Manali90
06.02.2009, 00:31
Die hier vorgestellte Routenplanung für den Gocha La müsste mit aktuellen Informationen ergänzt werden.
Der Trek zum 4940m hohen Gocha La (auch: Goecha La, Goeche La), vor dem sich die 4000m hohe Südwand des 8598m hohen Kangchendzönga in nur 10 km Entfernung aufbaut, gehört zu den Trekking-Klassikern im Weltmaßstab. In der Schwierigkeit liegt er zwischen Höhentreks wie zum Everest Base Camp und zum Ganja La in Nepal; schwieriger als die vergleichbaren Pässe Phirtse La und Shingo La in Indien ist er dadurch, dass in wenigen Tagen mehr Höhenmeter und Vegetationsstufen durchwandert werden müssen. Das macht allerdings auch seinen besonderen Reiz aus. Im Unterschied zu den o.a. Pässen muss man allerdings auch bürokratische Hindernisse überwinden: das Inner Line Permit für Sikkim und das Trekking Permit für die Route selbst (s.u.). Ausgangspunkt ist üblicherweise Gangtok in Sikkim; wenn man alle Formalitäten zuvor erledigt hat, geht es auch ab Darjeeling, Siliguri oder Bagdogra Airport (regelmäßige Indian Airlines-Verbindung von Delhi oder Calcutta).
Da die ersten beiden Trekkingtage einen Aufstieg auf 4000m Höhe bringen, ist es gefährlich, den Trek ohne jede Akklimatisierung zu beginnen. Empfehlenswert ist es, für wenigstens zwei Tage in Gangtok zu bleiben und zum Kloster Enchey, zum Fambanglo Wild Life Sanctuary und zum Hanuman Tok (2150m) über der Stadt zu wandern. Empfehlenswert in Gangtok ist auch das Tibetinstitut (Kunstschätze wie alte Thangkas und Ritualgegenstände) und natürlich das 22 km südöstlich gelegene Kloster Rumtek (Hauptkloster des buddhistischen Kagyupa-Ordens, Sitz des Karmapa). Wer mehr Zeit hat, kann zur Akklimatisierung von Darjeeling aus den Sandakphu-Trek auf der Shingalila-Kette (Grenze zu Nepal) als Vorbereitung nutzen (bis 3600m).
Die beste Trekkingzeit liegt, wie in Nepal, im Vor- und Nachmonsun (April mit herrlicher Rhododendronblüte; Oktober/November mit klarerer Sicht). Leider fällt die Orchideenblüte in die Monsunzeit, und der Monsun ist in Sikkim sehr stark (jährlich 3500mm Niederschlag in Gangtok).
Ein 15-Tage-Permit für Sikkim kann mit dem Visum in Deutschland beantragt werden, ist aber auch noch am Checkposten Rangpo (Eingangspunkt Sikkims) erhältlich. Das Permit lässt sich in Sikkim auf allen Distrikt-Hauptquartieren in 15-Tage-Raten bis auf maximal 45 Tage verlängern. - Für den Dzongri-Gocha La-Trek ist ein Trekkingpermit (Restricted Area Permit) erforderlich, das von einer anerkannten Agentur beantragt werden muss, die auch den Trek organisiert. Die Mindestteilnehmerzahl ist von vier auf zwei Personen herabgesetzt worden.
Es sind reine Gehzeiten ohne Pausen angegeben; die Höhen sind mit Thommen TX gemessen und mit Kartenmaterial abgeglichen.
1.Tag: Bus oder Jeep von Gangtok nach Yoksum (1780m; Checkposten, Rest House, Hotels und Lodges) - Yoksum (Yuksom) wurde 1641 die erste Hauptstadt Sikkims, noch heute ist der Krönungsplatz mit dem Fußabdruck des Lamas Gyalwa Lachen Chenpo, der von Tibet aus eingeflogen kam, zu sehen.
