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Vollständige Version anzeigen : Torres del Paine Nationalpark, Chile


Katja999
15.03.2009, 15:46
Punta Arenas – Parque Nacional Torres del Paine (Wanderung zum Mirador Cóndor und Mirador Cuernos), Mittwoch, 4.2.09
Wetter: teilweise bewölkt, windstill, ca. 20 °C

Um 8.45 Uhr machten wir uns in Punta Arenas los. 2,5 Stunden brauchten wir bis Puerto Natales, wo wir noch einen kurzen Einkaufsstop im Abu Gosch Supermarkt einlegten. Um 12 Uhr fuhren wir weiter Richtung Torres del Paine Nationalpark. Wir nahmen die 2007 eröffnete Staubstraße zum Westeingang. Dabei kommt man an der Cueva del Milodón vorbei, einer Höhle, in der 1865 Fell- und Knochenreste von einem Riesenfaultier gefunden worden waren. Dorthin werden auch Ausflugsfahrten angeboten. Nach 2,5 Stunden Fahrt mit Blick auf die Berge des Nationalparks (unterwegs gibt es drei Aussichtspunkte: Lago Toro, Glaciar Grey, Los Cuernos) erreichten wir die Parkadministration am Lago del Toro. Am Parkeingang war eine Gebühr von 15.000 Pesos (18 Euro) pro Person zu zahlen. Das Ticket gilt solange man den Park nicht verlässt. Dazu gab es eine Karte mit den Straßen und Wanderwegen.

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Auf der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft im Park, die auch mit dem Auto angefahren werden kann, sind wir auf die Posada Río Serrano gestoßen (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Hotel). Diese befindet sich direkt an der Parkverwaltung. Das Gebäude ist alt, und die Zimmer sind sehr einfach, aber hier gibt es im Gegensatz zu den Herbergen im Park sogar Doppelzimmer mit eigenem Bad. Wir zahlten 107 US Dollar Vorauskasse pro Nacht mit Frühstück. Zwei Nächte waren gebucht. Unser Zimmer hatte Twin Beds und war leider direkt neben dem Restaurant gelegen. Strom gibt es nur per Generator vormittags und abends bis 22.30 Uhr. Ansonsten hat man Kerzen… Immerhin gibt es sogar einen Internet-PC zur freien Verfügung (falls gerade Strom da ist…).
Für eine Hostería im Park hatten wir ein Angebot von einem Reisebüro über 197 Euro pro Person pro Nacht. Falls jemand in einer Hostería übernachten möchte: die Hostería Pehoé ist am schönsten gelegen und sehr zentral.
Wie eine Felsenburg ragen die Gipfel des Torres del Paine aus der patagonischen Ebene auf. Der höchste Gipfel ist der Cerro Paine Grande mit 3050 m. Es war so windstill, dass sich die Berge in kleinen Seen spiegelten.

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Da das Wetter gerade so schön war, machten wir uns schnell wieder auf, um den Park zu erkunden.

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Unser erster Stop war am Hotel Explora, wo man über einen Steg zum Wasserfall Salto Chico laufen kann. Anschließend parkten wir am Campingplatz Lago Pehoé und liefen den Pfad zum Mirador Cóndor, der in 45 Minuten steil nach oben führt, das letzte Stück über rutschiges Geröll. Die Aussicht war eigentlich nicht viel anders als schon von der Straße aus, aber auf dem Weg nach oben hat man immer wieder schöne neue Blickwinkel.

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Panorama: für volle Größe hier klicken! (http://666kb.com/i/b73ls0ngxnrjkfhfs.jpg)

An diesem Nachmittag war es fast schon schwülwarm, so dass einem selbst im T-Shirt ziemlich warm wurde. Nach 1,5 Stunden waren wir um 16.45 Uhr wieder am Auto.
Nun fuhren wir zu einem noch imposanteren Wasserfall, dem Salto Grande, hinter der Guardería Pudeto. Vom oberen Parkplatz aus läuft man nur 10 Minuten bis dorthin.

