Vollständige Version anzeigen : Welche Outdoor-Uhr soll ich kaufen? Suunto oder Casio?
PATHFINDER
27.11.2008, 08:49
Hallo,
ich trage mich mit dem Gedanken, eine Outdoor-Uhr zu kaufen und hätte gerne ein paar Tipps und Berichte von euch.
Die Uhr soll Höhenmesser und Kompass beinhalten. Mir ist klar, dass eine solche Uhr kein hochwertiges Messgerät ersetzt. Ich bewege mich jedoch meist in den Voralpen. Der Kompass soll einfach für eine schnelle Orientierung taugen (für Notfälle habe ich einen "vernünftigen" Kompass im Rucksack). Der Höhenmesser soll einen Überblick geben, wie weit der nächste Rastpunkt (Hütte, Gipfel) in etwa entfernt ist. Ich zeichne meine Touren mit einem etrex-vista auf, das liefert mir sehr exakte Daten, das heisst, bei der Uhr geht es um einen schnellen Blick aufs Handgelenk.
Ich habe drei Favoriten derzeit, vielleicht hat/ hatte jemand von euch diese Uhren bereits, und kann berichten:
1. Suunto X-Lander: gefällt mir ganz gut, habe im Netz wenig darüber gefunden, vergleichsweise günstig, häufig wird von Problemen mit den Armbändern bei der Suunto berichtet. Nachteil ist, wie ich gelesen habe, dass der Höhenmesser nicht Temperatur kompensiert ist, wie sich das auswirkt, keine Ahnung. Derzeit für ca. 180,-- Euro zu haben.
2. derzeitiger Favorit ist die Suunto Observer, gibt es wohl schon seit Jahren, habe in einigen wenigen Testberichten die ich finden konnte gelesen, dass die Ablesbarkeit des Displays manchmal schlecht gelingt, auch von Problemen mit den Armbändern wurde geschrieben. Der Höhenmesser ist Temperatur kompensiert. Es gibt ein Sondermodell, dass auch das negativ-Display der X-Lander hat, was mir ganz gut gefällt. Vergleichsweise teure Uhr. Für ca. 225,-- zu bekommen.
3. Casio Pro Trek PRW 1300 (gibt es in versch. Designs als "Pauhunri", "Trisuli" und "Dunagiri"), hat, was mich recht begeistert, Funkuhr und Solarakku zusätzlich zur Batterie. Auch die Weltzeit finde ich ganz nett, auch wenn ich die nicht wirklich ständig brauchen werde. Hier habe ich einen Testbericht gefunden, in dem der nicht Temp. kompensierte Höhenmesser als "extrem ungenau" bezeichnet wurde, wohl der einzige Haken an der Uhr. Gegenüber dem Flagschiff Casio PRW 1500 schon für 185,-- Euro zu haben (PRW 1500 für ca. 235,--, die hat dann noch Mondphasen, ansonsten konnte ich nichts an Unterschied entdecken).
Ich wäre euch dankbar, wenn ihr eure Erfahrungen schreiben könntet, gerne natürlich auch Empfehlungen zu hier nicht genannten Uhren.
Grüße Euch
unten die Bilder, von links nach rechts: X-Lander, Observer, Casio
Scubapro
27.11.2008, 10:31
Wofür braucht man solches Spielzeug überhaupt?
Wenn ich eine Uhr haben will, dann eine Uhr und kein Gadget mit 1000 Spielsachen, die alle nur "so halbwegs" funktionieren - was nutzt dir ein Kompas mit einer effektifen Genauigkeit von evt. 5-10 Grad - da kannst Du auch einfach an den Himmel schauen...
Kauf Dir lieber einen Kompaß, einen Höhenmesser (wenn man den denn wirklich braucht - GPS gibt das auch her) und eine vernünftige Uhr separat.
Wenn eine Uhr, dann eine mechanische Taucheruhr oder Fliegeruhr und Ende. Die funktioniert von unter Wasser bis im Weltraum und ist binnen 1 Bruchteil einer Sekunde abgelesen...!
Gerade für den schnellen Überblick!
Nachteil ist, wie ich gelesen habe, dass der Höhenmesser nicht Temperatur kompensiert ist, wie sich das auswirkt, keine Ahnung.
