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Vollständige Version anzeigen : Annapurna-Circle


Bonnie
25.03.2009, 12:57
Hallo,
ich weiss, das Thema wurde schon des öfteren aufgegriffen, habe mich auch bereits so gut es geht informiert, aber vielleicht hat jemand noch aktuelle Infos zur momentanen Strassenbau-Situation im Annapurna-Gebiet? Wieviel kriegt man von den Bauaktivitäten denn mit, bzw. wie "verschandelt" ist das Landschaftsbild?
Möchte gerne im NOvember nach Nepal, zum ersten Mal, und dort am liebsten ganz viel Natur erleben. Hierzu noch eine weitere Frage: ist der Annapurna-Circle diejenige Trekking-Tour, die am meisten vom STrassenbau betroffen ist, und gibt es in diesem Gebiet noch andere MÖglichkeiten, ca. 2-3 Wochen unterwegs zu sein?
Besten Dank im Voraus und Grüße aus dem schönen Süden
BOnnie

Gregor aus Essen
25.03.2009, 13:33
Hallo,

ja, das Kali Gandakhi Tal ist in der Tat vom Strassenbau betroffen.
Meines Wissen so intensiv wie zur Zeit kein Anderes.

Wenn du die komplette Runde machen möchtest (also über den Thorong La), dann wirst du erst ab dem 2.Teil des Treks - also ab Muktinath - auf den Straßenbau stossen.

Man könnte auch von Beni über Marpha, Ghasa, Tatopani, Kagbeni nach Muktinath laufen - von dort aus zurück nach Jomosom und dann mit dem Flieger retour nach Pokhara.

Aber auch da wirst du dem Straßenbau begegnen.
Nach allem was man so hört, ist es aber auch möglich abseits der Straßen zu laufen.

Vielleicht gibt es jemand, der gerade aktuell aus dem Annapurna - Gebiet zurück ist (oder bald kommt) - dann gibts bestimmt ganz frische Infos.

Grüße aus Essen
Gregor

Hannes33
25.03.2009, 14:05
Hallo,

in 2 Wochen kann man einen schönen Trek zum Annapurna Basecamp und Poonhill machen, da wird hier in anderen Threads gerade ein bisschen darüber diskutiert...
In dieser gegend ist man vom Strassenbau nicht berührt.

Wie Gregor aber schreibt, kann man im Kali Gandaki Tal oftmals der Strasse bzw. dem Strassenbau ausweichen, z.B. sehr schön zwischen Marpha und Kalopani auf die Ostseite des Kali Gandaki Tales. Die Ausblicke auf den Dhaulagiri von der Ostseite des Tales sind viel beeindruckender und schöner, als von dem regulären Trek, der ja mittlerweile eine befahrbare Piste ist...

Andere Möglichkeit: über den Thorung La bis Jomson und dann nach Pokhara fliegen. Verkürzt den Trek um ein paar tage bis zu einer Woche, aber von Pokhara aus kann man ja z.B. nochmals zum Poonhill starten.

lg, Hannes.

Nepaltrekker
25.03.2009, 16:14
Hallo,

ja, das Kali Gandakhi Tal ist in der Tat vom Strassenbau betroffen.
Meines Wissen so intensiv wie zur Zeit kein Anderes.

Wenn du die komplette Runde machen möchtest (also über den Thorong La), dann wirst du erst ab dem 2.Teil des Treks - also ab Muktinath - auf den Straßenbau stossen.

Man könnte auch von Beni über Marpha, Ghasa, Tatopani, Kagbeni nach Muktinath laufen - von dort aus zurück nach Jomosom und dann mit dem Flieger retour nach Pokhara.

Aber auch da wirst du dem Straßenbau begegnen.
Nach allem was man so hört, ist es aber auch möglich abseits der Straßen zu laufen.

Vielleicht gibt es jemand, der gerade aktuell aus dem Annapurna - Gebiet zurück ist (oder bald kommt) - dann gibts bestimmt ganz frische Infos.

