Vollständige Version anzeigen : Niemandsland in Deutschland
Unregistriert
09.01.2009, 20:07
Hallo zusammen,
ich habe mir vorgenommen nächstes Jahr eine 2-3 wöchige Tour mit Zelt und Kocher durch die Highlands zu machen. Gibt es eine karg besiedelte Gegend möglichst mittig in Deutschland, mit Routen ohne Wanderweg und wilden Campingmöglichkeiten, um Ausrüstung und Orientierungsvermögen vorab checken zu können? Fällt euch eine Tour durch eine Naturbelassene (wilde) Landschaft ein, zu der man nicht so weit weg muss. (Es braucht dort nicht besonders schön zu sein, es ist nur ein Test)
Danke im Voraus!
Die Uckemark und die Niederlausitz! Beide allerdings nicht gerade im Zentrum Deutschlands und auch alles andere als bergig. Dafür wohnt dort so gut wie niemand, was zur Folge hat, das sich z.Bsp. in der Niederlausitz erfolgreich seit mehreren Jahren Wölfe angesiedelt haben...
Gruß Ingolf
Inarijoen Peter
10.01.2009, 12:15
Niemandsland gibt es vermutlich in DE nicht höchstens wenig besiedeltes Gebiet. Wie mir aber aus anderen Foren bekannt ist, ist das wilde Campieren in DE nicht erlaubt und kann je nachdem sogar teuer werden. Es gibt leider kein Jedermannsrecht wie in Skandinavien.
Vorsicht!! Die Wölfe in der Lausitzer Heide (Rothenburg,Cottbus...) werden immer gefährlicher. Komme ursprünglich aus der gegend und weiß es zumindest von Jägern in der Region. Wie sieht es mit der Sächsischen Schweiz auch. Bergig und es gibt auch gebiete ohne Wanderwege und Touris...
Vorsicht!! Die Wölfe in der Lausitzer Heide (Rothenburg,Cottbus...) werden immer gefährlicher. Komme ursprünglich aus der gegend und weiß es zumindest von Jägern in der Region.
Ob die Jäger zur objektiven Meinungsbildung die Richtigen sind, zweifle ich jetzt mal an. Das aber nur als Randbemerkung. Will das Thema nicht in eine andere Richtung lenken.
Naja aber vorsicht ist trotzdem besser als dem Wolf gegenüber stehen...
Habe mal schnell auf der offiziellen Homepage nachgelesen und bin auf rund 30 Wölfe gekommen, die es wohl derzeit gibt (Stand Mitte Dezember). Und wer weiß, wie viele von den Welpen derzeit überleben. Ist ja mal wieder ein richtiger Winter. Ich glaube, die Gefahr einem "Kampfhund" ohne Leine zu begegnen ist größer :-)
bushwalker
13.01.2009, 18:12
Ostharz für ein wenig bergigeres Terrain, es gibt ein paar abgelegene Routen und Plätze.
Ich würde aber auch die Niederlausitz bevorzugen, die Infrastruktur ist sehr schwach.
Zu Wölfen: a-passen wir als Menschen definitiv nicht in deren Beuteschema, und b-ist die Besatzzahl für dieses Gebiet so gering, daß es eher sehr unwahrscheinlich ist auch auf nur einen Wolf, geschweige den Rudel zu treffen. Es wird bei wohl mehr bei einem akkustischen Erleben bleiben. Die Scheu gegenüber Menschen ist nur verständlich und gerade bei diesem jungen Bestand noch sehr ausgeprägt.
Um eine ca. dreiwöchige Testphase in Mitten Deutschlands auszuüben bedarf es an Erfahrung-wie werde ich nicht wahrgenommen, es gilt in der BRD kein Jedermannsrecht, und ein widerrechtliches Campieren/Feuer usw. kann ggf. mit einem Bußgeld enden.
Laut Forstamt sind in der Lausitz jetzt ca. 50 Wölfe zählbar. Diese Anzahl in vehältnismäßig krzer Zeit ist schon übel. Es gab auc schon genug vorfäle dieimmer wieer runtergespielt werden. ABER trotzdem ein toles Gebiet wo man ungestört ist. Vorallem zwischen Bd Muskau n Cottbus!!
Grüße SirDoc
bushwalker
15.01.2009, 06:11
Hallo, gibt es Interesse dieses Thema -rückkehrende Wildtiere/Wölfe- oder -ausgewilderte Wildtiere/Luchse- und eine "Gefährdung" unter einem neuen Thema:Wölfe/The Lodge weiterzuführen?
