Andreas
08.08.2003, 09:34
Softdrink-Krieg in Indien
Cola-Getränke pestizidverseucht - Relaunch der Kokosnuss in der Dose
Neu-Dehli (pte, 07. Aug 2003 14:24) - Cola-Getränke der Marken Pepsi und Coca-Cola "Made in India" sind nach dem Fund von Pestiziden heftig unter Beschuss geraten, berichtet die Times of India http://timesofindia.indiatimes.com . Nach den Untersuchungsergebnissen von verpackten Wasser wurden auch zahlreiche Softdrinks durch das Pollution Monitoring Laboratory vom Centre for Science and Environment (CSE) auf Chemierückstände untersucht. Auch in abgepackten Trinkwasser aus Dehli und Mumbai konnte das Labor Anfang des Jahres Rückstände von Pestziden feststellen.
Das Ergebnis der Untersuchungen im abgepackten Trinkwasser hat eine Lawine an gegenseitigen Beschuldigungen nach sich gezogen. Nun folgte der Test von 12 verschiedene Softdrinks. Untersucht wurden dabei Belastungen durch organischen Chlor- und Organophosphor Pestizide sowie synthetische Pyrethroide, alles Produkte, die in Indien als weitverbreitete Insektizide zum Einsatz kommen. Alle 12 Proben enthielten vier weit über den Grenzwerten liegende extrem toxische Pestizide und Insektizide, darunter auch DDT.
Nach Angaben des Forschungszentrums waren die Überschreitungen der von der EU festgelegten Grenzwerte bei PepsiCo 36-Mal höher, bei Coca Cola immerhin 30-Mal höher als beim EU-Limit. Die Werte sind so hoch, dass ein Konsum solcher Lebensmittel eindeutig als gesundheitsschädigend bezeichnet werden kann, berichtet das Labor. Die hohen Werte von Chemikalien führen zu Krebs, Schäden am Nerven- und Reproduktionssystem, Geburtsfehlern und schweren Erkrankungen des Immunsystems. Die Regierung in Neu-Dehli hat daraufhin ein Verbot des Ausschanks der Softdrinks im Parlament angeordnet. Die inbternationalen Softdrink-Konzerne haben in ersten Stellungnahmen die Testergebnisse der CSE als unrichtig zurückgewiesen. Die Drinks sollen nach bestem Wissen und Gewissen hergestellt worden sein, daher sei eine Verunreinigung auszuschließen.
Zum neuesten Schrei nach dem Bekanntwerden der Kontamination entwickelt sich das indische "Coco-Cola". Der Saft der Kokosnuss in Alu-Dosen wartet auf den Marktstart, berichtet Times of India, heute, Donnerstag. Innerhalb der kommenden drei Monate soll der Drink in den Regalen der Supermärkte stehen und auch ein zukünftiger Export des Fruchtdrinks wird vom Hersteller Avdoot Agro Products angepeilt. Der Unternehmer aus West-Begal will den internationalen Softdrink-Riesen den Kampf ansagen. Im Vergleich zu anderen Fruchtgetränken soll der Kokosdrink keine chemischen Zusatzstoffe enthalten und max. neun Monate haltbar sein. Der Kampf um den auf etwa 1,2 Mrd. Dollar geschätzten Getränkemarkt Indiens ist damit entfacht.
Indien zählt nach jüngsten Berichten eines Forschungsteam der University of Queensland in Australien auch zu den Ländern, in denen die Trinkwasserverseuchung durch Arsen zu einem immer größeren Problem wurde. Nach einem Forschungsbericht, der von der WHO in Auftrag gegeben hat, ist der indische Teilstaat Bihar mit seinen 83 Mio. Einwohnern extrem gefährdet. 80 Prozent der Bevölkerung nimmt Trinkwasser aus Zisternen zu sich. Dort sind die Arsenwerte erschreckend hoch, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com in seiner jüngsten Ausgabe.
