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Vollständige Version anzeigen : Trekkingerfahrungen Hawaii


Kaefer1000
25.12.2009, 13:37
Wir haben uns sehr kurzfristig entschieden im Herbst/Winter 2009 einige Trekkingtouren in Hawaii zu unternehmen. Ich habe im Vorfeld u.a. auch hier im Forum relativ wenige Informationen gefunden. Außerdem war einiges doch deutlich anders (besser) als erwartet. Ich habe deshalb einige aktuelle Erfahrungen zusammengestellt, die vielleicht anderen helfen können.



Reisezeit: Wir waren Mitte November bis 10. Dezember auf Hawaii. Nachteil ist, dass man nur ca. 11 h Tageslicht hat. Vorteil ist, dass man in der absoluten Nebensaison reist. Es ist sehr wenig los, wir haben alle Permits ohne Voranmeldung bekommen. Teilweise waren wir die einzigen auf dem Trail oder dem campground. Die Kosten sind relativ niedrig. Das Wetter war gut, Mauna Kea und Mauna Loa waren schneefrei.
Kosten: Für das Gebotene war es entgegen der Erwartung ein preisgünstiger Urlaub, was natürlich neben der Reisezeit auch dem guten Wechselkurs geschuldet ist. Das Trekkingleben auf Hawaii ist erstaunlich günstig.
z.B. 2 Personen 1 Woche Volcanoes Nationalpark inkl. campground 10$, 3 Tage Haleakala inkl. campground 10$, sonstige campgrounds statepark oder county 0-10$ die Nacht. Viele andere Dinge wie Trailpermits, Hütten, Strand mit lifeguard und Duschen etc. sind häufig kostenlos, lediglich der Kalalau ist mit 10$ p. P./Nacht etwas teurer.
Für die Inselflüge ist es schwierig, direkt von Europa aus zu buchen, da europäischen Kreditkarten von den Airlines nicht anerkannt werden. Wir haben deshalb über orbitz.com (US-Internetseite) gebucht, was völlig problemlos funktioniert hat.
Kalalau Trail – Permits haben wir vor Ort gekauft. Zu dieser Jahreszeit scheint man keine Reservierungen zu benötigen. Den Hype um diesen Trail kann ich nicht nachvollziehen. Der Trail ist sicher sehenswert aber für mich war es nicht das Beste an Hawaii.
Haleakala – Sliding sands Trail war beeindruckend. Am Halemauu Trail gibt eine Hütte, jedoch ist der Trail gut an einem Tag zu laufen. Der berühmte Sonnenaufgang am Haleakala war dann wiederum weit weniger spektakulär als die vielen Touristen am Gipfel erwarten lassen.
Mauna Loa – die 3-4 tägige Tour war für mich das Highlight. Wir waren allein am Berg. Die Permits sind kostenlos. Die Wegmarkierung, Hütten, Wasserversorgung sind vorbildlich. Da es sich um gesammeltes Regenwasser handelt, ist natürlich eine Aufbereitung Pflicht. Die Natur ist einmalig. Tipp: Möglichst ältere Trekkingstiefel anziehen. 70 km auf Lavagestein hinterlassen schon ihre Spuren. Bei mir war eine Neubesohlung fällig.
Der Höhe von über 4000 m sollte man Rechnung tragen. An einem Tag von red hill cabin zum summit und dann noch zur mauna loa cabin war für mich fast zu viel. Ich hätte mir hier eher einen Tag mehr gönnen sollen.
Waimea Canyon – sehr schönes Wandergebiet, auch für mehrtägige Touren. Z.T. kostenlose Permits für campgrounds erforderlich. Nach Auskunft eines Parkmitarbeiters wird das zumindest zu der Jahreszeit aber nicht ganz so eng gesehen….
Sehr freundliche und hilfsbereite Einwohner und Mitarbeiter von Nationalparks und Behörden, die sich wirklich freuen, dass man ihr Land besucht. Es ist klar, dass man sich selbst anständig und respektvoll bewegt.
Kocher: Das alte Lied bei mir. Es gab bei Walmart und Co. wieder nur die großen Schraubflaschen mit Gas oder Multifuelkocher mit Benzin. Spezielle Outdoorläden habe ich aus Zeitgründen nicht aufgesucht. Das ist fürs Inselhopping natürlich nicht so ideal. Außerdem bin ich dann bei einem Inselflug auch noch einen Gasbrenner (ohne Kartusche) aus „Sicherheitsgründen“ los geworden. Ich war dann froh meinen teuren Multifuelkocher zu Hause gelassen zu haben. Ein Kocher ist aber auf Hawaii mit relativ kurzen Trails eher verzichtbar.
Gehört ja eigentlich nicht ins Trekkingforum, aber die Fahrt auf den Mauna Loa kurz vor Sonnenuntergang war atemberaubend. Entgegen allen Gerüchten und Internetberichten, kann man das mit einem normalen frontgetriebenen Kleinwagen bei gutem Wetter und etwas Erfahrung selbst bewältigen. Die Risiken muss natürlich jeder selbst bewerten. Das ist also keine Aufforderung es auch zu tun...
Fazit: Es war absolut lohnenswert und in der Rückschau die ideale Reisezeit.