Der Höhenmesser misst den Luftdruck. Welche Temperatur dabei gerade herrscht dürfte ziemlich egal sein.
dass auch das negativ-Display
Würde ich dir von abraten. Wir haben gerade einen Film über die Suunto Core mit invertiertem Display gedreht. Es sieht zwar cool aus, läßt sich aber schlechter ablesen als ein normales Display.
Höhenmesser als "extrem ungenau"
Alle Höhenmesser, die auf Luftdruckmessung basieren sind ungenau. Das liegt ganz einfach an der Natur der Sache. Es hat eben nicht nur eine Änderung der Höhe einen Einfluß auf den Luftdruck, sondern auch das Wetter. Wenn du genau Höhenangaben haben willst, dann schaust du auf eine topografische Karte oder auf dein GPS. Ab 4 Satelliten zeigt dir dies auch die Höhe an.
Wir haben mittlerweile 3 Suunto und 2 Casio getestet. Bei Suunto bekommst du solide Qualität und einen ausreichenden Funktionsumfang zu einem annehmbaren Preis. Die besten Outdoor Uhren auf dem Markt aber baut seit Jahren Casio. Gerade die Solarzellen sind Gold wert. Du hast nie Probleme mit Strom. Selbst bei intensiver Nutzung des Kompasses (größter Stromverbraucher) und bei längeren Touren. Hinzu kommen innovative Features wie etwa Abschaltung des Displays im Dunkeln, Auto-Illumination oder auch Funkuhr Funktion.
Filme zu allen von uns getesteten Uhren findest du hier:
http://www.odoo.tv/Kompasse-GPS-Uhren.253.0.html
Scubapro
30.11.2008, 14:58
Der Höhenmesser misst den Luftdruck. Welche Temperatur dabei gerade herrscht dürfte ziemlich egal sein.
Na Prima, von Physik, Thermodynamik, etc. scheinst Du nicht viel zu verstehen...!
P*V=m*R*T
also hängt der Luftdruck diekt von der Temperatur ab...
Noch Fragen?
PATHFINDER
01.12.2008, 17:44
Danke Dir für Deine ausführliche Antwort. Hatte Deine Seite bereits entdeckt, hab mir aber den Film jetzt nochmals einige male angesehen. Die dort von euch getestete ProTrek 1500 hatte ich bisher immer als zu teuer nicht weiter beachtet. Nun habe ich sie aber bei ebay für 179,-- Euro inkl. Versand entdeckt (Europäisches Modell, deutsche Anleitung, Neu, OVP, 2 Jahre Garantie).
Eurem Bericht nach zu urteilen kann man da doch eigentlich nichts mehr verkehrt machen, oder? Wenn ich bedenke, dass die "günstigste" Protrek 1300 schon bei 185,-- Euro liegt.... und die X-Lander fast preisgleich keine Funkuhr- und keine Solarfunktion hat.
AndreasF
02.12.2008, 19:56
Hallo,
Der Höhenmesser misst den Luftdruck. Welche Temperatur dabei gerade herrscht dürfte ziemlich egal sein.
Ist es nicht, die entsprechende Höhenformel, mit der die Höhe berechnet ist, gilt m.W. nur für 15°C auf Meereshöhe, ergo muss man alles andere entsprechend kompensiert werden.
Alle Höhenmesser, die auf Luftdruckmessung basieren sind ungenau. Das liegt ganz einfach an der Natur der Sache. Es hat eben nicht nur eine Änderung der Höhe einen Einfluß auf den Luftdruck, sondern auch das Wetter. Wenn du genau Höhenangaben haben willst, dann schaust du auf eine topografische Karte oder auf dein GPS. Ab 4 Satelliten zeigt dir dies auch die Höhe an.
Jede Messung ist mit einem Fehler behaftet, die Genauigkeit der Messung des GPS hängt stark von der Positionierung der Satelliten ab, ergo ist eine pauschale Aussage, was genauer ist, so nicht möglich.
Gruß Andreas
waldschrat
02.12.2008, 20:31
Hallo,
zunächst Temperaturkompensation. Ich hatte mal vor Urzeiten eine nicht kompensierte von Casio, wenn damit im Winter von der geheizten Hütte auf die Ski gestiegen bin, konnte ich beim - flotten Aufsteigen zusehen, wie die Höhe scheinbar viel, zwischen 10 Grad plus und 20 Grad minus - obwohl am Handgelenk getragen konnte fast 100m ausmachen. Dazu kam ein sehr fitzeliges Display das gerade in der Dämmerung unzumutbar für Leute mit schlechten Augen war.
