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Vollständige Version anzeigen : kailash trek


stha
16.02.2004, 16:55
grüß´euch, allemiteinand!
wir wollen im september 2004 in ca. 4 wochen von ktm zum kailash trekken. wir sind zu zweit und wollen eigentlich so individuell wie möglich trekken. wie ist das mit dem visum und mit einem auto (jeep) vor ort? engagiert man einen fahrer (=guide?), was kostet so etwas?, wie schauts mit verständigung aus?, welche ziele kann ich auf der tour ktm-kailash-ktm noch erreichen?, wie schauts aus mit lebensmittel, wasser und treibstoff?
bin sehr dankbar für jeden hinweis!

grüße aus graz, harald

Andreas
17.02.2004, 08:14
Hallo Harald,

Ein schönes Ziel - insbesondere, da jetzt die Straße auf der Kora nicht mehr gebaut werden soll!

Gleich mal zu Anfang: individuelles Reisen zum Kailash ist nicht möglich, zumindest nicht legal. Man benötigt eine Flut von Permits und muss die Reise mit einer Agentur machen, wobei ich empfehle, sich direkt an Agenturen in Kathmandu zu wenden, und nicht hier in Europa, denn die Agenturen hier müssen ohnehin auch einen Partner in Kathmandu haben.

Trotzdem kann man ein Maximum an Individualität herausholen, wenn man einen 'Rahmen' festlegt, innerhalb dessen man sich dann zeitlich und räumlich gut bewegen kann. Wir konnten 2002 sogar von unserem Permit abweichen und bei der Rückfahrt Tingri besuchen, wobwohl wir es weder auf unserer Permitliste hatten, noch es vorher verabredet war. Wir mussten lediglich unseren Guide und unseren Fahrer (womit auch schon weitere Fragen beantwortet sind) davon überzeugen und die Extrakilometer bezahlen.

Der Guide kann englisch; man kommt durch. Meist sind die Guides Tibeter und wenn man sich ein wenig 'beschnuppert' hat und einen guten Draht entwickelt, kann man auch Dinge tun, als ob man individuell unterwegs wäre. Als ich unserem Guide von meinen früheren (individuellen) Reisen nach/durch Tibet erzählte, ließ er uns ohn Aufsicht herumstreunen und Wanderungen unternehmen, die weder das Permit vorsah, noch überhaupt ein 'normales' Touristenziel sind.

Lebensmittel und Treibstoff wird mitgenommen. Entweder alles im Jeep (wie bei uns; nicht empfehlenswert, da sehr eng), oder auf einem eigenen 'support' Truck (kostet 155 USD pro Person extra).

Es gibt zwei Möglichkeiten, von Nepal nach Tibet zu kommen: Flugzeug Kathmandu > Nepalgunj > Simikot; Trekking zur Grenze Purang; Jeep zum Kailash > Kora > Jeep über Nyalam zurück nach Kathmandu oder gleich beide Strecken mit dem Jeep ein neuer Grenzübergang nach Kyirong (nördlich Kathmandu) soll heuer geöffnet werden
Wenn ihr direkt mit dem Jeep über Kodari/Zhangmu einreist, ist ein Itinerary wichtig, das auf ausreichende Höhenanpassung Rücksicht nimmt! Agenturen in Kathmandu tendieren leider dazu, in zu kurzer Zeit, zuviel machen zu wollen, ohne auf die notwendige Höhenanpassung zu denken.

Allerdings - und jetzt kommt's - man muss offiziell mindestens zu Fünft einreisen. Wir waren damals zwar nur zu Viert, aber ein - virtueller - fünfter Reisender war mit dabei (Permit für fünf; der Fünfte ist halt krank geworden ;)). Aber, ob sich diese Regelung mit nur zwei Personen durchziehen lässt, ist noch herauszufinden.

So, für's erste soll's mal reichen; muss wieder arbeiten ;)

aber jederzeit mehr...
Andreas

Navyo
18.02.2004, 06:57
Hallo,

man kann nuch auch zu zweit nach Tibet einreisen, das geht seit mitte 2003.

Auf Eurer Reise könnte man einen Abstecher zum Shishma Pangma leicht einplanen, oder die Umrundung des Mansosarawar Sees, oder auch nach tingri zum "Everestblick"

Um Labensmittel und Wasser brucht man sich keine sorgen machen, lebensmittel werden mitgebracht vom Jeep, Wasser bereitet der Koch auf oder man kann (nicht sehr Sinnvoll) auf Mineralwasser zurückgreifen.
Treibstoff wird mitgenommen in Tank bzw. Fässern.

Anfragen kann man in Katmandu, man sollte wie bereits Andreas schreibt, natürlich die Akklimatisation beachten. Mehr Zeit ist mehr kosten aber auch mehr und bessere Akklimatisation.


Navyo Eller
www.navyonepal.com

Andreas
18.02.2004, 07:55
man kann nuch auch zu zweit nach Tibet einreisen, das geht seit mitte 2003.

@ Navyo:
Das sind gute Nachrichten!
Wie sieht es eigentlich mit der von dir einmal erwähnten Grenzöffnung bei Rasuwa aus? Kommt die heuer? Kann man einen Kurztrip nach Kyirong bis rauf nach Dzongka theoretisch schon buchen?

Anfragen kann man in Katmandu, man sollte wie bereits Andreas schreibt, natürlich die Akklimatisation beachten. Mehr Zeit ist mehr Kosten aber auch mehr und bessere Akklimatisation.
@ Harald:
Ich habe 2002 Gruppen gesehen (indische Pilger zum Kailash), die in einem Tag von Kathmandu (1300 m) bis Nyalam (3750 m) gefahren sind und am nächsten Tag schon weiter! Das ist Wahnsinn, tödlicher Leichtsinn! Schon in Nyalam klagten die meisten der Leute über die üblichen Beschwerden wie Kopfweh, Übelkeit und Schwindel. Später trafen wir sie wieder und praktisch alle litten an mehr oder minder starken Höhen-Beschwerden. Als wir schließlich am Kailash waren, mussten die meisten auf die Kora verzichten, manche mieteten Reityaks und zwei ältere Personen sind in Darchen so schlecht beinand gewesen, dass sie mit einem Extrajeep zurückgeschickt wurden. Doch drei Tage anstrengende Fahrt waren zuviel. Die beiden starben; und wie ich meine, aus Leichtsinn!
Ich empfehle bei der Planung vorher ein paar Tage in Kathmandu; vielleicht eine Übernachtung in Nagarkot (Sonnenaufgang über'm Langtang genießen), dann erster Tag nur bis Zhangmu, dann mind. zwei Nächte in Nyalam. Ich weiß, jeder Tag in Tibet kostet nicht wenig, aber die Gesundheit sollte es einem schon wert sein. Und auch, wenn ihr nicht ernstlich krank werdet, kann es einem die Tour ganz schön vermiesen, wenn man an allen möglichen Beschwerden leidet, wie Schlaflosigkeit, Darmprobleme oder 'Khumbu'-Husten.

Schöne Grüße,
Andreas


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