Manali90
08.01.2009, 01:55
Der „Tamang Heritage Trail“ führt im nepalesischen Rasuwa-Distrikt durch dessen nordwestliche Region zu Füßen des Ganesh Himal, westlich der Bhote Kosi an der Grenze nach Tibet. Oft wird auch die Ostseite über der Bhote Kosi dazugerechnet (zwischen Timure/Sedang und Bridim bzw. Khangjima, Anschluss an den Langtang-Trek), obwohl sie eigentlich zum Langtang gehört.
Von der Höhe betrachtet, ist der Trek eher moderat, mit Start in der Neustadt von Syabrubensi (1470m; früh mehrere Busse ab Balaju Bus Park im Nordwesten von Kathmandu, ca. 8-10 Stunden) und der maximalen Höhe von 3180m in Nagthali (sofern man nicht zu Aussichtspunkten aufsteigen will). Als kurzer Trek evtl. sinnvoll, jedoch eher im Kombination mit Langtang- und Yolmo- (Helambu-) Trek, zumal das eine einheitliche Kulturregion ist.
Der Trek offeriert Nahblicke auf die Eisgipfel des Ganesh Himal (mit Ganesh I, 7405m), des Langtang Himal und zahlreicher Eisgipfel im tibetischen Kyerong-Gebiet.
Interessant zur Ergänzung wären Informationen zur Fortsetzung des Treks in Richtung Ganesh Himal und Dhading-Distrikt, und zum Trek in die Region aus dem Tiefland über die Dörfer westlich der Bhote Kosi.
Offiziell wurde die Region 2004 für ausländische Touristen geöffnet, in Gruppen mit Extrapermit, aber das betraf in der Praxis nur den Zugang zu Timure/Sedang und die Grenze nach Tibet bei Rasuwagarhi. In Zeiten der „Trekking-Permits“ gehörte Timure ausdrücklich zu den restricted areas.
Heute ist die Region auch ohne spezielles Permit (außer natürlich TIMS und Langtang-Nationalpark-Permit) für Gruppen und Einzeltrekker/innen erlaubt.
Einige Verwirrung herrschte in 2008 darüber, ob man bis zur Grenze gelassen würde.
Der Ausdruck „Tamang“ ist eigentlich falsch, denn er ist eine alte Sammelbezeichnung für nepalesische Volksgruppen tibeto-burmesischer Abstammung über das ganze Land hinweg, nach der Hinduisierung des Landes seit dem 18. Jahrhundert angewendet (Übernahme der Zentralmacht durch die zuvor in Gorkha residierende Shah-Dynastie). Im Unterschied zu anderen Volksgruppen (z.B. den Magar) haben die „Tamang“ (wie z.B. auch die „Sherpa“ im Osten) die Hinduisierung nicht mitgemacht und sind bei eigenen Traditionen, Glauben und Sprache geblieben (vgl. auch: John Welpton, A History of Nepal, Cambridge University Press 2005).
Die „Tamang“ zu Füßen des Ganesh Himal werden auch „Nuppa“ genannt (Menschen im Westen), und zwar von den „Sherpa“ (Menschen im Osten) auf der anderen Seite der Bhote Kosi, also in Dhunche, im Langtang, im Helambu/Yolmo. Sie alle bilden im Grunde eine ethnische und kulturelle Einheit mit den Südtibetern der nördlich benachbarten Kyerong-Region Tibets, mit der sie auch heute noch enge Beziehungen haben (und bis zum Straßenbau in die Region in den 1980er Jahren war es auch leichter, nach Kyerong zu wandern als nach Kathmandu).
Viele Menschen in der Region leiten ihre Herkunft von bedeutenden tibetischen Familien ab, wobei es weniger um Nationalität als um Clan-Zugehörigkeit geht, wozu auch Verbot von Heiraten innerhalb des Clans gehört (auch heute noch).
Seit dem letzten Krieg zwischen Nepal und Tibet 1855/56 ist die Grenze bei Rasuwagarhi festgelegt, zuvor begann Tibet eine Stunde nördlich von Syabrubensi bei Ronga Pul, der Einmündung des Chilime (Sanjen) Khola in die Bhote Kosi.
In kaum einer anderen Region im Himalaya sind heute buddhistische Traditionen des alten Tibet lebendiger als in der „Nuppa-Region“, dem Langtang und dem Yolmo. Diese Region gehörte aber auch zu den Wirkungsgebieten des Magiers Padmasambhava, als Guru Rinpoche Nationalheiliger Tibets, der im 8. Jahrhundert den Buddhismus in Tibet durchsetzte. Viele Meditationsstätten, Fußabdrücke und andere Zeichen werden ihm gerade im „Nuppa“-Gebiet und im Yolmo zugeschrieben und heute noch verehrt.
Das „alte Bön“, die Glaubensweisen des vorbuddhistischen Tibet, die seit über 1000 Jahren angeblich ausgestorben sind, ist im Rasuwa aber auch noch lebendig. Ein mächtiger Vertreter der Tradition ist heute noch der "Bönpo von Timure" mit seinen schamanischen Fähigkeiten.
Die Bewahrung der tibetischen Kultur war übrigens für die Bewohner der Region nie ein Grund zu einem Loyalitätskonflikt mit der hinduistischen nepalesischen Zentralregierung. Im Gegenteil: Da die Hindus ohnehin den Buddhismus als Teil ihrer Region akzeptieren, ein Mann aus Sano Bharku Minister während des Panchayat-Systems war und das Königspaar Birendra/Ayashwarya die Klöster im Yolmo förderte, waren bei der ersten freien Wahl 1991 die einzigen drei Wahlkreise, in denen in Nepal die Royalistenpartei RPP ihre Kandidaten durchbrachte, Rasuwa, Nuwakot (südlich; mit Trisuli Bazar) und Sindhupalchowk (mit dem Yolmo). Das Kräfteverhältnis hat sich inzwischen geändert, auch gab es eine sehr starke maoistische Bewegung auch im Rasuwa. Die Folgen des Bürgerkriegs 1996-2006 erscheinen aber nicht so gravierend wie anderswo in Nepal, man spricht wieder miteinander, und es hat offenbar nicht solche Gräuel gegeben, dass Versöhnungskommissionen nötig wären.
