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Vollständige Version anzeigen : LÎle de la Réunion - Wandern auf dem GR-R2


Harp Booth
28.02.2009, 13:25
http://www.gifmix.de/gifs/under-construction-gifs/46.GIF (http://www.gifmix.de/gifs/)

Da selbst bei vorgeschriebenen Texten, das Einstellen, Editieren und Einbinden der Bilder ein wenig Zeit in Anspruch nimmt, ist dieser Bericht für die nächsten Tage (hoffentlich nicht Wochen!) erst einmal "under Construction".

Es wird etwas länger und ausführlicher als zunächst geplant. Ich hatte bereits 2004 nach unsere Reise begonnen, diesen Bericht zu schreiben. Aus Zeitgründen fehlte immer noch die Beschreibung der letzten Etappen. Das soll sich nun ändern. Da in den letzten Wochen wieder vermehrt Beiträge zu La Réunion geschrieben wurden, ist vielleicht dieser Anfang auch schon mal nützlich und auch Motivaton, den nächsten großen Wanderurlaub auf La Réunion zu verbringen.

Obwohl im indischen Ozean, verlässt man schließlich nicht einmal Europe! La Réunion ist ein Übersee Department (DOM) von Frankreich: man spricht französisch und zahlt in Euro.

Das kleine Bild oben zeigt einen Dodo. Einen auf Reunion heimischen Vogel, der jedoch zwischenzeitlich augestorben ist. Er war zu zutraulich und lief den Seeleuten direkt entgegen, die sich über den Snack sicherlich freuten. Heute ist das Bild des Dodo ein Logo einer ansässigen Brauerei und gleichsam ein Pseudonym für ein Bier: Deux Dodo s'il vous plait....




Organisation

An dieser Stelle einige Quellen und Links zur Organisation der Reise. Die Seite erhebt keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern stellt lediglich eine Sammlung von Informationen dar, die bei der Organisation unseres Urlaubs sehr hilfreich waren. Alle genannten Preise basieren auf Erfahrungen aus 2004.

Karten und Führer
Die von uns benutzten IGN Karten waren in Deutschland günstiger als auf La Reunion! Im einzelnen haben wir für die hier beschriebene Tour auf dem GR-R2 lediglich die beiden Karten...
IGN 4402 RT "St. Denis" 1:25.000 (10,20 €)
IGN 4406 RT "Piton de la Fournaise" 1:25.000 (10,20 €)
benutzt. Kürzere Wegabschnitte außerhalb der Karte sind Dank der vorzüglichen Markierung des GR-R2 kein Problem.

Für unsere Inselrundfahrt haben wir nachträglich auf Reunion eine Gesamtkarte der Insel im Maßstab 1:100.000 erstanden

IGN Carte Touristik "La Reunion" 1:100.000 (13,00 €)

Zur Planung der einzelnen Etappen kann der FFRP (Fédération Francaise de la Randonnée Pédestre) Führer Réf 974 "LÎle de la Réunion" ganz hilfreich sein. Neben Streckenprofilen und genauen Beschreibungen der Etappen des GR-R1 und GR-R2 sind zusätzlich 8 Tageswanderungen beschrieben. Leider ist der Führer nur in Franzöisch erhältlich. Wir haben das Buch nur zur Vorbereitung eingesetzt und aus Gewichtsgründen auf ein Mitschleppen bei der Wanderung verzichtet.

Zur allgemeinen Vorbereitung auf den Inselurlaub hat uns der Reiseführer "Reunion" aus dem Dumont Verlag gut gefallen. Er liefert viel Wissenwertes über Land und Leute, Flora und Fauna sowie einige interessante Ausflugsziele.

Flüge
Alle erschwinglichen Flüge (ab ca. 850 € ab Deutschland) die ich recherchieren konnte, starten ab Paris (Air France, Air-Austral, Air Mauritius, Air-Bourbon). Der Zielflughafen "Roland Garros" bei St. Denis auf La Reunion wird unter der Kurzbezeichnung "RUN" geführt. In den meißten Fällen muss man hierzu noch den Flughafen wechseln (Landung in Paris von Deutschland Charles de Gaulle, Abflug nach Reunion i.d.R. ab Orly).

Fliegt man mit Air France, so meldet man sich nach der Landung am "Transfer" Schalter und erhält ein kostenloses Ticket für den Shuttle Bus. Einige Franzosen auf der Insel berichteten uns, dass teilweise auch recht günstige Flüge über Mauritius zu erhalten wären. Dies ist sicherlich eine sinnvolle Alternative, wenn man anschließend eh noch zum Baden nach Mauritius möchte. In jedem Fall dauert der Flug ab Paris ca. 10:30 h. Für günstige Flüge empfiehlt sich eine Reservierung bereits einige Monate im vorraus. Sowohl unser Hin- als auch der Rückflug im Oktober 2004 waren bis auf den letzten Platz voll.

Nach unserer Erfahrung sollte man für Gepäckabholen, Transfer und Einchecken zwischen den Flügen in Paris mindestens 3 Stunden Zeit haben. Beim Tansfer steht der Bus nicht selten im Stau und dann wird die Zeit knapp.

Also warum nicht direkt den Zwischenstop in Paris zum Programmpunkt machen! Wir sind morgens gegen 9:00 bereits in Paris gelandet. Der Flieger nach La Reunion startete erst gegen 20:30 Uhr. Wir konnten unser Gepäck bereits am Mittag in Orly einchecken und waren somit frei für einen Stadtbummel in Paris. Hektisch wurde es dann nur beim Bording. Erst hier stellte ich fest, dass mein Bordkarte nicht auf meinen Namen ausgestellt war. Also hektische Suche nach neuen zusammenhängenden Plätzen. Gepäck musste auch wieder aus dem Flieger und neu eingecheckt werden.

Auf La Reunion fährt regelmäßig nach Landungen zwischen 7:00 Uhr und 20:30 Uhr ein Flughafenbus ("Navette") in 15 min zum Busbahnhof nach St. Denis (ca. 4 € p.P). Dies ist deutlich günstiger als ein Taxi ins Zentrum (ca. 18 €). Tickets gibt es direkt beim Fahrer.


Unterkunft
Nach einer Nacht im Flieger sehnt man sich nach der Ankunft in St. Denis zuerst einmal nach einer Dusche und hat in der Regel keine Lust stundenlang nach einem geeigneten Hotel zu suchen. Wir hatten daher bereits vorab ein Zimmer im Hotel Mascareignes (http://www.ilereunion.com/mascareignes.htm) reserviert.

Das Hotel liegt im Zentrum der Stadt am Rande der Fußgängerzone, ist sehr ruhig und gepflegt (wurde zumindest im Spätsommer 2003 komplett renoviert. Die Zimmerpreise sind für St. Denis recht günstig (DZ ab 37 €inklusive Frühstück im sonnigen Hof). Der Besitzer Daniel Schneider ist Elsässer und spricht sehr gut Deutsch. Eine Reservierung gegen 15 € Abschlagszahlung per Kreditkarte ist im Voraus möglich. Daniel hat dann auch unser Restgepäck für die Zeit der Wanderung verwahrt. Toller Service!

Nachtrag; gem. der Meldung eines users (http://www.trekkingforum.com/forum/showpost.php?p=117551&postcount=18) soll das Hotel nicht mehr existieren.

Alternatives Hotel: http://www.ilereunion.com/centralhotel.htm

Bei unserem Sightseeing Trip am Ende des Urlaubs haben wir auf Empfehlung einiger "Mitwanderer" ein Hotel in Saint-Pierre gefunden, dass uns sehr gut gefallen hat. Saint-Pierre liegt recht zentral für Ausflüge an der Südküste und hat aufgrund der Größe der Stadt auch noch einiges an Infrastruktur. Das Hotel "Le Tamarin" (http://www.hotels-des-iles.com/minisite/index-hotel-tamarin-saint-pierre.html) liegt am Rande der Stadt an der Rue du Père Favron 64. Besonders schön die Zimmer zum tropischen Garten. Das Hotel ist recht einfach aber alles sehr liebevoll ausgestattet und sauber. Das Frühstück mit Saft, frischem Obst und Marmelade aus tropischen Früchten wird auf Wunsch auf den Balkon serviert. Wir haben zu zweit 35 € je Nacht inklusive Frühstück bezahlt. Der deutschsprachige Hotelier hat jede Menge Tips zur Insel.


Übernachtungen auf dem GR-R2
Alle Übernachtungen auf dem GR-R1 in den offiziellen Hütten müssen im Vorfeld über das Maison de la Montagne (http://www.reunion-nature.com) reserviert werden. Vereinzelt gibt es am Weg auch private Hütten oder in Cilaos auch Hotels oder Privatunterkünfte (Chambre d'Hôte). Auch diese können über das Maison de la Montagne im Vorfeld gebucht werden. Für die Reservierung wird eine geringe Servicepauschale berechnet. Da einige der Hütten immer gut besucht sind, empfehle ich eine Reservierung einige Monate im Voraus. Sonst geht man am Vulkan oder dem Piton de Neige eventuell leer aus.

Eine große Hilfe bei der Vorbereitung war Jean-Michel Casini vom Maison de la Montagne. Er ist in Eckernförde aufgewachsen und spricht perfekt deutsch. Er hat von den Hüttenübernachtungen, Privatunterkünften bis zu Restaurants alles im Programm und hilft gerne weiter. Nochmals Danke an Jean-Michel für die gute Unterstützung.

GR-R2
Der GR-R2 oder "La Grand Traversée de L'île" ist neben dem kürzeren GR-R1 einer der Weitwanderwege auf La Reunion.

Von der Markierung und der Dichte der Hütten ist dieser Weg absolut vergleichbar mit den GR (Grand Randonnée) im kontinentalen Frankreich oder auf Korsika (GR20).

