Vollständige Version anzeigen : Worauf bei Wüstentrips achten?
Fabianunterwegs
21.05.2009, 01:40
Hallo,
ich möchte gerne in nicht all zu entfernter Zukunft mindestens eine Nacht in einer Wüste verbringen, nachdem uns in Marrokko vergangenen Jahres leider nicht mehr die Zeit dazu blieb.
Gibt es prinzipiell Einwände, so etwas allein und auf eigene Faust zu unternehmen?
Ich dachte zum Beispiel daran, eine Nacht in den 'Wahiba Sands' im Oman zu verbringen. Nun nehme ich schwer an, dass die Temperaturen es tagsüber nahezu unmöglich machen, alleine, ohne eine schattenspendende Unterkunft und gallonenweise Wasser einen Tag dort zu verweilen, geschweige denn zu laufen.
Es müsste doch aber möglich sein, ein oder zwei Stunden vor Sonnenuntergang sich auf den Weg zu machen, nach einer Stunde laufen das Zelt aufzuschlagen und es sich gemütlich zu machen, und am nächsten Morgen mit dem Sonnenaufgang zurückzulaufen, oder?
Gibt es sonst noch irgendwelche Schwierigkeiten, die man bedenken muss? Zur Not würde ich mich halt einer dieser Touri-touren anschließen, bin aber eigentlich doch eher ein Selbstentdecker :)
Gruß,
Fabian
Hallo Fabian,
Du schreibst, Du willst eine Nacht "in einer Wüste" verbringen. Es gibt aber viele ganz unterschiedliche Wüsten auf dieser Welt. Nicht immer ist es so heiß, dass man sich da nicht aufhalten könnte. Nicht immer gibt es Sanddünen. Manchmal gibt es auch Vegetation, nicht üppig, aber immerhin.
Worauf also kommt es Dir denn an? Was versprichst Du Dir davon, in einer Stunde Entfernung vor den Toren einer Stadt zu übernachten?
Natürlich ist das möglich, aber ist es das, was Du willst?
Viele Grüße, Eckart
Burnout78
05.03.2010, 11:36
In der Wüste gibt es schon einige Regeln. Ich kenne zwar nicht alle aber ich kann dir ein paar nennen.
1. Gehe niemals alleine in die Wüste, vor allem nicht zu Fuß.
2. Nur mit entsprechend Ausgerüsteten Fahrzeug und am Besten mehrere Fahrzeuge. Ein Fahrzeug kann ja einen Motor schaden haben, Ölwanne wurde abgerissen, usw.
3. Mehr Wasser mitnehmen als Nötig, und Regelmäßig Trinken. Der Mensch merkt nicht sofort das er dehydriert, deswegen ist es vor allem in der Wüste das Regelmäßige Trinken Pflicht. Sonst kann man den Wasserhaushalt nicht so einfach wiederherstellen, wegen zu hoher Schweissmenge.
4. Die Route die man gehen will bekannten zeigen und denn Rückkehr Datum bekannt geben. Sollte man warum auch immer feststecken die Route nicht verlassen und auf Hilfe warten (wenn man mit einem Fahrzeug Unterwegs ist). Da das Fahrzeug "gut" ausgestattet ist hat man eine Planen, Stuhl (wegen heißen Sand) und viel Wasser. Da Grünzeug in der Wüste fehlt bringt Feuer nur Nachts was, wenn Nachts überhaupt gesucht wird. Also Signal Pistole oder so was mitnehmen. Man wird vom Hubschrauber Trotz Auto und Riesen Plane nicht Erkannt.
5. Auch das Fahren in der Wüste muss gelernt werden. So wie gewohnt kann man sich schnell die Daumen Brechen, Auto Steckt schneller und öfters Fest oder man Reist irgendwelche Teile aus dem Unterboden ab.
Übrigens die Dünen Wandern. Der Zeltplatz sollte bedacht ausgewählt werden. Ein Schöner schattiger Zeltplatz kann bei Sturm zum Grab werden.
Mit der Wüste ist nicht zu Spaßen. Hier noch eine wahre Geschichte.
