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Vollständige Version anzeigen : Der Glen Affric Trail


highlandgirl
12.02.2009, 07:32
Erfrischend gurgelt das kühle Wasser, das wir aus einem Wildbach geschöpft haben, die Kehlen hinunter. Gerade haben wir unsere Wasserflaschen an einem Wildbach aufgefüllt. „Das Wasser ist leicht goldfarben, weil es durch torfige Erde fließt. Genau solches Wasser brauchen wir für den Whisky“ lacht Anja, die Führerin des Glen Affric Trekkings und zieht ein Fläschchen des schottischen Lebenswassers aus ihrer Jackentasche hervor. „Nur für Erste Hilfe Belange natürlich“, erklärt sie und hält die Flasche zu Demonstrationszwecken hoch „aber seht ihr, genau die gleiche Farbe wie das Wasser!“.

Wir, das ist eine kleine vierköpfige Wandergruppe, die in drei Tagen eines der schönsten und abgelegensten Täler der schottischen Highlands erwandert. Geführt wird die Gruppe von Anja, die sich selbst noch nach vielen Jahren an ihrer schottischen Heimat nicht satt sehen kann. „Der Glen Affric Trail gehört für mich zu den Top Treks im ganzen Land“ sagt sie. Und sie muss es wissen, denn sie kennt sich in den Bergen hier oben wirklich aus.

Begonnen hat das Abenteuer im Nostalgieörtchen Tomich, nahe Loch Ness. Nach 3 Stunden Wandern erreichten wir die Farm Cougie Lodge, irgendwo im Nirgendwo, wo Pferde, Kühe, kleine Schweinchen frei herumspazierten. „Eine Horde schmutziger Kinder kam zur Begrüßung angerannt, um sich dann sofort wieder zum Baden im eiskalten Bach davonzustehlen“ erzählt Elke, eine Mitwandererin. Ihr ist es sogar gelungen, Anja auf eines der Highland Ponies zu bekommen. „Ich hab eigentlich furchtbar Angst vor Pferden, aber die Ponies grasten so sanftmütig, dass ich mich doch auf eines gewagt habe“.

Ab Cougie Lodge entfernte sich die Gruppe immer weiter von der Zivilisation, durch kostbare Reste des Caledonian Forest, der mit seinen sattgrünen Kiefern früher ganz Schottland bedeckte. Mitten in der Wildnis taucht nach...km eine (Block/Holz)Hütte auf – das Glen Affric Youth Hostel. Die abgelegenste Jugendherberge Schottlands bietet schlichte Einfachheit und begrüßt mit einem obligatorischen Cup of Tee. Am Abend sitzen wir vor dem Kaminfeuer sitzen, in dem dicke Holzscheite böllern. Es dämmert als uns Gil die Herbergsmutter hinauswinkt. Unten am Fluss paradiert eine ganze Herde Hirsche vorbei. „Die kommen jeden Abend“ erklärt Gil und schlürft geräuchvoll ihren Tee. Wir vergessen beinnahe das Trinken und beobachen wie paralysiert das Treiben am Fluss.

Am nächsten Morgen feuert uns die Sonne entgegen. Die Berggipfel haben noch kleine Nebelmützen auf als wir in Richtung Glen Lichd starten. „Heute wird es landschaftlich noch einmal dramatisch“ stellt uns Anja die heutige Tour vor. „Die Bergkette im Hintergrund sind die 5 Sisters of Kintail, hoch, steil, anstrengend und legendär“. Sie erzählt die Legende von den Schwestern des Königs von Kintail während wir uns, fasziniert von der Bergwelt, den Weg durch das enge Tal bahnen.

Erschöpft und glücklich sitzen wir nach der Tour im Kintail Lodge Hotel bei unserem wohlverdienten Pint.

liathach
12.02.2009, 18:05
Diese Tour habe ich letztes Jahr auch gemacht, fand Cougie Lodge aber alles andere als empfehlenswert. Darf ich fragen, wann ihr die Tour gemacht habt (muesste vor 2008 gewesen sein, wenn Jill noch Warden in Alltbeithe war)?

Hast du aktuelle Infos ueber den derzeitigen Zustand von Cougie Lodge?

highlandgirl
12.02.2009, 19:55
ich bin praktisch jedes jahr im Glen Affric. Schlimm genug daß Gil nicht mehr Warden ist. SYHA hat sie abgesägt und 2008 war das Hostel in einem erbarmungswürdigen Zustand. Der neue Warden hat sich nämlich sontwo rumgedrückt und von putzen hatte der noch nie was gehört. Das war richtig schlecht.

Cougie Lodge find ich irgendwie klasse. Schon die Alte mit ihrem Holzgebiss ist sowas von eine Schau :-) Aber sie ist ganz lieb, hat uns sogar Lebensmittel besorgt, daß wir nicht alles tragen müssen. Ist halt alles ein bischen improvisiert, aber schließlich ist man da draussen ja auch etwas ab vom Schuss und es ist eine Farm. Ich mag es wenn da Tiere und dreckige Kinder herumrennen, da bin ich nicht so pingelig. Die kleine Lodge find ich einfach schnuckelig und war letztes Jahr in besserem Zustand als das Hostel.
So wars zumindest im Mai 2008