Ja ein Thema wo man schon neue Sachen erfahren kann...
waldschrat
18.01.2009, 13:16
Vorsicht!! Die Wölfe in der Lausitzer Heide (Rothenburg,Cottbus...) werden immer gefährlicher. Komme ursprünglich aus der gegend und weiß es zumindest von Jägern in der Region. Wie sieht es mit der Sächsischen Schweiz auch. Bergig und es gibt auch gebiete ohne Wanderwege und Touris...
Natürlich werden die Wölfe immer gefährlicher, vor allem wenn Du ein krankes Reh bist oder ein Feldhamster. In Europa kam jedenfalls die letzten paar hundert Jahre kein Mensch durch einen wilden Wolf zu schaden, umgekehrt massenweise. Etwas anderes sind die rumänischen Müllbären, da möchte ich auch nicht mehr wild zelten, aber Wölfe wie gesagt - zieh kein rotes Käppchen auf, dann kommt der Wolf auch nicht mit Kuchen und Wein im Korb vorbei.
Wildnis gibts bei uns wirklich kaum. Was die Sache mit den Strafen fürs Wildcampen angeht. Frage ich halt wieder mal: wer kennt jemanden der in Deutschland nachweislich Strafe gezahlt hat?
Das Problem als das unbesiedelt sein ist eher, daß ich kaum einen Fleck kenne, wo man länger weglos laufen kann und das ist gewöhnungsbedürftiger als als der Unterschied zwischen Zeltplatz und wild zelten in Schottland. Hauptsache Dein Zelt ist in vernünftigen Grenzen sturmsicher.
Gruß Waldschrat
also wer Angst vor Wölfe hat soll weder Zug- Auto noch Busfahren und zuhause bleiben. Die Viecher machen doch einen grossen Bogen um einen.
Nach Durchforstung der juristischen Veröffentlichungen gibt es tatsächlich jemand, der wegen wildcampierens ein bussgeld zahlen musste, der übernachtete auf einen Parkplatz in Sylt.
Das Bussgeld betrug 30 Euro (können auch 35 gewesen sein). Allerdings sind die im Osten oft verbissener mit den Bussgeldern.
Die Rechtslage ist von Bundesland zu Bundesland verschieden, meist ist zelten im Wald verboten. Wer auf einer Wiese (Privatgrund) zeltet und die nicht zum Hausfrieden zählt (so Viehweiden) den kann mE. nur passieren, das er seine Sachen packen muss, wenn der Bauer das verlangt.
waldschrat
25.01.2009, 08:49
Tja,
auf Sylt habe ich noch nicht auf Parkplätzen gepennt. Was man so hört dürfen auf die Insel ja nur Leute rauf die schön und reich sind, ich bin keines von beidem. Das Verhalten örtlicher Bulletten kenn ich allerdings auch aus dem Allgäu. Bei uns gilt der Satz: "der Gast ist der Feind, wir erschlagen ihn nur nicht, weil er Geld mitbringt" (den meisten Leuten wärs allerdings lieber, wenn die Gäste das Geld überweisen und wegbleiben würden). Wer kein Hotel hat, hat in den Hotspots der Tourismushöllen ja nichts zu suchen. Naturschutz wars wohl wohl eher nicht was die Sylter motiviert hat, das Schlafen auf Parkplätzen zu verbieten.
Bei uns sind auch die Schilder mittlerweile flächendeckend mit denen durch verkehrsrechtliche Anordnung das Schlafen auf Parkplätzen im Auto verhindert werden soll um die Leute ins Hotel zu zwingen. Im Naturschutzgebiet ist das bivakieren "in Felsnähe" aber sogar ausdrücklich zugelassen.
Mit Sicherheit haben auch schon Leute gelöhnt, die im Kerngebiet der Sächsischen Schweiz an nicht zugelassenen Boofen geschlafen haben. Aber da ist es das campieren nicht nur geregelt, sondern es würde sonst wohl auch wirklich schädliche Ausmaße annehmen. (Ich kenn auch ein paar Stellen am Mittelmeer, hauptsächlich in strandnahen Klettergebieten, wo es verfolgt wird).
Ich war heuer mal im Spätherbst im Riesengebirge auf der tschechischen Seite, da hat man mir versichert, daß hauptamtliche Wachleute das wilde Bivakieren auch ernsthaft verfolgen.
Im Ergebnis würde ich daher gern mal eine Seite irgendwo im Netz finden, auf der Leute eintragen wo man nachweislich Ärger bekommt, wenn man man schlafend im Freien angetroffen wird. Umgekehrt zu veröffentlichen, wo es toleriert wird ist wohl problematisch wegen der Gefahr, daß es dann an dieser Stelle so viele machen, bis es den Einheimischen zu blöde wird.