Bei freier Sicht schlägt mein GPS auch einen guten Höhenmesser wie Thommen heutzutage alle mal, dazu kommt, daß das Problem der Koppelung an den Luftdruck wegfällt. Kann man ja gut auf Gipfeln vergleichen, wenn man auf der Karte die genaue Höhe ablesen kann. Dafür ist ein gelegentlicher Blick auf die Uhr natürlich einfacher als einen GPS rauszuholen und hochzufahren und mit Aufstiegsgeschwindigkeit etc. natürlich auch ein Teil des Unterhaltungsprogramms bei monotonen Streckenteilen.
Dann hatte ich mehrfach Suunto - perfektes Meßsystem, gute große Darstellung: nach jedem Batteriewechsel kam Wasser rein, nach dem ersten Mal erfuhr ich bei Lauche und Maas, daß man auch die Dichtung mit austauschen muß, wieder das selbe mit der 2ten Uhr trotzdem, bei der dritten gab ich das mit neuer Dichtung einem Uhrmacher - wieder undicht. Zudemn Probleme mit dem Uhrglas, es gibt keinen schützenden Ring, mit dem Ergebnis, daß das "Glas" sehr schnell zerschrammte, einmal fiel sogar der Peilring raus. Armband wurde nach Bruch problemlos getauscht. Bei dem Preis hatte ich es dann satt.
Dazwischen eine Billigvariante mit allen Schikanen vom Kaffeeröster - nach 3 Wochen kaputt.
Jetzt habe ich seit ca. 4 Jahren wieder Casio (Protrek). Wenn man sie dauerhaft unterm Ärmel trägt laden die Fotozellen nicht auf, muß dann mal einen Sonnentag aufs Fensterbrett. Fitzelige Zahlen wie gehabt, der Kompaß muß immer wieder mal neu eingestellt werden (nicht schwierig, aber im Schneesturm eher unpraktisch), stabile Abweichung von ca. 5m auf 100hm, d.h. nach 1000 hM nochmal 50 dazuzählen. Aber meiner Ansicht nach praktisch unzerstörbar.
Für die Groborientierung nehme ich einen billigst und fast gewichtsfreien Minikompaß (als Zipperanhänger bei Lauche und Maas gekauft.
Hannes33
03.12.2008, 10:26
Hallo,
ich empfehle ausnahmslos Suunto!
Gute ablesbarkeit. Auch das "negativdisplay" kann ich weiterempfehlen - ist lediglich eine persönliche Meinung ob es fein und lesbar ist oder nicht. Meine Frau hat eine Suunto Vektor mit negativem Display und wir finde sie beide sehr angenehm zu lesen - vor allem bei viel Sonne im Schnee.
Von der Genauigkeit des Höhenmessers her bin ich begeistert, sowohl von der Altimax wie von der klassischen Vector.
Habe bei meiner Suunto schon mehrmals die Batterie wechseln lassen, bei einem spezialisierten Optiker/Uhrmacher. Die Dichtung muss ausgetauscht werden und ein guter Laden prüft auf Dichtheit!! (das ganze spricht eher nicht für Lauch&Maas:down:)
Achtung: diese Uhren sind nicht für das Tauchen gedacht und selbst 2-3 Meter unter Wasser können die Uhren dauerhaft beschädigen...
Würde persönlich niemals eine Casio kaufen: sehr schlechtes "billiges" Display und Solarzellen kann ich bei einer Outdooruhr, die im dauerhaften und harten Einsatz ist wirklich nicht gebrauchen...
lg, Hannes.
waldschrat
03.12.2008, 20:05
Habe bei meiner Suunto schon mehrmals die Batterie wechseln lassen, bei einem spezialisierten Optiker/Uhrmacher. Die Dichtung muss ausgetauscht werden und ein guter Laden prüft auf Dichtheit!! (das ganze spricht eher nicht für Lauch&Maas:down:)
tja, wenn ich mich entsinne druckt Suunto in die Werbung, daß man die Batterie selbst austauschen kann und einmal gings ja bei einem Uhrmacher auch schief - da frage ich mich nur noch woran ich erkenne, ob der "gut" ist?