Ca. 1.200 Verrückte laufen eine nahezu identische Strecke im Oktober jeden Jahres mit sehr leichtem Gepäck. Dieser Lauf nennt sich auch "La Grand Raid" oder "La Diagonale du Fous" (http://runraid.free.fr/grand_raid/index.php).

Während der Otto-Normal-Wanderer für die komplette Strecke ca. 14 Tage benötigt, läuft der Beste eines jeden Jahres die ca 140 km lange Strecke mit ca. 8.500 Höhenmetern in unter 22 Stunden. Also wirklich eine Inselüberquerung "der Verrückten".

Auf vielen Etappen begegneten uns Läufer, die für das Rennen trainierten. Von diesen leichfüßig an einer 800 HM Steigung überholt zu werden ist schon bitter. Nochmehr schmerzt es, wenn ein Bewohner der Cirques nur mit Flip-Flop Badeschlappen an den Füssen und einem 25 kg Reissack auf dem Kopf fröhlich singend an einem vorbeizieht. Aber man gewöhnt sich auch daran...

Eine ausführliche Beschreibung der Etappen in Französich sowie Infos zum Grand Raid findet sich auf den Seiten von Runraid (http://runraid.free.fr/).

Gerade im Cirque de Mafate gibt es einige Varianten des GR-R2. In 2004 waren auch noch einige Wegabschnitte durch Bergrutsche in Folge sehr heftiger Niederschläge gesperrt. Auf halben Weg in Cilaos hatten wir einen Ruhetag vorgesehen.

Die nachfolgend beschriebenen Etappen, entsprechen unserer Einteilung aus dem Jahr 2004. Die Beschreibung umfasst derzeit die erste Hälfte des GR-R2. To be continued... (siehe Einleitung)

Die HM entsprechen den tatsächlich auf der Etappe mit einem Höhenmesser gemessen Werten inklusive der gelaufenen zusätzlichen Abstecher (siehe Etappenbeschreibung). Die Zeitangaben beziehen sich auf die reine Gehzeit entsprechend der Zeitangaben im Führer ohne die reichlichen Pausen, Foto- oder Badestops und zusätzliche Abstecher zu Gipfeln oder Aussichtspunkten.

Tagesablauf
Beim Tagesablauf sollte man bedenken, dass auf Reunion aus der Sicht eines Mitteleuropäers alles sehr früh abläuft. In der Regel wird man spätestens um 6:00 Uhr aufstehen. Zum einen weil viele Hüttenwirte die Zimmer oder Lager bereits um 7:00 Uhr geräumt haben wollen oder danach kein Frühstück mehr zu bekommen ist. Zum anderen empfiehlt es sich aufgrund des Wetters mit den bereits am Vormittag aufziehenden Passatwolken rechtzeitig aufzubrechen, um die Natur auch noch genießen zu können. Sonst sieht man teilweise nur noch Nebel. Auch sind am Vormittag die Temperaturen noch recht erträglich, um die großen Steigungen mit nicht gerade wenig Gepäck zu bewältigen.

Vor 15:00 Uhr wird an den Hütten in der Regel kein Einlass gewährt. Abendessen gibt es meist kurz nach Sonnenuntergang gegen 18:30 Uhr. Um 20:30-21:00 Uhr nach dem Essen geht dann meistens auch schon wieder das Licht aus. An diesen verschobenen Tagesrythmus hat man sich dann schnell gewöhnt.


Kosten (Stand 2004)
Eine Übernachtung im Lager kostet 13,50 € je Person. Vereinzelt sind auf den Hütten jedoch auch Doppelzimmer für 31,00 € je Zimmer verfügbar. Die geringen Mehrkosten sollte man wenn man zu zweit unterwegs ist auf sich nehmen, da man so dem einen oder anderen Schnarcher entgeht und meist etwas mehr Platz und Privatsphäre hat. Die Unterkünfte sind meist sehr sauber jedoch extrem einfach (Feldbetten, rohe Spanplattenwände). Auf den Betten gibt es ein Kopfkissen, zwei Decken mit Bettbezug und ein Laken. Beziehen muss man die Betten selbst.

Angesichts der nachts recht kühlen Temperaturen in der Höhe, habe ich den mitgeschleppten Schlafsack sehr geschätzt. Alle Hütten müssen im Vorfeld reserviert und auch bezahlt werden.

Das Abendessen besteht meist aus mindestens 3 Gängen und kostet zwischen 10 € und 15 € inklusive Wasser, Rum oder Wein. Das Essen war meist sehr gut und immer reichlich. Gelegentlich konnte man zwischen zwei Hauptgängen wählen. Das Frühstück mit Milchkaffee oder Tee, Weißbrot und Marmelade (ca. 5 €) dagegen ist eher typisch französisch spartanisch. Bei frühem Aufbruch haben wir daher häufiger aufs Frühstück verzichtet und etwas später eine ausgiebige Rast mit mitgebrachtem Müsli, Milchpulver und Wasser eingelegt. Das hält deutlich länger vor als Baguette.

Abendessen muss mindestens einen Tag im Voraus besser direkt bei der Reservierung der Übernachtung vorbestellt werden. Ob man Frühstücken will oder nicht kann man noch spontan am Vorabend entscheiden. Alle Mahlzeiten werden direkt mit dem Hüttenwirt verrechnet. Auf einigen Etappen sind Übernachtung und Verpflegung auch in getrennten Hütten bei verschiedenen Familien.

Da alle Lebensmittel in den Cirque entweder selbst angebaut, per Hubschrauber eingeflogen oder auf dem Rücken getragen werden müssen, sind zusätzliche Lebensmittel und Getränke sehr teuer. Ein kleines Bier (0,25 l) kostet bis zu 4,00 €. In Cilaos gibt es jedoch Supermärkte und Geschäfte mit "normalen" Preisen.

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Versorgungshubschrauber im Cirque de Mafate

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"Lasttransport" im Cirque



[B]1. Etappe (St. Denis - Le Brûlé - Marmode Camp - Plaine des Chicots)
865 HM rauf, 11 Hm runter, 3:30 h, Hütte: Gîtes de la Roche Ecrite

Obwohl der GR-R2 eigendlich direkt in St. Denis startet, beschließen wir den ersten Tag ruhig angehen zu lassen. Die ersten ca. 850 HM bis Le Brûlé wollen wir mit dem Bus zurücklegen. Von unserer Unterkunft im Hôtel Les Mascareines, bis zur Bustation am Petit Marché sind es nur ca. 5 min zu Fuss.

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Petit Marché

Wir versorgen uns auf dem bunten Markt noch einmal mit frischem Obst (Victoria Ananas 1,50 €) und fahren dann mit Linie 12 Richtung Bassin Couderc. Hier muss man umsteigen und mit dem Taxibus die steilen Serpentinen weiter hoch fahren bis zur Endstation Au Banc. Tickets für die Busfahrt gibt es direkt beim Fahrer oder etwas günstiger am Schalter des Bushofs am Petit Marché. Ein Ticket für 1,20 € ist eine Stunde gültig, so dass man auch nach dem Umsteigen mit dem selben Ticket weiterfahren kann.

Der gut markierte GR-R2 führt direkt an der Bushaltestelle vorbei und der Weg ist nicht zu verfehlen. An Gärten vorbei und flankiert durch dichten Bambus führt der Weg aufwärts zu einem Picknickplatz, dem Marmode Camp (1.1177m). Die Pavillions laden trotz mittlerweile dichtem Nebel zur Rast ein. An vorhandenen Wasserhähnen können die Wasservorräte noch einmal gefüllt werden.
Am Ende der Straße führt der Weg nun durch Wald steil nach oben. Ein am Wegrand aufgestellter roter Vogelkäfig mit einer Plastikritterfigur drin, wirkt zunächst ein wenig lustig. Ein Blick in unseren Reiseführer belehrt uns jedoch, das es sich dabei um einen der zahlreichen magisch-rot gestrichenen Opferstöcke für Saint-Expédit handelt. Einer der verehrten Heiligen, der mehr praktische Hilfe verspricht als etwa die Jungfrau Maria. Wir beten, dass unser Rucksäcke leichter werden und der Nebel sich bald lichtet.

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Saint-Expédite

Der Wald mit seinen Flechten behangenen Bäumen wirkt im Nebel regelrecht geisterhaft. Einige neugierige Vögle begleiten uns und bleiben immer wider nur einen Meter vor uns sitzen. Durch das Fehlen natürlicher Feinde haben die Tiere einfach keine Angst vorm Menschen. Die Landschaft und insbesondere die Pflanzenwelt ist extrem abwechlungsreich. Ab ca. 1.300 m fühlen wir uns plötzlich wie im Jurassic Parc als die ersten Baumfarne rechts und links des Weges auftauchen. Wir erwarten jeden Augenblick einen T-Rex, der über uns herfällt.

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Geisterhafter Wald

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Baumfarn

Bei 1.600 m wird unser Gebet an Saint Expédit schließlich erhört und wir durchbrechen die Wolkendecke. Nicht etwa, dass die Passatwolken weg wären. Nein! Man ist einfach nur drüber. Ein tolles Gefühl, wie es schon Reinhart May besungen hat.

Bereits gegen 14:15 Uhr taucht unvermittelt im Wald vor uns die Gîte de la Roche Ecrite (1.839 m) auf.

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Gîte de la Roche Ecrite

Wir entspannen uns im Schatten bis 15:00 Uhr und melden uns beim Hüttenwirt an.
Das gesamte Hüttenareal besteht aus verschiedenen einzelnen Häusern. Jede Gruppe bekommt zunächst eine einzelne Hütte zugeteilt. Da heute nicht sehr viele Wanderer angemeldet sind, bleiben wir schließlich zu zweit in der mit acht Betten ausgestatteten Hütte. Neben einem WC Bereich mit zwei solarbeheizten Duschen, gibt es noch eine kleine Küche mit offenen Kamin. Wir wünschen uns, dass die Unterkünfte jeden Tag der Tour so toll sind.