Ich beschreibe den Trek nach Erkundungen April 2007 und Herbst 2008 mit Ausgangspunkt Syabrubensi und Endpunkt Syabrubensi bzw. Weiterweg ins Langtang-Tal.
Ganz verlässliches Kartenmaterial gibt es vielfältig in Kathmandu – z.T. mit kleinen Fehlern in Namen und Höhenangaben. Die hier angegebenen Namen sind mit Einheimischen geklärt, die Höhen mit Thommen TX gemessen (plus/minus 20-30m durch Luftdruckschwankungen). Fett gesetzt sind die Etappenorte mit den reinen Gehzeiten.
Da in den Karten oft die von der Zentralregierung falsch festgesetzten Ortsnamen verwendet werden, benutze ich eher die lokal benutzten, authentischen Ortsnamen und setze die Varianten in Klammern.
In der Zwischenzeit hat sich die touristische Infrastruktur in der Region entwickelt.
Aufgrund der erhaltenen autochtonen Kultur, der Einfachheit der Unterkünfte (oft Homestays) und Hinweisen/Empfehlungen speziell von Phurpa Tamang auf unserem Recce-Trek 2007 ist auf dem „Tamang Heritage Trail“ mit einem Erlebnis von Landschaft, Kultur und menschlicher Begegnung zu rechnen, wie es auf den touristischen Hauptstrecken kaum noch möglich ist.
Es kommt natürlich wie immer drauf an, wie weit man sich darauf einzulassen vermag.
Die Trekker/innen, die mehr und neuere Erkenntnisse haben, möchten wir ganz ausdrücklich bitten, sie einzubringen.
Etappe A: Neu-Syabrubensi (1470m) – Tatopani (2580m) 1 – 2 Tage
Von Neu-Syabrubensi (Endpunkt der Buslinie von Kathmandu/Balaju, mehrere Unterkünfte mit z.T. gutem Standard; beliebt bei Gruppen das neue Hotel Sky des Lhakpa Tamang, bei Individualreisenden das Village View von Thilawangdi und Chunku Tamang) gibt es drei Möglichkeiten.
A 1) direkt in einem Tag (bei sinnvoller Aufteilung durchaus lohnend) am oberen Ende der Hauptstraße auf Fußweg weiter und entlang der Bhote Kosi (Zwischenabstieg 75m; wunderschöner Talabschnitt mit Felsen) in 50-60’ zur Brücke über den Chilime Khola (= Ronga Pul, 1520m, bis ins 19.Jh. Grenze zwischen Nepal und Tibet). Über schönen Hangweg entlang des Chilime Khola über das Gehöft von Keeraabari (1740m, 60’) und eine Hängebrücke (1680m) in weiteren 55’ ins Dorf Thangmachet (1770m, Wasserspeicher des lokalen Kraftwerks, Samjen Himal Lodge mit acht Schlafplätzen) und in 25’ zum großen, interessanten Dorf Chilime (tib.: Mogà; 1800m, leider noch keine Homestays). Abwärts zu Hängebrücke über den Chilime/Samjen Khola und über steilen Hang im Zickzack hinauf (erstes Haus/Wasser nach 45’ auf 2060m) zum Dorf Gonggang (2200m, 70’, Kreuzung/Schule/zwei Teashops in Bauernhäusern [falsch Gompagaon in manchen Karten]). Weniger steil weiter hangaufwärts durch Felder über das kleine Dorf Paragang (2480m, 65’) in 80’ zur Siedlung Tatopani (tib.: Chürén) auf 2580m mit seinen eisenhaltigen heißen Quellen (drei Badebecken, Umkleidegebäude) und drei Lodges mit wenigstens 20 Plätzen. Die Quellen sind v.a. bei Einheimischen aus dem weiteren Umkreis beliebt, Tatopani gilt als heilsamer Kraftort.
(Von Tatopani aus führt ein Pfad am Samjen Khola aufwärts, auf dem mindestens Hauser Gruppen ins Innere des Ganesh Himal führte; Zelte nötig.)
A2) in zwei Tagen über Gatlang: Durch die erste Kehre der Somdang-Straße hinauf ins alte Dorf Dhungri und die Straße durch den alten Fußweg abkürzend in 60’ hinauf zu einem Chautaaraa/Chorten/Buddha-Schrein mit Blick südwärts auf das Dorf Narkote (1850m), weiter durch das Dorf Komen (1950m) in 60’ zur Passhöhe Ronga Banjyang (tib.: Bakong La, 2220m, Viewpoint Hotel&Lodge). Weiter entlang der Straße in ca. 3 Std. zum stattlichen Dorf Gatlang (ca. 2300m – zwei Homestays). Am nächsten Tag entlang des Gatlang Khola hinunter zum Chilime Khola, den man zwischen Thangmachet und Chilime erreicht. Weiter wie A1).
A3) in zwei Tagen über Goljong und Chilime: Wie in A2) zum Bakong La und in 30’ abwärts zum großen Dorf Goljong (1980-1950m; vermutlich Homestays); entweder hier übernachten oder in 35’ hinab nach Thangmachet; weiter wie A1). – Diese Variante hat den Vorteil, dass sie viel Zeit zur lohnenden Erkundung der Dörfer Goljong und Chilime erlaubt.
A4) Aufstieg über Pajung (1 Tag: 1.310 HM rauf, 190 HM runter) (von Harp Booth)
Alternativ ab Ronga Pul Rtg NW am Hang hinauf nach Pajung (60' ab Ronga Pul) aufsteigen. Der Weg verläuft mit mäßiger Steigung immer schräg am Hang hoch durch Raps- und Getreidefelder mit schönen Ausblicken auf den unten liegenden Fluss, Gatlang und Chilime. In Pajung gibt es keine typische Trekkinginfrastruktur. Im Haus, das auch den kleinen Dorfladen betreibt, haben wir jedoch Tee und Suppe als Lunch bekommen. Die Verhältnisse sind sehr einfach und die Bewohner bekommen nur selten Ausländer zu sehen. Wunden in den Gesichtern von Kindern wurden vielfach noch mit Kuhdung behandelt! Mit mäßiger Steigung weiter nach Tatopani.