Sonst muß ich zustimmen, was Meßgenauigkeit und Ablesbarkeit angeht ist Suunto wohl unschlagbar
Waldschrat
clausherten
03.12.2008, 20:59
Habe eine Suunto Observer und bin hochzufrieden.
Die Ablesbarkeit ist gut, nur wenn es düster ist, ist Schluß, Aber dann gibt es eine Beleuchtungsfunktion.
Zur Bestimmung der absoluten Höhe brauche ich eine fixe Angabe, z.B. aus einer Karte. Der Höhenmesser arbeitet 1a, aber eben relativ. Ich merke mir nach Ankunft die angezeigte Höhe und am nächsten Tag die Höhe, auf der ich losgehe. So kann ich die zurückgelegten Höhenmeter recht genau ermitteln, da sich m.E. nur selten der Luftdruck in wenigen Stunden drastisch ändert - und wenn, so habe ich andere Sorgen als die Höhenanzeige.
Zur Batterie:
Wenn man die Bedienungsanleitung studiert, findet man den Hinweis, dass nicht nur die Batterie, sondern auch die Dichtung und Batteriefachdeckel zu wechseln sind. Gibt es bei Globi für 6,95 und geht auch in der Pampa ganz einfach.
mfG Claus
wanderer
03.12.2008, 22:29
Hallo zusammen,
kann die positiven Erfahrungen mit Suunto nur bestätigen. Seit mehreren Jahren habe ich das Model Vector und bin sehr zufrieden damit.
Batterie habe ich selbst getauscht, keinerlei Probleme mit der Dichtigkeit.
Übrigens, vorher hatte ich eine von Lidl. War erstaunlich genau in der Höhenangabe, aber nach 2 Jahren kaputt.
Viele Grüsse
Ralph
die Genauigkeit der Messung des GPS hängt stark von der Positionierung der Satelliten ab, ergo ist eine pauschale Aussage, was genauer ist, so nicht möglich.
Doch ist es. Ein GPS ist auf jeden Fall genauer als ein barometrischer Höhenmesser. Ein barometrischer Höhenmesser ist immer vom Wetter abhängig. Und da sich das Wetter permanent ändert, wird auch der Fehler immer größer. Deswegen muss ein solcher Höhenmesser regelmäßig an Karten, Höhenmarkierungen, etc. kalibriert werden.
Bei einem GPS ist das nicht so. Empfängt ein GPS Gerät mindestens das Signal von 4 Satelliten sauber, so hast du eine Höhe. Die Genauigkeit dieser Höhe kann von der Originalhöhe abweichen, allerdings nur minimal. Und sie wird mit zunehmender Satellitenzahl immer besser und nicht schlechter.
Wenn man sie dauerhaft unterm Ärmel trägt laden die Fotozellen nicht auf, muß dann mal einen Sonnentag aufs Fensterbrett. [...] der Kompaß muß immer wieder mal neu eingestellt werden (nicht schwierig, aber im Schneesturm eher unpraktisch), stabile Abweichung von ca. 5m auf 100hm, d.h. nach 1000 hM nochmal 50 dazuzählen.
Das mit dem Aufladen auf dem Fensterbrett kann ich nicht nachvollziehen. Die ProTrek schaltet sich ab, wenn kein Licht auf das Display fällt. Ich habe meine zwischen den Touren oft monatelang im Keller ohne Licht. Wenn ich sie heraushole haben sie trotzdem noch volle Energie.
Was Kompass und Luftdruckmesser angeht, so sind diese Messgeräte an jeder Uhr nur ein Kompromiss. Ich kenne keine Uhr die so gut ist wie ein guter Kompass oder ein GPS. Aber dafür trägt man eben auch nur 1 Gerät und nicht 3. Wer es 100% genau braucht, wird sich eh nicht auf eine Outdoor Uhr verlassen.
AndreasF
07.12.2008, 17:48
Doch ist es. Ein GPS ist auf jeden Fall genauer als ein barometrischer Höhenmesser. Ein barometrischer Höhenmesser ist immer vom Wetter abhängig. Und da sich das Wetter permanent ändert, wird auch der Fehler immer größer. Deswegen muss ein solcher Höhenmesser regelmäßig an Karten, Höhenmarkierungen, etc. kalibriert werden.