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Blockhaus

Die Zeit bis zum Abendessen verbringen wir im Schatten einer riesigen Höhen-Tamarinde. Das sind schon seltsame Bäume. Der Stamm wächst häufig waagerecht und oft quer über den Weg. Irgendwo verschwinden die Äste der Krone dann wieder im Boden.

In der Nähe des Haupthauses haben Susanne und Fred aus Berlin ihr Zelt aufgeschlagen. Die beiden werden wir unterwegs noch häufiger treffen.

Wir erleben einen fantastischen Sonnenuntergang. Wenn auch der direkte Blick auf den Horizont durch den dichten Wald verstellt ist, sind doch alle Baumkronen mit einem fantastischen Rot angestrahlt.

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Sonnenuntergang in Baumwipfeln

Das erste Abendessen ist sehr unterhaltsam. Es gibt ein Carri mit Hühnchen ("Axtmörderhuhn"), dass uns auf der Tour noch sehr häufig begegnen wird. Der erste Rumpunsch lockert recht schnell die Stimmung und überwindet die letzten Sprachbarrieren. Wir lernen Marie & Christian, Luc und Jean Raymond aus Fleurbaix kennen. Mit einem Sprachenmix aus ein wenig Französich, Englich und Deutsch erleben wir einen lustigen Abend.

Da wir am nächsten Morgen bereits um 4:30 Uhr zum Roche Ecrite aufbrechen wollen, gehen wir, wie auch der Rest der Wanderer, früh zu Bett.



[B]2. Etappe (Plaines des Chicots - La Roche Ecrite - Mare aux Cerfs -Plaine des Chicots - Dos D'Ane)
660 HM rauf, 1.455 HM runter, 4:10 h, Hütte: Pilon D'Or

Unser zweiter Tag auf dem GR-R2 beginnt schon sehr früh. Da wir am heutigen Morgen den Sonnenaufgang auf dem Roche Ecrite erleben wollen, klingelt der Wecker bereits um 04:30 Uhr.
Ein richtiges Frühstück entfällt und nur mit einem Müsliriegel in der Hand starten wir in der Dunkelheit zu diesem Abstecher. Da wir auf dem Rückweg wieder an der Gîtes de la Roche Ecrite vorbei müssen, lassen wir den Großteil unseres Gepäckes zurück. Im Vergleich zum ersten Tag, können wir die zusätzlichen 450 HM bis zum Gipfel also vergleichsweise unbeschwert angehen.
Im Schein der Stirnlampen sind die zahlreichen Markierungen auf dem felsigen Weg gut zu erkennen.

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Aufstieg zum Roche Ecrite

Hier müsste man fast blind sein, um sich zu verlaufen! Da man über die Flanke eines sehr alten Schildvulkanes ansteigt, stellt der Weg keine besonderen technischen Anforderungen. Die Steigung ist mäßig, aber kontinuierlich. Mitten in der Nacht ohne Frühstück, sind wir aber nicht so schnell wie erwartet. Außerdem ist die Sonne auch noch etwas früher dran als gedacht. Also erleben wir den fantastischen Sonnenaufgang bereits auf halbem Weg.

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Sonnenaufgang

Der Roche Ecrite ist mit 2.777 m die höchste Erhebung am Nordrand des zentralen Gebirgskessels und sicherlich einer der schönsten Aussichtsberge der Insel. Da der Berg vom Gipfel nach 2 Seiten mehrere 100 m steil abbricht ist das Panorama auf den angrenzenden Cirque des Salazie und den Cirque de Mafate atemberaubend. Da jedoch bereits gegen 6:00 Uhr die ersten Passatwolken von Süd-Osten her heranziehen, muss man schon entsprechend früh aufbrechen um diese Aussicht noch geniessen zu können. Weiter im Süden sind bereits die Etappen der nächsten Tage zu erkennen: der unwegsame Cirque de Mafate, der Col de Taibit und der alles überragende Piton de Neige.

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Col de Taibit

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Über dem Wolkenmeer


Am Gipfel wird schnell klar, woher der Berg seinen Namen hat: Roche Ecrite - beschriebener Fels. Generationen von Wanderern haben sich hier oben mit ihrem Namen oder Inschriften im und auf dem weichen Lavagestein verewigt.


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La Roche Ecrite - Der beschriftete Fels

Auf dem Rückweg zur Hütte machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Mare aux Cerfs, dem Hirschteich. Schon im 19. Jahrhundert hat man für die Jagd eine Schiffsladung voll Hirsche von Mauritius importiert. Am frühen Morgen soll man diese noch vereinzelt hier antreffen können. Hirsche sehen wir an diesem Morgen in der Nähe des kleinen unscheinbaren Tümpels nicht. Dafür hat man von einem naheliegenden Aussichtspunkt einen tollen Blick in den Cirque de Mafate.
Vorbei an der Caverne Dufour, einer Höhle entstanden aus einer Blase im Magma, gelangen wir zügig zurück zur Hütte, wo wir erst einmal eine große Portion Müsli mit Milchpulver frühstücken.

Durch die Plaine d'Affouches geht es nun westwärts Richtung Dos d'Ane (Eselsrücken). Dabei verläuft der Weg über weite Strecken an der Abbruchkante zum Bras St. Suzanne, einem der tief eingeschnittenen Flusstäler im Cirque de Mafate vorbei. Wegen der mittlerweile dichten Passatwolken haben wir von der Fernsicht immer noch wenig. Dafür treten wir fast auf einen Tanrec (Tenrec ecaudatus), der wohl gerade vom Winterschlaf erwacht noch etwas benommen am Rande des Weges sitzt. Dabei handelt es sich um eine der wenigen nicht eingeführten Säugetierarten auf La Reunion, einen Borstenigel der sich nicht einrollen kann. Da er immer noch als Einlage für Carri gejagt wird, ist er zwischenzeitlich rar geworden.

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Tanrec - Tenrec ecaudatus

Weniger rar ist die schwarz-gelbe Seidenspinne (Nephilia inaurata) die bis zu 6 m große Netze zwischen den Bäumen und über den Weg spannt. Obwohl sich gelegentlich sogar kleiner Vögel in diesen Kunstwerken der bis zu 8 cm großen Spinne verfangen können, ist sie für den Menschen ungefährlich.

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Seidenspinne - Nephila inaurata

Der ca. 6 km lange Übergang durch die Plaine d'Affouche sieht auf der Karte vollkommen eben aus, entpuppt sich jedoch als ein ständiges Auf- und Ab mit teilweise rutschigen Passagen.

Am Roche Verre Bouteille hat man die Wahl zwischen dem GR-R2 und einer kurzen Variante über das Cap Noir. Da die Sicht wegen anhaltendem Nebel immer noch gegen Null geht, verzichten wir auf diesen Abstecher und wählen den oberen Weg der teilweise über einen nach links und rechts steil abfallenden Bergrücken zu einem Parkplatz oberhalb von Dos d'Ane führt.

Die letzten Meter geht es auf einer Straße in den kleinen Ort. Unsere Unterkunft das "Pilon d'Or", ein kleiner privat geführter Gasthof, ist schnell gefunden. Von den Gästen bleiben wir an diesem Abend die einzigen Wanderer, jedoch nicht allein! Im Gasthof sind unter der Woche Schüler aus dem Cirque de Mafate untergebracht, die eine weiterbildende Schule besuchen. Das Hühnchen mit Zitronenrougail und Gemüsereis ist sehr gut, die Nachtruhe jedoch nur kurz. Die Kids sind halt doch etwas lebhaft...

Dafür haben wir vom Fenster unseres Doppelzimmers einen tollen Blick aufs Meer!
Mitwanderer schwärmen später von der an diesem Abend leider ausgebuchten Gîtes Les Acacias im Ort.



[B]3. Etappe (Dos d'Ane - Les Deux Bras - Port de Mafate - Aurère)
815 HM rauf, 855 HM runter, 4:10 h, Hütte: Gîtes de Boyer Georget

Das Wetter enttäuscht uns nicht. Wie auch an den Vortagen sind über Nacht alle Wolken verschwunden und der Tag beginnt sonnig.

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Bananenblüte

Wir verlassen Dos d'Ane, den Eselsrücken, auf einer kleinen Straße die zunächst durch Bananenhaine führt. Der Weg führt jedoch bald entlang eines bewaldeten Hang hinunter zu "Les deux Bras (250 m)" dem Zusammenfluß des Riviere des Galets (Geröllfluß) und der Bras Ste. Suzanne. Im Hintergrund ist bereits der markante Piton Cabris erkennbar. An einer kleinen Furt müssen wir den Fluß überqueren und nützen den schönen Ort zu einer Rast mit kurzem Bad im Fluß.

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Dos D'Ane

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Piton Cabris

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Riviere des Galets

Ab hier verläuft der Weg eine Zeit lang auf einer Schotterpiste und überquert auf Steinen mehrfach den Riviere des Galets. Hier treffen wir Brigitte und Bernhard aus Bremen, die nur ein paar Etappen des GR-R2 laufen wollen. Sie wollen auf dem Rückweg den an der gegenüberliegenden Talseite den Kanalweg nach les Orangers benutzen, der wie viele Kriegspfade in den Dolomiten, fast eben als Galerie in den steilen Fels geschlagen ist. Angeblich benutzt noch heute der Briefträger diesen Weg, um die Leute mit Post zu versorgen.

Die Piste endet kurz hinter einem Hubschrauberlandeplatz an der "La Porte (280 m)", dem sogenannten Tor zum Cirque de Mafate. Ab hier geht es nur noch zu Fuß oder mit dem Hubschrauber weiter. Im Minutentakt starten die Helikopter die Lebensmittel zu den entlegenen Ilets im Cirque fliegen. Alles was nicht reingeflogen wird, muss auf dem Rücken oder Kopf getragen werden. Das erklärt zumindest das hohe Preisniveau im Cirque.

