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Vollständige Version anzeigen : Thread der Harten und Naturburschen


Murmel-Sepp
19.11.2004, 13:16
Hi ho

Ich weiss nicht mehr wie ich drauf kam ... es wurde mal Zeit den Thread der Harten und Naturburschen aufzumachen, in dem alle posten können, wer am allernackigsten sich am längsten im kältesten Schnee gewälzt hat, die längste Zeit mit dem schwersten Rucksack den einsamsten Treck bewältigt hat, sich mit den meisten meist offenen Blasen die längste Zeit mit den unbequemsten Schuhen herumgeplagt hat usw.

bitte bleibt realistisch - danke - viel Spass dabei

gleichzeitig darf man auch Weicheier dissen und über Heulsusen, Warmduscher und Leute lästern die ständig Kalt Hunger und Aua haben, nach Mama rufen und nach Hause wollen.

Und man darf auch über Leute lästern die völlig overdressed das Idyll verkaputtieren. Die kann ich nämlich auch nich haben, diese Leuchtbojen - bah.

gafi
19.11.2004, 13:46
hehe,

ok fang ich mal an, Windstärke 7, Wolkenbruch, Gewitter, Wellengang wie auf Hawai, 45 min für 2 km paddeln + schöpfen bis zum Ufer - mit 2er Faltboot, geradeso bevor wir mitsamt Boot absoffen, angelegt und Zelt aufgestellt

ps: kurze Zeit später hellster Sonnenschein und eine wunderbare Stille, alles was an Insekten von dem Unwetter genauso überrascht worden war wie wir, hatte wohl nicht überlebt ;)

silvia
21.11.2004, 16:33
Hallo ihr ganz harten Bärenfellträger, coolen Barfußläufer und sonstigen Superhelden!

Ich melde mich hier schonmal freiwillig als Verliererin und Mobbing-Opfer. Ich habe nämlich keine Lust, mich unterwegs mehr zu quälen als notwendig. Außerdem bin ich eine Frostbeule und werde unausstehlich, wenn ich die Nacht über schlecht geschlafen habe. Ohne warmen Schlafsack, gute Isomatte, leichtes Zelt und bequemen Rucksack geht bei mir gar nix. Klamotten sollten funktionell und leicht sein - aber bitte nicht quietschbunt und "in trendigem Extremsport-Design".

Aber deswegen bin ich genauso gerne abseits der Zivilisation unterwegs wie ihr. Nur mach ich mir das Leben draußen gerne ein wenig angenehmer - damit ich die Natur drumherum besser genießen kann.

Ich bin uncool und stolz darauf!

Übrigens: ja, ich hab auch schonmal Fische ausgenommen und auch schon mal einen (zugegebenermaßen nicht sehr großen) Baum gefällt. Und die Lexan-Trekking-Weingläser und den Damen-Stehpisstrichter brauch ich auch nicht.

So, und nun haut mal schön alle drauf auf mich.

P.S.: Smilies darf jeder nach Belieben selbst einfügen.

gafi
21.11.2004, 16:55
hiho silvia,

wie heisst es, Leben und Leben lassen :) ich persönlich bin nicht in diesem Forum um auf jemanden draufzuhauen, sondern weil schlechtes Wetter ist, wegen allg. Tips im Outdoorbereich und einfach Spass am Austausch "mehr oder weniger sinnvoller" Informationen ;)

nachdem ich gestern im Schneesturm joggen war und in den ganzen zwei Stunden, nur 3 Leute und 4 Autos gesehen habe, hat es mir gedämmert das ich doch manchmal nicht ganz normal bin 8)

ich verlange dies nicht zu verstehen und würde auch niemals jemanden zwingen auch soetwas zu machen.

heute probiere ich es auch einfach mal im warmen Stüblein zu sitzen und Tee zu trinken ...

ps: bisher gefällt es mir ganz gut ::)

ps2: schöne sache mit den simlies

Murmel-Sepp
21.11.2004, 17:05
ah - daaaa - ein WeichEi outet sich: deine Argumente sind durchaus schlüssig vorgetragen :) nachts gut schlafen finde ich auch wichtig - aber das ging auch mit den normalen isomatten das ging sogar ganz ohne Isomatte und auch ohne Zelt >>> ah - daaa - ein naturbursche: kleine Äste und Zweige in einer Mulde unter einem großen Baum ausbreiten, dann trockenes Laub oder Gras was halt so da ist über diese Zweige legen, dann den Poncho drüber, den Schlafsack drauf ... fertig ist ein bequemes und nicht schlecht isolierendes Bett.