Grüße aus Essen
Gregor
==

Hallo Gregor, Du wirst auch auf dem Teilstück zwischen Besisahar und Thorong La auf den Straßenbaustoßen. Mittlererweile kann man mit dem Bus bis nach Syang fahren. Kann natürlich sein, daß die Straße mittererweile nach Jagat führt, da gesprengt wurde.
@ Threadersteller
In der Umgebung von Muktinath gibt es sehr schöne Dörfer wie Dzong oder Lupra die man besuchen kann. Die Strecke zwischen Muktinath und Beni ist mittlererweile durchgehend
befahrbar. Die alte Trekkingroute zwischen Beni und Tatopani gibts bedingt durch die Straße leider nicht mehr und ist als Wanderziel unattraktiv. Der Jeep brauch zwischen Beni und Tatopani knapp 3 Stunden, jeh nach Straßenverhältnisse .
@ Hannes, wie Du sicher weisst brauch man wenn man von Jomson nach Pokhara nochmal ein Nationsparkspermit und TIMS wenn man nochmals von Pokhara auf den Poon Hill möchte.
Das Nationalparkpermit kostet 2000 Rupien.

Gruß
Jens

Joachim.Meyer
25.03.2009, 16:18
Andere Möglichkeit: über den Thorung La bis Jomson und dann nach Pokhara fliegen. Verkürzt den Trek um ein paar tage bis zu einer Woche, aber von Pokhara aus kann man ja z.B. nochmals zum Poonhill starten.

Vorsicht: Ich bin mir nicht sicher, ob sich die ACAP-Regularieren seit 2001 mittlerweile geändert haben, aber damals war es noch definitiv so, dass das ACAP Permit ein sogenanntes Single-Entry-Permit war, d.h. es verliert bei Verlassen des ACAP-Gebietes seine Gültigkeit, was bei einem Rückflug nach Pokhara der Fall ist. Ein Ausflug zum Poon Hill würde damit ein neues Permit erfordern.

Gruß
Joachim

Hannes33
25.03.2009, 16:54
Ja, das stimmt natürlich!
Daran hab ich nicht gedacht. Allerdings denke ich dass NRS 2000,- (ca. € 25,-) "nicht die welt" sind... ob man es sich leisten will muss jeder selbst entscheiden...
lg, Hannes.

bergsteiger08
25.03.2009, 17:15
Ja im Kali Gandaki Tal ist der Straßenbau schon heftig.
Auf der anderen Seite(Richtung Manang) gehts ja auch schon zur Sache. Lief damals( April2008) von Besisahar los und wurde von Bussen überholt. Richtung Tal kamen dann immer wieder Teilstücke die wurden brutalst bearbeitet und man mußte am Öltriefenden Bagger vorbeisteigen. :cry:

Hakku
25.03.2009, 17:21
Hallo,
in 2 Wochen kann man einen schönen Trek zum Annapurna Basecamp und Poonhill machen, da wird hier in anderen Threads gerade ein bisschen darüber diskutiert...
In dieser gegend ist man vom Strassenbau nicht berührt.
Wie Gregor aber schreibt, kann man im Kali Gandaki Tal oftmals der Strasse bzw. dem Strassenbau ausweichen, z.B. sehr schön zwischen Marpha und Kalopani auf die Ostseite des Kali Gandaki Tales. Die Ausblicke auf den Dhaulagiri von der Ostseite des Tales sind viel beeindruckender und schöner, als von dem regulären Trek, der ja mittlerweile eine befahrbare Piste ist...
lg, Hannes.

Habe erst vor ein paar Tagen meinen Reisebeicht über 2008 Pokhara/Annapurna Base Camp/Poon Hill/Tatopani/Jomsom online gestellt.

Man sieht die Strasse (unasphaltiert) und im letzten Jahr fuhren ca. 5 Autos am Tag darauf. Mopeds sind etwas mehr. Ich kenne ja noch die alten Zeiten und habe hier ja auch meine Bedenken mitgeteilt. Mittlerweile habe ich mich wohl schon an die neuen Zustände gewöhnt und geniesse die Strecke trotzdem.

