Vollständige Version anzeigen : Erfahrungen mit hohen Treckingschuhen?
MichaMobil
04.09.2008, 00:14
Hallo!
Hat jemand von Euch Erfahrungen mit besonders hohen Treckingschuhen wie z.B. Haglöfs Solid High, Lowa Hunter GTX, Meindl Vakuum High, Hanwag Alaska Top GTX? Im letzten Schwedenurlaub mußten wir regelmäßig Wasser queren und so denke ich jetzt über einen höheren Schuh nach. Meine Bedenken dabei sind, daß das Laufen sehr viel schwerer fällt, weil man ja permanent gegen das Material ankämpfen muß. Beim Test-Anprobieren hatte man allerdings ein sehr angenehmes Gefühl, weil der Fuß doch wesentlich mehr stabilisiert wird als mit normal-hohen Treckingstiefeln ala Meindl Island Pro, Lowa Tibet GTX, etc.
Freu mich auf Eure Rückmeldungen und Erfahrungen!
Micha
Guten Morgen Micha,
zu den von dir genannten Schuhen selber kann ich dir jetzt nichts sagen..
Aber aus meiner Erfahrung aus der Rettungsdienstzeit.
Dort hatte ich Haix Stiefel, die von der höhe her an den Trekkingschuh rannkommen(28cm SChafthöhe). Wenn der Schaft gut gepolstert / gearbeitet ist fällt das Laufen darin überhaupt nicht schwerer..In den SChuhen, sofern sie zum Fuß passen, hat man einen Super halt :up:
Wichtig eben, der Schuh muss 100% Sitzen, ansonsten wird's unangenehm.
Gruß Sascha
Fjaellraev
17.09.2008, 18:35
Die von dir genannten Modelle kenne ich nicht aus eigener Erfahrung, aber sie gehören (zumindest teilweise) halt auch in die Klasse der etwas festeren Stiefel, wodurch du sicher nicht so bequem laufen wirst wie in einem normalen Trekkingschuh, dafür stabilieren sie halt den Fuss etwas besser.
Schau dir doch zB. bei Meindl auch mal die Jagdstiefel an der Air Revolution Hunting und der Taiga GTX sollten eigentlich nicht viel mehr Widerstand bieten als ein normaler Trekkingschuh, da sie wohl hauptsächlich höher sind.
Ich für meinen Teil habe die hohen Trekkingstiefel für mich schon vor Jahren gefunden ;): Als Nachfolger meines in die Jahre gekomenen Jakt habe ich mir gerade einen Ranger High gekauft :-) ausser Lundhags kommt mir auf Trekkingtouren in Schweden, Norwegen nichts mehr an die Füsse...
Gruss
Henning
Ich habe mir die Hanwag Alaska Top GTX letztes Jahr für den Everest BC Trek gekauft. Super Schuhe! Ich war bislang (auch im Himalaya) nur mit niedrigen Lowa-Schuhen unterwegs.
Der Hanwag ist im Abrollverhalten sehr angenehm und auch auf nassem Untergrund sehr griffig. Das liegt vermutlich auch an der Sohle, an der man nach drei Wochen Trekking dafür auch schon Abriebspuren deutlich sieht. Aber Neubesohlung ist ja kein Problem. Und der Schuh lässt sich im Schaft auch super schnüren.
Der Unterschied zw. niedrigem und hohem Schuh ist besonders im Geröll, aber auch generell beim Tragen eines schweren Rucksacks schon riesig.
Gruß
Boris
Speziell mit den genannten Stiefelsorten habe ich auch keine Erfahrung. Allerdings habe ich sowohl normale Trekkingschuhe von Lowa, Wanderstiefel von Meindl und richtige Bergstiefel von Hanwag. Letzterer mit hohem Schaft. Im Schottland-Urlaub habe ich auf die hohen Bergstiefel von Hanwag zurückgegriffen, weil mir trockene Füsse wichtiger sind, als das Gewicht. Natürlich hat man mit den hohen Stiefeln ein höheres Gewicht am Bein, aber ich fühle mich darin sicherer (fester Sitz) und nach einer halben Stunde hat man sich auch an das Mehrgewicht gewöhnt. Jedenfalls geht es mir so. Ich finde das Tamtam um das hohe Gewicht an den Füßen etwas überzogen. Von daher würde ich bei nassen Untergrund zu hohen Bergstiefeln/Wanderstiefeln raten.