Gut funktionieren Buchenzweige, weil alle Abzweigungen in einer Ebene sind. Klar funktioniert das nicht auf 3500 Meter Höhe und auch klar das man das nicht überall machen darf und auch nicht überall machen sollte. Spass machen tut es.

Kebnekaise
22.11.2004, 07:58
Funktioniert übrigens auch mit den Ästen von Fichten oder Tannen. Erstere duften würzig nach harz, letztere stinken nach Pisse (wirklich). Hat aber den Vorteil, dass sie auf schlägen überall in allen größen herumliegen und(!) Fichten kommen in den Alpen in größeren Höhen vor als Buchen...

In meinem Falle: 5 tage, bei Nachttemperaturen von -20° im Schneeloch, allerdings mit warmer Schlaftüte - Im Schneeloch ist es übrigens bedeutend wärmer als im Zelt (also doch nicht so ganz das Hartei???)

bachergerardo
28.11.2004, 14:32
Ich finde ein Schneeloch absolut brauchbar zum Uebernachten, leider wird's halt ziemlich feucht drin, aber zum Ueberleben reicht's.
Ich persoenlich ziehe meistens ein Zelt vor, da es schneller geht und trockener ist.
Um zu ueberleben ist unserer Kreativitaet jedoch keine Grenze gesetzt, jede Extremsituation verlangt andere Loesungen.
Gerhard

Julia
30.11.2004, 08:14
Bei -15 Grad draussen ist es in einer Schneehöhle aber deutlich wärmer als im Zelt.

bachergerardo
30.11.2004, 09:30
Kommt darauf an wie gut/schlecht Dein Schlafsack ist.
Gerhard

Murmel-Sepp
01.12.2004, 22:42
Ich war mit meinem Bruder in den SüOstKarpaten in RUmänien genauer im Retezat-Gebirge und wir dachten jetzt supercoool und hyperhart sein zu müssen und uns bei diesen relativ geringen Höhen (2800m) ja ruhig auf gaanz eigenen Wegen bewegen zu können :) Das ging mal volle Kanne nach hinten los - da waren wir einen Tag bei tollstem Sonnenschein in ein traumhaftes Tal einen Flusslauf aufgestiegen, hatten Bärenspuren und riesige Steinpilze gefunden, da wurde der Weg immer schmaler und das Dickicht immer dichter ...

Und der Pass über den wir drüber wollten, den konnten wir nicht finden --- hmm --- um kehren weitergehen ? da sind wir natürlich weitergegangen, klar das dann das Wetter schlechter wurde, Nebel zog auf, es wurde sehr nass feucht kalt windig und wir hatten grosse Mühe irgendwo einen Zeltplatz zu finden. Feuer anmachen ging eh nicht.

Da lagen wir dann endlich durchgefroren und durchnässt in unseren Schlafsäcken, da überfiel uns beide Fiebrigkeit Übelkeit und Kälte - bah - echt schlimm - raus in die Kälte, wir waren ungefähr auf einer Höhe von 2300 m - Durchfall und Übelkeit, Magenschmerzen und Schüttelfrost. Es war grausam. Ich glaub das kam von dem Wasser mit welchem wir etwas zu essen gemacht hatten.

Am nächsten morgen ging es etwas besser - der Nebel war aber immer noch da.
Ich erzähl das morgen zu ende - muss dringend ins bett. - wollte nur sagen, das das mit dem naturburschen auch schnell mal nach hinten losgehen kann.

Becks
16.12.2004, 16:53
Und man darf auch über Leute lästern die völlig overdressed das Idyll verkaputtieren. Die kann ich nämlich auch nich haben, diese Leuchtbojen - bah.

Moin, ich gehör zu den Leuchtbojen und hab damit kein Problem. Ein netter Pluspunkt im Bereich Sicherheit, falls mich mal jemand die Rega suchen muß. Rettet Leben und wiegt nix.