ABC/Poon Hill bis nach Tatopani ist Natur pur!

Gruß,
Hakku

Gregor aus Essen
25.03.2009, 18:39
Ja im Kali Gandaki Tal ist der Straßenbau schon heftig.
Auf der anderen Seite(Richtung Manang) gehts ja auch schon zur Sache. Lief damals( April2008) von Besisahar los und wurde von Bussen überholt. Richtung Tal kamen dann immer wieder Teilstücke die wurden brutalst bearbeitet und man mußte am Öltriefenden Bagger vorbeisteigen. :cry:

Hi,
na denn. Den Nepalis seis gegönnt. Ich konnte 2006 (Herbst) die Tour noch laufen - ohne Autos.
In Muktinath gab es ein paar Motorräder und im Kali Gandakhi Tal hatte es ab und zu mal ein "Tuk Tuk". Alles hat halt zwei Seiten.

Grüße aus Essen
Gregor

fabian
25.03.2009, 19:41
Ich konnte 2006 (Herbst) die Tour noch laufen - ohne Autos....ja da wars noch "eingermaßen" in Ordnung, war zur gleichen Zeit da.

Im letzten Herbst 2008 sind wir dann vom MC kommend in Dharapani auf dem AC gelaufen:cry::cry::cry: Am schlimmsten habe ich es zwischen Tal und Besisahar empfunden! Und selbst in Tal ist nichts wie vor 2(!!!)Jahren:kopfschuettel:, Lodge an Lodge...

Du könntest auch über andere Touren nachdenken, zB Langtang (da war ich selbst noch nicht)oder MC(!!!!!). Und wenn man Im Everestgebiet etwas abseits geht(also die Rennstrecken zum EBC meidet), gibt es da auch tolle Touren............

Nun viel Spaß fabian

MarcusW
26.03.2009, 09:25
Meine letzten Besuche in der Annnapurna-Region sind (leider?) schon so lange her, dass es ziemlich schwer fällt mir vorzustellen, wieviel dort jetzt völlig anders aussieht.
Aber das ist eben der "Lauf der Zeit" - nicht nur in Nepal, sondern ebenso z.B. in Ladakh und in den Anden. Wir "Wester" haben ganz sicher kein Recht, darüber ein Urteil zu fällen, zumal bei uns selbst die Alpen oft rücksichtslos und ausschließlich für Freizeitzwecke erschlossen werden!

Daher möchte ich hier gerne eine grundsätzliche Betrachtung kurz wiederholen, die ich vor einiger Zeit im Zusammenhang mit Ladakh schon angestellt habe.

Straßenbau im Himalaya "zerstört" so manche alte (und lieb gewonnene) Trekkingroute, das ist offensichtlich. Aber er erschließt andererseits auch immer wieder neue Möglichkeiten für Trekker, die es in dieser Form früher nicht gab. Man muss nur die Landkarten gelegentlich etwas "grundsätzlicher" betrachten.

Die Annapurna-Runde wird wohl über kurz oder lang als zusammenhängend Runde ziemlich uninteressant werden. Andererseits werden jedoch Jomosom bzw. Muktinath schon sehr bald direkt und ohne Flugzeug erreichbar sein. Dort wird dann der neue Ausgangs- bzw. Endpunkt für zukünftige Trekking-Routen liegen. Als "Runde" bietet sich z.B. an: Muktinath - Thorung La - Tilicho See - Jomosom. Mit entspechender Zeitplanung zwecks Höhenanassung und Seiten-Abstechern eine spannende Hochgebirgsrunde. Im Westen wird wohl das "Hidden Valley" immer öfter besucht werden - eine Route bis ins Dolpo wird gelegentlich jetzt schon angeboten. Und dann gibt's auch noch Mustang.

Interessante Trekkingoptionen im Annapurna-Dhaulagiri-Gebiet wird es also trotz Staßenbaues auch in Zukunft noch lange geben...