2.Tag: Von Yoksum nach Tshoka (2980m) – im Hang auf der Ostseite des Rathong Chhu aufwärts, mit einigem Auf und Ab durch herrlichen Mischwald mit Eichen, Kiefern, Kastanien und Magnolien, vorbei an den Hütten der Lichtung Sachen, und dann 100mH aufwärts zur Hängebrücke über den Preg (Prek) Chhu (2225m, 4 Std.). Von hier in 1 Std. steil hoch durch dichten Wald zum Rest House von Bakhim (2660m). Entweder man bleibt hier über Nacht (weniger lohnend) oder steigt 40’ weiter an zum Tibeterdorf Tshoka (2980m; Trekkinghütten). - Tshoka ist eines der Dörfer im Gebirge, das die indische Regierung einfachen Exiltibetern nach dem Überfall Chinas auf Tibet 1959 zur Besiedlung gegeben hat, wie z.B. auch Hamta oberhalb des Kullu-Tals in Himachal Pradesh.
3.Tag: Von Tshoka nach Dzongri (3920m) – Der Weg ist immer der steilste. Er führt durch phantastischen Nebelwald mit Rhododendren zunächst in 3 bis 3 ½ Std. zur Lichtung Phedang (3680m). Es ist möglich, hier zu bleiben und für eine bessere Akklimatisierung die Strecke zwischen Tshoka und Dzongri zu teilen. Ansonsten weiter hoch in 1 Std. zum kleinen Pass Deorali (3960m, Steinzeichen und Gebetsfahnen) und von dort in leichtem Auf und Ab in 45’ zur Hütte von Dzongri (3920m). In jedem Falle muss man langsam gehen und auf die Gefahren des schnellen Aufstiegs in große Höhen achten.
(Die Höhe von Dzongri wird oft mit 4030m angegeben. Das ist aber die Höhe der Hütten, die 1 Std. oberhalb auf dem Wege zum HMI-Basislager liegen. Die Trekkinghütte von Dzongri liegt exakt auf der gleichen Höhe wie Thangsing.)
[Extratag: Ausflüge von Dzongri - Dzongri Top (4150m) ist einer der bedeutenden Aussichtspunkte des Himalaya. Der Blick geht über das ganze Kangchendzönga-Massiv (der Hauptgipfel mit seiner markanten Südwand ist 24 km Luftlinie entfernt), die Shingalila-Kette auf der Grenze nach Nepal und das gesamte Bergland West-Sikkims mit Pemayangtse bis zum Tiger Hill in Darjeeling. Im Norden liegt der 4810m hohe Granitgipfel Kabur, an dem früher die Könige von Sikkim opferten. – Eine aussichtsreiche Wanderung über Yakweiden führt auf den Dzongri La mit Nahblicken auf das Basislager des Himalayan Mountaineering Institute, den Rathong-Gletscher und die Eisgipfel der Kabru-Gruppe (Auskunft von Satish Bardewa). ]
4.Tag: Von Dzongri nach Thangsing (3920m) – Ggf. zum Sonnenaufgang zunächst zum Dzongri Top. - Weiter von Dzongri zuerst ostwärts über einen kleinen Pass (4020m), dann nordwärts im Hang unter Dzongri Top und Kabur auf und ab (höchster Punkt 4060m), bevor man steil absteigen kann zum Preg Chhu (3660m, 2 ¼ Std.). Der Fluss wird auf einer Holzbrücke überquert, dann geht es durch Wald und wieder offenes Land zu den weiten Wiesen der Alm Thangsing (3920m, 1 Std.; Trekkinghütte und gute Zeltplätze). Herrlicher Blick auf die Gipfel von Pandim (6691m), Thingchinkhang (5603m) und Jopunu (5936m).