Gruß
Waldschrat
Also wild zelten in dem Tourismus Hotspot Sylt durch Übernachten auf einem PKW Parkplatz im Wohnmobil kostet bei einem Diplomsportlehrer 35 Euro. Das hält das Amtsgericht und die höhere Instanz des OLG Schleswig-Holstein durch Urteil vom 17.7.2002 AZ: 1 Ss OWi 33/02 für angemessen. Dieses Urteil kann man der Bussgeldbehörde als Massstab nennen, schon vorab, bei der Anhörung und wenn die mehr wollen. Wild zelten im Naturschutzgebiet, da dürfte es einen Aufschlag geben, bei armen Studenten einen Abschlag. Da man als Beschuldigter nur die Personalien (Beruf streitig, wenn Personalausweis vorliegt) wahrheitsgemäß angeben muss, darf man bei den wirtschaftlichen Verhältnissen lügen. Also auf arm machen. Falls mehr als 50 Euro verlangt wird, Bussgeldbescheid sich schicken lassen, Einspruch einlegen, mit der Bitte um Einstellung nach 47 Owi wegen geringfügigkeit, ansonsten auf obige Rspr hinweisen und das Verhandlung erwünscht wird, falls das Bussgeld höher ausfallen soll. Denke 40 % der Amtsrichter stellen wegen Geringfügigkeit ein und 40 % machen 35 Euro Bußgeld. Also wer Bussgelder fürchtet sollte auch nicht autofahren.
Neben der Gefahr von Wölfen und Poltitessen besteht auch noch die Gefahr eines Blitzschlages. Gibt es in der Lausitz eigentlich auch Kreuzottern, und wie ist es mit Zecken?
Ich denke letztere Gefahr ist am realistischsten. Sollen zwar erst in Sachsen gefährlich sein, das kann sich aber verschoben haben.
wanderfalke
25.01.2009, 18:37
Neben der Gefahr von Wölfen und Poltitessen besteht auch noch die Gefahr eines Blitzschlages. Gibt es in der Lausitz eigentlich auch Kreuzottern, und wie ist es mit Zecken?
Ich denke letztere Gefahr ist am realistischsten. Sollen zwar erst in Sachsen gefährlich sein, das kann sich aber verschoben haben.
Ich denke der Threadersteller will sicher nicht auf einem Parkplatz sondern im Wald übernachten, und da treiben sich Politessen wohl eher selten rum ;)
Das Wahrscheinlichste meiner Meinung nach ist, dass er einem Jäger begegnet der auf den Hochsitz will. Dieser kann zwar polizeiliche Befugnisse haben was den Jagschutz angeht, sprich Wilderei etc., aber nichts gegen jemand unternehmen, der lediglich zeltet, auch nicht die Personalien feststellen.
Dann gäbe es noch die Möglichkeit auf einen Forstbeamten zu treffen. Der hat zwar im Gegensatz zum Jäger durchaus die Möglichkeit etwas gegen einen Wildzelter zu unternehmen, wird dies aber im Regelfall nicht tun.
Mal abgesehen von der Möglichkeit des Verständnisses für den Zelter, wird er im Zweifelsfall nicht undedingt die genaue Gesetzeslage kennen. Die ist je nach Bundesland keineswegs eindeutig. Außerdem wird er abends auch nicht mit Bußgeldblock rumrennen. Daher ist meiner Meinung nach die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass man beim Zelten im Wald ein Bußgeld erhält.
Anders kann das natürlich aussehen, wenn man ein Feuer bei Waldbrandgefahr macht, Müll hinterlässt etc. Aber wer draußen im Wald übernachtet, sollte es für selbstverständlich halten, keine Spuren zurück zu lassen.
Teile der Lausitz gehören zu Sachsen. Borreliose übertragen Zecken in ganz Deutschland, von daher denke ich auch nicht, dass in Sachsen dafür ein höheres Risiko als anderswo besteht.
Obwohl die Lausitz oder andere Teile Ostdeutschlands relativ dünn besiedelt sind, halte ich sie nicht gerade für ein mit den schottischen Highlands vergleichbares Testgebiet. Wie gesagt es ist ziemlich flach dort, baumlose Heiden gibt es nicht und die Wälder werden bewirtschaftet und sind daher mit Wegen durchzogen. Aber wie es hier ja schon geschrieben wurde, wirst du in Deutschland kein tatsächlich vergleichbares Testgebiet finden.
Wie auch immer eine ganz nette Gegend für so einen Orientierungstest wäre der Pfälzer Wald. Er ist auch dünn besiedelt und eines der größten geschlossenen Waldgebiete Deutschlands. Außerdem ist er deutlich bergiger als die Lausitz. Man könnte ja versuchen, das vorhandene Forstwegenetz zu ignorieren und sich nur auf dort reichlich vorhandenen kleinen Pfaden vorwärts bewegen.