Wolfgang

Gregor aus Essen
26.03.2009, 10:00
Hallo,


"Die Annapurna-Runde wird wohl über kurz oder lang als zusammenhängend Runde ziemlich uninteressant werden. Andererseits werden jedoch Jomosom bzw. Muktinath schon sehr bald direkt und ohne Flugzeug erreichbar sein." (Zitat).
(Irgendwie krieg ich das zietieren von Textpassagen über eine TF Funktion nicht hin :confused::confused:)

Das wird natürlich auch die vielen Inder freuen, die dann ziemlich problemlos zum Hindu - Heilgtum nach Muktinath gelangen können. Insofern ist das auch ein Gewinn für örtliche Bevölkerung.

Grüße aus Essen
Gregor

Harp Booth
26.03.2009, 10:17
(Irgendwie krieg ich das zietieren von Textpassagen über eine TF Funktion nicht hin :confused::confused:)


Hallo Gregor,

zwar OT aber als kleiner Einschub:

Entweder statt auf Antworten auf Zitieren klicken und den nicht benötigten Teil zwischen den beiden "Quote" rauslöschen.

Oder aber Text mit Strg-V einfügen, markieren und auf das Symbol mit der Sprechblase (das rechts neben dem kleinen Berg in der unteren Reihe) klicken.

Fertig

Gruss Harald

baltic
26.03.2009, 10:29
Straßenbau im Himalaya "zerstört" so manche alte (und lieb gewonnene) Trekkingroute, das ist offensichtlich. Aber er erschließt andererseits auch immer wieder neue Möglichkeiten für Trekker, die es in dieser Form früher nicht gab. Man muss nur die Landkarten gelegentlich etwas "grundsätzlicher" betrachten.

Die Annapurna-Runde wird wohl über kurz oder lang als zusammenhängend Runde ziemlich uninteressant werden. Andererseits werden jedoch Jomosom bzw. Muktinath schon sehr bald direkt und ohne Flugzeug erreichbar sein. Dort wird dann der neue Ausgangs- bzw. Endpunkt für zukünftige Trekking-Routen liegen. Als "Runde" bietet sich z.B. an: Muktinath - Thorung La - Tilicho See - Jomosom. Mit entspechender Zeitplanung zwecks Höhenanassung und Seiten-Abstechern eine spannende Hochgebirgsrunde. Im Westen wird wohl das "Hidden Valley" immer öfter besucht werden - eine Route bis ins Dolpo wird gelegentlich jetzt schon angeboten. Und dann gibt's auch noch Mustang.

Interessante Trekkingoptionen im Annapurna-Dhaulagiri-Gebiet wird es also trotz Staßenbaues auch in Zukunft noch lange geben...

Wolfgang

hallo wolfgang,
damit hast Du grundlegend recht, aber MUSS den auch der letzte winkel der erde mit trekkingrouten erschlossen sein? den letzendlich ist es dann nur eine frage der zeit bis auch die hinterletzte ecke regelmaessig mit coca- cola versorgt werden kann (da ich mal davon ausgehe, das cola schon in unregelmaessiger regelmaessigkeit schon erhaeltlich ist).
ist nicht gerade dolpo oder mustang ein mysterium welches auch geschuetzt werden sollte?wenn ich mir vor augen fuehre was der tourismus in manchen teilen der welt schon angerichtet hat (und ich spreche mich davon NICHT frei, da ich auch NUR ein tourist bin), zB nur die frage wohin mit dem ganzen muell, da dies ja jetzt schon ein problem ist (ok denn koennte man ja problemlos auf der neuen strasse runterkarren). oder aber der zerfall von kulturen und dergleichen, ok dieser ist nicht aufzuhalten, aber muss man diesen dann noch beschleunigen? und wenn ich mir die lodge- siedlungen in den einzelnen doerfern anschaue, da muss ich ehrlich sagen, da wird mir etwas von meiner illusion genommen (welches eh nur mein wunschdenken ist, da man leider immer feststellt 'andre waren schon vor mir da').
doch man sollte auch bedenken, das die entwicklung gerade in nepal am deutlichsten auffaellt da dieses land noch vor nicht mal 60jahren im mittelalter war und sich in den lezten jahrzehnten doch sehr rasch entwickelt hat, im vergleich zu den jahrhunderten davor...ok so alt bin ich noch nicht, um dies genauer beurteilen zu koennen, doch schon wenn man etwas weiter abseits der touri- routen geht ist der unterschied schon sehr deutlich.....
aber wie Du schon meintest kann man es ja auch positiv sehen, zB da kann man dann mit dem radel da hoch, was ja momentan noch recht beschwerlich ist... und es wird auch noch laenger interessante trekiking- routen geben, dann aber nur nicht mehr soviele...
gruss christian