Zu "hart": so richtig herbes war nie dabei, und gewollt waren diese "Showeinlagen" auch nicht gerade.
... im Juli am Mont Blanc auf 4000 m in einen Sturm reingerannt. Mit Windchill und -15°C Außentemp. gibt das ordentlich Eis im Gesicht...
...GR 20 Korsika mit ca. 33 kg Startgewicht im Rucksack...
...Mont Blanc im August in zwei Tagen erlegt - 2000 m rauf und 3300 m runter an einem Tag, Brutto 20 h auf den Beinen...
... am Obergabelhorn bei einer Überschreitung im Neuschnee den Weg verloren, auf 3900 m auf einem Grat sitzend biwakiert (elende Nacht), am nächsten Tag dann noch eben ein zweites Mal den Weg verloren und dann irgendwo wild durch ne Wand abgeseilt. Machte 26 h Tourdauer anstelle von grob 9 h, mein Kollege hatte wochenlang taube Zehen von der Nacht und verlor 8% seines Körpergewichts in den zwei Tagen...

imo aber völlig normale Sachen, wenn man sich ein paar mal in den Bergen rumgetrieben hat. So richtig harte Sachen macht doch eh kaum noch jemand. Wenn ich mir da ansehe, mit welchen Mitteln und welcher Ausrüstung früher die Alpen erobert wurden, dann ist heute (außer auf Expeditionen) meistens eh alles "Warmduscherei".

Alex

Murmel-Sepp
16.12.2004, 18:34
woh woh woh

das is durch aus alles sehr hart
Du bist eine harte Leuchtboje

Das Sicherheitsargument zieht natürlich überhalb der 3000 Meter.
Also mit Verlaub - du bist entschuldigt - alle Bergsteiger dürfen ab jetzt

LEUCHTBOJEN sein.

Becks
16.12.2004, 18:55
woh woh woh
das is durch aus alles sehr hart

nope, imo lediglich normal wenn man außerhalb der hochsaison in den alpen rumrennt.


Das Sicherheitsargument zieht natürlich überhalb der 3000 Meter.
Also mit Verlaub - du bist entschuldigt - alle Bergsteiger dürfen ab jetzt
LEUCHTBOJEN sein.

K.A. ob das jetzt ironisch gemeint ist, ich hab lediglich mit Erstaunen feststellen dürfen, wie eine Person am hellichten Tag vom Untergrund quasi verschluckt wurde. Ein Kollege von mir trug im April am Mönch eine beige Jacke mit schwarzen Schulterverstärkungen. Im Mix aus Fels und Schnee war der Bursche auf 50 m Entfernung nur dann sofort sichtbar,wenn er sich bewegte.
Jetzt nehme man etwas übleres Wetter, Wolken, Schneefall, Regen oder Schnee, und lege den Burschen bewußtlos in eine Felsrinne. Wie solch eine Person aus einem fliegenden Helikopter gesehen werden soll ist mir schleierhaft.

Ach ja, das Korsikamaterial wurde auch nicht umsonst geschleppt. Mit unserem Geraffel wurde an der letzten Station im Südteil ein Wanderer am offenen Hintern operiert *g*

Alex

Murmel-Sepp
16.01.2005, 10:15
K.A. ob das jetzt ironisch gemeint ist


hey Alex

entschuldige meine späte Antwort
ich meinte das ernst und etwas lustig

also wo Leuchtfarben Sinn machen, z.B. beim Bergsteigen, da sollten Sie durchaus verwendet werden - Ist doch klar -


Ich wandere bzw. trekke mehr unterhalb der 3500 m - da finde ich es gut unauffällig zu sein. Zuletzt war Ich in Zentralamerika unterwegs, Honduras, Nicaragua, Guatemala ... wir waren dort in sehr abgelegenen Dörfern und Nationalparks. Ich finde es angenehm, dort natürlich bzw. wenig high-tech-mäßig zu reisen. Klar fällt man eh überall sofort auf, den Kontrast kann man dabei versuchen, etwas zu verringern.

