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Vollständige Version anzeigen : 4000er Rund um Zermatt


Thomas
15.05.2009, 08:50
1. Tag: Zermatt - Rif. Teodulo (3317m)
Viele nehmen am ersten Tag dieser Runde die Bahn, und fahren entweder gleich zu zum Kleinen Matterhorn um danach sofort aufs Breithorn zu steigen, ohne fahren zumindestens bis zur Station Trockener Steg, um von dort aus zum Rif. Teodulo zu steigen. Wir entschieden uns den ganzen Weg zu Fuß aufzusteigen. Dies ist dann auch eine lange Tagesetappe, die oben unschön durch das Zermatter Skigebiet führt.

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Der große Klassiker: Das Matterhorn (4476m), von Zermatt aus gesehen.

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Die Nordwände der Breithörner. Der rechte Gipfel (4164m) ist unser morgiges Ziel.

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Nach langem Aufstieg, das Ref. Teodulo auf dem Theodulpass gelegen.



2. Tag: Rif. Teodulo (3317m) - Breithorn (4164m) - Rif. Guide della Val d´Ayas (3425m)
Wir standen früh auf, um am Breithorn zu stehen, bevor die erste Ladung aus der Seilbahn am Kleinen Matterhorn uns überrennt. Der Weg vorbei an der Testa Grigia ist alles andere als schön, man läuft die ganze Zeit am Rande der Skipisten des Sommerskigebietes von Zermatt entlang. Auf dem Breithornplateau hat man dann zum ersten mal einen ungetrübten Blick auf das Hauptziel des Tages:

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Aufstiegsroute zum Breithorngipfel (4167m)

Der Aufstieg ist ganz einfach, da uns der gestrige Aufstieg von Zermatt etwas in den Knoch lag, zog es sich etwas, und wir waren dann schon recht froh auf diesem Gipfel zu stehen:

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Auf dem Gipfel des Breithorns (4167m)

Ab den nächsten Pass, wo man auch auf dem Foto genügend Leute sieht, kann man sich entscheiden, ob man noch die weiteren Breithörner mitnimmt, oder direkt zum Ref. Ayas absteig. Wir entschieden uns fürs letzteres, und machten uns langsam auf den Weg zur Hütte.


3. Tag: Rif. Guide della Val d´Ayas (3425m) - Pollux (4092m) - Castor (4223m) - Capanna Quintino Sella (3585m)

Am frühen Morgen hatten wir einen tollen Ausblock vom Ref. Ayas zum Massiv des Gran Paradiso:

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Gran Paradiso, rechts der markante Gipfel der Grivola (3969m)

Der Aufstieg zum Pollux ist technisch schon etwas anspruchsvoller als das Breithorn, aber mit Ketten sehr gut gesichert:

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Aufstieg zum Pollux (4092m)

Nervig sind nur die ganzen Bergführer, die meinen über diese Route absteigen zu müssen und dabei 20 unerfahrene Leute am Seil hinter sich herführen, die alle an diesen Stellen total überfordert sind. Vom Gipfel wird man dafür mit herlicher Rundsicht auf die Walliser Berge entschädigt:

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Weisshorn (4505m)

Der Abstieg vom Pollux ist nochmals recht interessant, und führt durch eine steile Eisrinne, die man besser ohne Seilsicherung geht:

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Abstieg vom Pollux

Der Aufstieg zum Castor bietet dann neben einem langen Latschhang, am Ende wieder etwas interessantes, diesmal einen kleinen, aber formschönen Grat, der direkt zum Gipfel leitet:

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Ausstiegsgrat zum Gipfel des Pollux (4223m)

Beim abschliessenden Abstieg zur Sella Hütte nimmt man noch einen 4000er mit, der es irgendwie in die UIAA-Liste geschafft hat. Wenn man das aber nicht durch Zufall im Führer liest, bekommt man es gar nicht mit, so unscheinbar ist der Hügel.

Die Sella Hütte ist mit 3585m Höhe eine der höchstgelegenen Hütten der Alpen, auf die ein normaler Wanderweg (der Südaufstieg) ohne Gletscherberührung hinführt.