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Anschließend machten wir von dort noch eine schöne, einfache Wanderung (kaum Höhenmeter) zum Mirador Cuernos (4 km, vom Parkplatz aus eine Stunde). Auch hier sahen wir wieder wunderschöne Spiegelungen:

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Da wir ein Auto zur Verfügung hatten, waren wir nicht auf die eher spärlichen öffentlichen Verbindungen angewiesen und hatten die Möglichkeit jederzeit nach Lust und Laune anhalten. Die Straße durch den Park bietet viele tolle Aussichten und einige Wandermöglichkeiten abseits der üblichen Trekkingrouten W, Circuito oder Q. Im Erratic Rock Hostel in Puerto Natales hatten wir uns ein paar Tage zuvor den täglichen 3pm Torres del Paine Talk angehört, der jeweils 1,5 Stunden dauert und von einem Amerikaner geleitet wird, der das Hostel leitet. Dort bekommt man jede Menge Informationen für eine Trekkingtour durch den Park. Aber auch für Tageswanderungen konnten wir einige nützliche Infos mitnehmen.

Aus dem Supermarkt in Puerto Natales hatten wir Empanadas, Kartoffelchips und Rotwein mitgenommen, so dass wir uns an diesem Abend selbst verpflegten. Dazu suchten wir uns ein nettes Plätzchen auf einem Hügel unweit der Posada Serrano mit Blick auf den See.

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Lebensmittel und Getränke kann man ansonsten auch im kleinen Laden an der Rezeption kaufen. Das Leitungswasser und das Gletscherwasser aus den Bächen des Parks kann man problemlos trinken.
Gefahrene Kilometer: 380


[B]Parque Nacional Torres del Paine (Wanderung zum Glaciar Grey), Donnerstag, 5.2.09
Wetter: bedeckt, vormittags Tröpfelregen, abends sonnig, windstill, 19 °C

Zum Frühstück gab es Toast, Käse, Schinken, süßes Brot, Marmelade, Haferflocken, Tee, Pulverkaffee. Wir fuhren rechtzeitig los, um die Fähre zum Refugio Paine Grande auf der anderen Seite des Lago Pehoé zu erreichen. 30 Minuten brauchten wir für die Fahrt von der Parkadministration bis Pudeto in der Nähe vom Wasserfall Salto Grande. Wieder spiegelten sich die Berge im See:

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Der Katamaran von Hielos Patagonicos fährt die Strecke im Sommer drei Mal täglich. Vorbuchen kann man nicht, man muss einfach rechtzeitig da sein. Falls mal nicht alle Passagiere auf das Boot passen sollten, soll der Katamaran wohl noch ein zweites Mal fahren, wodurch man allerdings Zeit verliert. Ein Ticket hin und zurück kostet 18.000 Pesos (22 Euro) pro Person. Um 9.30 Uhr legten wir ab. 30 Minuten dauerte die Überfahrt. Wir wurden direkt von einem Magellanganspaar mit Nachwuchs gegrüßt:

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Vom Refugio Paine Grande, einem von mehreren Backpackerhosteln im Park, kann man zu einem Aussichtspunkt auf den Grey Gletscher in der Nähe vom Refugio Grey laufen. Die Wanderung war mit 11 km und 3,5 Stunden pro Strecke angegeben, was gut gepasst hat. Wir hatten etwas Sorge, dass wir es nicht rechtzeitig zurück zur Abendfähre um 18.30 Uhr schaffen. Der Weg hatte mehr Höhenmeter als erwartet (350 Hm). Zunächst ging es stetig bergauf bis zum ersten Aussichtspunkt, wo man einen Ausblick von weitem auf den Gletscher hat, wie er an drei Stellen in den Lago Grey kalbt. Bis hierher läuft man etwa zwei Stunden, unterwegs hat man ein paar schöne Ausblicke auf kleine Eisberge unter sich.

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Wenn man nicht bis ganz zum Ende zum eigentlichen Mirador Glaciar Grey laufen will, sollte man vom ersten Aussichtspunkt wieder zurückgehen. Denn nun folgt ein sehr steiler Abstieg, und den Gletscher sieht man bald nicht mehr. Der Weg führt größtenteils durch Wald bis hinunter zum See

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und kurz vor dem Refugio Grey erreicht man den Pfad zum Aussichtspunkt auf die Gletscherwand.