5.Tag: Von Thangsing nach Samiti (4280m) – Leichter Weg durch das breite Tal, immer auf die Südwand des Kangchendzonga zu, in 2 Std. zur einsamen Yakhüterhütte und den Mani-Mauern von Okhlathang (4130m), kurz steil über eine Moräne und weiter in 50’ zum heiligen See von Samiti (4280m; Trekkinghütte) direkt unter der Südwestwand des Pandim. – Ein Akklimatisierungsspaziergang durch die Moränen oberhalb ist zu empfehlen, um eine größere Höhe als die Schlafhöhe zu gewinnen (Walk High, Sleep Low!).
Anmerkung: Am Samity Lake selbst kann nicht mehr übernachtet werden (verboten, Naturschutzgebiet), die Hütte ist schon halb zerfallen. Letztes Camp in Lamune ca. 30 -40' unterhalb des Samiti Lake. Akklimatisierungsspaziergang zum See und auf die Moränen entsprechend.
6.Tag: Von Samiti zum Gocha La (4940m) und zurück nach Thangsing – Aufbruch zum Pass etwa 4 Uhr morgens: Aufstieg durch das Hochtal bis zu seinem Ende, dann auf einem deutlichen Pfad westwärts (überwältigender Blick auf die vergletscherte Ostflanke des 7338m hohen Kabru im ersten Morgenlicht). Der Pfad wendet sich nach Norden, wird schwächer und endet auf einem Plateau mit Felsblöcken (4560m). 40mH sehr steil einen Hang hinunter zu einer kleinen Ebene und weiter zur früheren Barriere des Sees Tin Kuney („Drei Ecken“, 4560m). Über den flachen, sandigen Grund des ehemaligen Sees (er ist 1988 ausgelaufen) und durch grasige Hänge zu den Yakweiden von Zemathang (4670m, 2 bis 3 Std. von Samiti). Von hier nordostwärts in ein kleines Tal, dann aufwärts im östlichen Hang einer Moräne, die vom Gocha La herabzieht (dieser Anstieg wirkt endlos, wenn es an Akklimatisierung und/oder Kondition mangelt). Man erreicht zunächst die Moränenhöhe (mit Blick hinunter auf den wunderschönen kleinen See Gocha Pokhari), muss dann noch einmal 30mH absteigen und durch Blockgelände hoch zu den Steinzeichen und Gebetsfahnen des Passes Gocha La (4940m, 90-150’).
Der Ausblick auf die Südwand des Kangchendzönga ist nun einmal wirklich breathtaking, im Rückblick zeigt sich der Pandim, den man halb umwandert hat. Einen noch schöneren Überblick, v.a. talwärts, hat man, wenn man noch 100mH über Granitplatten im Westen (Ostwand des 6115m hohen Gocha Peak) ansteigt.
Der Trekkingtag ist hart, man benötigt mit Pausen allein von/bis Samiti 7 bis 10 Std., je nach Akklimatisierung, Kondition und Schneeverhältnissen am Pass. Von einem weiteren Lager in Zemathang, wie es früher deutsche Reiseveranstalter einplanten, würde ich abraten, die Schlafhöhe ist zu hoch. Gerade wenn man es nicht schafft, den Gocha La von Samiti aus zu erreichen, ist ein Lager in Zemathang lebensgefährlich! (Und es dürfte inzwischen sowieso nicht mehr erlaubt sein.)
[7.Tag/8.Tag: Thangsing – Ein Tagesausflug zum See Lam Pokhari, evtl. auch mit Übernachtung dort, ist lohnend, falls es die Zeit erlaubt.]
7.Tag: Von Thangsing nach Tshoka über Dzongri
Alternative: Von der Brücke über den Preg Chhu durch moosbeladenen Rhododendron- und Tannenwald direkt nach Phedang und von dort weiter nach Tshoka (Empfehlung von Satish Bardewa).
