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Vollständige Version anzeigen : Wanderung durch die SamariaSchlucht


Gerry
26.05.2003, 12:02
Neben Teneriffa interessiert mich Kreta als nächstes Wanderurlaubsziel.
Dort würde ich gerne durch die Samariaschlucht wandern.
Wie viele andere auch...
Da ich zeitweise mit den Knien beim Abwärtslaufen Probleme habe, wollte ich auch da nochmal fragen wie die Schlucht zu laufen ist: Steilheit, Geländebeschaffenheit etc.
Meint ihr daß das für jemanden, der beim Aufwärtslaufen sowohl was Trittsicherheit, als auch Kondition betrifft keine Probleme hat, mit Stöcken und einer Stützkniebandage gehen müßte?

Gabriel
17.06.2003, 06:10
Hallo Gerry,
spät, aber doch meine Antwort. Ich bin die Samariaschlucht schon 3 mal durchwandert. Landschaftlich eine schöne Gegend, allein die Touristenprozession nervt (mich persönlich) gewaltig. Versuche die große Masse, die ab ca 8.00 in Omalos wegmarschiert unbedingt zu vermeiden. Wie kann man das machen? Am Vorabend anreisen und schon vor 6.00 Uhr zügig in die Schlucht einsteigen. Eine noch bessere Idee ist es die Schlucht von unten nach oben zu durchwandern. Fahr mit dem Schiff nach Agia Roumelli (von Paleochora oder Chora Sfakion aus), übernachte dort (Strand oder Pension) und steige ebenfalls morgens um 6.00 auf. Die Strecke hat beim letzten mal keiner gemacht - Die stöckelschuhtragenden Massen haben mich dann nur 1 Stunde genervt. Oben kannst du dir ein Taxi ordern oder falls du sehr gut bei Kondition bist wieder zurückwandern.
Wenn du Trittsicher bist, dürfte es kein Problem sein die Schlucht zu durchwandern, die meisten Teile sind ohnehin eine Stiege, doch besondere Vorsicht im Gebiet des Flusses ist dennoch gegeben (glitschig). Und noch eines: Steige nie bei (möglichem) Schlechtwetter ein, auch wenn du beim Checkpoint durchgelassen wirst, es droht massive Steinschlaggefahr.
Jassu Gabriel

P.S.: Ein besonders schönes Ziel auf Kreta ist der Berg Timios Stavros im Psiloritismassiv. Er ist der höchste Berg Kretas (ca. 2500m), technisch zwar ein leichter Steinhaufen, jedoch ein Traum Aussichtsberg!

phacops
03.11.2003, 19:05
Hallo Gerry,

und die anderen Samaria-Schlucht-Interessierten!

Als Einzeltour möchte ich von der Samaria-Schlucht nur noch abraten!!!
Die Touristenmassen verleiden einem jeglichen Genuß!
Pro Saison (Mai-Oktober) steigen nach Aussagen eines guides rund 400.000 Leute in die Schlucht ein! ¤*#Also einige Tausend pro Tag! Du kannst die einzelnen schönen Stellen praktisch nicht allein und in Ruhe genießen.

Für Einzeltouren gibt es viele kleinere Schluchten (in Ostkreta habe ich einige durchwandert, die viel spektakulärer sind als die Samaria!

Wer sie trotzdem gehen will, dem empfehle ich wie Gabriel schon geschrieben hat, sie von unten nach oben zu durchwandern.
Rauf und runter bzw runter (dann aber ab 6.00 Uhr!) und rauf geht auch, grenzt aber als Tagestour an Masochismus (vier Stunden runter und fünf rauf solltest du schon mindestens haben!).

Interessant ist die Samaria-Schlucht als Teil des E 4, z.B. ab Kastelli oder ab Paleochora. Da kannst du von Omalos aus auch den Gingilos mit über 2000 m direkt über der Schlucht ersteigen, daneben auch den Melindaou oder den Pahnes und dann die Samaria-Schlucht runter und an der Küste weiter nach Hora Sfakion und weiter. Die Tour würde ich aber im Frühjahr vorziehen, wenn alles blüht (nur ist dann auf den Bergen noch mit Schnee zu rechnen und nicht alle Wege sind möglich bzw ungefährlich).

Die Rother-Führer sind ganz gut, aber manche Tour nicht mehr ganz aktuell, weil oft ¤*#die wenig begangenen Wege vermüllt sind oder nach Waldbränden anders verlaufen. Und manche Schotterpiste ist inzwischen asphaltiert.