Etappe B: Tatopani (2580m) – Nagthali (Nakthali) – Thongmen 1 – 2 Tage
Die Alm Nagthali (eigentlich tib. „Nakthali“ = „schwarze Ebenheit“ wegen der Wetterzeichen, gut sichtbar z.B. von Dhunche und Thulo Bharku; jedenfalls nicht nepalesisch „Nagatal“ = „Schlangensee“), auf einem Bergsporn auf 3180m hoch über Chilime Khola und Bhote Kosi gelegen, ist der spirituelle Mittelpunkt der Region mit sieben Guru Rinpoche-Heiligtümern, bei denen sich einmal im Jahr die Bewohner von Gatlang, Goljong, Chilime, Thongmen und allen anderen Dörfern zu einem Festival zu Ehren der beiden Gefährtinnen des Guru Rinpoche, Mandarava und Yeshe Tsogyal, treffen. Und es ist schon ein hervorragender Aussichtspunkt auf den Ganesh Himal (v.l.n.r. Ganesh II, V, I, VII), die Eisgipfel des Kyerong Himal in Tibet, den Langtang Himal von Westen, die Chedang-Kette westlich des Naya Kanga, die Berge von Gosainkund und das Bhote Kosi/Trisuli Ganga-Tal abwärts – erst recht, wenn man von Nakthali bis zu den Aussichtspunkten Taruche Kharka mit Tibet-Blicken, Langma Le oder weiter Mala Danda aufsteigt.
In Nakthali gibt es zwei neue Lodges mit je zwölf Schlafplätzen. Hüttenwirt Gyurme Lama vom oberen Lodge (Nagthali View Point Guest House, Tel. 9741040087) hat uns mit viel Engagement die Guru Rinpoche-Heiligtümer gezeigt und auf der schon 2007 erkundeten Taruche Kharka den Blick nach Tibet (s. Bildergalerie Nepal) mit Dörfern und Gipfeln erklärt (Details auf Anfrage).
Der Weg: Von Tatopani (Chürén) durch dichten Wald (Alm nach 40’ auf 2680m) in 60’ aufwärts ins kleine Dorf Bremdang (2800m, Obstbäume, Felder, Gompa; zwei Teashops in einheimischen Häusern und Homestay). Hier erst aufwärts links zur Gompa und dann rechts (ostwärts) auf gutem Hangweg aufwärts, durch lichteren Wald (Rhododendron) und in Linkskurve hinauf in 60’ nach Nakthali.
Von Nakthali zur Taruche Kharka: Bei der oberen Gompa am Waldrand beginnt ein deutlicher Pfad, der erst durch dichten Wald (vom Kamm Tiefblicke auf Bremdang und Paragang), später durch offenes Gelände mit Felsen und Büschen (ab 3400m, 60’) in insgesamt 120’ zur Taruche Kharka (3650m) führt. Tibet-Blicke (sechs Dörfer östlich von Kyerong, das selbst hinter einem Bergrücken verborgen bleibt). Von hier westwärts (verschiedene Pfade) in 30’ zum Hauptgrat mit Aussichtspunkt Langma Le (P. 3771 der Schneider-Karte). Möglich ist der Weiterweg auf den Gipfel, der von der Mala Danda einmündet (4017m, vgl. Programm von Hauser). – Abwärts vom Langma Le steil auf Wegspuren direkt über den Grat über Mangre Shamsa Kharka möglich.
Von Nakthali über klaren Weg in 90’ abwärts nach Thongmen.
Thongmen (auf den meisten Karten falsch „Thuman“ oder, besser, „Thungman“) ist (neben Gatlang) das Hauptdorf der Region. Jedes Dorf hat seine eigene Art, auch die Bewohner. Seit 2008 gibt es ein Lodge (drei Dreierzimmer), dazu zwei Homestays (eines in den alten Häusern daneben; das andere beim Dorfladen am unteren Dorfausgang).
Etappe C 1: Thongmen nach Timure oder Rasuwagarhi (von Harp Booth)
Ca. 30' hinter Thongmen (Thuman) verzweigt sich der Weg. Der obere ist ausgeschildert in Richtung Dal Phedi-Timure, der untere direkt Richtung Timure.
Dementsprechend muss Dal Phedi abweichend von Ulis Karte westlich von Dal liegen und weiter oben am Hang. Der Weg von Dal Phedi trifft später offensichtlich wieder auf den absteigenden Weg zur Brücke und vereinigt sich mit dem unteren Weg.
Hinterm Wegweiser verläuft der untere Weg zunächst ohne größeres Gefälle weiter am Hang vorbei und man kommt durch Dal. Kurz hinter Dal geht es dann ab einem Mast mit Gebetsfahnen in Serpentinen steil hinunter zum Fluss mit Brücke.
In der Karte ist Timure alternativ mit Sedang ausgewiesen. Ich erhielt auf Nachfragen jedoch die Auskunft, dass es sich hierbei wohl um 2 verschiedene Orte handeln soll.
(Nach meinen Informationen durch Phurpa Tamang ist „Timure“ der nepalesische Name, „Sedang“ der ortsübliche tibetische, Uli.)
Etappe C 2: Timure nach Bridim über den Höhenweg (1.040 HM rauf, 520 HM runter) (von Harp Booth)
Von Timure aus sind wir nicht dem üblichen Weg an der linken Flusseite des Bhote Khosi aus über Lingling gelaufen, sondern weiter oben am Hang mit schöner Aussicht auf die Etappe der Vortage über Kaidi (Khaidi).
Der Einstieg zu diesem Weg ist nicht ganz einfach zu finden.
Im nördlichen neueren Teil von Timure findet man links vom Hauptweg das u-förmig angelegte Schulgebäude. Zwei Häuser weiter links liegt die Pasang Lodge mit angeschlossenem Laden. Die Zimmer sind einfach, der Empfang umso herzlicher! Zum Bhai Tikka Fest wurde ich von der Frau des Hauses quasi als kleiner Bruder (Bhai) adoptiert. Ein lustiger Gedanke, weil ich fast einen halben Meter größer war als meine Didi! Ich bekam das Tikka und die dazugehörigen Gaben im Familienkreis.
