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Vollständige Version anzeigen : Fahrt zum Kailash Juni 2004


Guest
10.01.2004, 09:42
Hallo,
plane im Juni eine Tibet-Reise mit Kailash-Umrundung. Welche Erfahrungen habt Ihr mit der Höhe bzw. auf was soll man achten? Wie schaut die optimale Ausrüstung aus?

Viele Grüße
Lisa

Navyo
12.01.2004, 16:24
Hallo,

auf meinen webseiten (sorry für die ungewollte werbung) findest Du unter Tibet jede menge informationen die Du suchst (kein scherz).

Navyo
www.navyonepal.com

Guest
15.01.2004, 12:10
Hallo Lisa,

waren im Sommer 2001 am Kailash!
Kannst Dir die Hp www.berge.da.ru anschauen.

Wenn du dann noch fragen hast mail mir einfach bahrola@yahoo.com

mfg Roland

Andreas
29.01.2004, 17:44
Hallo Lisa,

Erstmal Gratulation zur Zielauswahl. Lass mich dir auf einen Teil deiner Frage antworten:

Thema 'Höhenanpassung':

Ausreichende Höhenanpassung ist das Um und Auf einer Tour, auf der man sich gesund fühlt, Energie hat und viel Freude an allem Erlebten empfinden kann. Die Agenturen in Kathmandu neigen dazu, in kurzer Zeit zu viel zu verpacken und nehmen wenig bis kaum Rücksicht auf die Höhenanpassung. Als ich auf dieser Strecke unterwegs war, waren auch drei Gruppen mit (wohlhabenden) indischen Pilgern in unsere Richtung unterwegs, die keine Höhenanpassung eingeplant hatten und längere Etappen fuhren, als wir gewählt hatten. Den meisten ging es nicht gut, klagten über alle möglichen Symptome der Höhenkrankheit und hatten ganz einfach kein Vergnügen an der Reise. Später erfuhren wir aus erster Hand, dass von diesen insgesamt 88 indischen Pilgern auf dieser Fahrt zwei ihr Leben verloren (akutes Höhenhirnödem). Ich möchte dir damit keine Angst einjagen, sondern einfach nur aufzeigen, dass mit der Höhe nicht zu spassen ist. Deshalb, und weniger wegen der Kilometer, sind mehr Tage notwendig, als üblicherweise veranschlagt werden.

Meine Empfehlung für eine halbwegs gute Höhenanpassung:

Tag 1: Kathmandu > Kodari (Grenze) > Zhangmu (2200 m)
Obwohl Zhangmu eine häßliche, chinesische Grenzstadt ist, ist es ganz interessant, das Leben dort zu beobachten (Warenumschlagplatz). Gleich am ersten Tag nach Nyalam zu fahren ist zwar möglich, aber nicht vernünftig, weil man sich Zeit zur Höhenanpassung nimmt, und man ohnehin einige Stunden zur Organisation der weiteren Fahrt in Zhangmu benötigt.

Tag 2: Zhangmu > Nyalam (3800 m)
Eine kurze Etappe, aber weil man morgens ohnehin länger braucht, bis die 'Expedition' vernünftig ausgerüstet und gepackt ist, ganz okay. Außerdem ist die Strecke hinauf durch die Schlucht fantastisch und es gibt sehr viele Plätze zum Fotografieren. Die meisten Tourgruppen bleiben bloss eine Nacht in Nyalam, was angesichts der noch fehlenden Höhenanpassung unvernünftig ist. Wie gesagt, vielen wird nichts passieren, aber ständiges Kopfweh und eventuell Höhendurchfall oder 'Khumbu'-Husten kann einen die restliche Tour ganz schön vergällen. Ich empfehle, mindestens zwei, besser drei Nächte in Nyalam zu verbringen. Nyalam ist zwar eine kleine Ortschaft und, wie es so schön heisst, 'uninspiring', aber man kann schon einiges unternehmen. Gleich am Tag der Ankunft einchecken ins Hotel und noch am selben Nachmittag eine kurze Wanderung auf die Edelweißwiesen gleich oberhalb der Altstadt unternehmen. Man kann auch etwa 200 Höhenmeter aufsteigen, um - bei gutem Wetter - Aussichten auf die Schlucht und die Stadt zu genießen.

Tag 3: Nyalam (3800 m) - Höhenanpassung
Ich empfehle einen Ausflug nach Targyeling, 4000 m, welches etwa 15 km weiter liegt. Einfach bei der Aushandlung der Route mit angeben, dass man da gerne gefahren werden möchte. Achtung auf Höhensymtome. In Targyeling liegt ein schönes Kloster über der Mediationshöhle von Milarepa, und, wenn der Fahrer mitspielt, kann man das Tal von Targyeling vom Kloster etwa 2-3 km zurück Richtung Nyalam abseits der Straße erwandern. (Besuche meine Everest-Seite: www.everest.cc/visuell.shtml (http://www.everest.cc/visuell.shtml) und klick dich auf die Diashow »Die Anfahrtsstrecke zur Nordseite des Everest«. Das Bild 19 zeigt diese Wanderstrecke; die Straße rechts am Hang, der Fußweg in der Bildmitte gut erkennbar.) Nach dem Motto »climb high, sleep low« hast du dann eine Tageshöhe von 4000 m erreicht, schläfst aber in 3800 m. Wer möchte und wem es gut geht, dem empfehle ich, noch ein paar Kilometer weiter nach Tashigang zu fahren. Auch dort ist ein nettes Kloster inmitten bewässerter, grüner Felder.

