Manali90
31.08.2008, 23:27
Die Shilla-Schlucht zwischen Langza und Tashigang ist die große Unbekannte, die einem kompletten Trek über den Spiti-Höhenweg / Left Bank Trek im Wege steht.
Der Shilla Chhu bricht sich hier seinen Weg vom Fuß des Shilla (6110m), bekannt dadurch, dass er einst als 7000er angesehen wurde, zum Tal des Spiti River.
„Gefährlich“, „nicht möglich“ sind häufige Angaben von Einheimischen, und auch von eigentlich kompetenten Leuten in Kaza (z.B. vom Amchi Thubten, der in der Schlucht nach Heilmitteln sucht) gibt es widersprüchliche Informationen.
Eine Erkundung 2006 mit Gruppe, und in Anspruchnahme eines local guides, des 25jährigen Angdui Norbu aus Langza, ergab Folgendes:
Angdui schätzte die Zeit der Gruppe auf elf Stunden von Langza bis Ki Gompa, und da lag er richtig. Jemand wie er, und sehr trittsichere und konditionsstarke Bergsteiger/innen, dürften vier bis fünf Stunden weniger brauchen. Das Problem sind (einfache) Kletterstellen, vor allem aber Zwischenanstiege und –abstiege in komplizierten Schutthängen, mehrfach mit der Gefahr, bei Abrutschen in den tosenden Fluss zu fallen.
Der Zeitunterschied liegt darin, ob man dafür Seilsicherung braucht (die wiederum wegen des Geländes heikel ist) und welche Kraft und Trittsicherheit man in den steilen Schuttpassagen hat.
Für Leute, die den Spiti-Höhenweg allein (selbst tragend, mit Homestays) machen wollen, ist die Shilla-Schlucht eine echte Herausforderung. Tragtiere können die Schlucht nicht passieren.
Erfahrene Bergwanderer mit wirklich guter Trittsicherheit sollten sich von entgegengesetzten Ratschlägen nicht entmutigen lassen. Und es gibt auch immer junge Talente (wir sind Israeli mit guter Kondition und Beweglichkeit begegnet), die die Route bewältigen.
Von der Langza-Seite (Ostseite) gibt es drei Möglichkeiten; hier liegen tatsächlich die Schwierigkeiten.
Auf der Tashigang-Seite (Westseite) ist der Weg klar und unproblematisch.
Variante 1: Was sich Angdui nicht traute, war der direkte Abstieg über die große Schlucht nördlich von Langza in die Shilla-Schlucht. Von der Stelle aus in unserer Durchschreitung (Variante 2), wo wir gezwungen waren, zum Grunde dieser Schlucht wieder aufzusteigen, sah der Weg mehr als abenteuerlich aus. Entsprechend dürfte er einfacher im Aufstieg aus der Schlucht begehbar sein – also eher vom Westen her kommend probieren! (Die Frage ist dann, wie es ist, wenn man es nicht schafft und damit den langen Weg durch die Shilla-Schlucht nach unten begehen oder nach Tashigang zurückkehren muss.)
Variante 2: Südlich von Langza, direkt nördlich der großen Kehre der Straße, wo sie das Hochplateau erreicht, geht es über den offenen Hang zu einem Einschnitt im Steilhang, bei dem Steinzeichen und Trittspuren einen Durchstieg durch eine Schlucht mit Geröll nach unten anzeigen. Unten am Shilla Chhu beginnt nach den alten Mühlen Langzas das Auf und Ab auf der Ostseite des Flusses, bis er bei einer natürlichen Engstelle mit festem Fels übersprungen werden kann. Von dort aus auf klarem Pfad aufwärts nach Tashigang.
Variante 3: Von einer Kehre der Straße von Kaza nach Langza führt auch ein Pfad in die Schlucht und zu den alten Mühlen, aber dies ist natürlich keine Fortsetzung des Spiti-Höhenwegs.