4. Tag: Capanna Quintino Sella (3585m) - Signalkuppe (4554)

Wegen starken Windes brauchten wir an die Überschreitung des Liskamms gar nicht denken. Die Windfahnen standen konstant mehrere hundert Meter über dem scharfen Grat. Trotzdem bewegt man sich auf dieser Etappe durchgehend auf über 4000m Höhe. Der Liskamm wird dabei südlich traversiert und man überschreitet auf ca. 4200m Höhe einen seinen langen Ausläufer, um zur Monte Rose Gruppe zu gelangen:

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Links sieht man das weit entfernte Tagesziel, die Signalkuppe (4554m)

Hier steht man auch vor der Schlüsselstelle der ganzen Tour, abgesehen von den fakultativen Gipfelbesteigungen. Man muss ca. 200m einen steilen Eishang absteigen. Da man die Route von oben nicht einsehen kann, entschieden wir uns hier abzuseilen:

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Die meisten Bergführer gehen hier direkt am gespannten Seil runter, ab sie kenen auch den Weg, wie man das Blankeis umgeht, und die Route dafür war in diesem Sommer auch nur recht knapp. Wir seilten also fröhlich ab und ersparten uns so den Ärger bezüglich des Abstiegsweges. Hier nochmals die Abstiegsroute/Abseilroute von unten:

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Später bekommt man dann auch den Liskamm wieder komplett zu Gesicht:

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Liskamm, links im Bild sieht man auch den steilen Abbruch, den man überwinden muss um ins Monte-Rosa Gebiet zu kommen.

Der Aufstieg zum Rif. Regina Margherita, das sich direkt auf dem Gipfel der Signalkuppe befindet, zieht sich nochmals ganz schön in die Länge, wobei hier natürlich auch die Höhe mitspielt.

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Rif. Regina Margherita auf der Signalkuppe (4554m)

Oben angekommen bietet sich ein toller Ausblick von der höhsten Hütte der Alpen. Man sieht einmal auf die ganzen Walliser Alpen, 2000m runter die Monte Rosa Ostwand hinunter und in die italienische Tiefebene. Wer hier auf die Hütte direkt von Zermatt aufsteigt, hat meistens ganz schön mit der Höhe zu kämpfen, wir konnten aber dank guter Akklimatisierung gut schlafen.


5. Tag: Signalkuppe (4554) - Rif. Monte Rosa (2795m)

Ein Aufstieg zur Dufourspitze kam für uns heute nicht in Frage. Es waren trotz Mitte August absolut winterliche Verhältnisse, was wir uns dann doch nicht zutrauten. Wie die meisten anderen auf der Hütte auch, verzichteten wir auf den höchsten Gipfel der Schweiz. Daher machten machten wir heute eine kürzere Tagesetappe, und stiegen über den spannenden Grenzgletscher zur Monte Rosahütte ab. Wobei wir uns viel Zeit liessen und hier einige Übungen zur Spaltenbergung machten.

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Abstieg über Grenzgletscher mit Blick auf das Matterhorn

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Der Grenzgletscher von unten.

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Der Grenzgletscher von unten.

6. Tag: Rif. Monte Rosa (2795m) - Zermatt

Einfach nur ein Tag zum genießen und staunen!

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Wir fragten und schon, wie wir über diese Spalte des Gornergletschers kommen sollten, schon wurde per Heli eine Brücke hergeflogen. Das ist Service in der Schweiz!

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Rückblick auf das Monte Rosa Massiv.

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Was spiegelt sich denn da im Riffelsee?

Flachlandtiroler
15.05.2009, 16:54
Schöner Bericht! :)

Die Sella Hütte ist mit 3585m Höhe eine der höchstgelegenen Hütten der Alpen, auf die ein normaler Wanderweg (der Südaufstieg) ohne Gletscherberührung hinführt.Das mag bei guten Verhältnissen zutreffen; eines der dort häufigen Nachmittags-Gewitter reicht aber und die Sache wird für den Wandersmann schon recht spaßig...

http://www.rifugioquintinosella.com/immagini/crestaxsella.jpg
(Normalzustand, von der HP der Hütte)
http://www.trekkingforum.com/photogallery-fotogalerie/images/321/large/1_qsella.jpg
(Nach Hochgewitter)
Gruß, Martin