Gregor aus Essen
26.03.2009, 12:03
Hallo Christian,

grundsätzlich gebe ich dir Recht – wie Wolfgang auch.

Ich bin auch der Meinung, dass u.a. das Dolpo und Mustang Mysterien bergen, die schützenswert sind.

Aber das würde ja ein „global – galaktisches“ Denken und Handeln voraussetzen.
Welches wir eben nicht haben.

Die Staatslenker denken immer zuerst „an ihre“ Bevölkerung - und damit eben auch an sich – immerhin wollen sie ja wiedergewählt werden.

Entwicklungen und Prozesse in denen es z.B. um den weltweiten Klimaschutz geht, stocken, gute Ideen werden nicht umgesetzt – und das „nur“ weil Staatsführungen unterschiedlicher Auffassung sind. Letztendlich steckt der schnöde Mammon und Machtdenken dahinter.

Was nun Nepal angeht…
Da würde ich mir wünschen, dass die Nepalis (oder die Übergangsregierung, die Verantwortlichen in den Distrikten und Zonen…) sich weiterhin umschauen, wie andere Länder mit dem „“Tourismusproblem“ umgehen, sich die guten Ideen herauspicken und sie dann – im Rahmen der Möglichkeiten - in ähnlicher Form umsetzen.

Ein guter Anfang sind die Programme, die das Kathmandu Environmental Education Project (KEEP) Einheimischen wie auch Reisenden anbietet (www.keepnepal.org (http://www.keepnepal.org/)).

Die „Probleme“, die es durch infrastrukturelle Veränderungen gibt, basieren m. E. auf mindestens zwei Aspekten:
1. Es ist technisch und logistisch machbar – also tue ich es
2. Bedürfnisse sollen befriedigt werden

Wie du ja auch schon schreibst sind „wir Touristen“ an der „Erzeugung von Bedürfnissen“ nicht ganz „unschuldig“.

Und last but not least, wollen die Nepalis (und das ist auch ihr Recht!) „an dem großen Kuchen“, den die Touristen mitbringen, partizipieren.

Es ist ja eine Binsenweisheit, dass nur der Einzelne etwas verändern kann.
Fortschritt und Technik – mit allen Vor- und Nachteilen – lässt sich nicht aufhalten.

Wir als „Ausländer“ können nur hoffen, dass es die Nepalis trotz Fortschritt verstehen, den unschätzbaren Wert ihrer Natur, Kultur und Religion zu erhalten.
Und das uns Mögliche dazu beitragen.

Soweit meine Sichtweise.