PackHamster
06.02.2006, 22:16
^^ beim bund haben wir 5 tage gefechtssimulation gemacht bei -12 grad nachts mit bundeswher equipment nach 6 stunden wars erste paar schuhe durch danach hat man uns zum glück erlaubt die gummibotten überzuziehen. nachts so ca 3 stunden schlaf ( wenns kein alarm gab) feuer war verboten wegen dem feind :/ da hat man sich richtig gefreut streife zu laufen weils da einigermassen warm wurde :) naja spass hats im nachhinein schon gemacht vorallem weil wir klar geownnen haben :D

Streebak
07.02.2006, 13:55
Huhu, dieser Thread ist ja genau das richtige für mich ;)

Für mich unerfahrenen Trekker, der im letzten Sommer seine erste Tour in der Niederen Tatra gemacht hat, wird aus einer Mücke gleich ein Elefant gemacht, aber gerade diese "heiklen" ersten Erfahrungen bleiben doch bei einem hängen und das gibt mir zumindest einen gewissen Kick. :)

Zum Einstieg haben wir 3 tageswanderungen vor der eigentlichen Kammwanderung gemacht, da war natürlich ein Tag dabei, wo es von morgens bis zu Ankunft geregnet hat...

Eigentlich wollten wir den Kamm von Ost nach West ohne Abstieg durchwandern, bis die Niedere Tatra halt den Knick nach Süd-Westen macht und so gut wie keine Berghütte oder Quelle mehr ansteht. Also knapp 70-80km wurden dann halt von uns in 5 Tagen zurück gelegt, geplant waren mind. 8! Aufgrund von heftigem Baumschlag mussten wir leider nach 2 Tagen vom Kamm wieder zurück ins Tal laufen, um das gesperrte Teilstück zu umfahren. Da wir uns zuerst doch durch diesen Baumschlag durchschlagen wollten (was im Nachhinein keine gute Idee war), war der nächste Abstieg ins Tal natürlich auch total vom Baumschlag betroffen. Bei den heftigen Tannen dort, war das Drüberklettern über die reihenweise querliegenden Bäume kein Kinderspiel mehr, ok nach unten ging es immer, dafür sorgte die Schwerkraft ;) Hier ein Bild von der Szenerie: http://www.fabian.itplanet-web.de/dalbum/showimg.php?file=/Reisen/2005%20Slowakei/Niedere%20Tatra%20-%20Kammwanderung/Tag%202/kamm_tag2_09.jpg (http://www.fabian.itplanet-web.de/dalbum/showimg.php?file=/Reisen/2005%20Slowakei/Kammwanderung/Tag%202/kamm_tag2_06.jpg). Im Tal angekommen wurden wir aber dann mit schönstem Sonnenschein und in der nächst kleineren Stadt mit einem deftigen Abendessen verwöhnt. Das hatten wir uns ja auch redlich verdient.