Das "Wetter", sprich der Luftdruck ändert sich in der Regel vergleichsweise langsam, von daher kann man damit gut leben, das man halt den Höhenmesser von Zeit zu Zeit nachkalibriert muss.
Bei einem GPS ist das nicht so. Empfängt ein GPS Gerät mindestens das Signal von 4 Satelliten sauber, so hast du eine Höhe. Die Genauigkeit dieser Höhe kann von der Originalhöhe abweichen, allerdings nur minimal. Und sie wird mit zunehmender Satellitenzahl immer besser und nicht schlechter.
Wie schön, das du Einschränkung gleich erwähnst, 4 Satelliten sauber und bitte schön aus 4 verschiedenen Richtungen, sonst wird die Messung ungenauer.
Nur wann braucht man normalerweise die exate Höh?. Nicht wenn man auf dem Gipfel oder einem Hochplateau rumläuft, wo man den Sicht auf den ganzen Himmel hat, sondern wenn irgendwo in einer Wand oder im Steilhang ist, wo man teilweise erhebliche Abschattungen hat.
Gruß Andreas
PATHFINDER
15.12.2008, 10:47
Ich danke euch erstmal allen für eure Anregungen, Erfahrungen und Unterstützung.
Die Suunto Observer habe ich recht schnell aussortiert, da Sie mir für den Mehrpreis nicht wirklich bessere Leitung zu bieten scheint - und da ich auch eher riesen Hände und nicht gerade dünne Arme habe, brauche ich auch keine allzu filligrane Uhr. Zudem hatte ich dann mittlerweile herausgelesen, dass alle Suuntos temperaturkompensiert sind.
Zwischen der Casio ProTrek 1500 und der Suunto X-Lander schwankte ich dann jeden Tag. Auf der einen Seite die netten Features der Casio wie Funkuhr, Solar-Akku und automatische Beleuchtung, auf der anderen Seite bei der Suunto das Metallgehäuse, der gute Ruf und die Optik, die weniger an Plastik erinnert. Dazu noch bei der Casio bei der "bezahlbaren" Variante das Kunststoffarmband gegen das Lederarmband der Suunto, gerade wenn man die Uhr auch nachts trägt schien mir das besser, bei "schweisstreibenden" Bergaufstiegen sowieso.
Nun habe ich bei ebay auf eine Suunto X-Lander geboten, nur zweimal getragen, Lederarmband und die Schutzfolie noch auf dem Displayglas für 150,-- Euro. Nachdem das geklappt hat ist die Entscheidung nun gefallen.
Ich werde die Uhr im Weihnachtsurlaub ausgiebig testen und dann nochmals berichten.
PATHFINDER
08.01.2009, 13:52
Nachdem Ihr alle mit eurem Wissen und euren Erfahrungen zu meiner Entscheidung beigetragen habt, möchte ich mich dafür kurz in Form eines kleinen Testberichts bedanken. Vielleicht ist er für andere, die noch - oder wieder mal die geeignete Uhr suchen, hilfreich.
Ich habe mich, wie erwähnt, für die Suunto X-Lander entschieden. Ausführung mit schwarzem Ziffernblatt und Lederarmband. Die Uhr ist tatsächlich ein echt „fetter Brocken“, ich hätte das nie gedacht. Da ich mit 1,90 und gut 90 Kg aber auch nicht gerade zierlich bin, stört mich das kein Stück. Ich verstehe aber nun, was andere meinten, wenn sie sagten, die Observer wäre für zierliche Arme oder gar für Frauen besser geeignet - dem kann man nur zustimmen J
Zu den einzelnen Funktionen schreibe ich einfach mal lose, was mir persönlich aufgefallen ist, gut oder schlecht gefallen hat:
- der drehbare Kompassring ist mir etwas zu schwergängig, da wäre ein Raster-Ring besser, dafür verdreht er sich garantiert nicht alleine
- standardmässig ist die Uhrzeit angezeigt, mittels der Select-Taste klickt man sich dann zu Höhe, Baro und Kompass durch. Nur den Kompass erreicht man auch mittels einer zusätzlichen Schnelltaste, dann wird er für ca. 10 oder 15 Sekunden angezeigt, dann schaltet die Uhr zurück auf Zeit. Stört mich etwas, da ich die Baroanzeige nicht wirklich benötige
- das Display ist für mich PERFEKT ablesbar, sowohl bei Sonne, Dämmerung, Kunstlicht, schrägem Blickwinkel, völlig egal. Die ersten Tage ist eher so ne Gewöhnungssache gewesen; man denkt es ist schlecht lesbar, weil es nicht so hell strahlt wie auf den Werbefotos.