8.Tag: Von Tshoka über Bakhim nach Yoksum
9.Tag: Rückkehr nach Gangtok, Kalimpong, Darjeeling oder zum Bagdogra Airport (oder Fortsetzung des Treks nach Tashiding oder Pemayangtse)
Ulrich Friebel 1994/2001
Der Trek zum 4940m hohen Gocha La (auch: Goecha La, Goeche La), vor dem sich die 4000m hohe Südwand des 8598m hohen Kangchendzönga in nur 10 km Entfernung aufbaut, gehört zu den Trekking-Klassikern im Weltmaßstab. In der Schwierigkeit liegt er zwischen Höhentreks wie zum Everest Base Camp und zum Ganja La in Nepal; schwieriger als die vergleichbaren Pässe Phirtse La und Shingo La in Indien ist er dadurch, dass in wenigen Tagen mehr Höhenmeter und Vegetationsstufen durchwandert werden müssen. Das macht allerdings auch seinen besonderen Reiz aus. Im Unterschied zu den o.a. Pässen muss man allerdings auch bürokratische Hindernisse überwinden: das Inner Line Permit für Sikkim und das Trekking Permit für die Route selbst (s.u.). Ausgangspunkt ist üblicherweise Gangtok in Sikkim; wenn man alle Formalitäten zuvor erledigt hat, geht es auch ab Darjeeling, Siliguri oder Bagdogra Airport (regelmäßige Indian Airlines-Verbindung von Delhi oder Calcutta).
Da die ersten beiden Trekkingtage einen Aufstieg auf 4000m Höhe bringen, ist es gefährlich, den Trek ohne jede Akklimatisierung zu beginnen. Empfehlenswert ist es, für wenigstens zwei Tage in Gangtok zu bleiben und zum Kloster Enchey, zum Fambanglo Wild Life Sanctuary und zum Hanuman Tok (2150m) über der Stadt zu wandern. Empfehlenswert in Gangtok ist auch das Tibetinstitut (Kunstschätze wie alte Thangkas und Ritualgegenstände) und natürlich das 22 km südöstlich gelegene Kloster Rumtek (Hauptkloster des buddhistischen Kagyupa-Ordens, Sitz des Karmapa). Wer mehr Zeit hat, kann zur Akklimatisierung von Darjeeling aus den Sandakphu-Trek auf der Shingalila-Kette (Grenze zu Nepal) als Vorbereitung nutzen (bis 3600m).
Die beste Trekkingzeit liegt, wie in Nepal, im Vor- und Nachmonsun (April mit herrlicher Rhododendronblüte; Oktober/November mit klarerer Sicht). Leider fällt die Orchideenblüte in die Monsunzeit, und der Monsun ist in Sikkim sehr stark (jährlich 3500mm Niederschlag in Gangtok).
Ein 15-Tage-Permit für Sikkim kann mit dem Visum in Deutschland beantragt werden, ist aber auch noch am Checkposten Rangpo (Eingangspunkt Sikkims) erhältlich. Das Permit lässt sich in Sikkim auf allen Distrikt-Hauptquartieren in 15-Tage-Raten bis auf maximal 45 Tage verlängern. - Für den Dzongri-Gocha La-Trek ist ein Trekkingpermit (Restricted Area Permit) erforderlich, das von einer anerkannten Agentur beantragt werden muss, die auch den Trek organisiert. Die Mindestteilnehmerzahl ist von vier auf zwei Personen herabgesetzt worden.
Es sind reine Gehzeiten ohne Pausen angegeben; die Höhen sind mit Thommen TX gemessen und mit Kartenmaterial abgeglichen.
1.Tag: Bus oder Jeep von Gangtok nach Yoksum (1780m; Checkposten, Rest House, Hotels und Lodges) - Yoksum (Yuksom) wurde 1641 die erste Hauptstadt Sikkims, noch heute ist der Krönungsplatz mit dem Fußabdruck des Lamas Gyalwa Lachen Chenpo, der von Tibet aus eingeflogen kam, zu sehen.
