Vollständige Version anzeigen : Kili Im Oktober / November ????? Regen??
Hallo alle zusammen,
ich hatte ja schon mal ein Thema über Fragen zum Kili reingestellt, wo unsere Reise im Januar 2009 starten sollte.
Dies war leider nicht an dem, da meine Reisebegleitung genau eine Woche vor Abflug sich den Brustwirbel brechen musste und wir zu Hause blieben (seufz). Übrigens hatte ich ja mit Moja Travel gebucht, die Stornierung und die Rückzahlung verlief super unproblematisch.
Nun steht ein neuer Termin im Auge, der aber erst Ende Oktober bis Anfang November ist.
Wie sieht es mit der Regenzeit aus? Hat da jemand Erfahrung? War in dieser Zeit schon mal einer auf dem M. Meru und dem Kili? (Haben nämlich beschlossen beide Berge zu machen).
Ist da nicht Anfang der Regenzeit?
Bin echt unschlüssig, ob wir da fahren sollten ohne die Gefahr, dass wir nur nass werden.
Danke
Wilson
Hannes33
22.04.2009, 11:29
Hallo Wilson,
Oktober und November ist Regenzeit in Tanzania. Ende Okt/Anfang Nov. seid Ihr sizusagen mitendrinn!
Da müsst Ihr mit täglichem Regen rechnen. Sicherlich nicht dauerregen den ganzen Tag, aber halt den täglichen Nachmittagsschauer.
Ab frühen Vormittag ziehen die Wolken zu (vor allem natürlich am Berg, wo sich die Feuchtigkeit staut und kondensiert) und man ist bald schon im Nebel. Am späten Nachmittag, wenn es aufhört zu regnen, klart es wieder auf und zumeist hat man sehr schöne Abendstimmungen.
Am Kibo muss man auf Grund der Höhe mit Schnee rechnen.
War selber schon zu dieser Jahreszeit am Kili unterwegs.
Dieses Wetter haltet je nach Jahr bis Anfang-Mitte Dezember an...
Also sicherlich nicht die beste Zeit für eine Kilibesteigung,
allerdings sind sehr wenig andere Touristen unterwegs.
D.H. mit guter Ausrüstung ist es durchaus machbar...
lg, Hannes.
Hallo Hannes,
danke für Deine schnelle Antwort.
Wir sind jetzt etwas unsicher, ob wir es wagen sollten um diese Zeit die Besteigung zu machen.
Es ist allerdings so, dass wir nicht so zimperlich sind und auch von Regenschauer uns nicht anschrecken lassen (obwohl wir zwei Frauen sind :))
Weißt Du. ob die Umbwe Route in der Regenzeit schwieriger ist oder spielt das keine Rolle?
Kann es auch sein, dass es zuviel schneien wird, dass ein weiterkommen oder Gipfelerfolg nicht möglich ist?
Meinst Du, wir benötigen eventuell Steigeisen?
Danke und Gruss
Hannes33
23.04.2009, 17:04
Hallo Wilson,
also Frau und Regen, da besteht ja nicht unbedingt ein Zusammenhang :D. Bin sowieso eher der Meinung, das oftmals die vermeintlich "harten" Männer im Endeffekt Weich***** sind...
Aber Spaß beiseite: dass so viel Schnee liegt, dass ein Gipfelerfolg nicht möglich wäre ist möglich, aber doch sehr selten. Immerhin liegt der Berg am Äquator und der Schnee schmilzt bei Sonne dementsprechend schnell.
Steigeisen würde ich zur Sicherheit mitnehmen. Habe Sie zwar auch Anfang Dezember (damals sehr viel Regen!!:kopfschuettel:) nicht benötigt, aber da sind wir bei der Gipfeletappe in einen regelrechten Schneesturm geraten:
wir sind bei klarem Himmel von Barafu weg, um ca. 3 Uhr morgens hat es angefangen zu schneien und stürmen - waagrechter Schneefall. Ich war froh um Daunenjacke, Sturmhaube usw... seitdem habe ich am Kili auch immer eine Schibrille im Rücksack...
Es gibt langandauernde Schlechtwetterperioden, wo Wegstücke verreisen und Steigeisen durchaus angenehm sein können.
Zur Umbwe Route: prinzipiell rate ich wegen zu schnellem Aufstieg von der Umbwe Route ab. Wenn Ihr im Vorfeld den Meru besteigt und schon aklimatisiert seid, dann ist die Umbwe Route schon machbar.