- die Displaybeleuchtung ist nachts genial, mich stört, dass es keine eigene Beleuchtungstaste gibt, da man die Select-Taste 3 Sekunden drücken muss, um das Licht anzumachen. Anfangs habe ich immer in Gedanken zu kurz gedrückt, dann war ich im Höhenmodus…
- Extraklasse ist die Baro-Tendenzanzeige: dieser mickrige, winzige, fast nicht erkennbare kleine weiße Kasten oben links, darin zwei Micro-Striche - das soll taugen, hab ich gedacht? Und wie! Jeder Strich steht für den Luftdruck über drei Stunden, beide Striche zeigen also den Verlauf der letzen sechs Stunden an. Ich habe das an zwei völlig getrennten Orten (350 km Abstand, 350 bzw. 550 MüdM mehrere Tage mit anderen Luftdruckmessern verglichen - absolut genau und für die Berge nicht verkehrt zu haben.
- Kompass geht sehr genau, auch immer wieder getestet die letzten 3 Wochen.
- Optik der Uhr gefällt mir absolut, ich hab riesen Spaß die Uhr zu tragen, zudem ist sie federleicht (ich trage sonst Metall, massiv, daher vielleicht diese Einschätzung).
- Lederarmband ist sicher optisch toll, wie sich das bei der ersten Bergtour macht, wenn das Leder schön durchgeschwitzt ist, wird sich zeigen (Abfärbung, Trockenzeit, Geruch), andererseits ist ein Plastikband für mich ein Graus, da ich meine Uhren auch beim Schlafen anlasse.
- Temp-Anzeige ist völlig unbrauchbar, nutzt wirklich nur, wenn man die Uhr ablegt, am Arm völlig sinnlos
- Alarmton ist ein Witz, eigentlich nur zu hören wenn man topfit und ausgeruht ohne Umweltgeräusche da sitzt, zum wecken unbrauchbar. Schade, denn damit ist auch der Höhenalarm für die Katz, denn den würde man schnaufend am Berg sicher nie hören.
- Höhenmesser lässt sich ruck zuck auf die aktuelle Höhe berichtigen. Was er taugt berichte ich im Frühjahr, wenn die ersten Bergtouren gemacht sind. Daher habe ich mich auch mit Höhenprotokoll etc. jetzt gar nicht weiter beschäftigt. Nur beim Liftfahren hab ich paar Mal geschaut, da hat er zügig und nachvollziehbar angezeigt.
- Gut auch, dass die Intervalle der Höhenmessung für versch. Aktivitäten einstellbar sind, wie Wandern, Rad fahren etc.
- Uhr ist sehr genau, in den gut 3 Wochen keinerlei erkennbare Abweichung.
- Die Uhr habe ich gebraucht ersteigert, sie war einmal getragen, aber schon 1 Jahr alt. Batterie war am Ende. Der Wechsel ist kein Problem, geht auch gut ohne den Plastikschlitz zu verhunzen, wie man das oft sieht.
- Freunde und Bekannte haben mich vereinzelt auf die Uhr angesprochen, alle positiv, keiner fand die Uhr „seltsam“ oder „protzig“ groß. Ich schau gerne drauf, wie oben gesagt, trage sie derzeit 24 Stunden am Tag.
Was ich mir wünschen würde, wenn ich mir die „Traumuhr“ zusammenstellen dürfte:
- Die einzelnen Tasten der Casio für Direktzugriff auf Comp, Baro, Alti
- Die Auto-Lichtfunktion der Casio
- Funkuhrempfänger
- Lauten Alarmton zum Wecken geeignet
- Ansonsten das Design und das „wertige Styling“ der Suunto, auch in Bezug auf das „invers gestellte“ Display.
Die Casio-Uhren haben mich fast mehr gereizt als die Suunto, ich habe auch wirklich wochenlang hin- und her überlegt. Letztlich sind mir die Casio-Uhren zu sehr im Plastik-Look.
Unterm Strich bin ich rundum zufrieden, und freu mich schon auf die ersten „echten“ Testeinsätze in den Bergen.
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