Das heftigste sollte aber am 5. Tag passieren. Wir gingen wie gewohnt gemütlich nach dem Sonnenaufgang so gegen halb 10 los. Nach verpassen der ersten Wegkreuzung, mussten wir einen kleinen Trampelpfad mit übelst von Tau bedeckten kniehohen Gras am Berg entlang stiefeln (siehe hier: http://www.fabian.itplanet-web.de/dalbum/showimg.php?file=/Reisen/2005%20Slowakei/Niedere%20Tatra%20-%20Kammwanderung/Tag%205/kamm_tag5_13.jpg (http://www.fabian.itplanet-web.de/dalbum/showimg.php?file=/Reisen/2005%20Slowakei/Kammwanderung/Tag%205/kamm_tag5_13.jpg)). Hiernach konnte ich meine Socken ausfringen und hatte den ganzen Tag sehr angenehm nasse Schuhe (das nächste mal kaufe ich mir Gamaschen oder zieh meine Regenhose drüber, aber hinterher ist man immer schlauer! ;)
Da die Nacht in der überheizten und mit quakenden Jugendlichen nicht sehr erholsam war, fiel die Mittagspause etwas länger aus, aber danach sind wir noch bis in die frühe Nacht hinein in die nächste Stadt zu einem Hotel gelaufen. Aber ich erzähle einfach mal alles weiter der Reihe nach: Um 16 Uhr nachmittags wollten wir nach der langen Mittagspause und einem etwa 2 stündigem Weitermarsch nicht schon unser Biwak aufschlagen, so dachten wir uns das jedenfalls. Denn es war schließlich noch schönstes Sonnenwetter und der letzte hohe Gipfel wartete auf uns! (Der Anblick war auch zu verlockend: http://www.fabian.itplanet-web.de/dalbum/showimg.php?file=/Reisen/2005%20Slowakei/Niedere%20Tatra%20-%20Kammwanderung/Tag%205/kamm_tag5_47.jpg (http://www.fabian.itplanet-web.de/dalbum/showimg.php?file=/Reisen/2005%20Slowakei/Kammwanderung/Tag%205/kamm_tag5_47.jpg)). Also wir liefen erstmal weiter und wollten gegen 19 Uhr die nächste Quelle erreichen und dann dort unser Zelt aufschlagen. Aus der erhofften Quelle wurde leider nichts und somit gingen wir noch ca. 1 Stunde weiter zur nächsten. Auch diese fanden wir irgendwie nicht vor, obwohl sie am Wegesrand ausgeschildert war. Die nächste Hütte war nicht weit, aber grauenvoll schlecht zum Schlafen für 5 Personen geeignet, eben total zerfleddert! Es wurde solangsam ziemlich dunkel und wir kamen nur noch mit unseren Stirnlampen weiter. Nach kurzer Abstimmung, dass die Hütte absolut ungeeignet war und wir solangsam ziemlichen Durst bekmanen, wollten wir den nächsten kleinen Ort (gar nicht mal weit) erreichen, wenn wir da mal nicht den Weg nach links verpasst hätten. Wir gingen also rechts von einem langegozgen Berg herab und kamen in einem anderen Ort, ca. 2 Stunden später/weiter als gedacht und geplant an. Die Stimmung war auf dem Tiefstpunkt, einige waren bis zum zerreißen angespannt und nach kurzer Absprache blieben 2 Leute im Zelt vor diesem Ort zurück, die anderen 3 und ich wollten noch weiter gehen und uns im Ort nach einer Bleibe umschauen. Im Ort selbst standen wir dann irgendwie schon in dem Bus für die nächst größere Stadt names Ruzomberok (werde ich nie vergessen) drin, konnten uns aber noch nicht entscheiden mit in die Stadt zu fahren. Ich glaube wir hatten einfach kein Geld mehr...?!? Diese Entscheidung bleibt mir jedenfalls ein Rätsel. Im Dorf haben wir zu später Stunde noch einen besoffenen Slowaken getroffen, der uns leider nicht verstanden hat und uns nur irgendwas von den umgebenden Bergen erzählen wollte, also leider nicht sehr hilfreich. Also nochmal 8km Fussmarsch von hier kamen wir dann irgendwann in Ruzomberok an und das erste große hässliche Gebäude wurde aufgesucht und es war tatsächlich ein Hotel.

Also prinzipiell war das ganze sicherlich nicht lebensgefährlich oder so, aber dieser Tag hat mich trotzdem an die Grenzen der psychischen (nasse Schuhe nerven total und auch ein leichter Rucksack kann nach 20 km echt schwer wie Blei werden!) und natürlich an die körperlichen Grenzen geführt! Zum Schluss war auch nicht mehr viel mit Nachdenken, es wurde einfach nur noch ein Fuß vor den anderen gesetzt und weiter marschiert! Uns taten die Füße und Gelenke sowas von dermaßen weh, sowas hab ich noch nie erlebt! Die folgende Dusche und der Cappucino und Kakao aus dem Automaten waren dann einfach ein Traum!

Was über die ganze Tour ziemlich nervig war: Ich hatte mir eine neue lange Hose gekauft und in den ersten Tagen auch ständig angehabt und diese hatte anstatt eines Gürtels solche Metallzipper genau in der Lage des Hüftknochens. Was damit und einem festgezurtem Rucksack passiert, kann sich eigentlich jeder denken (nur ich unerfahrener Mensch nicht). Blöd ist nur wenn man die Ursache von Schmerzen erst nach 3 Tagen feststellt und die Entzündung des Knochens schon in vollem Gange ist. Weiss nicht, ob der Begriff Entzündung hier richtig ist, es tat jedenfalls noch Tage später höllig weh.