Hat jetzt nichts mit Wanderstiefeln zu tun, trotzdem füge ich das mal dazu, weil es gerade doch irgendwie hinein passt: Ich hatte mir mal Trekkingstöcke von Tchibo gekauft. Dachte mir mal, die probierst mal aus. Schottland kam mir da entgegen. Oft moddiger Untergrund und auch nicht gerade extreme Schotter- und Gesteinsfelder. Und wenn alle Stricke reißen, dann gibt es genug Outdoorläden, wo Du richtige kaufen kannst. Das ich bei den Tchibostöcken nicht viel erwarten durfte, war mir klar, aber ich hatte schon angenommen, sie würden länger als eine Stunde halten,-))))
Gute Stöcke sind ja bei Bach-/Flußüberquerungen in Norwegen auch nicht unwichtig,-)
Hab solche, wie von dir genannten, Schuhe nur mal im Laden anprobiert. Fand sie unbequem zum laufen. Ist glaube ich sowieso selten, genau den Bach zu finden, wo es mit normalen Trekkingstiefeln nicht mehr geht, aber noch mit den 10 cm höheren Schuhen.
Ich halte am Bach dann lieber an, ziehe meine Teva-Sandalen an, gehe durch den Bach um mache auf der anderen Seite eine kurze Pause, bis die Füsse wieder trocken sind. So eine kleine Fußbabkühlung, kann ganz erfrischend sein.
Gruss
Erny
MichaMobil
07.01.2009, 17:12
Auch wenn es nun schon eine ganze Weile her ist, möchte ich mich dennoch für die vielen Antworten und Tips bedanken. Sie waren wirklich sehr hilfreich und haben mich bestärkt, hartnäckig nach hohen Treckingstiefeln zu fragen, auch wenn es einen die Hersteller und Fachhändler nicht einfach machen. Die Ergebnisse meiner Forschungsreise durch die verschiedenen Läden möchte ich doch hier einfach mal zum Besten geben, so daß vielleicht noch Andere profitieren können. Gesamtheitlich mußte ich feststellen, daß die hohen Treckingstiefel kein Geschäft vorrätig hat und viele Fachverkäufer auch noch nie in der Hand geschweige denn am Fuß hatten, es sich aber anmaßen, unqualifizierte und abwertige Bemerkungen über diese Modelle von sich zu geben (....sowas ist doch nur was für Jäger und Förster....sowas braucht man in Europa doch garnicht....sie werden sich in diesen Schuhen totschwitzen.....die werden doch garnicht mehr hergestellt..... etc.). Ich betone, daß dies nicht irgendwelche 0815-Händler sondern echte Outdoor/Trecking-Fachgeschäfte waren. Viele weigerten sich ganz und gar mir ein Modell zur Ansicht zu bestellen, das würde sich für sie nicht rechnen. Hier siegt also vielfach die Profitgier gegen die Fachberatung. Wirklich traurig aber gottseidank gibt es auch noch Ausnahmen.
Naja, letztendlich habe ich es mit viel Ausdauer und Beharrlichkeit geschafft, folgende Modelle an meine Füße zu bekommen:
Normale Treckingstiefel:
- Lowa Tibet GTX
- Meindl Island PRO MFS
- Meindl Vakuum GTX
- Hanwag Alaska GTX
Hohe Treckingstiefel:
- Lowa Hunter GTX Extreme
- Hanwag Alaska TOP GTX
- Meindl Vakuum High GTX (gibt es nur bis Größe 12, so daß ich ihn leider nicht probieren konnte)
Gerne hätte ich noch die Modelle der Firma Haglöfs probiert, da ich die bei meinem letzten Schwedenurlaub gesehen hatte und klamottentechnisch sehr gute Erfahrungen mit der Marke habe, aber Haglöfs Deutschland ist wohl nicht sonderlich am Absatz interessiert, denn wir fanden keinen Weg, mir ein Paar zur Anprobe zur Verfügung zu stellen. Wirklich schade!