2.Tag: Von Yoksum nach Tshoka (2980m) – im Hang auf der Ostseite des Rathong Chhu aufwärts, mit einigem Auf und Ab durch herrlichen Mischwald mit Eichen, Kiefern, Kastanien und Magnolien, vorbei an den Hütten der Lichtung Sachen, und dann 100mH aufwärts zur Hängebrücke über den Preg (Prek) Chhu (2225m, 4 Std.). Von hier in 1 Std. steil hoch durch dichten Wald zum Rest House von Bakhim (2660m). Entweder man bleibt hier über Nacht (weniger lohnend) oder steigt 40’ weiter an zum Tibeterdorf Tshoka (2980m; Trekkinghütten). - Tshoka ist eines der Dörfer im Gebirge, das die indische Regierung einfachen Exiltibetern nach dem Überfall Chinas auf Tibet 1959 zur Besiedlung gegeben hat, wie z.B. auch Hamta oberhalb des Kullu-Tals in Himachal Pradesh.
3.Tag: Von Tshoka nach Dzongri (3920m) – Der Weg ist immer der steilste. Er führt durch phantastischen Nebelwald mit Rhododendren zunächst in 3 bis 3 ½ Std. zur Lichtung Phedang (3680m). Es ist möglich, hier zu bleiben und für eine bessere Akklimatisierung die Strecke zwischen Tshoka und Dzongri zu teilen. Ansonsten weiter hoch in 1 Std. zum kleinen Pass Deorali (3960m, Steinzeichen und Gebetsfahnen) und von dort in leichtem Auf und Ab in 45’ zur Hütte von Dzongri (3920m). In jedem Falle muss man langsam gehen und auf die Gefahren des schnellen Aufstiegs in große Höhen achten.
(Die Höhe von Dzongri wird oft mit 4030m angegeben. Das ist aber die Höhe der Hütten, die 1 Std. oberhalb auf dem Wege zum HMI-Basislager liegen. Die Trekkinghütte von Dzongri liegt exakt auf der gleichen Höhe wie Thangsing.)
[Extratag: Ausflüge von Dzongri - Dzongri Top (4150m) ist einer der bedeutenden Aussichtspunkte des Himalaya. Der Blick geht über das ganze Kangchendzönga-Massiv (der Hauptgipfel mit seiner markanten Südwand ist 24 km Luftlinie entfernt), die Shingalila-Kette auf der Grenze nach Nepal und das gesamte Bergland West-Sikkims mit Pemayangtse bis zum Tiger Hill in Darjeeling. Im Norden liegt der 4810m hohe Granitgipfel Kabur, an dem früher die Könige von Sikkim opferten. – Eine aussichtsreiche Wanderung über Yakweiden führt auf den Dzongri La mit Nahblicken auf das Basislager des Himalayan Mountaineering Institute, den Rathong-Gletscher und die Eisgipfel der Kabru-Gruppe (Auskunft von Satish Bardewa). ]
4.Tag: Von Dzongri nach Thangsing (3920m) – Ggf. zum Sonnenaufgang zunächst zum Dzongri Top. - Weiter von Dzongri zuerst ostwärts über einen kleinen Pass (4020m), dann nordwärts im Hang unter Dzongri Top und Kabur auf und ab (höchster Punkt 4060m), bevor man steil absteigen kann zum Preg Chhu (3660m, 2 ¼ Std.). Der Fluss wird auf einer Holzbrücke überquert, dann geht es durch Wald und wieder offenes Land zu den weiten Wiesen der Alm Thangsing (3920m, 1 Std.; Trekkinghütte und gute Zeltplätze). Herrlicher Blick auf die Gipfel von Pandim (6691m), Thingchinkhang (5603m) und Jopunu (5936m).