Ich hoffe, das ganze wurde jetzt nicht zu langatmig. Aber die Tour war nunmal sehr lang und prägend für mich! Ich glaube die erste Trekking-Tour gräbt sich sowieso ziemlich tief in das menschliche Gehrin ein. Kann mir das einer bestätigen?
Für alle die, die es zusätzlich interessiert: Wir sind von Telgart bis nach Ruzomberok gewandert. Die Tagestouren haben wir rund um Dedinky und von Cingov nach Dedinky gemacht.

Und wenn ich das so schreibe, frage ich mich, warum ich im Sommer wieder losziehen will. Ich glaube, man muss schon ein bischen verrückt sein, wenn man sowas macht.

Soshin
04.04.2006, 17:52
Hallo, Ihr!

Also ich hab nur zwei "Rekorde" anzubieten:

.) 1989 meine längste Wanderung (im Wienerwald). Bergauf und bergab, auf Wanderwegen und Forststräßchen. Von Baden bei Wien nach Böheimkirchen, das sind knappe 67 km. Mein Freund ist sogar nach St.Pölten gewandert und hat damit 75 km gemacht. Alles von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang im Mai bei strahlendem Sonnenschein und mndestens 27 Grad Tageshöchsttemperatur. Wir hatten viel zu wenig zum Trinken mit, und erst bei Kilometer 40 war die erste wirkliche Trinkgelegenheit, da hat dann jeder von uns beiden 1,5 l Almdudler aufgespritzt bestellt und getrunken. Bei Kilometer 50 bin ich dann ziemlich eingegangen, ist aber dann wieder besser geworden. Habe am selben Abend als Krankenpfleger Nachtschicht gemacht, das war dann fast schwerer als die Wanderung... :D

.) 1988 an einem Tag je 2000m bergauf und bergab gewandert (in den Lienzer Dolomiten - Spitzkofel).

Hmmm, merke, daß das alles schon ein bißchen zurückliegt, sollte wieder mehr machen....

Liebe Grüße,

Soshin

Ank
04.04.2006, 20:13
@ Streebak,

Und wenn ich das so schreibe, frage ich mich, warum ich im Sommer wieder losziehen will. Ich glaube, man muss schon ein bischen verrückt sein, wenn man sowas macht.
Um kurz vor dem Verdursten Murmeltier und Bergadler zu Gesicht zu bekommen... :D:D:D Vielleicht hast du Zeit, um Deine Links noch mal kurz zu überprüfen – sie scheinen nicht zu funktionieren.

Viele Grüße, Ank :-)

Folko
05.04.2006, 11:02
:) In Solingen gibt es den Klingenpfad , ein Wanderweg rund um die Stadt,über Forst und Waldwege ca. 76 km lang.

Es gibt da einige verückte Gruppen die den Weg jedes Jahr Nonstopp gehen müssen.

Bei ein paar Freunden von mir liegt der Rekord bei ich glaube 13 Std, sie sind zwischendurch mal gelaufen!

Ich selbst war einmal mit- 18 Std-mit Pausen, und danach nie wieder, für meine Füße war das schrecklich. Ab 40 -50 km wird es wirklich unangenehm -weniger Konditionel , mehr die Knochen und Sehnen!

Edoran
06.04.2006, 20:19
Hallo, liebe Harte und Naturburschen dieses Forums!

Ich bin leider noch nicht ganz so hart :o, möchte mich aber weiter entwickeln ...:D
Mein nächster Überseetrekk soll etwas anspruchsvoller werden, fernab der gewöhnlichen Pfade. Das Problem ist aber, daß ich zum Erreichen meines Zieles zwei etwa 1.5m tiefe Flüße überwinden muß, die eiskaltaltes schmelzwasser Wasser führen. Brücken gibt es dort nicht und ich rechne auch nicht mit Steinen, über die man springen kann. Vor körperlicher Anstrengung habe ich keine Scheu, aber mit kalten Wasser habe ich Schwierigkeiten. Außerdem ist da das Krampfrisiko, was mitten im Fluß mit dem Backpack übern Kopf fatal wäre.
Vielleicht war einer von Euch mal in einer solchen Situation kann mir Tipps geben

Grüße
Wolfgang

Soshin
07.04.2006, 10:34
Hallo, Wolfgang...