(Ende)
Quelle: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=030807025
Cola-Getränke pestizidverseucht - Relaunch der Kokosnuss in der Dose
Neu-Dehli (pte, 07. Aug 2003 14:24) - Cola-Getränke der Marken Pepsi und Coca-Cola "Made in India" sind nach dem Fund von Pestiziden heftig unter Beschuss geraten, berichtet die Times of India http://timesofindia.indiatimes.com . Nach den Untersuchungsergebnissen von verpackten Wasser wurden auch zahlreiche Softdrinks durch das Pollution Monitoring Laboratory vom Centre for Science and Environment (CSE) auf Chemierückstände untersucht. Auch in abgepackten Trinkwasser aus Dehli und Mumbai konnte das Labor Anfang des Jahres Rückstände von Pestziden feststellen.
Das Ergebnis der Untersuchungen im abgepackten Trinkwasser hat eine Lawine an gegenseitigen Beschuldigungen nach sich gezogen. Nun folgte der Test von 12 verschiedene Softdrinks. Untersucht wurden dabei Belastungen durch organischen Chlor- und Organophosphor Pestizide sowie synthetische Pyrethroide, alles Produkte, die in Indien als weitverbreitete Insektizide zum Einsatz kommen. Alle 12 Proben enthielten vier weit über den Grenzwerten liegende extrem toxische Pestizide und Insektizide, darunter auch DDT.
Nach Angaben des Forschungszentrums waren die Überschreitungen der von der EU festgelegten Grenzwerte bei PepsiCo 36-Mal höher, bei Coca Cola immerhin 30-Mal höher als beim EU-Limit. Die Werte sind so hoch, dass ein Konsum solcher Lebensmittel eindeutig als gesundheitsschädigend bezeichnet werden kann, berichtet das Labor. Die hohen Werte von Chemikalien führen zu Krebs, Schäden am Nerven- und Reproduktionssystem, Geburtsfehlern und schweren Erkrankungen des Immunsystems. Die Regierung in Neu-Dehli hat daraufhin ein Verbot des Ausschanks der Softdrinks im Parlament angeordnet. Die inbternationalen Softdrink-Konzerne haben in ersten Stellungnahmen die Testergebnisse der CSE als unrichtig zurückgewiesen. Die Drinks sollen nach bestem Wissen und Gewissen hergestellt worden sein, daher sei eine Verunreinigung auszuschließen.
Zum neuesten Schrei nach dem Bekanntwerden der Kontamination entwickelt sich das indische "Coco-Cola". Der Saft der Kokosnuss in Alu-Dosen wartet auf den Marktstart, berichtet Times of India, heute, Donnerstag. Innerhalb der kommenden drei Monate soll der Drink in den Regalen der Supermärkte stehen und auch ein zukünftiger Export des Fruchtdrinks wird vom Hersteller Avdoot Agro Products angepeilt. Der Unternehmer aus West-Begal will den internationalen Softdrink-Riesen den Kampf ansagen. Im Vergleich zu anderen Fruchtgetränken soll der Kokosdrink keine chemischen Zusatzstoffe enthalten und max. neun Monate haltbar sein. Der Kampf um den auf etwa 1,2 Mrd. Dollar geschätzten Getränkemarkt Indiens ist damit entfacht.
Indien zählt nach jüngsten Berichten eines Forschungsteam der University of Queensland in Australien auch zu den Ländern, in denen die Trinkwasserverseuchung durch Arsen zu einem immer größeren Problem wurde. Nach einem Forschungsbericht, der von der WHO in Auftrag gegeben hat, ist der indische Teilstaat Bihar mit seinen 83 Mio. Einwohnern extrem gefährdet. 80 Prozent der Bevölkerung nimmt Trinkwasser aus Zisternen zu sich. Dort sind die Arsenwerte erschreckend hoch, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com in seiner jüngsten Ausgabe.
(Ende)
Quelle: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=030807025