ALLERDINGS: Ihr verpasst die Etappe zu den Shira caves und die Etappe nach Barranco (Tag 2 u. 3 auf der Machame Route) die sicherlich zu den schönsten Etappen am Kili zählen. Vor allem die Etappe von Shira caves nach Barranco via Lava Tower ist wirklich sehr schön.
Prinzipiell ist die Umbwe route natürlich eher steil und erdig, also in Regenzeiten eine nette Rutschpartie. Der Abstieg nach Mweka ist dementsprechend ebenfalls sehr rutschig :D.
Aus Wettergründen rate ich von einer Besteigung im Oktober/November ab.
Offensichtliche Vorteile: sehr wenig los und wahrscheinlich könnt Ihr die Preise etwas drücken...
Nachteile: viel Regen, Schnee, wenig Sicht... und doch eher kühle Temperaturen ab ca. 4000m
lg, Hannes.
Hallo Wilson,
ich kann mich der Einschätzung von Hannes nur anschließen und rate von einer Besteigung Ende Oktober/Anfang November ab.
Wir waren Anfang Oktober 2007 auf dem Kili (3. bis 10.) – und hatten selbst wegen dieser Reisezeit etwas Bauchschmerzen. Wir hatten noch Glück, aber danach wurde es Berichten zufolge deutlich schlechter.
Der Kili ist ja im Grund ein Schönwetterberg, wenn man sich an die saisonalen Zeiten hält. Die meisten Wanderer erfüllen sich mit der Reise eine Art Lebenstraum. Den kann man viel besser bei schönem Wetter genießen. Wenn es also irgendwie geht, rate ich: Verschieben oder früher los.
Umbwe und Machame kommen von der gleichen Seite und haben den gleichen Abstieg...
Viele Grüße, Torte
Martina250
17.05.2009, 17:30
Also wir waren Anfang November und es hat nur ab und zu geregnet. Vielleicht hatten wir auch nur ein wenig Glück.
So, nun nach langen hin und her, werden wir buchen und Ende Oktober unser Glück versuchen.
Vielleicht haben wir ja auch Glück und es gibt kein Dauerregen.
Wir wollen nicht noch länger warten und riskieren es.
Ich werde dann mal berichten wie es war!
Wilson
Freu mich erst, wenn ich im Flieger sizte. Wer weiß, was alles vorher geschieht.
So, ich bin wieder zurück von meiner Kili-Besteigung im Oktober.
Wir hatten am 1. Tag noch super schönes Wetter, so dass wir trocken das erste Camp der Lemosho Route errreichten. Am Mittag des zweiten Tages kam Nebel auf und danach den schönsten Stark-Dauer-Regen, den man sich vorstellen kann. Im Shira Camp 2 saßen wir dann komplett duchnäßt im ebendfalls nassen Zelt. Das gleiche Trauerspiel gab es am nächsten Tag, wobei der Regen diesmal nicht so stark war, dafür waren die Regensachen eh schon nass. Der Lavatower gab es nur im Nebel zu sehen.
Nach einer durchregneten Nacht hatte der liebe Wettergott mit uns ein Einsehen und ließ die Sonne scheinen, so dass wir gleich morgens unsere Klamotten trockneten konnten. Danach hatten wir wieder nur schönes Wetter und kein Regen mehr.
Der Gipfeltag (nacht) war sternenklar und verdammt windig, so dass wir irgendwann sehr ausgekühlt waren. Aber wir haben es bis ganz nach oben geschafft, juhhu.
Fazit: trotz der zwei Tage Dauerregen und nasses Zelt war es ein tolles Erlebniss und wir hatten ja doch noch schöne Tage. Und es waren wirklich nicht viele Touris unterwegs, die ersten zwei Tage hatten wir außer im 1. Camp (da waren gerade noch 4 andere Touris) komplett für uns alleine. Im 2. Camp waren nur wir. Auch den Uhuru Peak hatten wir die ganze Zeit ganz alleine für uns.
Da wir mit Regen gerechnet hatten, waren wir eigentlich ganz gut darauf gefasst gewesen, auch wenn es hart war.
Also, im Oktober den Kili zu machen und gutes Wetter zu haben, ist denk ich ein reine Glückssache. Ich bereue es nicht gefahren zu sein, denn selbst bei Nebel und Regen war es ein unvergessliches Erlebniss.
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