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Wenn man noch eine Stunde weiterläuft, steht man direkt oberhalb des Gletschers, aber dafür reichte unsere Zeit nicht mehr. Nach insgesamt 30 Minuten Aufenthalt mit kurzem Mittagssnack mussten wir uns bereits wieder auf den Rückweg machen. Eine Stunde hatten wir so noch als Puffer, immerhin ging es auf dem Rückweg steil bergauf, und das mit inzwischen müden Beinen. Wir schafften es aber in der geplanten Zeit, und hatten nun noch eine Stunde Zeit, um im Minimarket des Refugios eine Cola zu kaufen und uns wieder für die Fähre anzustellen.

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Alternativ könnte man von der Paine Grande Lodge auch zum Mirador Pehoé laufen, was ein sehr schöner Aussichtspunkt mit Blick auf das Torres del Paine Massiv sein soll. Dieser Weg ist wesentlich kürzer. Oder man läuft an einem weiteren Tag noch ins Valle del Francés unterhalb der Cuernos. Die Wanderungen zum Grey Gletscher und ins französische Tal sind auch Teile des berühmten W-Treks, der in mehreren Tagen durch den Park führt, bzw. des Circuitos, auf dem man das Paine Massiv einmal umrunden kann. Hätten wir vorher gewusst, dass man jedes Mal mit der Fähre fahren muss, um diese Wanderungen als Tagestouren zu machen, hätten wir hier vielleicht auch noch eine Übernachtung eingeplant.
An diesem Abend gingen wir ins Restaurant der Posada Río Serrano. Wir wählten Lomo (Steak) und Milanesa (Schnitzel) mit Fritten und einem gemischten Salat, einer Cola und einem Bier für 17.600 Pesos (21 Euro) plus Trinkgeld. Wir hatten gehört, dass die Restaurants im Park teuer sein sollen, hier war es jedenfalls eher günstig und keineswegs schlecht. Auch die Restaurantpreise der Hostería Pehoé schienen im normalen Bereich.
Gefahrene Kilometer: 34


[B]Parque Nacional Torres del Paine (Wanderung zum Mirador Lago Grey, Fahrt von West nach Ost durch den Park), Freitag, 6.2.09
Wetter: vormittags bedeckt, nachmittags teilweise bewölkt, windig, 15 °C

Leider fing der Tag wieder mit dunklen Wolken an. Heute verließen wir die Posada Río Serrano

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und fuhren zunächst ganz in den Osten des Parks, bis zum Ende der Straße an der Guardería Lago Grey. Von dort kann man in 45 Minuten zum Mirador Lago Grey laufen. Dies ist eine einfache Wanderung am Strand des Sees entlang mit Blick in der Ferne auf den Grey Gletscher, im Vordergrund ein paar Eisberge, dann läuft man noch einen Rundweg auf einer kleinen Halbinsel und am Strand wieder zurück.

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Insgesamt waren wir hier zwei Stunden unterwegs. Je nach Zeit und Lust kann man von hier auch noch eine streckenmäßig kurze aber steile Wanderung zum Mirador Ferrier machen oder zum Pingo Wasserfall (3,5 Stunden, 8 km). Nach weiteren drei Stunden erreicht man von dort den Mirador Zapata, ich nehme an mit Blick auf den Glaciar Zapata. Eine weitere Wanderung unweit der Posada Río Serrano führt übrigens noch durch einen Flechtenwald zur Laguna Verde (4 Stunden, 12 km).
Mittlerweile war es 12 Uhr, und wir machten uns auf den Weg in den Ostteil des Parks.

Bis zum östlichen Parkeingang benötigten wir etwa zwei Stunden, wobei wir unterwegs nur kurz an der Hostería Pehoé

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und am Mirador Lago Nordenskjold hielten, und um die Guanakos zu fotografieren, die sich hier im Ostteil in großer Zahl aufhalten.

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Als wir den Abzweig Richtung Refugio und Hostería Las Torres nahmen, waren wir froh, dass wir nur ein kleines Auto gemietet hatten, denn die Zufahrt führte über eine alte, etwas baufällige und sehr schmale Brücke.