Hinter der Lodge beginnt eine Manimauer, an deren südlichem Ende (gleich gegenüber der Lodge) man eine Wasserstelle findet. Links von der Wasserstelle geht der Weg rauf zum Kloster, rechts der Wasserstelle ist der Einstieg nach Kaidi (Khaidi). Der Weg steigt ca. 600 HM immer entlang der Stromleitung, meist schattig, am Hang an. Ca. 100 HM oberhalb Timure eine Verzweigung. Hier den linken Hauptweg weiter aufwärts folgen. Ab hier weiter in vielen Serpentinen. Weiterer Abzweig ca. 515 HM oberhalb Timure. Auch hier den weiter anstiegenden Weg nehmen. Ca. 575 HM oberhalb Timure teilt sich der Weg nach Nord und Süd. Die den südlichen Pfad Richtung Khaidi wählen. Wohin der südliche gut ausgebaute Weg führt, konnten wir nicht herausfinden. Der Weg verläuft jetzt ohne größere An- oder Abstiege Richtung Khaidi.
An einem Zufluss der Bhote Kosi, dem Phenglung Khola, schneidet der Weg entlang der Höhenlinie tief ins Tal ein. Hier steigt der Weg ca. 200 HM ab, um am Talgrund eine Hängebrücke zu erreichen. Hinter der Hängebrücke schöne Wassermühle, die man wenn in Betrieb gerne besichtigen kann. Der weitere Weg weiter leicht ansteigend und später fast eben durch dichten Wald mit Möglichkeit Affen zu beobachten oder tolle Wildblumen am Wegesrand. Nach Verlassen des Seitentals wieder etwas sonniger und offen mit schönen Ausblicken. Weiterweg nach Bridim leicht.
[„Bhirdim“ ist nach Auskunft mehrerer einheimischer Zeugen der Name, der unpassend im offiziellen Nepalesischen verwendet wurde; ganz eindeutig kommt die erste Silbe vom „Bri“, der weiblichen Kreuzung von Yak und Kuh; die Anpassung auf „Bhir“ – Hindugottheit passt nicht; in diesem Sinne muss ich auch meine frühere Namensentscheidung, die ich aus der „Schneider-Karte“ hatte, zurücknehmen. Beim Besuch des Dorfes 1989 haben wir die Differenz nicht bemerkt. Uli]
Etappe C 3: Thongmen – Bridim (- Khangjim) 1 – 2 Tage
Über die Bhote Kosi gibt es oberhalb Syabrubensi jetzt zwei Brücken, und wir haben es 2008 mit viel Aufwand und Verirrungen geschafft, die direkte Verbindung zur neuen Brücke bei Lingling Richtung Bridim zu finden. Für diese Route sollte man einen lokalen Guide verantwortlich engagieren.
Die übliche Route führt erst nordwärts über Dal Phedi zur Brücke südlich von Timure (tib.: Sedang) (und von dort nordwärts bis zur Grenze bei Rasuwagarhi – widersprüchliche Aussagen Oktober 2008: Gregor aus Essen wurde mitgeteilt, bis zur Grenze sei ohnehin gesperrt, während Ruth Einstein aus den USA einige Tage zuvor bis zur Grenzlinie kam). – Von Timure führt der alte Händlerweg durch das Flusstal abwärts nach Lingling (1680m; gutes Lodge mit neun Schlafplätzen), es gibt aber auch einen Höhenweg über das Dorf Kaidi nach Bridim. Möglich ist auch, dass es einen Weg gibt, der südlich von Timure diagonal aufwärts bei ca. 1900m auf den steilen Weg Lingling-Bridim trifft.
Von Lingling gibt es zwei Wege nach Bridim. Der obere führt vom nördlichen Ortsende in 30’ zu einer Wasserstelle im Ort Badó, nach 80’ erreicht man auf 2220m die Kammhöhe, 5’ danach mündet auf 2200m der Höhenweg von Timure/Kaidi ein, nach weiteren 10’ Brücke und Mühlen unterhalb, das Dorf Bridim erreicht man nach 30’ von der Kammhöhe an seinem Nordrand auf 2190m Höhe.
Der untere Weg von Lingling nach Bridim führt quer durch Badó in ca. 60’ zu einem Felsrücken mit Chorten (2050m) und von dort 70m abwärts und wieder aufwärts vom westlichen unteren Dorfrand entlang eines Bachlaufs in 30’ nach Bridim.
Bridim (tib.: Bri = weibliche Form der Kreuzung Yak/Rind; „dim“ = versinken; also: „wo das Bri im Sumpf versank“ – alte Legende der Thokra-Großmutter, die die Tiere von Tibet ins Langtang führte) ist ein stattliches Bauerndorf mit jetzt sieben Homestays (das erste schon 1989) am Westfuß des Langtang Himal mit lohnenden Zielen, die noch erkundet werden müssten (u.a. Guru Rinpoche-Stätten und Hochalmen mit schönem Ganesh-Blick).
Von Bridim in 80’ über breiten Waldweg nach Khangjim, wo die Langtang-Route erreicht ist. – Es gibt auch einen direkten Weg von Bridim nach Wangal (und Syabrubensi), der deutlich sichtbar von dem breiten Waldweg abzweigt.
Etappe D (alternativer Ausgang zurück nach Syabrubensi):
D1) Von Thongmen nach Syabrubensi am unteren Dorfende dem klaren Weg folgen, in Stufen vorbei an schönen Manimauern und Chorten und südwärts über das obere (1850m, 50’) und untere Dorf Mendo (1770m, weitere 15’) und durch wunderschönen felsdurchsetzten Hang oberhalb des Flusses abwärts zur Brücke über den Chilime Khola (Ronga Pul, 1520m, insgesamt 105’) und weiter in 50-60’ nach Syabrubensi (vgl. Etappe A1).
D2) Von Lingling nach Syabrubensi talauswärts im Auf und Ab (zunächst 20’ hinab zum Fluss, mit schönen Badestellen, 1540m; dann wieder aufwärts im Hang, nach weiteren 25’ vorbei an einem einzelnen Gehöft, 1560m, höchster Punkt 1660m) in insgesamt 70’ zum Dorf Wangal (1640m), wo die übliche Trekkingstrecke aus dem Langtang von Khangjim her einmündet. Von hier in 40’, zuletzt über Hängebrücke, zur „Neustadt“ von Syabrubensi (1470m) mit Hotels und Busanschluss.