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La Porte - Das Tor zum Cirque de Mafate

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Versorgungshubschrauber

Hinter "La Porte" steigt der GR-R2 nach links zunächst steil an in die nördliche Flanke der Crête d'Aurère. Bei ca. 400 m rasten wir im kühlen Schatten bei ein paar Bäumen und füllen unsere Flaschen an der Source Cabris. Kurz danach nehmen wir den linken Abzweig und steigen weiter aufwärts am Hang des Piton Cabris. Der Weg am Cap Miné ist teilweise ausgesetzt in den Stein geschlagen, aber immer in gutem Zustand und gesichert. Die Arbeitslosigkeit in den Cirque ist extrem hoch und um zusätzliche Familienbeihilfen zu erhalten, verrichten die Arbeitssuchenden soziale Dienste, wie etwa die Pflege des Wegenetzes. Die Wanderer bilden so teilweise die Lebensgrundlage in vielen Ilets. Eine Familie bewirtschaftet die Hütte, eine andere bereitet die Mahlzeiten, wieder andere waschen die Bettwäsche, kleine Boutiquen und und und...

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Source Cabris

Am frühen Nachmittag erreichen wir nach einem kurzen Steilstück mit Serpentinen den Bord Bazar, einen 953 m hohen Aussichtspunkt. Der tolle Blick auf den unteren Cirque de Mafate entschädigt für die Mühen des Tages.

Am Beginn des Ilet von Aurère weist ein Wegweiser zu den verschiedenen Gîtes die verstreut auf der Hochebene liegen. Die Besiedlung ist nicht sehr dicht und die Häuser sind von großen gepflegten Gärten und Feldern umgeben. Der Weg zur Gîte von Mme. Boyer Georget (den Vornamen muß man sich immer merken, da es in den Dörfern viele Familien mit gleichem Namen gibt!) führt vorbei an der Dorfschule. In drei während des Unterichts nach draussen offenen Klassen werden die Grundschüler unterrichtet, davor grast eine Kuh.

Aurère war Ende des 18. Jahrhunderst als erste und einzige Konzession des Cirque de Mafate an den bretonischen Siedler Lemarchand gegangen, der auf der Jagd nach einigen Wildziegen hier die Hütte eines entlaufenen Sklaven entdeckt hat. Der Name ist dabei auf den madegassichen Begriff "orera - gute Erde" zurückzuführen.

Gegen 15:00 Uhr beziehen wir unsere Doppelzimmer in der gepflegten Gîte. Neben einem weiteren Doppelzimmer gibt es noch zwei Vierbettzimmer, die an diesem Tag ebenfalls vollständig belegt sind.

Die Zeit bis zum Abendessen vertrieben wir uns auf der schattigen Veranda, waschen etwas Wäsche und nutzen die Leine im Garten zum Lüften der Schlafsäcke.

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Veranda Gîte Boyer - Aurère

Das Abendessen wird pünktlich um 18:30 Uhr in einer gegenüberliegenden Hütte serviert. Wieder einmal genießen wir eine neue Variante vom Carri mit Huhn (schon wieder Axtmörderhuhn...ich kann es langsam nicht mehr sehen!), Reis sowie jeder Menge Rumpunsch und Wein. Mme. Boyer erzählt ein wenig vom Leben im Cirque und dem nicht immer ganz passenden Verhalten einiger Wanderer. Die früheste Ankunftszeit an den Hütten von 15:00 Uhr, sollte man respektieren, um den Leuten noch etwas Privatsphäre zu lassen. Die Zutaten des Essens wachsen zum größten Teil direkt hinter der Hütte. Was über bleibt, bekommt das Schwein und so gibt es demnächst vielleicht mal Carri mit Schwein.

Wir treffen auch Marie & Christian, Jean Raymond und Luc wieder, die zusammen im Chor singen und uns an diesem Abend noch mit einem eigens für die Tour einstudierten mehrstimmiges Stück unterhalten. Ungewohnt spät endet der Abend daher erst gegen 22:15 Uhr, als uns die Gastgeberin höflich zu Bett schickt. Ihr Tag beginnt wieder früh vor Sonnenaufgang.

Die vier Franzosen versuchen sich noch in der Disziplin "Hütte wegschieben". Das kann ja aber nicht klappen, da sie dabei auf der Veranda stehen :-).

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Hüttewegschieben?



[B]4. Etappe (Aurère – Îlet à Malheur – Îlet à Bourse – Grand Place Cayenne
535 HM rauf, 860 HM runter, 4:30h, Hütte: Gîtes de Grand Place Cayenne

Vom Rande des Plateaus von Aurère aus scheint das nächste Zwischenziel, Îlet à Malheur, bereits in greifbarer Nähe zu sein. Auch wenn die nächste Siedlung nur einen Steinwurf weit entfernt ist, heißt es jedoch, wie so oft im Cirque de Mafate, zunächst einen steilen Ab- und Wiederaufstieg durch eine der tief eingeschnittenen Ravine zu bewältigen. Für die 250 m Abstieg werden in diesem Fall 2 Varianten angeboten: Quick and Dirty oder die etwas softere, dafür längere Variante. Da wir nur bergab müssen, entscheiden wir uns an diesem Morgen für den schnellen steilen Abstieg.

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Îlet à Malheur

Unten in der Bras de Bemale überquert eine kleine Holzbrücke den Fluss. Beim Aufstieg nach Îlet à Malheur flankieren einige schöne Gärten den Weg. Der Ort selbst ist ebenso überschaubar wie bereits Aurère. Neben ein paar Gîtes, einer Schule und einem Arzt, gibt es hier sogar eine kleine Kirche und einen Friedhof. Auch dieses „Inselchen“ gehört ebenso wie Aurère und Îlet a Bourse zur sog. Konzession Lemarchant. 1829 soll es hier zwischen weißen Sklavenjägern und entlaufenen Schwarzen zu einer blutigen Schlacht gekommen sein.

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Brücke über den Bras Bemale

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Kirche Îlet à Malheur

Um zum nächsten Ort, Îlet à Bourse zu gelangen muss zunächst wieder eine Ravine durchquert werden. In Serpentinen geht es hinab zu einer Hängebrücke. Der steile Aufstieg an der gegenüberliegenden Seite erfordert etwas Trittsicherheit, wird aber zunächst vertagt. Da wir an diesem Tag kein große Eile verspüren, nutzen wir die kristallklaren Gumpen an der Grand Ravine für eine ausgiebige Pause mit Bad.

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Badegumpen

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Aufstieg aus der Grand Ravine

Hinter Îlet à Bourse schwenkt der Weg in weitem Bogen zurück nach Nord-Westen und durchquert ein relativ feuchtes Gebiet. Wie auch schon an den Tagen zuvor, wechselt ständig die Vegetation und man hat immer wieder den Eindruck plötzlich an einem ganz anderen Ort zu sein. Hatten wir vorher bereits in großen Flächen den vergleichsweise dünnen endemischem Calumet Bambus kennen gelernt, beeindruckt uns hier eine Art Riesenbambus mit mehr als 15 cm dicken Rohren. Unter günstigen Bedingungen kann diese Art mehr als einen Meter am Tag wachsen.

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Riesenbambus

Unser Etappenziel Grand-Place ist eigentlich ein Ort auf drei Ebenen: ganz oben Grand Place Les Hautes (839m), dem Hauptort Grand-Place (770 m) und ganz unten Grand-Place Cayenne (530 m). Unsere Gîte im unteren Ortsteil ist wie ein Adlernest direkt am steilen Abbruch zum Riviere de Galets positioniert. Mit ein paar eingekühlten Getränken aus der Boutique im Ortszentrum genießen wir den Sonnenuntergang auf der fantastisch gelegenen Terrasse.

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Piton Cabris mit Etappe des Vortages

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Grand Place Cayenne

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Terasse der Gîtes de Grand Place Cayenne

Zum ersten Mal auf dieser Tour beenden wir den Abend in geselliger Runde ohne Huhn! Heute gibt es das typische Boucané, ein Carri aus geräuchertem und entsalzenem Speck und Gemüse.



[B]5. Etappe (Grand Place Cayenne – Roche Plate)
1.115 HM rauf, 540 HM runter, 6:00 h, Hütte: Gîtes de Roche Plate

Am heutigen Wandertag müssen wir erstmals auf eine Variante des GR-R2 ausweichen. Bereits am Rande des Ortes ist der Weg über La Roche Ancree – Mafate – Le Bronchard nach Roche Plate abgesperrt. Die zurückliegende Regenzeit hat soviel Niederschläge gebracht, dass dieser Wegabschnitt teilweise weggespült und unpassierbar geworden ist. Aber bei der Tourenplanung hat uns das Maison de Montagne bereits hierauf aufmerksam gemacht und eine alternative Route vorgeschlagen.

Daher steigen wir auf der gelb-rot markierten Variante des GR-R2 zunächst Richtung Norden in das tief eingeschnittene Tal des Rivière des Galets (340 m) hinab. Da der Fluss nicht sonderlich viel Wasser führt, fällt die Überschreitung recht einfach.

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Abstieg zum Rivière des Galets

Anschließend folgt ein recht steiler Anstieg nach Îlet des Lataniers. Dass auch die Grundschulkinder aus Grand Place diesen Weg zur Schule in Les Orangers jeden Tag hinab und hinaufsteigen müssen, tröstet uns beim Aufstieg in der prallen Sonne nur wenig. Es wundert uns jedoch immer weniger, dass der Grand Raid regelmäßig von Einheimischen gewonnen wird. Schließlich trainieren die von kleinauf. Kurz vor dem Îlet spendet ein Baum herrlich kühlen Schatten und der Platz biete eine tolle Aussicht sowohl zurück auf die erste Wegetappe des Tages als auch auf den vor uns liegenden Weg (schattiger Rastplatz).