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Größere Wagen mussten ihre Seitenspiegel anklappen, um gerade so durchzupassen! Nach einer weiteren halben Stunde Fahrt über die Schotterpiste hatten wir das Refugio Torres erreicht. Hier gibt es zwei Gebäude: das neuere Torre Central und das ältere Torre Norte. Leider gibt es hier nur Mehrbettzimmer mit Gemeinschaftsbad, aber altersmäßig waren wir allemal der Durchschnitt. Für ein Full Bed mit Bettzeug (Handtücher sind separat) inklusive Vollpension zahlten wir im Torre Central 86 US Dollar pro Person pro Nacht Vorauskasse. Ein Full Bed ohne Verpflegung hätte 51 Dollar gekostet. Hätten wir jedoch vor Ort in Pesos gezahlt, hätten wir sicher ein Drittel sparen können, denn der Preis war viel günstiger. Aber Vorbuchen ist in der Hauptsaison anzuraten, denn die begrenzten Betten im Park füllen sich schnell! Immerhin war das Hostel sehr ordentlich und man hatte sogar Blick auf die Torres. Wir waren jedoch froh, dass wir nicht wie ursprünglich vier sondern nur zwei Nächte hier gebucht hatten und die anderen zwei Nächte im Westteil des Parks, denn die Entfernungen sind doch sehr groß! Landschaftlich hat uns der Westteil besser gefallen, denn dort fährt man direkt an den türkisfarbenen Gletscherseen entlang. Das Refugio Torres ist übrigens das einzige Hostel im Park, das mit dem Auto angefahren werden kann.

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Das Wetter hatte sich mittlerweile gebessert, und die Sonne kam raus. Und da es erst früher Nachmittag war, liefen wir noch ein Stück des Wanderwegs Richtung Las Torres bis zur alten Hängebrücke über den Río Ascencio und anschließend den Interpretive Trail (1 Stunde, 2,5 km) ab der Hostería Las Torres.

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Dabei lief man quasi durch eine Pferdeweide, wobei das letzte Stück allerdings sehr matschig war.

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Auch rund um den Campingplatz und rund ums Hostel liefen Pferde…
Das Abendessen im Refugio wurde in zwei Schichten serviert (19.30 Uhr und 20.30 Uhr). Es gab Spargelsuppe, Hähnchenlasagne und Kuchen (Napkin Pie) sowie Wasser. Aus Puerto Natales hatten wir uns noch Wein mitgebracht, diesen genehmigten wir uns anschließend im Aufenthaltsraum.
Gefahrene Kilometer: 82


[B]Parque Nacional Torres del Paine (Wanderung zu den Torres), Samstag, 7.2.09
Wetter: vormittags bewölkt, windstill, mittags Regen, nachmittags leicht bewölkt, etwas Wind, 15 °C

Auch das Frühstück gab es in zwei Schichten: 7 Uhr und 8 Uhr, wir hatten das spätere reserviert. Nach dem schönen Abend vom Vortag hatten wir nun endlich mal wieder auf besseres Wetter gehofft, aber die Torres hatten sich über Nacht wieder zugezogen. Aber so schlecht sah das Wetter auch nicht aus, also hofften wir mal auf das beste für unsere Wanderung zu den Torres, das große Highlight im Park: 9,5 km, 820 Höhenmeter, 3,5 Stunden (one way). Auch dies ist Teil des Ws.
Da wir uns etwa einen Kilometer Wegstrecke sparen wollten, nahmen wir das Auto und fuhren bis zum Parkplatz an der Hostería Las Torres. Um 9 Uhr liefen wir los, zunächst die gleiche Strecke bis zur Hängebrücke wie am Vortag. Ab dem Abzweig zum Refugio Los Cuernos ging es nun eine Stunde steil bergauf bis zu einem weiteren Abzweig Richtung Refugio Los Cuernos. Bis zum Refugio Chileno verliert man wieder etwas an Höhenmetern, wobei man noch eine Geröllhalde passiert, unter uns der Río Ascencio. Nach weiteren 30 Minuten waren wir am Refugio, dem ersten Etappenziel.