Viele Grüße,

Gregor aus Essen

MarcusW
26.03.2009, 12:38
hallo wolfgang,
damit hast Du grundlegend recht, aber MUSS den auch der letzte winkel der erde mit trekkingrouten erschlossen sein? den letzendlich ist es dann nur eine frage der zeit bis auch die hinterletzte ecke regelmaessig mit coca- cola versorgt werden kann (da ich mal davon ausgehe, das cola schon in unregelmaessiger regelmaessigkeit schon erhaeltlich ist).
ist nicht gerade dolpo oder mustang ein mysterium welches auch geschuetzt werden sollte?wenn ich mir vor augen fuehre was der tourismus in manchen teilen der welt schon angerichtet hat (und ich spreche mich davon NICHT frei, da ich auch NUR ein tourist bin), zB nur die frage wohin mit dem ganzen muell, da dies ja jetzt schon ein problem ist (ok denn koennte man ja problemlos auf der neuen strasse runterkarren). oder aber der zerfall von kulturen und dergleichen, ok dieser ist nicht aufzuhalten, aber muss man diesen dann noch beschleunigen? und wenn ich mir die lodge- siedlungen in den einzelnen doerfern anschaue, da muss ich ehrlich sagen, da wird mir etwas von meiner illusion genommen (welches eh nur mein wunschdenken ist, da man leider immer feststellt 'andre waren schon vor mir da').
doch man sollte auch bedenken, das die entwicklung gerade in nepal am deutlichsten auffaellt da dieses land noch vor nicht mal 60jahren im mittelalter war und sich in den lezten jahrzehnten doch sehr rasch entwickelt hat, im vergleich zu den jahrhunderten davor...ok so alt bin ich noch nicht, um dies genauer beurteilen zu koennen, doch schon wenn man etwas weiter abseits der touri- routen geht ist der unterschied schon sehr deutlich.....
aber wie Du schon meintest kann man es ja auch positiv sehen, zB da kann man dann mit dem radel da hoch, was ja momentan noch recht beschwerlich ist... und es wird auch noch laenger interessante trekiking- routen geben, dann aber nur nicht mehr soviele...
gruss christian

Ich denke, die Frage, welche Art der Weiter-"Entwicklung" eine Gesellschaft einschlagen möchte, das sollte sie möglichst autonom selbst entscheiden können und auch wirklich selbst entscheiden. Das setzt meiner Meinung u.a. ein funktionierendes Modell von Demokratie voraus (nicht unbedingt westlicher Prägung) und gerade da sehe ich in Nepal aufgrund der jüngsten politischen Entwicklung eine Veränderung zum Besseren.

Ob auch das letzte Tal wirklich erschlossen werden soll oder lieber doch nicht, das sollten diejenigen bestimmen, die auch dort leben.

Wenn wir selbst etwas an "Wildnis" bewahren wollen - oder auch "ursprüngliche Kultur" - dann können wir das legitimerweise nur bei uns daheim tun bzw. verlangen.

Gute Beispiele in Europa dafür sind z.B. die Nationalparkidee - oder lokale Kulturaktivitäten, die nicht primär kommerziell orientiert sind

LG,
Wolfgang

Bonnie
26.03.2009, 13:05
Hej, erstmal vielen Dank, auch für die weltanschaulichen Beiträge!;)
Bin ob der vielen neuen Ortsnamen erstmal etwas verwirrt, aber schön dass es Alternativen zu geben scheint. Hat denn jemand von euch ERfahrungen in anderen Gebieten gesammelt, die vielleicht doch etwas einsamer als das Annapurna-Gebiet sind? In denen man aber eventuell doch ohne Zelt auskommen kann, da ausreichend Lodges?
Wär supernett, wenn der ein oder andere von etwas abgelegeneren Touren berichten könnte...

Harp Booth
26.03.2009, 13:18
Hallo Bonnie,

schau mal hier:
http://www.trekkingforum.com/forum/showthread.php?t=14008

Einige Forenmitglieder haben diesen Trek letzten herbst gemacht und die Erfahrungen zusammengeschrieben.

einsam - nah an Kathmandu - Unterkunft in Lodges und Homestays möglich.

Gruss Harald

Joachim.Meyer
26.03.2009, 15:40
Hat denn jemand von euch ERfahrungen in anderen Gebieten gesammelt, die vielleicht doch etwas einsamer als das Annapurna-Gebiet sind? In denen man aber eventuell doch ohne Zelt auskommen kann, da ausreichend Lodges?


Vom Arun-Tal im Osten ins Everest-Gebiet. Die Tour beginnt mit einem Flug nach Tumlingtar im Arun-Tal (in diesem Bereich in 300-400m Meereshöhe gelegen), von wo aus man über 3 Pässe in 9-10 Tagen nach Namche wandern kann. Lodges sind sehr "basic", du wirst jedoch kaum Touristen begegnen. Herrliche Landschaft und schöne Dörfer.

