Vollständige Version anzeigen : Wintertour Hochvogesen
Hallo liebes Forum,
zum kommenden Wochenende muss ich unbedingt mal wieder raus in die Vogesen. Nachdem ich mir über Weihnachten am Mutzig nachts beinahe den Allerwertesten abgefroren habe, lockt die Aussicht auf eine Runde im Schnee doch sehr. Deshalb meine Frage: hat einer Erfahrung, wie es um diese Jahreszeit auf dem Hauptkamm aussehen dürfte, irgendwo zwischen Tete des Faux und Markstein? Im Sommer habe ich da ein paar schöne Zeltplätze vorgemerkt, v.a. zwischen Schlucht und Lac Blanc, die ich ansteuern könnte. Aber wie schaut es mit Menschenmassen aus? Was im Sommer die Tagesausflügler, sind das im Winter die Skifahrer? Oder kann ich da in Ruhe wandern und zelten?
Kann mir einer Alternativen für eine Zweitagestour nennen, sollte es zu überlaufen sein? Am besten mit Schneeschuhen, Übernachtung wie gesagt im Zelt.Viel weiter südlich sollte es aber nicht sein.
Und noch ne Frage: ist der Sentier des Roches im Winter passierbar oder riskiere ich dabei den Hals?:kruecken:
Letzte Frage: gibt es eine gute Internetseite, wo ich Schneehöhen in den Vogesen recherchieren kann? Die von Meteo France kenn ich.
Gruß, Achim
AndreasF
10.02.2009, 18:21
Hallo Achim,
Nordvogesen bei -8°C und entsprechendem Wind kennst du ja schon, also geh mal davon aus, das es auf dem Kamm noch mehr zieht und ungemütlicher ist. Ich würde mich für die Nacht deutlich drunter halten.
Schneeverhältnisse in den Hochvogesen:
Alles zwischen abgeblasen und Schneeverwehungen von über 1 m Höhe.
Die Ostseite des Hauptkammes ist im Winter grundsätzlich mit Wächten versehen, die Hinweisschilder haben ihren traurigen Hintergrund.
Zwischen Col du Calvaire und Kastelberg tobt der Abfahrtsskizirkus, du must über div. Pisten rüber, also nix für einsame Tage.
Sentier des Roches im Winter:
Schau einfach mal auf http://www.jmrw.com/France/Vosges/Falimont/index.htm nach, dann weist du was dich im ungünstigen Fall erwartet (die restlichen Bilder sind auch nicht schlecht).
Ansonsten allgemeine Infos und ziemlich viele Links auf Webcams:
http://vosgesfreeride.zeblog.com
Wenn du deine Ruhe willst, lauf entweder die GR531 auf der rechten Thur-Talseite lang, das ist aber mit Schneeschuhe eine ziemlich anstrengende Sache weil dort relativ viele Hangtraversierungen anstehen oder verziehe dich auf die GR533 hinter la Bresse, die verläuft zum größten Teil auf einem Fahrweg, das ist im Winter ein deutlicher Vorteil.
Gruß Andreas
ThomasFFM
11.02.2009, 19:49
Hallo!
Die GR 531 westlich der Thur erfordert an einigen Stellen Trittsicherheit, da hat man auf recht schmalen Pfaden ziemlich steile Hänge zu queren, was schon im Sommer bei Nässe etwas heikel ist. Im Winter könnte das zu gefährlich sein.
Wie wäre es denn mit dem Gebiet zwischen dem Taennchel und den Brézouard, wenn es schon so hoch hinausgehen soll? Da ist jedenfalls kein Skizirkus und ausgesetzte Stellen gibt's da auch nicht.
Gruß
ThomasFFM
Hallo,
erstmal danke für deine Links, Andreas, ich lass das mit dem Hauptkamm dann doch lieber sein, nachdem ich die Fotos vom Sentier des Roches gesehen habe. Die Gr 533 bin ich im Sommer mal gegangen, wüsste aber nicht, wie zu einer Rundtour verbinden ohne doch wieder auf den Hohneck zu müssen. Die Gegend um Thur kenne ich noch gar nicht, schau sie mir aber mal auf der Karte an.
Die Gegend um Taennchel herum zu erwandern war meine ursprüngliche Idee, aber noch schrecke ich vor den vielen Höhenmetern zurück. Kann ich denn weiter oben als z.B. Ribeauville mein Auto abstellen (ist ein uralter Fiesta, keine hundert Euro wert, kann schon einsam nachts irgendwo stehen)? Thomas, ich hatte deinen Tourenvorschlag Nr. 11 aus deinem Führer mal auf der Karte durchgespielt, scheint mir aber fast schon zu lange für die Jahreszeit für 2 Tage. Es sei denn, man erspart sich ein paar Höhenmeter, oder?
Gruß, Achim
ThomasFFM
13.02.2009, 13:16
Hallo, Achim!
Du kannst den Taennchel auch etwas billiger haben, indem Du irgendwie zwischen Châtenois und Ste-Croix-aux-Mînes startest (mehrere Möglichkeiten). Auf der Strecke Selestat - Châtenois - Ste-Marie-aux-Mînes - St-Dié fahren relativ viele Busse, die sogar aus www.bahn.de zu ersehen sind. Möglichkeit z. B.: Von Châtenois zur Haut-Koenigsbourg (auch im Winter kein Problem, denke ich, außer bei extrem viel Schnee), dann über die Höhe zum Taennchel, Abstecher zu den Felsen und auf der GR 532 runter nach Lièpvre.
Gruß
ThomasFFM
Danke Thomas und Andreas für eure Anregungen,
ich bin letztlich von Aubure aus zum Taennchel (zugegebenermaßen etwas umständlich), habe dort auf der Höhe übernachtet und am nächsten Tag über Anspach zurück nach Aubure.
War die bis dato einsamste Wochenendtour, ich hab auf der ganzen Route nicht einen Menschen getroffen. Am ersten Tag bin ich auch 90 % der Zeit durch unberührte Schneelandschaft gestiefelt, das war schon recht genial. Ich habe aber letztlich viel weniger Strecke geschafft als geplant, weil erstens der Schnee ziemlich hoch war (Schneeschuhe sehr ratsam) und ich mich zweitens des öfteren verlaufen habe, weil viele Markierungen vom Schnee verdeckt waren und es eben vor mir abgesehen von diversen Tierfährten keine Fußspuren gab, an denen ich mich hätte orientieren können.
Alles in allem aber eine höchst lohnenswerte Wintertour.
Gruß Achim
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