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Vollständige Version anzeigen : Brauche Tipps für die Pyrenäen


Monique
16.12.2003, 09:35
Hallo an alle,

ich hoffe ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen. Ich will nämlich nächsten Juli mit einem Bekannten ca. 14 Tage in den französischen und spanischen Pyrenäen wandern. Was das Wandern anbelangt, beschränkt sich meine Erfahrung leider auf ein paar Tagestouren in den Alpen.

Wir haben vor, das ein oder andere Mal unser Zelt da aufzubauen, wo es uns gefällt.

Frage 1: Ist das überhaupt erlaubt und was müssten wir dabei beachten?

Frage 2:Welche Anforderungen muss der Schlafsack erfüllen?

Dann las ich von bewirteten Schutzhütten, sogenannten Refuges.

Frage 3: Kann mir jemand sagen, was dort eine Übernachtung kostet und was es mit den unbewirteten Schäferhütten auf sich hat?

Frage 4:Sind diese Schäferhütten immer offen und kann man dort unentgeltlich Übernachten?

Ihr würdet mir wirklich sehr weiterhelfen und wenn ihr sonst noch hilfreiche Tipps habt, immer her damit!! Danke im Voraus.

Gruß

Monique

Thomas
16.12.2003, 14:49
Hi Monique,

in Frankreich ist das Zelten in den Pyrenäen erlaubt (und viele Franzosen nutzen es). Dabei sind erstmal natürlich die üblichen Regeln zu beachten, halt kein Lagerfeuer, kein Müll, nicht auf bebautem Gelänge und nicht in der Nähe der Dörfer. In einigen Dörfern hängen auch Schilder in der Art "Camping im Umkreis von 1,5km Verboten". Wir haben dieses Jahr auch einmal direkt im Dorf gecampt, neben einem Friedhof ;D, war aber wirkliche eine kleine Notsituation. Hat aber auch keiner was gegen gesagt. In dem französischem Nationalpark gilt offiziell die Erlaubnis nur, wenn man mindestens eine Stunde von der nächsten Straße entfernt ist. Aber das ist ja auch nicht wirklich schwer :D Für Spanien habe ich unterschiedliches gelesen, mal steht, es ist definitv Verboten, mal ist es erlaubt, einmal habe ich gelesen, es ist erst ab 1500m erlaubt. Keine Ahnung was stimmt, vielleicht weiß da ein anderer mehr. Wenn man jedoch in den Bergen für eine Nacht campt, sollte man eigentlich keine Probleme bekommen, von wem auch! Ist ja schließlich recht verlassen dorf.

Schlafsack sollte auf jeden Fall einen realisitschen Komforbereich von ca. 0°C haben. Ansonsten gilt das übliche, haupsache klein, leicht und dabei auch noch billig ;D ;D

Du Hütten akzeptieren dort auch DAV-Ausweise, geben ca. 25% Rabatt auf die Übernachtunge. Mit den DAV-Ausweis kostet eine Übernachtung dort zwischen 5 und 10 Euro, je nach Lage der Hütte. Man muss noch dazu sagen, dass das Campieren neben den Hütten kein Problem ist. Am Vignamale (wunderschöner Platz!!!!)haben wir direkt unter der Hütte campiert und sind beim Dauerregen morgens schnell in die Hütte gesprungen um etwas Karten zu spielen.

Auf die Schäferhütten kannst du dich auf gar keinen Fall verlassen! Manchmal sind sie gar nicht verlassen, oft nur noch Ruinen, die so zugewuchert sind, dass man dort nicht schlafen kann. Und wenn ich ein eigenes Zelt hätte, würde ich immer lieber dort schlafen, als in einer muffigen Schäferhütte.

Grüße

Thomas

Thomas
16.12.2003, 14:50
Was für eine Route wollt ihr eigentlich gehen?

Monique
17.12.2003, 10:13
Genau genommen haben wir uns noch nicht auf eine Route festgelegt.