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[B]lick auf Les Lataniers

Beim weiteren Aufstieg zum Îlet des Orangers passiert der Weg in ca. 860 m Höhe eine kleine Schlucht und die „Captage des Orangers“ Hier wird in einer gemauerten Fassung das Wasser der Ravine des Orangers in eine Wasserleitung geführt, die dann am westseitigen Abhang der Ravine des Galets in großer Höhe fast eben zurück nach La Plaine an der D4 führt. Der Rückweg über diesen Weg stellt eine beliebte Alternative für Mehrtageswanderungen durch den Cirque de Mafate dar. So verlassen uns über diesen Weg auch Brigitte und Bernhard aus Bremen, die wir bei unserer späteren Inselrundfahrt in St. Pierre noch einmal im Hotel treffen sollten.

Kurz vor Îlet les Orangers treffen wir auf ein altes Bauernpaar bei der Feldarbeit. Ja! Dieser felsige Steilhang ist tatsächlich ein Maisfeld. In einer Fernsehreportage über La Reunion in Deutschland sehen wir genau dieses Pärchen Ende 2004 wieder und erfahren, das beide bereits weit über 70 Jahre alt sind.

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Feldarbeit bei Îlet les Orangers

In Îlet les Orangers erwartet uns eine kleine Boutique mit gut gekühlten Getränken. Wer noch länger durchhält oder noch eine Pause machen möchte, der findet beim weiteren Aufstieg zum Ti Col bzw. La Brêche (1.293 m) in der teilweise recht engen Ravine de Grand Mère mit Ihren steil aufragenden Wänden ein schattiges kühles Plätzchen. Wasser zum Baden haben wir jedoch an diesem Tag nicht mehr angetroffen. Der weitere Weg nach Roche Plate führt abfallend teilweise durch schattigen Wald.

Den Schlüssel der Gîte in Roche Plate gibt es am Haus der recht resoluten Hüttenwirtin. Der Weg dorthin ist zwar gut beschildert, dafür aber nicht kürzer. Das Gepäck sollte man für diesen Abstecher also am Hauptweg zurücklassen (aber den Übernachtungsschein für die Anmeldung nicht vergessen!). Die Gîte des Maison de Montagne in Roche Plate liegt im oberen Teil es Ortes, direkt in der Nähe einer weiteren privaten Gîtes und der Boutique.

Sie besteht aus 5 Zimmern mit je 8 Betten. Gegessen haben wir bei einer weiteren Familie am anderen Ende des Ortes. Für die ca. 10 Minuten Weg dorthin, sollte man festes Schuhwerk tragen und für den Rückweg in der Dunkelheit eine Lampe nicht vergessen.

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Gîte de Roche Plate

Das Essen und die Gîte teilen wir mit einer ca. 20 köpfigen Reisegruppe aus England. Die Engländer sind die inflationären Bierpreise in der Boutique sicherlich schon von zu Hause gewöhnt und so kommt es erst zu kurzfristigen Bierversorgungsengpässen im Ort (die durch die Landung des Versorgungshubschraubers behoben werden) und später zu leichten Unstimmigkeiten des Restes der Gîtebewohner mit den zwischenzeitlich mehr als angeheiterten Briten. Das irgendein Bewohner des Talkessels in der Nähe des Îlets bis 01:00 Uhr vor seiner Hütte laut Reggae hörte, fiel dabei dann kaum noch ins Gewicht!


[B]6. Etappe (Roche Plate - Marla)
900 HM rauf, 400 HM runter, 5:10 h, Hütte: Gites Hoareau Expedit

Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht beschließen wir durch einen frühen Aufbruch die Reisegruppe möglichst weit hinter uns zu lassen. Die heutige Etappe soll uns noch weiter hinauf in den Cirque de Mafate führen, auf das unterhalb des mächtigen Grand Bénare (2.896 m) gelegene oberste Îlet in 1.620 m Höhe.

Doch auf dem Marsch dorthin, kann der GR-R2 wiedereinmal mit einem landschaftlichen Highlight aufwarten.

Bei den Trois Roches (1.220 m) verschwindet der Rivière des Galets in einer tiefen Spalte im glattpolierten Basaltgestein. In unmittelbarer Nähe finden sich einige gigantische Felsblöcke, die dem Ort offensichtlich den Namen verliehen haben.

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Trois Roche

Auf halbem Weg unserer heutigen Etappe liegend bietet es sich geradezu an, hier eine ausgedehnte Rast im Schatten der Bäume zu machen und die Füße im Fluss zu kühlen. Übrigens einer der wenigen Plätze an denen wir am GR-R2 Zelte gesehen haben. Auf dem Weiterweg gilt es noch einmal auf wackeligen Steinen den Fluss zu überqueren.

Marla selbst scheint fast nur aus diversen Gîtes zu bestehen. Da jedoch mindestens drei davon von einer Familie Hoareau bewirtschaftet werden, brauchen wir fast eine Stunde die richtige zu finden. Da wir für diesen Abend in einer privaten Unterkunft einquartiert sind, haben wir keinen Übernachtungsschein bekommen. Die richtige Gîtes Hoareau kann schließlich über die Telefonnummer identifiziert werden.

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Marla

Da Oma Hoareau jedoch ein einzigartiges Reservierungssystem betreibt, hätten wir fast kein Bett mehr bekommen. Reservierungen werden nämlich im Kalender nicht für den Tag der Übernachtung eingetragen, sondern am Tag der Entgegennahme der Reservierung. Wenn dann noch alle möglichen Arten der telefonischen Falschübermittlung eines Nachnamens geprüft werden müssen, kann es schon mal länger dauern, bis der Eintrag schließlich gefunden wird.

Ein köstliches Axtmörderhuhn entschädigt uns jedoch für die anfänglichen Komplikationen. Gekocht wurde das Essen für ca. 20 Personen wie noch vor 50 Jahren auf einer offenen Feuerstelle in der Küche.

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Sonnenuntergang am Pito de Neiges



[B]7. Etappe (Marla - Col du Taibit - Cilaos)
560 HM rauf, 805 HM runter, 5:10 h, Hütte: Chambre d'Hôtes Bertha Gardebien

Am heutigen Wandertag verlassen wir den Cirque de Marfate durch einen der sehr beliebten oberen Zugänge über den Col du Taibit (2.081 m). Von Marla aus wandern wir Richtung Süden und finden auf den nun folgenden fast 500 HM Aufstieg zahlreiche bereits rote kleine Walderdbeeren, die jedoch kein großartiges Aroma haben. Dabei handelt es sich anscheinend umd sogenannte Scheinerdbeeren (Duchesnea indica) oder auf französisch "Wassererdbeere" genannt (Danke an Sylvia für den Hinweis!!!). Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und gehört zur Familie der Rosengewächse.

Aber mal eine willkommene kleine Abwechslung zu Bananen und Ananas.

Der Col du Taibit bietet bereits eine großartige Aussicht auf unser heutiges Etappenziel und den Ort für den morgigen Ruhetag: Cilaos

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Blick vom Col du Taibit auf Cilaos

Doch vom Col aus führt der GR-R2 zunächst hinab vorbei am Îlet des Trois Salazes benannt nach den gleichnamigen Felsnadeln die etwas östlich den Col überragen.

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Îlet des Trois Salazes

Dieser Ort lädt in mehrfacher Hinsicht zu einer Rast ein: Eine Gruppe EU finanzierter Aussteiger betreibt auf dem weitläufigen Gelände den extensiven Anbau verschiedener Heilkräuter, die dort auch zum Kauf angeboten werden. Diese sogenannten Ti-San finden in den letzten Jahren wachsenden Zuspruch in der Bevölkerung. Die Tees und Kräuter werden zwischenzeitlich über Internet sogar weltweit vertrieben. Tees gegen verschiedene Beschwerden werden vor Ort auch gerne frisch aufgebrüht. Es gibt sogar spezielle Tees für den Auf- bzw. den Abstieg. Der „Ascenseur“ (Aufzug) enthält zum Beispiel Blüten der Fleur Jaune, eine mit unserem Johanniskraut entfernt verwandte baumgroße Pflanze, deren Wirkstoffe den Abbau von Milchsäure fördern und somit Muskelkater vorbeugen. Mehrere tausend Portionen dieses Tees werden jedes Jahr zum Grand Raid an die Teilnehmer ausgeschenkt.

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Fleur Jaune

Wir stärken uns bei einem frischen Stück Bananenkuchen (1 €) und haben noch einen recht informativen Plausch mit einem der Mitarbeiter über das Projekt, die Pflanzen und Tiere der Insel. Anschließend dürfen wir noch die Kräutergärten auf dem Gelände besichtigen. Der Rundweg führt an einem fantastisch exponierten Aussichtspunkt vorbei.

Kurz darauf erreicht der GR-R2 die D 242. Wie viele andere Wanderer beschließen wir an dieser Stelle auf weitere 200 HM Ab- und Wiederaufstieg zu verzichten und statt dessen den regelmäßig verkehrenden Bus zu benutzen (stündlich, 1 €/Person).

Unsere Herberge für die nächsten zwei Nächte ist schnell gefunden. Wir übernachten in einer kleinen Privatpension bei Mme. Bertha Gardebien und treffen einige Bekannte wieder. Den Rest des Tages verbringen wir mit Shopping. Zur Abwechslung wollen wir mal nicht kreolisch essen und genießen statt dessen die ausgezeichnete chinesische Küche des Jade du Cirque.

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Casa Creole in Cilaos


To be continued soon....

Harp Booth
02.03.2009, 08:19
Hallo zusammen,

Halbzeit: die Beschreibung der ersten 7 Etappen des GR-R2 auf la Reunion ist nun fertiggestellt und online.