Entsprechend ist es auch von der Grenze her (von Rasuwagarhi oder Timure/Sedang) nur eine dreiviertel Tagestour bis Syabrubensi.
Von der Höhe betrachtet, ist der Trek eher moderat, mit Start in der Neustadt von Syabrubensi (1470m; früh mehrere Busse ab Balaju Bus Park im Nordwesten von Kathmandu, ca. 8-10 Stunden) und der maximalen Höhe von 3180m in Nagthali (sofern man nicht zu Aussichtspunkten aufsteigen will). Als kurzer Trek evtl. sinnvoll, jedoch eher im Kombination mit Langtang- und Yolmo- (Helambu-) Trek, zumal das eine einheitliche Kulturregion ist.
Der Trek offeriert Nahblicke auf die Eisgipfel des Ganesh Himal (mit Ganesh I, 7405m), des Langtang Himal und zahlreicher Eisgipfel im tibetischen Kyerong-Gebiet.
Interessant zur Ergänzung wären Informationen zur Fortsetzung des Treks in Richtung Ganesh Himal und Dhading-Distrikt, und zum Trek in die Region aus dem Tiefland über die Dörfer westlich der Bhote Kosi.
Offiziell wurde die Region 2004 für ausländische Touristen geöffnet, in Gruppen mit Extrapermit, aber das betraf in der Praxis nur den Zugang zu Timure/Sedang und die Grenze nach Tibet bei Rasuwagarhi. In Zeiten der „Trekking-Permits“ gehörte Timure ausdrücklich zu den restricted areas.
Heute ist die Region auch ohne spezielles Permit (außer natürlich TIMS und Langtang-Nationalpark-Permit) für Gruppen und Einzeltrekker/innen erlaubt.
Einige Verwirrung herrschte in 2008 darüber, ob man bis zur Grenze gelassen würde.
Der Ausdruck „Tamang“ ist eigentlich falsch, denn er ist eine alte Sammelbezeichnung für nepalesische Volksgruppen tibeto-burmesischer Abstammung über das ganze Land hinweg, nach der Hinduisierung des Landes seit dem 18. Jahrhundert angewendet (Übernahme der Zentralmacht durch die zuvor in Gorkha residierende Shah-Dynastie). Im Unterschied zu anderen Volksgruppen (z.B. den Magar) haben die „Tamang“ (wie z.B. auch die „Sherpa“ im Osten) die Hinduisierung nicht mitgemacht und sind bei eigenen Traditionen, Glauben und Sprache geblieben (vgl. auch: John Welpton, A History of Nepal, Cambridge University Press 2005).
Die „Tamang“ zu Füßen des Ganesh Himal werden auch „Nuppa“ genannt (Menschen im Westen), und zwar von den „Sherpa“ (Menschen im Osten) auf der anderen Seite der Bhote Kosi, also in Dhunche, im Langtang, im Helambu/Yolmo. Sie alle bilden im Grunde eine ethnische und kulturelle Einheit mit den Südtibetern der nördlich benachbarten Kyerong-Region Tibets, mit der sie auch heute noch enge Beziehungen haben (und bis zum Straßenbau in die Region in den 1980er Jahren war es auch leichter, nach Kyerong zu wandern als nach Kathmandu).
Viele Menschen in der Region leiten ihre Herkunft von bedeutenden tibetischen Familien ab, wobei es weniger um Nationalität als um Clan-Zugehörigkeit geht, wozu auch Verbot von Heiraten innerhalb des Clans gehört (auch heute noch).
Seit dem letzten Krieg zwischen Nepal und Tibet 1855/56 ist die Grenze bei Rasuwagarhi festgelegt, zuvor begann Tibet eine Stunde nördlich von Syabrubensi bei Ronga Pul, der Einmündung des Chilime (Sanjen) Khola in die Bhote Kosi.
In kaum einer anderen Region im Himalaya sind heute buddhistische Traditionen des alten Tibet lebendiger als in der „Nuppa-Region“, dem Langtang und dem Yolmo. Diese Region gehörte aber auch zu den Wirkungsgebieten des Magiers Padmasambhava, als Guru Rinpoche Nationalheiliger Tibets, der im 8. Jahrhundert den Buddhismus in Tibet durchsetzte. Viele Meditationsstätten, Fußabdrücke und andere Zeichen werden ihm gerade im „Nuppa“-Gebiet und im Yolmo zugeschrieben und heute noch verehrt.
Das „alte Bön“, die Glaubensweisen des vorbuddhistischen Tibet, die seit über 1000 Jahren angeblich ausgestorben sind, ist im Rasuwa aber auch noch lebendig. Ein mächtiger Vertreter der Tradition ist heute noch der "Bönpo von Timure" mit seinen schamanischen Fähigkeiten.
Die Bewahrung der tibetischen Kultur war übrigens für die Bewohner der Region nie ein Grund zu einem Loyalitätskonflikt mit der hinduistischen nepalesischen Zentralregierung. Im Gegenteil: Da die Hindus ohnehin den Buddhismus als Teil ihrer Region akzeptieren, ein Mann aus Sano Bharku Minister während des Panchayat-Systems war und das Königspaar Birendra/Ayashwarya die Klöster im Yolmo förderte, waren bei der ersten freien Wahl 1991 die einzigen drei Wahlkreise, in denen in Nepal die Royalistenpartei RPP ihre Kandidaten durchbrachte, Rasuwa, Nuwakot (südlich; mit Trisuli Bazar) und Sindhupalchowk (mit dem Yolmo). Das Kräfteverhältnis hat sich inzwischen geändert, auch gab es eine sehr starke maoistische Bewegung auch im Rasuwa. Die Folgen des Bürgerkriegs 1996-2006 erscheinen aber nicht so gravierend wie anderswo in Nepal, man spricht wieder miteinander, und es hat offenbar nicht solche Gräuel gegeben, dass Versöhnungskommissionen nötig wären.
Ich beschreibe den Trek nach Erkundungen April 2007 und Herbst 2008 mit Ausgangspunkt Syabrubensi und Endpunkt Syabrubensi bzw. Weiterweg ins Langtang-Tal.