Wir würden ganz gerne in den französischen Zentralpyrenäen starten, dann allmählich gen osten wandern, die Pyrenäen in der Nähe Andorras überqueren und schließlich unsere Tour in den spanischen Pyrenäen beenden.

Ist das überhaupt realisierbar, wenn man den Rahmen von ca. 14 Tagen bedenkt?

Hast du vielleicht einen Routenvorschlag, der unsere Vorstellungen teilweise beinhaltet?

Thomas
18.12.2003, 15:41
Wenn ihr etwas erfahren seit und eure Tour ende Juli startet, dann würde ich euch unbedingt den HRP empfehlen. Ein solches Naturerlebnis bekommt man (leider) nicht mehr in den Alpen. Der Weg ist der Traum! Als Startpunkte würden sich dann für euch entweder Lescun oder Gavarnie anbieten, je nachdem, was ihr sehen wollt.

Bei weniger Erfahrung könnt ihr ja den GR10, bzw. Teile von dem Weg, laufen. Aber naja, ist wohl kaum ein unterschied zu den meisten Alpenwegen. Finde ich persönlich etwas langweilig.

Grüße

Thomas

clautschi
27.03.2004, 10:46
Was bedeutet denn die Abkürzung HRP ausgeschrieben?
Clautschi

Kimax
27.03.2004, 16:20
HRP bedeutet Haute Randonnee Pyreneenne. Das ist ein Weg quer durch die Pyrenäen, der allerdings ein bisschen körperliche Fitness(die du mit Sicherheit hast) voraussetzt. Denn er verläuft fast nur durch das Hochgebirge.




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Format korrigiert

Guest
08.05.2004, 15:02
Hallo alle zusammen,

Ich bin letztes Jahr den GR 11 vom Mittelmeer an den Atlantik vom 20. August bis 27. September in 5 1/2 Wochen gelaufen.
Ich kann also nur Aussagen zum spanischen Teil der Pyrenäen treffen. Mein Kenntnisstand ist, dass das wilde Zelten in Spanien verboten ist. Die Pyrenäen sind allerdings so verlassen, dass wenn man sich nicht blöd anstellt, auch nichts passiert.
Die erwähnten Schäferhütten habe ich a) selten gesehen und b) wenn, dann habe ich die Übernachtung im Zelt vorgezogen. Oftmals haben wir auch Leute gefragt, ob wir in der Nähe des Hauses übernachten dürfen. Die Menschen waren alle sehr freundlich.
Was den HRP angeht: Auf dem gesamten GR 11 bin ich 38.000 Höhenmeter gelaufen. Am Tag ging es im Schnitt 1.100 HM hoch und 1.100 HM runter. Wir hatten aber auch Etappen mit 2.600 HM hoch und 1.600 HM runter. Mit 20 kg Gepäck habe ich immerhin 2 Wochen gebraucht, bis ich an die Belastung gewöhnt war - und ich bin Marathonläufer. 17,3 Tageskilometer waren der Schnitt. Gelegentlich haben wir den HRP gekreuzt oder ihn bewandert - und jedes Mal waren wir froh, dass es nur ein so kurzes Stück war. Mein Eindruck vom HRP war, was mir auch andere bestätigt haben, dass er sehr viele Höhenmeter in großer Höhe beinhaltet. Und das will gelaufen sein. Zudem passiert der HRP selten Dörfer, da er sich wirklich die höchstmögliche Route durch die Pyrenäen gewählt hat. Die Versorung sollte also auch bedacht werden.
DAV - Ausweise wurden überall anstandslos akzeptiert, wir bekamen sogar in 95% der Fälle einen 50%igen Nachlass auf Übernachtung und Speisen.
In den Nationalparks oder auf den populären Routen sollte man möglichst nicht an den Wochenenden erscheinen, wenn man viele Menschen scheut.

Auf jeden Fall bleibst zu sagen, dass die Pyrenäen DIE Alternative zu den Alpen sind. Man sagt so, die Pyrenäen sind wie die Alpen vor 100 Jahren - und dieser Eindruck bleibt mir heute noch.

Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung,
viel Spaß,

Sebastian