Die zweite Hälfte des Treks mit den Highlights "Piton de Neige", der Besteigung des Vulkan und dem Abstieg durch den Regenwald wird noch erstellt und nach Fertigstellung ebenfalls drangehängt.

Ich wünsche allen schon mal viel Spass beim lesen.

Sollten sich Fehler eingeschlichen haben, so bitte ich um Hinweise.

Gruss Harald

Chriss
28.03.2010, 15:16
Hallo Harald, Ich wollte an dieser Stelle herzlichen Dank für Deinen Reunion Reisebericht sagen. Wir waren im letzten Oktober in Reunion und Dein ausführlicher Reisebericht hat uns doch sehr bei den Vorbereitungen geholfen. Danke!

Maegi
15.04.2010, 11:43
hallo Harald
mit Interesse verfolge ich Deinen spannenden Wanderbericht von La Réunion. wir planen im Herbst dieselbe Wanderung. Weisst Du noch, welche Unterkünfte Ihr auf Eurer zweiten Hälfte benutzt habt oder hast Du ev. den Reisebericht schon :-)irgendwo???

wäre Dir dankbar für Tipps.

Grüsschen
Maegi

Harp Booth
15.04.2010, 15:27
Hallo Maegi,

die Fortsetzung des Berichtes ist leider immer noch Baustelle.
Aber man braucht ja noch Ziele im Leben!

Ich freu mich, das Dir der Anfang schon mal gefallen hat und vielleicht weiterhilft.

Die weiteren Etappen:

Ruhetag in Cilaos. Wir waren zur Fête de la Lentille da. Kreolische Tänzer und eine Misswahl, die meist eine Frau mit weisser Haut gewinnt. Der Ort hat die Infastruktur mal einen Tag Pause zu machen. Das Thermalbad bietet jedoch nur Wannenbäder zum Kuren an und war zumindest damlas kein Schwimmbad im üblichen Sinne.
Übernachtung in privatem Chambre d'Hôte.
Es müsste aber 1-2 Gite im Ort geben.

Essen bei Chez Noe empfehlenswert. Carri Poulet a la Vanille!

Cilaos-Caverne Dufour: Gite de Piton de Neige.
Speziell am Wochenende extrem voll. 9er Schlafräume mit dreifach Betten.
Tour hierin auf die Wochenmitte planen und rechtzeitig reservieren.

Von hier aus sehr früh morgens Besteigung Piton de Neige zum Sonnenaufgang +570 HM. Einmaliger Anblick, wenn die Sonne hinterm Horizont erscheint und Minuten später erst durch die Wolkendecke der Passatwolken steigt, die weit unter einem liegen. Grosser Menschenauflauf zu erwarten. Extrem kalt. Handschuhe empfehlenswert. Zur Not Ersatzsocken über die Hände ziehen.
Nach dem Abstieg Frühstück in der Gite.

An diesem Tag
weiter nach Bourg Mourat: Auberge de Cratere/Plaine des Cafres
Das Hotel(?) sieht aus wie eine alte Jugendherberge bzw ein Schulungszentrum. Der damalige Wirt war mit dem von der Piton de la Fournaise verwandt. Schulheimatmosphäre mit gutem Essen.

Bourg Mourat-Piton de la Fournaise: Gite de Volcan (am Wochenende ebenfalls recht überfüllt)
hier zwei Nächte. Am zweiten Tag Besteigung des Vulkans sehr empfehlenswert.

Piton de la Fournaise - Basse Vallee: Gite de Basse Vallee
Übernachtung in einem alten Forsthaus mit offenem Kamin
Hier auf der Regenseite sehr feucht und alles klamm
Bestes Essen der Tour: Bananenauflauf (aus nicht süssen Bananen, wie bei uns Kartoffeln), Krevettencarri, flambierte Bananen, dazu Cote du Rhone und Rhum arrange bis der Arzt kommt.
Frühstück mit frischem Baguette.

Abstieg über Forststrasse zur Bushaltestelle, am Weh viel Orchideen, Vanille und tropische Pfanzen: Bus nach St. Denis über St.Pierre fuhr 08:55 Uhr.

Gruss Harald

Maegi
15.04.2010, 20:16
hey das ist ja super, Deine schnelle und gute Fortsetzung. danke vielmals! nun bin ich ja gespannt, wie unsere Pläne sich verwirklichen.:):):)

danpoint
22.06.2010, 21:28
Hallo Harald,
wir haben vor im Herbst unsere erste Trekking-Tour auf La Reunion zu machen. Dein Beitrag hat uns sehr gefallen und bei der Vorbereitung geholfen. Wollen dich mal fragen, wie es mit der Trinkwasserversorgung auf den Hütten aussieht. Kann man das Wasser dort ohne Bedenken trinken? Besteht die Möglichkeit auf der Hütte das Wasser abzukochen oder schauen die Hüttenbewohner blöd, wenn morgens 30 Leute je 2 Liter Wasser abkochen ;) ? Oder sollte man lieber das Wasser in den "Tante Emma Läden mitten in der Pampa" kaufen? Über Tipps zur Trinkwasserversorgung würden wir uns sehr freuen. Grüßle

Harp Booth
22.06.2010, 21:35
Hallo Danpoint,

wir haben weder Wasser abgekocht noch irgendwie aufbereitet. Die Hütten befinden sich fast ausnahmslos in Dörfern, die an ein Trinkwassernetz=Wasserhahn angeschlossen sind.

Wir hatten weder vom Essen noch vom Wasser irgendwelche Probleme.

Gruss Harald

danpoint
23.06.2010, 06:26
Hey Harald,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Haben halt schon gelesen, dass das Wasser von den Hütten oft Regenwasser, welches übers Dach aufgefangen wird, sein soll. Dementsprechend könnte das Wasser, je nach Zustand des Daches, gut oder schlecht sein.

Naja, durch deine Aussage hast uns schon mal Angst genommen.

Grüßle

Daniel

Harp Booth
23.06.2010, 07:39
Hallo Daniel,

das mit dem Regenwasser kann ich mir für die Hütte oben am Vulkan vielleicht vorstellen.
Ansonsten haben wir überall unsere Flaschen am Wasserhahn aufgefüllt und keinerlei gesundheitliche Probleme gehabt.

Der Dumont schreibt dazu: "...Leitungswasser ist überall trinkbar. Aus Bächen empfehlen wir allerdings nicht zu trinken..."

Gruss Harald

Maegi
23.06.2010, 16:26
hallo Harald
ja, nun wird es auch für uns konkret. wir haben die Gites reserviert und fliegen Mitte September. War froh um Deine Tipps und werde dann berichten, wie es war. Bin ja sehr gespannt - vor allem auf das Wetter. einzig der Hotelier des "Mascareignes" in St.Denis hat sich nicht gemeldet, aber da werden wir schon noch eine Ü'bernachtung finden.
Schönen Sommer :cool: wünscht Maegi

Fluse
03.08.2010, 14:49
Hallo Harald,

ich bin gerade auf der Suche nach Informationen zu Reunion auf deine tollen Beiträge und deinen super ausführlichen Trekkingbericht gestoßen. Ich bin gerade mit einem Freund am Planen der mehr oder weniger gleichen Tour und hätte da noch ein paar Fragen an dich;)...
...zum einen scheint es wohl wichtig zu sein, alle Unterkünfte vorab zu buchen...sehe ich das richtig?
...dann ist es so, ich bin noch nie eine mehrtägige Trkkingtour gelaufen...wie hoch schätzt zu die Anforderungen auf den Strecken ein...können auch ungeübte junge gesunde und normalgewichtige Menschen eine 10tägige Wandertour in Reunion gut überstehen? Weiss, dass das ziemlich relativ ist, aber vielleicht kannst ja trotzdem etwas dazu sagen.
...die Gite de la Plaine verlangt folgende Preise 16€ Übernachtung+5€ Frühstück+17€ Abendessen...muss ich mit solchen Preisen auf der ganzen Route kalkulieren...oder gibt es günstigere Alternativen...die z.B. nicht auf reunion-nature aufgelistet sind? Ich weiss, du warst wohl 2005 dort, wenn ich das richtig sehe und von daher können die Preise ja auch angestiegen sein.

So, würde mich sehr freuen, wenn du mir noch ein paar Tipps mitgeben könntest...

Liebe Grüße
Kati

Harp Booth
03.08.2010, 19:26
Hallo Kati,

die Preise sind nicht ungewöhnlich. Den link zu meinen Daten hast Du ja bereits gefunden.
Viel Spass bei der weiteren Planung!

Gruss Harald

herajika
03.08.2010, 20:22
...dann ist es so, ich bin noch nie eine mehrtägige Trkkingtour gelaufen...wie hoch schätzt zu die Anforderungen auf den Strecken ein...können auch ungeübte junge gesunde und normalgewichtige Menschen eine 10tägige Wandertour in Reunion gut überstehen? Weiss, dass das ziemlich relativ ist, aber vielleicht kannst ja trotzdem etwas dazu sagen.


Hallo Kati,

Réunion war auch meine erste mehrtägige Tour, bin damals (2007) 10 Tage gegangen, vorher immer nur Tageswanderungen. Seit Réunion hat mich das Trekking-Fieber gepackt und nicht mehr losgelassen.
Zu deiner Frage also: Man kann das auch so überstehen. ;) Fit solltest du allerdings schon sein, es geht entweder rauf oder runter, und das in der Regel auch ordentlich. Ich hab mich aber nicht besonders vorbereitet, mache halt regelmäßig Sport.

Habe damals einen frz. Guide getroffen, der meinte, er schreibt in seine Tourenbeschreibungen, dass jeder fitte Wanderer / Läufer mitkann. Dazu meinte er: Nur man muss eben Wanderer sein und nicht bloß mal sonntags den Hund um den Block führen.