Ganz verlässliches Kartenmaterial gibt es vielfältig in Kathmandu – z.T. mit kleinen Fehlern in Namen und Höhenangaben. Die hier angegebenen Namen sind mit Einheimischen geklärt, die Höhen mit Thommen TX gemessen (plus/minus 20-30m durch Luftdruckschwankungen). Fett gesetzt sind die Etappenorte mit den reinen Gehzeiten.
Da in den Karten oft die von der Zentralregierung falsch festgesetzten Ortsnamen verwendet werden, benutze ich eher die lokal benutzten, authentischen Ortsnamen und setze die Varianten in Klammern.
In der Zwischenzeit hat sich die touristische Infrastruktur in der Region entwickelt.
Aufgrund der erhaltenen autochtonen Kultur, der Einfachheit der Unterkünfte (oft Homestays) und Hinweisen/Empfehlungen speziell von Phurpa Tamang auf unserem Recce-Trek 2007 ist auf dem „Tamang Heritage Trail“ mit einem Erlebnis von Landschaft, Kultur und menschlicher Begegnung zu rechnen, wie es auf den touristischen Hauptstrecken kaum noch möglich ist.
Es kommt natürlich wie immer drauf an, wie weit man sich darauf einzulassen vermag.
Die Trekker/innen, die mehr und neuere Erkenntnisse haben, möchten wir ganz ausdrücklich bitten, sie einzubringen.
Etappe A: Neu-Syabrubensi (1470m) – Tatopani (2580m) 1 – 2 Tage
Von Neu-Syabrubensi (Endpunkt der Buslinie von Kathmandu/Balaju, mehrere Unterkünfte mit z.T. gutem Standard; beliebt bei Gruppen das neue Hotel Sky des Lhakpa Tamang, bei Individualreisenden das Village View von Thilawangdi und Chunku Tamang) gibt es drei Möglichkeiten.
A 1) direkt in einem Tag (bei sinnvoller Aufteilung durchaus lohnend) am oberen Ende der Hauptstraße auf Fußweg weiter und entlang der Bhote Kosi (Zwischenabstieg 75m; wunderschöner Talabschnitt mit Felsen) in 50-60’ zur Brücke über den Chilime Khola (= Ronga Pul, 1520m, bis ins 19.Jh. Grenze zwischen Nepal und Tibet). Über schönen Hangweg entlang des Chilime Khola über das Gehöft von Keeraabari (1740m, 60’) und eine Hängebrücke (1680m) in weiteren 55’ ins Dorf Thangmachet (1770m, Wasserspeicher des lokalen Kraftwerks, Samjen Himal Lodge mit acht Schlafplätzen) und in 25’ zum großen, interessanten Dorf Chilime (tib.: Mogà; 1800m, leider noch keine Homestays). Abwärts zu Hängebrücke über den Chilime/Samjen Khola und über steilen Hang im Zickzack hinauf (erstes Haus/Wasser nach 45’ auf 2060m) zum Dorf Gonggang (2200m, 70’, Kreuzung/Schule/zwei Teashops in Bauernhäusern [falsch Gompagaon in manchen Karten]). Weniger steil weiter hangaufwärts durch Felder über das kleine Dorf Paragang (2480m, 65’) in 80’ zur Siedlung Tatopani (tib.: Chürén) auf 2580m mit seinen eisenhaltigen heißen Quellen (drei Badebecken, Umkleidegebäude) und drei Lodges mit wenigstens 20 Plätzen. Die Quellen sind v.a. bei Einheimischen aus dem weiteren Umkreis beliebt, Tatopani gilt als heilsamer Kraftort.
(Von Tatopani aus führt ein Pfad am Samjen Khola aufwärts, auf dem mindestens Hauser Gruppen ins Innere des Ganesh Himal führte; Zelte nötig.)
A2) in zwei Tagen über Gatlang: Durch die erste Kehre der Somdang-Straße hinauf ins alte Dorf Dhungri und die Straße durch den alten Fußweg abkürzend in 60’ hinauf zu einem Chautaaraa/Chorten/Buddha-Schrein mit Blick südwärts auf das Dorf Narkote (1850m), weiter durch das Dorf Komen (1950m) in 60’ zur Passhöhe Ronga Banjyang (tib.: Bakong La, 2220m, Viewpoint Hotel&Lodge). Weiter entlang der Straße in ca. 3 Std. zum stattlichen Dorf Gatlang (ca. 2300m – zwei Homestays). Am nächsten Tag entlang des Gatlang Khola hinunter zum Chilime Khola, den man zwischen Thangmachet und Chilime erreicht. Weiter wie A1).
A3) in zwei Tagen über Goljong und Chilime: Wie in A2) zum Bakong La und in 30’ abwärts zum großen Dorf Goljong (1980-1950m; vermutlich Homestays); entweder hier übernachten oder in 35’ hinab nach Thangmachet; weiter wie A1). – Diese Variante hat den Vorteil, dass sie viel Zeit zur lohnenden Erkundung der Dörfer Goljong und Chilime erlaubt.
A4) Aufstieg über Pajung (1 Tag: 1.310 HM rauf, 190 HM runter) (von Harp Booth)
Alternativ ab Ronga Pul Rtg NW am Hang hinauf nach Pajung (60' ab Ronga Pul) aufsteigen. Der Weg verläuft mit mäßiger Steigung immer schräg am Hang hoch durch Raps- und Getreidefelder mit schönen Ausblicken auf den unten liegenden Fluss, Gatlang und Chilime. In Pajung gibt es keine typische Trekkinginfrastruktur. Im Haus, das auch den kleinen Dorfladen betreibt, haben wir jedoch Tee und Suppe als Lunch bekommen. Die Verhältnisse sind sehr einfach und die Bewohner bekommen nur selten Ausländer zu sehen. Wunden in den Gesichtern von Kindern wurden vielfach noch mit Kuhdung behandelt! Mit mäßiger Steigung weiter nach Tatopani.