Tauchen... :D

Nein, spaßohne, das ist wirklich gefährlich. Wo solls denn da hingehen. Vielleicht fragst Du im entsprechenden Unterform Leute, die schon auf diesem speziellen Trek waren.... :confused:

LG,

Soshin

Uwefreetibet
10.04.2006, 10:58
Na dann kann ich ja auch einen Kraftakt von mir vermelden(bin ich heute noch stolz drauf)
bin 2003 den Swiss Alpine Marathon ( 78 km und über 2000 Höhenmeter) in 9:30 h durchgelaufen. Das stärkt die Psyche sag`ich Euch :D ...da zehrt man von...
Nach 65 km wollte ich bloß noch in der Wiese liegen und schlafen...:D

Gruß
Uwe

Edoran
11.04.2006, 23:08
Hallo Soshin,

danke für Deine Antwort, auch wenn sie mir nicht weiter hilft.

Ich habe noch mal nachgedacht, vielleicht könnte es mit einem aufblasbaren Kinderschlauchboot gehen, daß nicht zu schwer ist, die Beine können ja im Wasser paddeln.

LG
Wolfgang

Rucksacktraeger
23.04.2006, 16:31
...dann will ich auch mal angeben: 10h mit rucksack querfeldein durch Schottland mit durchnässten Schuhen (trockene Socken haben 2 Minuten gebraucht bis sie auch durchnässt waren) ohne Blasen zu bekommen! Gott sei Dank- wirklich!

96dennis96
16.05.2006, 19:23
ich bin vor 3 jahren mal mitm fahrrad um australien geradelt.

einmal fast an nahrungsmangel krepiert,
2 mal fast verdurstet und diverse male an überanstrengung und
durch die hitze äußerst benommen auf die schnauze gefallen :-)

hab mehr als einmal nach wasser graben müssen und aus diversen schwarzen tümpeln die brühe zum müsli genossen

16000km in weniger als 6monaten fahrzeit.
den rest des jahres musste ich hier und da arbeiten oder am strand liegen...

bin ca. 6tkm mit nem freund auf nem tandem und den rest allein gefahren.

längste etappe waren für mich 360km in knapp 20std
durchschnitt waren so 180km bei idr. mind. 21km/h

-
hab leider nicht genügend posts um die bilder zu zeigen...

Hannes1983
17.05.2006, 12:42
Im Mai 2004 bin ich mit meinem Bruder den Westweg quer durch den Schwarzwald gelaufen (280km, 12000 Hm). Wir sind den Weg in 5 Tagen gelaufen. Hab unseren Rucksack, Zelt, Kocher usw. selbst getragen. Es war eine schöne, einmalige Erfahrung für mich und nicht selten musste ich meinen inneren Schweinehund überwinden.
Trotz alledem weiss ich, dass ich sowas nie wieder machen werde, den es war eine reinste tägliche Überwindung bei der ich ab und zu an meine Grenzen kam. Und heute
frag ich mich immer mal wieder: "Ein bisle unnormal bist de scho" :-). Ich gebs ja zu.

Ich finde jeder sollte es so machen, wie es ihm gefällt, ob Weichei oder "harter" Kerl. Der Grundgedanke ist doch bei jedem der gleich, man will einfach nur Spaß an der Natur haben. Darauf kommts für mich an.

gruß Hannes

jeskodanzeisen
31.05.2006, 09:51
kann mir mal jemand sagen wie ich ein Bild hiereinkriege, dann würde ich mal gerne eines von unserer irlandtour raufbringen. bei der kein schuh gehalten hat und einer von uns es geschaftt hat fast 1,5 5 cent Stück sich in sein tiefstes Loch zu lesen.

und mal sehen was ich sonst noch finde

Andreas
31.05.2006, 16:52
kann mir mal jemand sagen wie ich ein Bild hiereinkriege, dann würde ich mal gerne eines von unserer irlandtour raufbringen. bei der kein schuh gehalten hat und einer von uns es geschaftt hat fast 1,5 5 cent Stück sich in sein tiefstes Loch zu lesen.

und mal sehen was ich sonst noch finde

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