Ein erfahrener Wanderer wollte in Death Valley Wandern. Die Wanderung sollte nicht länger wie 10 Stunden dauern. Morgens Aufgebrochen mit 2 oder 4 Liter Wasser. Er hat immer wieder kleine abschnitte mit der Kamera aufgenommen, doch das Tragische ende konnte er nicht aufzeichnen. Die Wassermenge war zu gering und er ist 200 Meter von der Straße entfernt wegen Wassermangel gestorben.
Dies hatte ich mal in einem Survival Doku gesehen. Kann mich aber leider nicht mehr an den Namen der Doku erinnern.
Hoffe du weist worauf du dich da einlässt.
Junge, nimm deine 7 Sachen, ein Paar Liter Wasser, und geh in die Wüste schlafen, es ist Wunderschön! Z.B. in der Nähe von Oase Siwa (Ägypten), Erg Chebi (Marokko) aber auch in der Wahiba (Oman) ist es möglich. Hör nicht auf Leute, die eventuell aus kommerziellen Gründen dir das abraten oder auch den Mut nicht haben dies zu machen.
Du muss nur beachten, das du den Weg zurück findest (GPS, Kompass). Je nach dem wo Du bist, achte auch auf die Skorpionen, die in der Nacht in deine Sachen kriechen können, fals Du etwas draußen lässt.
waiaupass
21.03.2010, 17:56
Und denke dran,in der Wüste kann es Nachts kälter werden als du denkst,je nach dem wo und zu welcher Jahreszeit du Dich dort befindest.Wenn du 2Stunden vor Sonnenuntergang losgehst sollten 4-5l Wasser reichen,ich habe mal eine 7Tägige Wanderung in der australischen Wüste gemacht und ich fand es am besten so alle 10min einen kleinen Schluck Wasser zu nehmen auch wenn du vielleicht keinen Durst hast,du verbrauchst so weniger Wasser als wenn du zu lange wartest und dann mit Riesenschlücken trinkst.Auch sollte der Lagerplatz klug ausgewählt werden.
Es gibt Wüsten in denen mehr Menschen ertrunken als verdurstet sind weil sie in einem vertrockenten Flußbett gecampt haben.
Ich habe schon oft in der Wüste übernachtet und das ist ein phantastisches Erlebnis.
http://www.desert-trekking.com/
Da gibts einen Haufen hilfreicher Informationen zum Trekken in der Wüste.
Fabianunterwegs
22.03.2010, 21:29
Danke für all eure Beiträge und Anregungen! Die von Rafael verlinkte Seite ist echt interessant :up:Also zum Vorgeschmack war ich letzte Saison im Südwesten der USA im Zion und Joshua Tree NP je eine Nacht einen Tagesmarsch entfernt der Ortschaften zelten, das war schon mal toll. Und nicht zu vergessen natürlich die drei Nächte Pause vom JMT im Owens Valley 2km vom bottle shop ;)
Vielleicht führt der nächste Trip dann nach Syrien, Jordanien und Israel, da nehm ich mir dann eine ernsthaftere Tour durch Wüstengebiete vor..
@waiaupass: Welches Gebiet in OZ war das denn?
Obwohl dieses Thema schon ne weile tot ist, hätte ich eine gute Empfehlung für jeden der den selben Wunsch hat wie meine Vorposter.
War 2008 mal einige Tage in der Negev unterwegs und kann diese für Wüsteneinsteiger nur wärmstens empfehlen. Da sie nicht wirklich groß (eigentlich sogar ziemlich klein) ist und Israel ja über relativ gute Infrastruktur verfügt, könnte man diese auch getrost alleine angehn. Da jedoch ein Großteil der Wüste militärisches Sperrgebiet ist, sollte man sich jedoch davor noch sehr eingehend mit den örtlichen Bestimmungen und eventuell noch über (recht häufig) stattfindende Militärübungen informieren. Wie jeder weiß verstehn ja die Israelis in diesem Zusammenhang nicht allzuviel Spaß.
Eine weitere Option wäre die Tabernas bei Almeria in Spanien. War ich auch schon da, kann man natürlich nicht mit einer echten Sandwüste o.ä. vergleichen, aber alleine und zum anfangen sicher auch ganz nett...
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