Etappe B: Tatopani (2580m) – Nagthali (Nakthali) – Thongmen 1 – 2 Tage
Die Alm Nagthali (eigentlich tib. „Nakthali“ = „schwarze Ebenheit“ wegen der Wetterzeichen, gut sichtbar z.B. von Dhunche und Thulo Bharku; jedenfalls nicht nepalesisch „Nagatal“ = „Schlangensee“), auf einem Bergsporn auf 3180m hoch über Chilime Khola und Bhote Kosi gelegen, ist der spirituelle Mittelpunkt der Region mit sieben Guru Rinpoche-Heiligtümern, bei denen sich einmal im Jahr die Bewohner von Gatlang, Goljong, Chilime, Thongmen und allen anderen Dörfern zu einem Festival zu Ehren der beiden Gefährtinnen des Guru Rinpoche, Mandarava und Yeshe Tsogyal, treffen. Und es ist schon ein hervorragender Aussichtspunkt auf den Ganesh Himal (v.l.n.r. Ganesh II, V, I, VII), die Eisgipfel des Kyerong Himal in Tibet, den Langtang Himal von Westen, die Chedang-Kette westlich des Naya Kanga, die Berge von Gosainkund und das Bhote Kosi/Trisuli Ganga-Tal abwärts – erst recht, wenn man von Nakthali bis zu den Aussichtspunkten Taruche Kharka mit Tibet-Blicken, Langma Le oder weiter Mala Danda aufsteigt.
In Nakthali gibt es zwei neue Lodges mit je zwölf Schlafplätzen. Hüttenwirt Gyurme Lama vom oberen Lodge (Nagthali View Point Guest House, Tel. 9741040087) hat uns mit viel Engagement die Guru Rinpoche-Heiligtümer gezeigt und auf der schon 2007 erkundeten Taruche Kharka den Blick nach Tibet (s. Bildergalerie Nepal) mit Dörfern und Gipfeln erklärt (Details auf Anfrage).
Der Weg: Von Tatopani (Chürén) durch dichten Wald (Alm nach 40’ auf 2680m) in 60’ aufwärts ins kleine Dorf Bremdang (2800m, Obstbäume, Felder, Gompa; zwei Teashops in einheimischen Häusern und Homestay). Hier erst aufwärts links zur Gompa und dann rechts (ostwärts) auf gutem Hangweg aufwärts, durch lichteren Wald (Rhododendron) und in Linkskurve hinauf in 60’ nach Nakthali.
Von Nakthali zur Taruche Kharka: Bei der oberen Gompa am Waldrand beginnt ein deutlicher Pfad, der erst durch dichten Wald (vom Kamm Tiefblicke auf Bremdang und Paragang), später durch offenes Gelände mit Felsen und Büschen (ab 3400m, 60’) in insgesamt 120’ zur Taruche Kharka (3650m) führt. Tibet-Blicke (sechs Dörfer östlich von Kyerong, das selbst hinter einem Bergrücken verborgen bleibt). Von hier westwärts (verschiedene Pfade) in 30’ zum Hauptgrat mit Aussichtspunkt Langma Le (P. 3771 der Schneider-Karte). Möglich ist der Weiterweg auf den Gipfel, der von der Mala Danda einmündet (4017m, vgl. Programm von Hauser). – Abwärts vom Langma Le steil auf Wegspuren direkt über den Grat über Mangre Shamsa Kharka möglich.
Von Nakthali über klaren Weg in 90’ abwärts nach Thongmen.
Thongmen (auf den meisten Karten falsch „Thuman“ oder, besser, „Thungman“) ist (neben Gatlang) das Hauptdorf der Region. Jedes Dorf hat seine eigene Art, auch die Bewohner. Seit 2008 gibt es ein Lodge (drei Dreierzimmer), dazu zwei Homestays (eines in den alten Häusern daneben; das andere beim Dorfladen am unteren Dorfausgang).
Etappe C 1: Thongmen nach Timure oder Rasuwagarhi (von Harp Booth)
Ca. 30' hinter Thongmen (Thuman) verzweigt sich der Weg. Der obere ist ausgeschildert in Richtung Dal Phedi-Timure, der untere direkt Richtung Timure.
Dementsprechend muss Dal Phedi abweichend von Ulis Karte westlich von Dal liegen und weiter oben am Hang. Der Weg von Dal Phedi trifft später offensichtlich wieder auf den absteigenden Weg zur Brücke und vereinigt sich mit dem unteren Weg.
Hinterm Wegweiser verläuft der untere Weg zunächst ohne größeres Gefälle weiter am Hang vorbei und man kommt durch Dal. Kurz hinter Dal geht es dann ab einem Mast mit Gebetsfahnen in Serpentinen steil hinunter zum Fluss mit Brücke.
In der Karte ist Timure alternativ mit Sedang ausgewiesen. Ich erhielt auf Nachfragen jedoch die Auskunft, dass es sich hierbei wohl um 2 verschiedene Orte handeln soll.
(Nach meinen Informationen durch Phurpa Tamang ist „Timure“ der nepalesische Name, „Sedang“ der ortsübliche tibetische, Uli.)
Etappe C 2: Timure nach Bridim über den Höhenweg (1.040 HM rauf, 520 HM runter) (von Harp Booth)
Von Timure aus sind wir nicht dem üblichen Weg an der linken Flusseite des Bhote Khosi aus über Lingling gelaufen, sondern weiter oben am Hang mit schöner Aussicht auf die Etappe der Vortage über Kaidi (Khaidi).
Der Einstieg zu diesem Weg ist nicht ganz einfach zu finden.
Im nördlichen neueren Teil von Timure findet man links vom Hauptweg das u-förmig angelegte Schulgebäude. Zwei Häuser weiter links liegt die Pasang Lodge mit angeschlossenem Laden. Die Zimmer sind einfach, der Empfang umso herzlicher! Zum Bhai Tikka Fest wurde ich von der Frau des Hauses quasi als kleiner Bruder (Bhai) adoptiert. Ein lustiger Gedanke, weil ich fast einen halben Meter größer war als meine Didi! Ich bekam das Tikka und die dazugehörigen Gaben im Familienkreis.