Aber Kreta ist - egal ob Herbst oder Frühjahr - ein tolles Trekkingziel und hat ebenfalls Suchtpotential!

phacops

Guest
04.11.2003, 00:35
Genau so ist es - bin vor knapp drei Wochen durch die Schlucht gelaufen - inmitten von tausenden und abertausenden von teilweise Badelatschen tragenden Touristen. Man läuft praktisch die ganze Zeit - wenn man so ¤*#¤*#¤*#¤*# ist, eines der vielen Bus/Schiff - Angebote zu buchen und deshalb erst um acht Uhr oben losgeht - in einer Kolonne. Und zwar in einer reichlich langsamen Kolonne. Die Natur ist sehr schön, aber weniger schön ist es, immer an irgendwelchen Leuten hinten dran zu kleben. Es ist so: Je langsamer die Leute sind, desto weniger sind sie bereit, andere vorbeizulassen. Das nervt gewaltig, weil man nie sein eigenes Tempo gehen kann. Ich war noch nie in meinem Leben auf einem derart überfüllten Bergweg.

Eine angenehmere Schluchtwanderung geht durch die Rouvas-Schlucht, ist auch im Rother-Führer beschrieben.

phacops
04.11.2003, 20:31
Ich war noch nie in meinem Leben auf einem derart überfüllten Bergweg.



Leidensgenosse!
Da waren wir fast zur gleichen Zeit dort.

Es ist grausam, diese Massen von hinten aufrollen zu müssen. Und von den entgegenkommenden, hinkenden Halbleichen weicht auch keine aus!

Da hilft nur, einsteigen, sobald geöffnet ist (am Vorabend erkundigen), Zelten ist auf der Omalos-Ebene möglich, im Oktober kann es nachts aber schon empfindlich kalt werden. Wir hatten fünf Grad minus. Sechs Stunden später dann Baden im Lybischen Meer...

Kann ich jedem nur empfehlen. Last-minute-Flug (unter 200 E) ohne Unterkunftbuchung. Relaxing...

phacops

Guest
04.11.2003, 21:36
Welche Entgegenkommenden? Bei mir kam den ganzen Tag über NIEMAND entgegen :-).

phacops
05.11.2003, 08:14
Nach dem Baden sind wir um zwei wieder die Schlucht hoch (leicht masochistisch ¤*#;D). Und manche Busladung kämpft sich von oben tatsächlich die 13 km bis unten durch , die sind dann so groggy, daß sie keinen überflüssigen Schritt zur Seite machen wollen (wieviele umdrehen - keine Ahnung), manche Halbleiche wird auf Mulis abtransportiert.

Und abwärts kommen im unteren Teil die frühen Schiffsladungen entgegen, ¤*#so eine Stunde weit bis zu den ersten Engstellen, maximal bis zu den eisernen Pforten. Durch die Stege über den Fluß schaffen es ¤*# tatsächlich viele ein ganzes Stück rein. ¤*#So die Kategorie krebsrote Britinnen in shorts und Sandalen. Macht keinen Spaß... >:(


Fazit: Samariaschlucht war vor zehn oder zwanzig Jahren mal eine Herausforderung. Aber nach der Entdeckung und Vermarktung durch die Tourismusindustrie ist sie kaputterschlossen worden. Bei zwischenzeitlich fünf Euro Eintritt, dem ganzen Bus- und Schiffsverkehr , hat das ja eine ökonomische Dimension erreicht, auf die die Kreter auch kaum noch verzichten wollen.

Man muß wirklich nicht mehr hin!!

phacops

phacops
05.11.2003, 19:00
Ich war noch nie in meinem Leben auf einem derart überfüllten Bergweg.



Ich schon, fällt mir jetzt noch ein:

Der Trampelpfad in den barranco del infierno bei Adeje auf Teneriffa. Der ist noch schlimmer, weil da alle auch wieder zurück kommen. Aber eigentlich ist das ja kein Bergweg.
Dafür kann ich (fremder thread - ich weiß) auf Teneriffa die Masca-Schlucht empfehlen. Von der Natur her viel großartiger als die Samaria-Schlucht!! ¤*#Und noch nicht so übererschlossen. Zwar auch etliche Busladungen pro Tag, ¤*#aber als ich am späteren Nachmittag eingestiegen bin, wars nicht soo schlimm.

phacops

Guest
07.06.2004, 22:02
Die Samaria Schlucht muss wirklich nicht sein. wie schon beschrieben total überlaufen. Was ich sehr empfehle ist die Tour auf Kretas höchsten Berg Psiloritis im Ida-Massiv. Dort bist du (fast) ganz allein und hast einen fantastischen Ausblick.