Nunja, alle oben genannten Treckingstiefel sind erstklassige Schuhe, hervorragend verarbeitet und es kommt sehr auf den Fuß des jeweiligen Trägers an, welches Modell am besten passt. Von der Passform habe ich mich im Meindl Island Pro am Wohlsten gefühlt und ich habe lange hin-und-her überlegt, ob ich diesen Schuh statt eines hohen Treckingstiefels nehmen soll, denn der Meidl ist von allen verglichenen normalen Treckingstiefeln auch noch der am höchsten geschnittene Schuh. Aber da ich ja nun schon "normale" Treckingstiefel habe bzw. hatte, wollte ich ja unbedingt mal einen richtig hohen Stiefel und so ist die Entscheidung letztendlich auf den Lowa Hunter gefallen. Er ist gegenüber dem Hanwag Alaska TOP wesendlich weicher und geschmeidiger verarbeitet, was mir sehr viel mehr gefiel. Der Hanwag ist ein richtig stabiler, fester Kletterstiefel, bei dem zwar auch die Sohle für den "Wippeffekt" beim Laufen angewinkelt ist, der aber im Fels richtig festen Halt gibt. Der Lowa entspricht eher meinem Anforderungsprofil, denn ich Wandere zu ca. 90% und werde nur zu 10% in irgendwelchen Felsen hängen.
Nach dem Kauf habe ich ihn dann gleich komplett gewachst, so daß er von Anfang an geschützt und gepflegt ist, so daß ich lange Freude dran habe.
Ja und in der Zwischenzeit konnte ich ihn schon bei 2 verlängerten Wochenendeinsätzen ausprobieren und bin bis jetzt sehr zufrieden. Meine anfänglichen Bedenken, daß das ständige Ankämpfen gegen das Mehr an Material im Schaftbereich zusätzlich Kraft raubt, wurden schnell zerstreut. Dies wird auch dadurch erreicht, daß genau an der Fuß-Bein-Knickfalte etwas weniger Material verarbeitet wurde und so der Schaft keinen zusätzlichen Widerstand leistet. Der Stiefel läuft sich sehr gut und bietet gerade mit einem schweren Rucksack im unwegigen Gelände mehr Halt, als es ein normaler Stiefel es tut. Den "Knick" muß man halt immer schön mit Wachs pflegen, damit das Material geschmeidig bleibt und nicht rissig wird. Mal schaun ob das langfristig so funktioniert wie ich mir das denke.
Meine eigentliche Intension mir so einen hohen Stiefel zu holen, um damit bei Bachdurchquerungen in Schweden ein bischen mehr Reserve zu haben, kann ich dann erst im Sommer testen. Mal schaun ob es den Aufwand wert war.
Im Februar geht's dann erstmal für 'ne Woche nach Island und da ist der Schuh auf jeden Fall dabei.
Was ich auf keinen Fall vergessen möchte, mich beim Team des Frankfurter Globetrotter zu bedanken, die mit viel Ruhe und Ausdauer meine mehrfachen, ausgiebigen Tests und Nachfragen ertrugen und mir kompetent aber nicht aufdringlich zur Seite standen. Hier fühlt man sich als Kunde hervorragend betreut und bei meinen nächsten Anschaffungen, werde ich ganz sicher hier einkaufen. :up:
Es grüßt der glückliche neue Schuhbesitzer Micha :D
...haglöfs steigt erst mit der sommerkollektion auf dem deutschen markt ein - bisher gab es nur testläden, die haglöfs schuhe führten...
gruesse
omamone
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