Hinter der Lodge beginnt eine Manimauer, an deren südlichem Ende (gleich gegenüber der Lodge) man eine Wasserstelle findet. Links von der Wasserstelle geht der Weg rauf zum Kloster, rechts der Wasserstelle ist der Einstieg nach Kaidi (Khaidi). Der Weg steigt ca. 600 HM immer entlang der Stromleitung, meist schattig, am Hang an. Ca. 100 HM oberhalb Timure eine Verzweigung. Hier den linken Hauptweg weiter aufwärts folgen. Ab hier weiter in vielen Serpentinen. Weiterer Abzweig ca. 515 HM oberhalb Timure. Auch hier den weiter anstiegenden Weg nehmen. Ca. 575 HM oberhalb Timure teilt sich der Weg nach Nord und Süd. Die den südlichen Pfad Richtung Khaidi wählen. Wohin der südliche gut ausgebaute Weg führt, konnten wir nicht herausfinden. Der Weg verläuft jetzt ohne größere An- oder Abstiege Richtung Khaidi.
An einem Zufluss der Bhote Kosi, dem Phenglung Khola, schneidet der Weg entlang der Höhenlinie tief ins Tal ein. Hier steigt der Weg ca. 200 HM ab, um am Talgrund eine Hängebrücke zu erreichen. Hinter der Hängebrücke schöne Wassermühle, die man wenn in Betrieb gerne besichtigen kann. Der weitere Weg weiter leicht ansteigend und später fast eben durch dichten Wald mit Möglichkeit Affen zu beobachten oder tolle Wildblumen am Wegesrand. Nach Verlassen des Seitentals wieder etwas sonniger und offen mit schönen Ausblicken. Weiterweg nach Bridim leicht.
[„Bhirdim“ ist nach Auskunft mehrerer einheimischer Zeugen der Name, der unpassend im offiziellen Nepalesischen verwendet wurde; ganz eindeutig kommt die erste Silbe vom „Bri“, der weiblichen Kreuzung von Yak und Kuh; die Anpassung auf „Bhir“ – Hindugottheit passt nicht; in diesem Sinne muss ich auch meine frühere Namensentscheidung, die ich aus der „Schneider-Karte“ hatte, zurücknehmen. Beim Besuch des Dorfes 1989 haben wir die Differenz nicht bemerkt. Uli]
Etappe C 3: Thongmen – Bridim (- Khangjim) 1 – 2 Tage
Über die Bhote Kosi gibt es oberhalb Syabrubensi jetzt zwei Brücken, und wir haben es 2008 mit viel Aufwand und Verirrungen geschafft, die direkte Verbindung zur neuen Brücke bei Lingling Richtung Bridim zu finden. Für diese Route sollte man einen lokalen Guide verantwortlich engagieren.
Die übliche Route führt erst nordwärts über Dal Phedi zur Brücke südlich von Timure (tib.: Sedang) (und von dort nordwärts bis zur Grenze bei Rasuwagarhi – widersprüchliche Aussagen Oktober 2008: Gregor aus Essen wurde mitgeteilt, bis zur Grenze sei ohnehin gesperrt, während Ruth Einstein aus den USA einige Tage zuvor bis zur Grenzlinie kam). – Von Timure führt der alte Händlerweg durch das Flusstal abwärts nach Lingling (1680m; gutes Lodge mit neun Schlafplätzen), es gibt aber auch einen Höhenweg über das Dorf Kaidi nach Bridim. Möglich ist auch, dass es einen Weg gibt, der südlich von Timure diagonal aufwärts bei ca. 1900m auf den steilen Weg Lingling-Bridim trifft.
Von Lingling gibt es zwei Wege nach Bridim. Der obere führt vom nördlichen Ortsende in 30’ zu einer Wasserstelle im Ort Badó, nach 80’ erreicht man auf 2220m die Kammhöhe, 5’ danach mündet auf 2200m der Höhenweg von Timure/Kaidi ein, nach weiteren 10’ Brücke und Mühlen unterhalb, das Dorf Bridim erreicht man nach 30’ von der Kammhöhe an seinem Nordrand auf 2190m Höhe.
Der untere Weg von Lingling nach Bridim führt quer durch Badó in ca. 60’ zu einem Felsrücken mit Chorten (2050m) und von dort 70m abwärts und wieder aufwärts vom westlichen unteren Dorfrand entlang eines Bachlaufs in 30’ nach Bridim.
Bridim (tib.: Bri = weibliche Form der Kreuzung Yak/Rind; „dim“ = versinken; also: „wo das Bri im Sumpf versank“ – alte Legende der Thokra-Großmutter, die die Tiere von Tibet ins Langtang führte) ist ein stattliches Bauerndorf mit jetzt sieben Homestays (das erste schon 1989) am Westfuß des Langtang Himal mit lohnenden Zielen, die noch erkundet werden müssten (u.a. Guru Rinpoche-Stätten und Hochalmen mit schönem Ganesh-Blick).
Von Bridim in 80’ über breiten Waldweg nach Khangjim, wo die Langtang-Route erreicht ist. – Es gibt auch einen direkten Weg von Bridim nach Wangal (und Syabrubensi), der deutlich sichtbar von dem breiten Waldweg abzweigt.
Etappe D (alternativer Ausgang zurück nach Syabrubensi):
D1) Von Thongmen nach Syabrubensi am unteren Dorfende dem klaren Weg folgen, in Stufen vorbei an schönen Manimauern und Chorten und südwärts über das obere (1850m, 50’) und untere Dorf Mendo (1770m, weitere 15’) und durch wunderschönen felsdurchsetzten Hang oberhalb des Flusses abwärts zur Brücke über den Chilime Khola (Ronga Pul, 1520m, insgesamt 105’) und weiter in 50-60’ nach Syabrubensi (vgl. Etappe A1).
D2) Von Lingling nach Syabrubensi talauswärts im Auf und Ab (zunächst 20’ hinab zum Fluss, mit schönen Badestellen, 1540m; dann wieder aufwärts im Hang, nach weiteren 25’ vorbei an einem einzelnen Gehöft, 1560m, höchster Punkt 1660m) in insgesamt 70’ zum Dorf Wangal (1640m), wo die übliche Trekkingstrecke aus dem Langtang von Khangjim her einmündet. Von hier in 40’, zuletzt über Hängebrücke, zur „Neustadt“ von Syabrubensi (1470m) mit Hotels und Busanschluss.
Entsprechend ist es auch von der Grenze her (von Rasuwagarhi oder Timure/Sedang) nur eine dreiviertel Tagestour bis Syabrubensi.