5.Tag: Von Thangsing nach Samiti (4280m) – Leichter Weg durch das breite Tal, immer auf die Südwand des Kangchendzonga zu, in 2 Std. zur einsamen Yakhüterhütte und den Mani-Mauern von Okhlathang (4130m), kurz steil über eine Moräne und weiter in 50’ zum heiligen See von Samiti (4280m; Trekkinghütte) direkt unter der Südwestwand des Pandim. – Ein Akklimatisierungsspaziergang durch die Moränen oberhalb ist zu empfehlen, um eine größere Höhe als die Schlafhöhe zu gewinnen (Walk High, Sleep Low!).
Anmerkung: Am Samity Lake selbst kann nicht mehr übernachtet werden (verboten, Naturschutzgebiet), die Hütte ist schon halb zerfallen. Letztes Camp in Lamune ca. 30 -40' unterhalb des Samiti Lake. Akklimatisierungsspaziergang zum See und auf die Moränen entsprechend.
6.Tag: Von Samiti zum Gocha La (4940m) und zurück nach Thangsing – Aufbruch zum Pass etwa 4 Uhr morgens: Aufstieg durch das Hochtal bis zu seinem Ende, dann auf einem deutlichen Pfad westwärts (überwältigender Blick auf die vergletscherte Ostflanke des 7338m hohen Kabru im ersten Morgenlicht). Der Pfad wendet sich nach Norden, wird schwächer und endet auf einem Plateau mit Felsblöcken (4560m). 40mH sehr steil einen Hang hinunter zu einer kleinen Ebene und weiter zur früheren Barriere des Sees Tin Kuney („Drei Ecken“, 4560m). Über den flachen, sandigen Grund des ehemaligen Sees (er ist 1988 ausgelaufen) und durch grasige Hänge zu den Yakweiden von Zemathang (4670m, 2 bis 3 Std. von Samiti). Von hier nordostwärts in ein kleines Tal, dann aufwärts im östlichen Hang einer Moräne, die vom Gocha La herabzieht (dieser Anstieg wirkt endlos, wenn es an Akklimatisierung und/oder Kondition mangelt). Man erreicht zunächst die Moränenhöhe (mit Blick hinunter auf den wunderschönen kleinen See Gocha Pokhari), muss dann noch einmal 30mH absteigen und durch Blockgelände hoch zu den Steinzeichen und Gebetsfahnen des Passes Gocha La (4940m, 90-150’).
Der Ausblick auf die Südwand des Kangchendzönga ist nun einmal wirklich breathtaking, im Rückblick zeigt sich der Pandim, den man halb umwandert hat. Einen noch schöneren Überblick, v.a. talwärts, hat man, wenn man noch 100mH über Granitplatten im Westen (Ostwand des 6115m hohen Gocha Peak) ansteigt.
Der Trekkingtag ist hart, man benötigt mit Pausen allein von/bis Samiti 7 bis 10 Std., je nach Akklimatisierung, Kondition und Schneeverhältnissen am Pass. Von einem weiteren Lager in Zemathang, wie es früher deutsche Reiseveranstalter einplanten, würde ich abraten, die Schlafhöhe ist zu hoch. Gerade wenn man es nicht schafft, den Gocha La von Samiti aus zu erreichen, ist ein Lager in Zemathang lebensgefährlich! (Und es dürfte inzwischen sowieso nicht mehr erlaubt sein.)
[7.Tag/8.Tag: Thangsing – Ein Tagesausflug zum See Lam Pokhari, evtl. auch mit Übernachtung dort, ist lohnend, falls es die Zeit erlaubt.]
7.Tag: Von Thangsing nach Tshoka über Dzongri
Alternative: Von der Brücke über den Preg Chhu durch moosbeladenen Rhododendron- und Tannenwald direkt nach Phedang und von dort weiter nach Tshoka (Empfehlung von Satish Bardewa).
8.Tag: Von Tshoka über Bakhim nach Yoksum
9.Tag: Rückkehr nach Gangtok, Kalimpong, Darjeeling oder zum Bagdogra Airport (oder Fortsetzung des Treks nach Tashiding oder Pemayangtse)
Ulrich Friebel 1994/2001