Tag 4: Nyalam (3800 m) - Höhenanpassung
Ich empfehle einen Wandertag zum Tara Tso auf 4300 m Seehöhe ('Tso' ... tib. für See; der Bodhisattva Tara geweiht); anstrengend, aber ideal zur Höhenanpassung, außerdem fantastische Blicke auf das Shishapangma-Massiv (aber nicht den Gipfel selbst) von Südosten und ein faszinierender, heiliger See mit einer kleinen Kora. Kein Reiseführer erwähnt den See, geschweige denn gibt eine Routenbeschreibung. Auch ansonsten ist dieses Ziel kaum unter Reisenden bekannt. Ich war bereits zweimal dort und kann es nur empfehlen! Aber selbst, wenn du nicht wanderst, sondern nur in Nyalam rastest, dient dieser Tag gut der Höhenanpassung.

Tag 5: Nyalam > Saga (4500 m)
Eine Übernachtung am Paikü Tso ist natürlich möglich und traumhaft schön, aber du wirst trotz grauenhafter Straße schon um die Mittagszeit dort sein. Und die weiteren Etappen sind dann weniger ideal einzuteilen. Bitte bedenke, dass du am Paikü Tso selbst praktisch nirgends zum Ufer kommen (Sumpf) und Lagerplätze immer in sandig-staubiger Gegend sind. Der beste Platz ist am westlichen Ende, wo die Straße schon wieder ansteigt. - In Saga gibt es ein Campingareal, welches ich nicht empfehlen kann. Zwar hat man dort die Möglichkeit, erstmals mit tibetischen Nomaden in Kontakt zu treten, aber es gibt - entgegen allen Versicherungen der Einheinmischen - kein sauberes Wasser. Selbt bei rigorosem Abkochen können Amöbenerreger überleben! Wasserentkeimungstabletten wie Mikropur oder Certisil bleiben hier wirkungslos. Man würde einen Handpumpenfilter benötigen. Angesichts der Tatsache, dass man in dieser Höhe bis zu 5 Liter pro Tag trinken soll, ist das eine wichtige Information. In Saga gibt es einige kleine Guesthouses und eine öffentliche Waschanlage (Heißwasserduschen um 10 Yuan), was nicht zu verachten ist.

Wenn du am Paikü Tso übernachtest, ist tags darauf Zhongba (Neu-Tradün) sicher die weiteste Etappe, die möglich ist. Solltest du von Saga starten, kannst du an diesem Tag bis Paryang kommen! Die Etappe von Zhongba zum Manasarovar ist, wie sie Agenturen oft in ihrem Itinerary angeben, zu lange: nicht möglich in einem Tag!

Tag 6: Saga > Paryang (4700 m)
Auch ein langer Fahrttag, aber die Straße ist, zumindest bis Zhongba, in recht gutem Zustand. Macht unbedingt eine Rast in Tradün (Alt-Zhongba), welches etwa 20 km vor Zhongba liegt. (Letzteres ist übrigens ein paar Kilometer abseits der Straße und wird gar nicht durchfahren). Tradün hat ein interessantes kleines Kloster auf einem Hügel, welcher über und über voll mit Manisteinen ist. Das Bild 'Yakschädel' auf meiner Kailash-Seite (http://www.kailash.info/karte.html) ist übrigens dort entstanden. - Vor Paryang liegt eine beeindruckende Sanddünenlandschaft; unbedingt Halten! Etwas nach Paryang ist eine weite Ebene (Nomaden). Gute Lagerplätze (Grundwasser in aufquellenden Pfützen hat eine gute Qualität!).

Tag 7: Paryang > Manasarovar
Die Fahrt über den Mayum La ist ermüdend und etwas langatmig; insbesondere vor dem Manasarovar zieht sich die Strecke gewaltig.

Du siehst, vernünftigerweise sind für eine gute Anpassung sieben Tage einzuplanen. Ein Akklimatisieren am Manasarovar vor der Kailash-Umrundung ist nicht nötig, weil du dich schon vorher akklimatisieren wirst müssen, um überhaupt so weit zu kommen. Die Kora ist bequem in 3 Tagen zu schaffen; vier sind natürlich auch fein und bieten mehr Möglichkeiten, die Gompas am Weg zu besichtigen.

Die Rückfahrt ist in vier Tagen möglich, weil man von Nyalam locker in einem Tag nach Kathmandu kommt, vorausgesetzt der Monsun hat die Straßen in Nepal nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen!

Plane unbedingt am Ende der Reise noch zwei bis drei Tage in Kathmandu ein. Falls du wegen Erdrutsche bei der Retourfahrt stecken bleiben solltest, hast du dann noch einen 'Puffer' übrig und kommst noch rechtzeitig zum Heimflug.

Schöne Grüße aus Kitzbühel und Tashi deleg,
Andreas

Elfenbein
24.01.2005, 21:00
Hallo Andreas,

wir wollen im Mai zum Kailash. Da wir einen Tag Aufenthalt in Nyalam haben werden, wäre ich sehr interessiert der Routenbeschreibung zum Tara Tso.

Gruß

Wolfgang

nepal-tibet
29.01.2005, 13:58
Hi,
I have been to Kailash on Septmber 2004.If you need some tips.Fell free to write e mail to me or PM me.

Thanks
Nepal-Tibet


Hallo,
plane im Juni eine Tibet-Reise mit Kailash-Umrundung. Welche Erfahrungen habt Ihr mit der Höhe bzw. auf was soll man achten? Wie schaut die optimale Ausrüstung aus?

Viele Grüße
Lisa