Hier einige Bilder von einem Zelttrek im Okt/Nov 2006, ich bin die Strecke jedoch einige Jahre zuvor auch als Lodge-Trek gegangen:
http://www.flickr.com/photos/22678554@N02/sets/72157614753756550/

Eine Beschreibung des Treks findest du auch in http://www.trailblazer-guides.com/books/main.html/main/1.

Gruß
Joachim

baltic
27.03.2009, 04:50
OFFTOPIC

Ich denke, die Frage, welche Art der Weiter-"Entwicklung" eine Gesellschaft einschlagen möchte, das sollte sie möglichst autonom selbst entscheiden können und auch wirklich selbst entscheiden. Das setzt meiner Meinung u.a. ein funktionierendes Modell von Demokratie voraus (nicht unbedingt westlicher Prägung) und gerade da sehe ich in Nepal aufgrund der jüngsten politischen Entwicklung eine Veränderung zum Besseren.

Ob auch das letzte Tal wirklich erschlossen werden soll oder lieber doch nicht, das sollten diejenigen bestimmen, die auch dort leben.

Wenn wir selbst etwas an "Wildnis" bewahren wollen - oder auch "ursprüngliche Kultur" - dann können wir das legitimerweise nur bei uns daheim tun bzw. verlangen.

Gute Beispiele in Europa dafür sind z.B. die Nationalparkidee - oder lokale Kulturaktivitäten, die nicht primär kommerziell orientiert sind

LG,
Wolfgang

moin,
ich weiss ein verzwicktes thema, und grundsaetzlich bin ich auch deiner meinung. ich kann von nepalis oder in welchem land auch immer ich mich gerade aufhalte, nicht verlangen andere denkweisen anzunehmen, das waere ja noch schoener, dann saehe es in der welt ja recht langweilig aus. aber ist es nicht gerade nepal was quasi staendig auf hilfe von ausserhalb wartet, und 'wenn dieses land nicht hilft, warten wir halt, bis das naechste land zahlt'. nun ja und was hat indien fuer nepal getan? und nun kommt china mit der kohle, bzw. mit dem plan nepal mit schienen zu erschliessen... (eigentlich die besten neagativ beispiele)
klar ist es im endeffekt deren endscheidung ob auch das hinterlezte zipfelchen land erschlossen werden sollte oder auch nicht und das ist auch gut so und ja natuerlich sollen sie zuerst an ihre eigene bevoelkerung denken.
doch da sich das vorrausdenken in den meisten laendern mit geringer entwicklung leider nur auf den eigenen kurzfristigen profit und nicht auf langfristiger entwicklung beschraenkt, und eben diese entscheidungen zur entwicklung meist eben nicht von den leuten getroffen werden die eben in diesem oder jenem tal leben, sondern von denen, die im grossen saal sitzen und die 'geschicke lenken'.
nunja, aber eins ist klar, die einheimischen wollen in der entwicklung garantiert keinen schritt zurueckgehen und wir aus der westlichen welt haben in dieser sache gut reden und sollten uns erstmal an die eigene nase fassen....
gruss christian

Nepaltrekker
27.03.2009, 06:09
Über den Zustand der Annapurna Umrundung hatten wir schon mal einen längeren Thread:)
http://www.trekkingforum.com/forum/showthread.php?t=8799&highlight=Annapurna

Als Trerkker die die Runde bereits 1992 und 1993gemacht hatte, war der Unterschied zu 2007
bei meiner letzten Runde sehr erheblich.Durch die Sprengungen und den Holzschlag wurde viel
Natur zerstört. Teils fragte ich mich unterwegs, für was man eigendlich die Nationalparkgebühr zahlt. Teils fragen sich die Lodgebesitzer die abseits der Straße sind, z.B. in Ngadi oder
Bahudanda ob die Lodges weiter betrieben werden.

Gruß
Jens

P.S. Natürlich ist die medizinische Versorgung besser