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Die Torres konnte man von hier nur erahnen. Nach einer kurzen Rast ging es nun gemächlich bergauf bergab, größtenteils durch Wald, bis wir nach einer Stunde gegen 12 Uhr das Base Camp Torres erreicht hatten. Aber mit uns war auch eine Regenwolke hier angekommen! Wir flüchteten ins Camp, aber der Unterschlupf dort war schon voll. Daraufhin lud uns der Parkranger auf einen Kaffee oder Tee in seine kleine Hütte ein! Er lebt hier oben sechs Monate im Jahr und unterhält sich gerne mit den Touristen. Er gab uns nicht viel Hoffnung, dass sich das Wetter in absehbarer Zeit wieder ändern würde und die Torres zum Vorschein kämen. Aber nun waren wir schon hier und wollten unser Glück trotzdem versuchen. In Patagonien macht das Wetter sowieso, was es will, und es soll nicht ungewöhnlich sein, alle vier Jahreszeiten an einem Tag zu erleben.
Kaum waren wir wieder losgegangen, hörte der Regen auf. Nun hieß es über ein Geröllfeld steil nach oben zu kraxeln.

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Nach 45 Minuten hatten wir es geschafft – wir erklommen die letzten Felsen vor dem Aussichtspunkt – und erhaschten gerade noch einen Blick auf die Felstürme, bevor sie in den Wolken verschwanden!

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Wir wollten die Hoffnung aber noch nicht aufgeben, dass die Torres sich noch einmal blicken lassen würden, und machten es uns erst einmal mit unserem Lunchpaket aus dem Refugio (ein dickes Sandwich mit Hähnchenfleisch sowie Erdnüsse, ein Apfel, ein Müsliriegel, ein Muffin, ein kleines Päckchen Saft) mit Blick auf die Laguna gemütlich – so gut es ging. Denn hier oben war die Temperatur um einige Grad kälter. Die Felsen waren kalt, wir setzten uns auf unsere Handschuhe. Auch die Mützen kamen wieder zum Einsatz. Aber unsere Geduld wurde belohnt! Nach einer Weile kamen die Felsen nach und nach wieder hinter den Wolken hervor, und kurz bevor wir wieder aufbrechen wollten, zeigten sie sich dann in aller Pracht!

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Nach insgesamt 2,5 Stunden hier oben machten wir uns um 15.50 Uhr auf den Rückweg. Das Abendessen wartet! Wir sind zügig durchgelaufen, immerhin ging es nun größtenteils bergab, was allerdings ganz schön auf die Knie ging.

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Nach nur 2,5 Stunden (für den Aufstieg hatten wir an reiner Laufzeit 3 Stunden 15 Minuten gebraucht) waren wir um 18.20 Uhr zurück am Auto. Und das hatte auch noch eine Überraschung für uns parat: Wir hatten hinten links einen Platten! Und das an dem Tag, an dem wir am wenigsten gefahren sind! Schnell noch den Reifen gewechselt und ab unter die Dusche. Wir haben es noch rechtzeitig zum Abendessen um 19.30 Uhr geschafft. Als Vorspeise gab es Ceviche, eine Art kalte Gemüsesuppe, dann Shepherd’s Pie (Hackfleisch mit Kartoffelpüree) und einen Yoghurt Tart Kuchen als Nachspeise.
In der zweiten Nacht blieben zwei der sechs Betten in unserem Zimmer leer. Vielleicht kann man also doch mal Glück haben, dass man hier auch in der Saison kurzfristig noch ein Bett bekommt…
Gefahrene Kilometer: 2

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(Reitausflüge werden anscheinend von der Hostería Las Torres aus angeboten)




[B]Parque Nacional Torres del Paine (Cascada Paine, Laguna Azul) – Puerto Natales, Sonntag, 8.2.09
Wetter: leicht bewölkt, windig, ca. 19 °C

Irgendwie hatten wir sowie am Fitz Roy als auch hier im Torres del Paine immer an unserem Ankunfts- und Abreisetag das beste Wetter. Um 9 Uhr brachen wir auf. Wir wollten noch in den nordöstlichen Teil des Parks fahren, zur Laguna Azul. Ohne Ersatzreifen ist das auf den Schotterstraßen natürlich ein bisschen riskant. Aber jetzt hatten die Reifen schon fast zwei Wochen durchgehalten, über etliche Schotterstrecken. Hoffen wir also einfach mal, dass nun nicht gerade auf den letzten Kilometern noch ein zweiter Reifen fällig wird!

Am östlichen Parkeingang an der Guardería Laguna Amarga verließen wir offiziell den Park, und bogen kurz darauf nach links ab, Richtung Cascada de Paine. Der Blick auf den Wasserfall mit den Torres dahinter war sehr schön.