Hoffe, das hilft dir weiter.

Viele Grüße,
Tina

Harp Booth
03.08.2010, 21:28
Hallo Tina,

schau Dir einfach mal die Etappenlängen in meiner Beschreibung an.
Die ersten Tage sind nicht so lang...
Da wirst Du langsam an die tägliche Belastung herangeführt.

Bei mir ist es so, das die ersten drei Tage mit Rucksack sich immer anstrengend anfühlen...egal wieviel ich vorher trainiert habe. Danach geht es dann immer besser.

Starte einfach nicht zu spät und teil Dir den Tag mit Pausen gut ein.

Ich denke auch, dass jeder der sich zumindest regelmässig bewegt, die Tour bewältigen kann.

Gruss Harald

Fluse
06.08.2010, 19:13
Danke für eure Antworten...werde jetzt einfach noch den Monat joggen gehen und meinen Rucksack mal probeweise zur Tageswanderung mitnehmen und dann wird das schon...unsere Strecke ist bis Etappe 7 sowieso identisch mit deiner, Harald, daher denke ich, dass das schon wird;) und mein Gepäck reduziere ich auf ein Minimum.
Ist eine Fleesjacke und dünne Regenjacke ausreichend oder benötige ich noch etwas Wärmeres?

Gerade versuchen wir online die Hütten vorzubuchen (sind wohl noch genügend Plätze frei)...da sich dies aber als etwas chaotisch gestaltet, wollte ich nochmal nachfragen, ob eine Vorbuchung der Hütten denn wirklich zwingend notwendig ist? Sind die privaten Unterkünfte preiswerter? Und habt ihr auch das Frühstück un Abendessen immer vorgebucht? Das ging bei uns online nicht...werden wohl am Montag nochmal direkt anrufen und versuchen, telefonisch vorzubuchen.

Liebe Grüße
Kati

Harp Booth
08.08.2010, 21:52
Gerade versuchen wir online die Hütten vorzubuchen (sind wohl noch genügend Plätze frei)...da sich dies aber als etwas chaotisch gestaltet, wollte ich nochmal nachfragen, ob eine Vorbuchung der Hütten denn wirklich zwingend notwendig ist? Sind die privaten Unterkünfte preiswerter? Und habt ihr auch das Frühstück un Abendessen immer vorgebucht? Das ging bei uns online nicht...werden wohl am Montag nochmal direkt anrufen und versuchen, telefonisch vorzubuchen.


Hallo Kati,

private Unterkünfte gab es damals nur an wenigen Orten. Die anderen Unterkünfte mussten zwingend vorgebucht werden. Die privaten Unterkünfte waren oft besser und etwas teurer. Bei den offiziellen Gites wurde die Übernachtung bei der Reservierung bereits bezahlt.

Beim Wirt bezahlst Du nur noch das Essen. Das musst Du nicht vorher reservieren. Du sagst bei der Ankunft einfach Bescheid, ob Du Abendessen und Frühstück willst. Es gibt aber meistens eh kein Alternative fürs Essen.

Gruss Harald

herajika
10.08.2010, 16:57
Danke für eure Antworten...werde jetzt einfach noch den Monat joggen gehen und meinen Rucksack mal probeweise zur Tageswanderung mitnehmen und dann wird das schon...unsere Strecke ist bis Etappe 7 sowieso identisch mit deiner, Harald, daher denke ich, dass das schon wird;) und mein Gepäck reduziere ich auf ein Minimum.
Ist eine Fleesjacke und dünne Regenjacke ausreichend oder benötige ich noch etwas Wärmeres?

Ach ja, mach dir mal keine Sorgen über deine Kondition. Wenn du fit bist, passt das schon.
Gepäck reduzieren ist allerdings ne gute Idee, als ich vor dem Einstieg in den Cirque de Mafate in der Hütte nen Guide sah, der überlegte, ob er sein Buch noch mitnimmt oder nicht, da schwante mir, dass das vielleicht etwas härter wird... Aber überlebt hab ich's, und ich würd's sofort noch mal wieder tun ;)

Ich war im September / Oktober, da waren ein Fleece und eine Regenjacke mehr als ausreichend (gehöre aber eher nicht zu den verfrorenen Naturen). Geregnet hat es nur einmal, bei Hell-Bourg. Nachts war's recht kalt am Piton des Neiges und am Piton de la Fournaise (in der Hütte am Vulkan gab es aber drei Decken, das reichte).

Frühstück haben wir selbst mitgeschleppt, Abendessen immer "chez l'habitant".

Viele Grüße,
Tina

Maegi
25.10.2010, 10:16
hallo miteinander
wir sind seit Anfang Oktober zurück von unserem GR2-Trekking - es war einfach super, genial, wunderschön! Das Wetter war ausser dem Tag von Bourg Murat zur Gite Volcan wunderschön, das hat sicher auch zum einmaligen Erlebnis beigetragen. Die Beschreibung von Harald war super, danke! Hat uns enorm geholfen, vor allem auch bei der Planung der Etappen. und der Hinweis, genügend Energieriegel mitzunehmen hat mich wohl vor dem Hungertod gerettet :-/ . Das Einkaufen im Mafate ist nämlich wirklich kaum möglich und zum Frühstück gabs manchmal mangels Brot nur Zwieback - nicht sehr nahrhaft.
Zur Trinkwasserfrage: wir haben ebenfalls überall Leitungswasser getrunken, auch auf den Berghütten. ist wirklich kein Problem, es hat überall Quellen - ev. bei langer Trockenheit problematischer? manchmal hatte es einen kleinen Beigeschmack von der Aufbereitung, aber zum Nachtessen gab es auch immer einen Krug mit Leitungswasser auf dem Tisch. und sowieso, der Rum vor dem Essen und zum Dessert desinfiziert die ganzen Eingeweide...
Dann habe ich einen Schlafsack mitgetragen, mein Mann nur einen Seidenschlafsack. Das ist definitiv die bessere Variante, braucht weniger Platz und reicht vollkommen. Ich bin sehr kälteempfindlich, aber auch für mich hätten die angebotenen Wolldecken resp. Duvets gereicht. Nur im Roche Ecrit hatte es alte und staubige Exemplare, sonst war es überall tiptop.
Das Hotel Mascareignes in Saint Denis gibt es anscheinend nicht mehr. wir waren im Le Central Hotel, auch dort haben sie uns ohne Probleme die Koffer 14 Tage lang aufbewahrt.
Ja, nun kann ich nur hinaus ins Schneegestöber schauen und von der Sonne und Wärme träumen.
Maegi

Harp Booth
25.10.2010, 16:50
Hallo Maegi,

Danke für den Hinweis zum Hotel.
Ich habe das alternative Hotel als Link im Beitrag ergänzt.

Gruss Harald

Boxer1958
11.01.2011, 15:08
Hallo Harald,

deinen Reunion-Bericht (1. Teil) fand ich klasse und ich freue mich bereits auf die Fortsetzung. Meine Frau und ich sind den GR 2 bereits zwei Mal gelaufen (verschiedene Varianten) und waren so begeistert, dass wir die Tour im September/Oktober 2011 nochmals machen werden.
Wir werden uns allerdings keine weitere Übernachtung in der Caferne Dafour antun.
Wir haben geplant, mit dem Bus von Cilaos an den Einstiegspunkt Foret de Mare St. Joseph zu fahren und dann über eine Alternativroute nach Bourg Murat zu laufen.
Kennt jemand diese Route? Können wir die Route in ca. 7 - 8 Stunden schaffen?

Viele Grüße aus dem kalten Baden

boxer1958

eric99
13.02.2011, 14:27
Hallo!

Wir fliegen nächsten Samstag, also in sechs Tagen, auf Reunion und möchten dort den GR R2 gehen. Alles ist soweit organisiert.
Wir sind unsicher, welche Schuhe wir mitnehmen sollen.
Wir haben Halbschuhe - Trekkingschuhe oder hohe Bergschuhe. Also keine ganz schweren, aber schon westenlich robuster und natürlich auch wärmer.
Welches Schuhwerk ist empfehlenswert?
Zwei weitere Fragen:
Braucht man ein Handtuch? Lohnt es sich Teleskopstöcke mitzunehmen?

Ich freue mich auf Antwort, da wir va bezüglich der Schuhe sehr unsicher sind.

Viele Grüße
Eric

Harp Booth
13.02.2011, 14:37
Hallo Eric,

auf allen Streckenabschnitten der Tour sind uns Einheimische nur mit Flip-Flops begegnet.
Das geht also auch.

Ich war jedoch in einigen Vulkanpassagen froh um meine hohen Berg-Lederstiefen, da das Lavagestein extrem scharfkantig und rau ist. Einige Passagen sind steil und steinig, viele rutschig. Ein hoher Schuh schützt da aus meiner Sicht besser vorm Umknicken als ein Halbschuh. Schau Dir mal das beigefügte Foto an, wie "fertig" die Schuhe nach einer Etappe aussahen.

Ein eigenes Handtuch würde ich in jedem Fall mitnehmen. Und das nicht nur wegen des Ratschlags aus "Per Anhalter durch die Galaxis". Vielmehr gab es in den wenigsten Unterkünften Handtücher.

Außerdem findest Du unterwegs schon mal nette Badegumpen, die zu einer ausgiebigen Rast einladen.

Ich persönlich würde wegen der Steilheit der Wege und dem Gewicht des Rucksackes auf La Reunion nicht auf die Trekkingstöcke verzichten wollen.

Ich wünsche Dir viel Spass auf der Tour!

Gruss Harald

eric99
13.02.2011, 14:44
Hallo Harald!

Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Super, das hilft uns sehr weiter.
Dann werden es wohl die hohen Bergschuhe werden.
Wir sind ja schon sehr gespannt, va da wir nicht zur "besten" Reisezeit unterwegs sind. Wir hoffen, dass es nicht allzu schlecht wird mit dem Wetter.

