche führen dazu, daß eine der 3 farbempfindlichen Schichten unterbelichtet wird. Belichtungsmesser sind farbenblind und berücksichtigen die unterschiedlichen Farbanteile des Lichts nicht. Beispielsweise ist in Glühlampenlicht kaum blaues Licht enthalten. Die grün- und rotempfindlichen Schichten werden zwar richtig belichtet, aber die blauempfindliche Schicht erhält zu wenig Licht und kann daher dunkle blaue Farbanteile der zu fotografierenden Objekte nicht abbilden, was für einen deftigen Farbkipp sorgt. Dies kann man später nicht mehr ausfiltern, denn auf dem Film nicht vorhandene Dinge kann man nicht nachträglich herbeizaubern.

Durch Einsatz eines im Beispiel bläulichen Farbkonversionsfilters kann man den starken gelb/roten Farbstich korrigieren, so daß alle farbempfindlichen Schichten annähernd gleichviel Licht abbekommen und dadurch keine der Schichten unterbelichtet wird. Ein Filter kann kein blaues Licht hinzuzaubern sondern nur das Zuviel an gelbem/blauen Licht dämpfen, so daß sich ein Lichtverlust ergibt, der 3 Blendenstufen und mehr betragen kann. Das ist genau der Wert, um den die blauempfindliche Schicht ohne Filter unterbelichtet würde. Bei Farbnegativfilmen genügt eine grobe Korrektur, weil eine Feinkorrektur ohnehin bei der Herstellung des Abzugs erfolgt. Bei Diafilmen muß man zur farbneutralen Wiedergabe einen deutlich höheren Aufwand betreiben und die Farbtemperatur möglichst genau korrigieren.

Man sollte nicht, z.B. weil man sich ein teures Farbtemperaturmeßgerät geleistet hat, den Ehrgeiz besitzen, die Farbtemperatur bei allen Aufnahmen zur Gänze zu korrigieren. Ein Farbstich kann nämlich auch für eine bestimmte Bildstimmung sorgen. Das beste Beispiel ist ein Sonnenuntergang mit seinem starken Orange-/Rotstich, bei dem eine Korrektur das ganze Bild verhageln würde. Nach nur wenigen Filmen bekommt man ein recht gutes Gespür dafür, welche Aufnahmen man korrigieren sollte, welche man weniger korrigieren sollte als gemessen und welche man total unkorrigiert lassen sollte.

aber zurück zu deinem problem:

ein allgemeines problem bei filtern ist die sogenannte vingettierung. das ist ein problem, das auftritt wenn der filter (meist die filter) das bild beschneiden.

objektive und auch die filter sind rund, das bild dagegen viereckig. man kann das so vorstellen, dass in einen kreis ein viereck gesetzt wird das mit den ecken fast auf dem kreisrand liegt. wenn man bei zoomobjekitven nun die brennweite verändert wird der abstand des vierecks zum kreisrand immer grösser, je höher die brennweite wird.

das bild wird durch in das objektiv einfallendes licht erzeugt (übrigends auf dem kopf :) ). mit sehr geringer brennweite wird das viereck des bildes nahe an den maximalen abbildbaren bereich herangebracht. wenn nun ein filter vor dem objektiv ist wird der maximal abbildbare bereich dergestalt eingeschränkt, dass die maximal von der seite in das objektiv einfallenden lichtstrahlen beschränkt werden.

abbildbar ist nur was im kamerahintergrund auftreffen kann und dabei das objekitv durchdrungen hat und zwar in direkter gerader linie. wenn man also die unterste linke ecke des bildes nimmt und eine gerade linie zur obersten rechten ecke des objektivendes zieht hat man die maximal abbildbare fläche auf dem kamerahintergrund sprich film ermittelt (ich wünschte ich könnte hier eben mal was hinmalen...). deswegen wird beim zoomen auch der bildauschnitt kleiner.

wenn nun die ecken des vierecks über den rand des kreises hinausgehen kann nicht mehr der ganze film belichtet werden sondern das bild wird an den ecken abgerundet. dann spricht man von vingettierung. dieser effekt kann auftreten wenn zu viele filter verwendet werden oder der verwendete filter zu dick ist. auch objektive haben damit probleme, daher sind die sehr geringen brennweiten unter 20 in der regel mit so riesigen objektivdurchmessern.

dieses problem führt zwar nicht zur unschärfe aber man sieht im sucher, dass die ecken dunkler sind und dass das bild an sich unstimmig ist. das sollte aber erst dann auftreten wenn man in den geringsten brennweitenbereich kommt. also wenn es schon bei 135 anfangen sollte immer schlimmer werden bis zur 35 und nicht umgekehrt.