Kreuzottern gibt es sowohl in der Lausitz als auch im Pfälzer Wald. Die sind aber keine Gefahr für einen Zelter.
Stimmt, Lausitz ist auch Sachsen. Die Zecken in Süddeutschland und Sachsen können neben der Borreliose noch eine Art von Gehirnhautentzündung übertragen, wer die Wölfe unterschätzt, unterschätzt auch die Kreuzottern. Im Forum wissen doch viele, das wild zelten nur in Skaninavien erlaubt ist und sonst weltweit mit deftigen Bussgeldern bewährt ist, warum soll das ein Forstbeamter nicht wissen. Die sind doch bestimmt auch Nachtarbeiter.
Pfälzer Wald ist eine gefährliche Ecke. Da gibt es so Getränke, die einen schwindelig machen und in einen Rausch versetzen. Die Gefahr besteht, das man nicht genug davon bekommt und man total die Orientierung verliert ... und dann im See ertrinkt oder über einen liegenden Baumstamm stürzt und sich das Genick bricht ...
ThomasFFM
28.01.2009, 16:42
Hallo!
Ich war schon unzählige Male im Pfälzer Wald unterwegs und habe dort noch nie eine Kreuzotter gesehen. Die gibt es sicher, aber längst nicht in der Häufigkeit wie in manchen Südalpenregionen und sie greifen keinen Menschen von sich aus an, sondern fliehen, wenn sie an der Bodenerschütterung (hören können sie nicht) merken, dass sich ein Mensch nähert. Zu alldem ist der Pfälzer Wald ungemein weitläufig. Jetzt macht Euch mal wegen der Kreuzottern nicht verrückt!
Kjoe, ich hätte an Deiner Stelle auch vor den Elwetritsche gewarnt! ;-))))
Gruß
ThomasFFM
Hallo,
habe noch nicht gehört, das die Elwetritsche jemand wirklich geschadet haben ausser das Zelt nach der Suche des Proviants zerhackt zu haben. Da hilft es wie bei den Bären in Kanada, vor denen man jetzt wirklich Respekt haben sollte, den Proviant in einen Sack zu binden an den Baum zu hängen. Der echte Pfälzer hat neben dem Sack zudem im Wald auch immer einen Knüppel dabei, falls die in ihrer Fressgier doch mal zu aufdringlich werden. Zudem sollen die ganz gut schmecken, was wohl das eigentlich Motiv für den Sack ist, aber man lasse sich nicht erwischen. Die zu töten verstößt gegen den Artenschutz und darauf gibts nicht nur ein Bussgeld von 35 Euro. Mädels sollten übrigens ihre Schminke zuhause lassen, den die besteht häufig aus organischen Abfällen, darauf stehen die Elwetritsche auch ganz besonders ...
Uwe
Hallo,
da der Pfälzische Elwetritsch aus der selben Artenfamilie stammt wie der Fränkiche Wolbertinger würde ich mir keine Sorgen machen!!!
Der Wolbertinger ist in Franken inzwischen Recht handzahm geworden und steht fast kurz davor ein Nutztier zu werden!! Vielleicht lässt sich das in der Pfalz j auch machen! ;-)
Gruß
ThomasFFM
28.01.2009, 20:17
Hervorragende Idee! Man fängt meines Wissens Elwetritsche ja bei Vollmond, indem man einen Sack aufhält, eine Kerze oder Laterne danebenstellt und wartet, bis so ein gefräßiger Vogel in den Sack fliegt.
Was mir am meisten Kopfzerbrechen macht, sind Radare. Die müssen ganz besonders hinterlistig sein. Überall gibt's Radarfallen, aber mir ist so ein Vieh noch nie vor die Augen gekommen.
Also ich weiss nicht, Wolpertinger und Elwetritsche. Ich denke die Gefahr wird ähnlich runtergespielt wie die Wölfe in der Lausitz. Ich resumiere: Zecken, Kreuzottern, Blitze, Radarfallen und unnachgiebige Forstbeamten! Ich denke Deutschland ist wirklich zu gefährlich als Versuchsgelände, der Fragesteller sollte seine Wanderung lieber gleich in den Schottischen Highlands durchführen. Als Alternative fiel mir das Vogtland ein. Da gibt es weder Wolpertinger noch Elwetritsche, noch massige Populationen von Blitzen, Radarfallen, Kreuzottern und Politessen im Wald. Auch ist die Zeckengefahr gering. Ich kannte mal dort eine Forstbeamtin, leider wurde nix mehr draus. Kaum vorstellbar, das die arme Wildcamper mit satten Bussgeldern verfolgt. Aber keine Gewähr, das die noch im Amt ist. Ist aber eher bevölkert die Gegend.
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