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Nach kurzer Zeit fuhren wir mitten durch eine riesige Herde von Guanakos, die hier im Park gar nicht scheu waren, im Gegensatz zu ihren Artgenossen, die wir vorher an den Durchgangsstraßen gesehen hatten.

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Schließlich erreichten wir den Abzweig zur Laguna Azul. Auch hier waren überall Guanakos zu sehen. Dann tauchte der See auf, der in einem herrlichen Azurblau leuchtete. Im Hintergrund die Torres! Wir passierten wieder einen Parkeingang, die Portería Laguna Azul, aber hier war niemand zu sehen. Ob unsere Parktickets noch gültig waren, keine Ahnung. Wir wollten aber auch nur kurz mal schauen. Am Seeufer weideten Pferde. Hier werden anscheinend auch Ausritte angeboten. Es gibt auch einen Campingplatz, aber keine weitere Unterkunft.

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Gegen 10.45 Uhr fuhren wir zunächst auf der gleichen Strecke wieder zurück. Diesmal bogen wir aber nicht wieder Richtung Cascada Paine ab, sondern fuhren geradeaus weiter, bis wir wieder auf die Hauptroute nach Puerto Natales stießen. Durch unseren Abstecher hatten wir allerdings die Laguna Amarga verpasst, also fuhren wir noch mal ein kurzes Stück Richtung Nationalparkeingang. Bis zum See war es nicht weit. Dieser leuchtete türkisblau und bot ebenfalls einen herrlichen Blick auf die Torres.

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Um 11.30 Uhr verließen wir dann endgültig den Torres del Paine.

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105 km waren es bis Puerto Natales. Zur Zeit sind nur die letzten 50 km vor Puerto Natales auf dieser Strecke geteert. An der Teerstraße zwischen Cerro Castillo und Puerto Natales wird gerade gebaut. Wir waren froh, als wir die Schotterstraßen endlich hinter uns hatten.

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Wenn man den Park aus östlicher Richtung anfährt, sieht man das Torres del Paine Massiv von weitem aus der Ebene herausragen, die westliche Zufahrt ist hügeliger. Kurz nach 13.30 Uhr erreichten wir Puerto Natales, wo wir eine Unterkunft für die Nacht gebucht hatten.
Gefahrene Kilometer: 249

Weitere Infos zu dieser Reise unter www.katjamaue.de (http://www.katjamaue.de)

Zorro
25.11.2009, 21:11
Hallo Katja,

wir haben nächstes Jahr eine ähnliche Tour vor, kannst du mir mal ein paar Tips zum Thema Flugstrecke und Bunchung geben ? Was ist günstiger über Argentinien oder Chile ?

BWG

Zorro

Katja999
25.11.2009, 21:48
Hi Zorro,
da wir von Buenos Aires aus angereist sind, war es für uns günstiger, einen Weiterflug innerhalb von Argentinien zu buchen. Aerolineas Argentinas fliegt täglich El Calafate an, LAN Chile nur an bestimmten Wochentagen. Dann müsst ihr allerdings über die Grenze. Mit dem Bus kein Problem. Mit dem Mietwagen muss man das bei der Anmietung angeben und kostet ein paar Dollar extra. Wenn ihr über Santiago de Chile anreist, könnte es günstiger sein, nach Punta Arenas zu fliegen.
Wir hatten auch erst überlegt, Río Gallegos anzufliegen, aber dort fanden wir keinen Mietwagenanbieter in Deutschland, über den wir buchen konnten.
Hilft das?
Gruß
Katja

Zorro
25.11.2009, 22:09
Hi Katja,

dank dir, ja die Varianten sind ja irgendwie klar Buenos Aires Calafate oder Santiago Arenas wie du schon sagst... da wir wohl keinen Wagen nehmen werden und uns auf die beiden Gebiete Cerro Torre Fitz Roy und torres del paine konzentrieren wollen würde der Wagen ja sowieso mindesten 2/3 des Urlaubes auf der Stelle bleiben... Geplant sind jeweils 5 bis 7 Tagestreks Transfers und Rücktour bei Schiff nach Puerto Monnt wohl von Puerto Natales aus...

BWG

Zorro

Roadrunner75
16.01.2010, 14:35
Schöner Bericht mit tollen Bilder. Macht die Wartezeit für unsere Tour noch schwerer, aber in 4 Wochen gehts los. ;-)