ein anderes problem mit polfiltern haben fast alle zoom und autofokus-objekitve. der wirkungsbereich des polfilters muss mit der hand eingestellt werden. verdeht sich dann beim zoomen oder beim autofokus-scharfstellen nun die objektivfront mit dem filter ist die ganze einstellung hinüber.


das ist aber alles keine erklärung für unschärfe... wird es immer schlimmer je weiter du zoomst? was passiert denn, wenn du den filter blank vors auge hälst und ihn verwendest, gibt es dann auch unschärfen o.ä. schließlich ist der filter eigentlich nur eine scheibe, entweder immer oder nie unscharf. nicht wie eine brille.

tut mir leid, scheinbar kann ich dir nicht wirklich helfen...

tim

Andreas
08.08.2003, 13:35
@ Flachlandtiroler:
Evtl. hält Dein Objektiv konstruktionsbedings nicht den Fokus, wenn Du zoomst. Mußt halt nochmal scharfstellen. Tritt das nur mit dem Polfilter auf?
Mein 28-105er (nicht daß das ein besseres Objektiv wäre) macht sowas nicht.
Gegenfrage: Hast Du mit der X700 schon Kälteprobleme gehabt? Was fällt zuerst aus, Belichtungsmessung oder Verschluß? Macht es einen Unterschied, ob Du im P-/A-Modus auslöst oder die Zeit manuell vorgibst?
Gruß, Martin
Also, beim »normalen« Zoomen gibt es keinerlei Probleme; natürlich auch nicht mit dem Skylightfilter, der ja eigentlich schon standard ist. Nur wenn ich (Skylight vorher runter!) den Polfilter draufschraube, tritt beim Zoomen diese Unschärfe auf; und dabei ist es egal, ob ich 'nachschärfe'; ich kann herumdrehen, so viel ich will; beim Zoomen wird es unscharf! Vergangenes Jahr habe ich deshalb den Polfilter gar nicht mehr mitgenommen (brauchte ihn in Tibet auch nicht; hatte ihn aber 2001 in Malaysia mit, wo ich ihn regelmäßig einsetzte, wodurch ich aber auf 35 mm beschränkt blieb!) ???

Meine X-700 ist robust und noch nie ausgefallen! Ich habe mich so an das Stück gewöhnt, dass ich nie eine Vollautomatik möchte, oder diese Dinger, wo man sich vor dem Abdrücken erst durch ein ganzes Menü klicken muss. Habe das derzeitige Exemplar seit 1994 in Verwendnung und ca. 11000 Dias damit gemacht. Ich konnte weder eine Anfälligkeit auf Kälte, noch auf Hitze feststellen. Aber wenn die Batterie beim Leerwerden ist, dann fällt zuerst der Verschluss aus! Natürlich ist die Lebensdauer der Batterie in Kälte nicht sehr groß. Deshalb nehme ich bei Kälte die Kameratasche immer mit ins Bett.

@ Peter: ¤*#;D

@ Flachlandtiroler (2. Posting): muss ich mir nochmal ansehen; werde die Kamera am Abend herauskramen.

@ Tim: Man merkt, dass du dich mit dem Thema wirklich beschäftigt hast...ich wünschte ich könnte hier eben mal was hinmalen...Ich kenne das Gefühl ;D

Ich werde deine Tipps (»filter blank vors auge«) befolgen und abends schauen, wie das Problem wirklich gelagert ist und auch ein zweites Zoomobjektiv ausprobieren (35 - 70 mm)... Hab' noch eine alte, kaum verwendete Nikon herumliegen, ebenfalls mit 35-70 und den Polfilter dort auch mal raufschrauben. Da kommt man auf Ideen... ¤*#8)

Grüße,
Andreas

auaox
13.10.2004, 19:30
@ Tim: Ich finde deine Ausführungen sehr interessant. Danke im Namen der User für deine Mühen ¤*#;D

Immer wenn ich zoome, wird das Bild extrem unscharf (schon im Sucher). Heisst das, dass man Polfilter eigentlich nur mit Objektiven fixer Brennweite verwenden soll, oder hat das eine andere Ursache? ??? Vielleicht hast du ja eine Idee.

Andreas


Könnte es sein, dass Du eine Autofokuskamera und einen linearen Polfilter hast? Autofokus verlangt nach den teuerern zirkularen, ansonsten versucht die Kamera, auf den Filter scharf zu stellen.
LG
Stephan