Eine Frage noch, lohnt es sich das Essen in allen Hütten zu "buchen" oder kann man in einigen Orten (zB Dos d'Ane) auch woanders essen?

So, ich glaub, jetzt sind alle Fragen mal soweit abgeklärt.
Wir hoffen, dass wir auf nichts vergessen.

Viele Grüße und nochmals danke für die schnell Antwort
Eric

Harp Booth
13.02.2011, 14:50
Hallo Eric,

in den wirklichen Orten wie Cilaos gibt es vielleicht noch Alternativen in Form richtiger Restaurants.
Bei den Übernachtungen in den Refuges der Ilets erwartet der Wirt eigentlich mehr oder weniger, dass Du auch dort isst.

Die Übernachtung hast Du ja bereits vorher bezahlt. Das Essen ist also der Hauptumsatz den er mit den Gästen macht.

Wo willst Du auch sonst hin? In ein anderes Refuge? I.d.R. gibt es jedoch ebenso viele Plätze fürs Abendessen, wie es Betten gibt. In anderen Refuges wirst Du also kaum einen Platz fürs Essen bekommen, da diese alle mit deren Gästen belegt sind.

Ausserdem war das Essen überwiegend sehr gut und in der Gesellschaft der anderen Wanderer sehr unterhaltsam.

Gruss Harald

eric99
13.02.2011, 22:18
Hallo Harald,

vielen Dank für diesen Hinweis. Wir werden einfach in allen Hütten Abendessen und Frühstück reservieren. Ja, die Hütten haben wir schon bezahlt. Es wurde von allen Seiten empfohlen, sie schon im Voraus zu buchen. Also haben wirs so gemacht.

Super, dass das Essen auch lecker schmeckt!
Wir freuen uns schon sehr auf die Reise.

Viele Grüße von
Eric

Boxer1958
14.02.2011, 11:35
Hallo Eric,

vielleicht kann ich noch einiges ergänzen oder bestätigen.

Wegen des Schuhwerks rate ich Dir zu leichten Wanderstiefeln, die auch die Knöchel gut schützen. Es ist zwar beeindruckend, wenn man von Einheimschen in Badeschuhen überholt wird, die dazu noch einen Fernsehere auf dem Kopf herumtragen, aber ich rate trotzdem zu einem soliden Schuhwerk. Vor allem wenn Du in den Bereich des Vulkan kommst, wird es heiß unter den Füssen ...und deine Stiefel werden eine andere Farbe bekommen .

Teleskopstöcke fanden meine Frau und ich auch sehr hilfreich. Für die Hüttenübernachtungen brauchst Du auf jeden Fall Handtücher, die werden nur in den Hotels gestellt.

In den Hütten ist Verpflegung vor Ort eigentlich Pflicht. Die Hüttenwirte leben davon. Nach meinen Kenntnissen musst Du zur Zeit fürs Frühstück ca. 6 - 7,-- € p.P und für das Abendessen ca. 15.-- - 17-- € p.P rechnen.
Das Frühstück ist recht bescheiden (wie fast überall in Frankreich), aber das Abendessen ist eigentlich immer gut. Man lernt auch eine Menge Leute kennen und ich habe mich auf die abendlichen Kontakte zu Mitwanderern und Leidensgenossen gefreut.

In größeren Ortschaften wie Cilaos oder Bourg Murat gibt es gute Restaurants.

Noch ein Tip: Der Tagesmarsch von Cilaos nach Bourg Murat ist sehr lang. Du kannst aber in Cilaos den Bus nehmen und zur Haltestelle "Le Bloc" oder noch weiter bis zum Rasplatz "Foret de la Mare a Joseph" fahren. Dort gibt es jeweils einen Einstieg zum GR 2 .

Ansonsten viel Vergnügen auf Reunion

boxer 1958

eric99
15.02.2011, 17:11
Hallo boxer 1958,

danke für deine Antwort! Jetzt sind wir bestärkt,. welche Schuhe wir mitnehmen und ich gehe auch gleich die Stecken kaufen.

Vielen Dank für die Hilfe! Wir sind gespannt, wie es wird

Eric

eric99
16.03.2011, 15:14
Bonjour!
Wir sind wieder da! Es war einfach toll!!!!!!
Vielen Dank nochmals für die hilfreichen Tipps. Was ich für zukünftige GRR2-Wanderer sagen möchte: Nehmt Proviant mit!!! Wir hatten nach 3 Tagen nichts mehr. Die Zeit zwischen Zwieback in der Früh und Abendessen kann sehr lange werden.
Obwohl wir zur Regenzeit auf La Reunion waren, hatten wir drei Wochen supertolles Wetter - bis auf ganz wenige Ausnahmen. Eine wirkliche Trauminsel und eine supertolle Wanderung!
A bientot, Eric

dacapo
04.01.2012, 20:15
Hallo Harald,

vielen Dank für diesen interessanten Reisebericht. Einige Fragen, die wir hatten konnten durch Deinen Bericht und die Formusbeiträge hier geklärt werden. Ich hätte aber doch noch einige weitere Fragen und hoffe Du kannst mir hier weiter helfen. Wir laufen die Tour übrigens im Februar.

Wie steht es auf Reunion mit der Versorgung mit Gaskartuschen. Wir haben einen MSR Pocketrocket Kocher, der Schraubkartuschen von PowerGas benötigt. Sind diese dort zu kaufen und wenn ja wo?

Kannst Du uns evtl. die Kontaktdaten von Jean-Michel Casini zukommen lassen, damit wir uns auch für Zusatzinformationen und Fragen an ihn wenden können?

Wir würden lieber bei den Hütten zelten, statt die Quartiere zu nutzen. Ist dies möglich?

Vielen Dank und viele Grüße,
Dominik

Harp Booth
05.01.2012, 08:44
Hallo Dominik,

wir haben Jean-Michel damals direkt über die mailadresse des Maison de la Monatgne erreicht.
Ob er zwischenzeitlich noch dort arbeitet, ist fraglich. Ganz sicherlich ist das Maison de la Montagne aber weiterhin DER Ansprechpartner für alle organisatorischen Fragen rund um den Trek.

Ob Du bei den Hütten zelten darfst, musst Du sicherlich vor Ort mit den jeweiligen Hüttenwirten klären. Bei denen bezahlst Du ja üblicherweise nur das Essen direkt. Die Übernachtung musste im Vorfeld beim Maison de la Montagne bezahlt werden.

Wenn Du nun bei den Hütten nur zelten willst und Dich dann selbst verpflegst, kann ich mir vorstellen,dass es schwierig wird. Ist sicherlich auch nicht die Zielsetzung des Maison de la Montagne. Dort wird man Dir also wahrscheinlich sagen, daß es nicht geht.

Ich habe aber schon mal von Leuten gelesen, die den GR komplett mit Zelt machen wollten. Einen Reisebericht nach vollendetem Vorhaben kenne ich jedoch nicht.

Bei den Kollegen von ODS gibt es hierzu auch noch einen Thread aus 2009. Kannst ja mal den user kontaktieren. http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?32528-La-R%E9union

Hier http://randorun.unblog.fr/adresses-utiles/ ist eine französischsprachige Seite, die über Zeltmöglichkeiten berichtet.

Wir haben damals immer mal nach möglichen Zeltplätzen Ausschau gehalten. Oft ist es sicherlich schwierig, weil da Gelände schlicht und ergreifend wenig Platz für ein Zelt lässt. Und auf den Ilets wo es flach ist, stehst Du wahrscheinlich zwangsläufig im Garten von jemanden, den Du zuvor um Erlaubnis bitten musst.

Auf Gaskartuschen habe ich nicht geachtet, da wir uns voll in den Hütten verpflegt haben. Vielleicht kann hierzu einer der letzten Begeher hierzu Auskunft geben.

Da es insgesamt nur wenig Infos zum GR-R2 gibt, würde ich mich freuen, wenn Du nach Eurer hoffentlich erfolgreichen Tour hier ein kurzes feedback geben könntest.

Gruss Harald

Maegi
05.01.2012, 19:27
Hallo Harald,

vielen Dank für diesen interessanten Reisebericht. Einige Fragen, die wir hatten konnten durch Deinen Bericht und die Formusbeiträge hier geklärt werden. Ich hätte aber doch noch einige weitere Fragen und hoffe Du kannst mir hier weiter helfen. Wir laufen die Tour übrigens im Februar.

Wie steht es auf Reunion mit der Versorgung mit Gaskartuschen. Wir haben einen MSR Pocketrocket Kocher, der Schraubkartuschen von PowerGas benötigt. Sind diese dort zu kaufen und wenn ja wo?

Kannst Du uns evtl. die Kontaktdaten von Jean-Michel Casini zukommen lassen, damit wir uns auch für Zusatzinformationen und Fragen an ihn wenden können?

Wir würden lieber bei den Hütten zelten, statt die Quartiere zu nutzen. Ist dies möglich?

Vielen Dank und viele Grüße,
Dominik


hallo Dominik

wir waren vor einem Jahr in La Réunion und haben ein Paar getroffen, das ebenfalls auf dem GR2 unterwegs war. Sie haben erzählt, dass sie das Gas in einem Einkaufszentrum resp. Baumarkt ausserhalb St.Denis Richtung Flughafen gekauft haben. In der Stadt haben sie nichts gefunden. Gezeltet haben sie jeweils ausserhalb der Dörfchen. Das Problem war aber vor allem im Mafate das Gewicht des Rucksacks, Zelt, Kocher und Verpflegung für mehrere Tage. Wasser hat es z.T. bei Wasserzapfstellen in den Dörfern. Sie machten jedenfalls den GR2 mit abgekürzten Varianten und wir haben sie nach einigen Tagen plötzlich wieder getroffen.
Viel Spass wünscht Euch
Maegi