Beschrieben werden soll hier die Variante 2, wie wir sie im Juli 2006 begangen haben, mit Gehzeiten für eine sechsköpfige Gruppe, die häufiger auch Seilsicherung nötig hatte. Dabei ist v.a. zu bemerken, dass sich bei dem brüchigen Felsgelände die Verhältnisse ständig ändern. Einzig der Übergang über den Shilla Chhu erscheint überzeitlich sicher wegen kompaktem Fels weit weg von Steinschlag – allerdings könnten heftiges Hochwasser bzw. Hangrutsche auch hier zu Veränderungen führen.
Für Gruppen sollten 30m Reepschnur 6mm und Material zur Verankerung mitgeführt werden.
Südlich unterhalb Langza, vor dem großen Tal am Südende der Hochebene (4220m), das die Straße weit nach Osten ausbiegen lässt, westwärts leicht abwärts in 5’ zum Abbruch zum Shilla Chhu, wo man bei einem braunen Felskopf mit einer kleinen Querung (4150m, Trittspuren) südwestwärts in eine steile Schuttschlucht absteigt. Unten über eine Schutthalde mit Bewuchs (wilde Rosen, Stachelbeeren) auf ein Plateau/Weidegebiet (3915m, 40’). Nun auf deutlichem Pfad südwärts (talauswärts), den Wasserlauf aus dem großen Tal südlich Langzas (s.o.) queren (3880m), kurz wieder aufwärts, wo der Pfad aus Richtung Kaza einmündet (3900m, vgl. Variante 3), und nordwestwärts (talaufwärts) durch Hang absteigen (Pfad mit Unterbrechungen) zu den alten Mühlen von Langza am Shilla Chhu (3760m, 40’).
Der Pfad entlang des Ostufers des Shilla Chhu beginnt fast moderat, bis bald felsige Durchstiege nötig sind, weil das wilde Wasser des Flusses oft an die Felsen heranreicht. Die Schlucht wird zunehmend schuttiger, mit den berühmt-berüchtigten 16 Arten des Spiti-Schutts: mal sehr locker, mal ganz hart wie Zement (mit Bröselauflage), mal mit schuttbedeckten Felsen, mal tief und gutmütig mit Felsschollen... An mindestens einer Stelle war eine Kletterquerung über gut 20m im Grad I UIAA für die Gruppe mit Hilfsseil (ausreichend 30m Reepschnur 6mm, aber auch kürzere Reepschnüre für Verankerungen dazwischen, und Karabiner – Erfahrung im Improvisieren beim Sichern erforderlich) zu sichern, weil diese absturzgefährdet an einer Steilstelle nur zwei Meter über dem Fluss liegt. An einigen Stellen war es nötig, an Auf- oder Abstiegen kurz (für 5-10m) ein Fixseil anzubringen (bzw. mangels Verankerungsmöglichkeiten provisorisch zu sichern). Heikel war die Passage kurz vor dem Übergang, weil die Hänge nahe am Fluss unpassierbar sind. Hier war ein Aufstieg über ca. 100 Höhenmeter zum Ende des direkten Schluchtwegs nördlich Langzas, vgl. Variante 1, nötig, und ein sehr heikler Quergang abwärts auf schwach aufgeprägten Trittspuren in Zement-Schutt in sehr steilem Gelände zum Felsübergang über den Shilla Chhu (ca. 200m flussaufwärts von der Einmündung des direkten Schluchtwegs, 3900m).
Zeitbedarf von den Mühlen bis zum Übergang 240’ mit Gruppe (akklimatisiert)/Sicherung, für absolut trittsichere, akklimatisierte Menschen mit Lockerheit im Grad II UIAA vielleicht eher 150-180’.
Aufstieg vom Übergang erst im Zickzack nordwestwärts durch kargen Hang (Schutt, aber klarer Pfad), dann linkswendend an Felsen vorbei und westwärts zum Ausstieg aus der Schlucht bei einem Lhato (4340m, 90’ – reine Gehzeit!). Aufwärts in 20’ durch Weiden und Felder zum Dorf Tashigang (4420m; Hotel und Homestay).
Weiter entlang der neuen „Straße“ (mit Abkürzungen an den Kehren, vorbei an einem kleinen Wohnsitz des Dalai Lama), höchster Punkt 4510m, zu den ersten der erkennbar sechs Gehöfte von Gete und in weitem Bogen abwärts südwestwärts zu den untersten Gehöften von Gete (4320m, 120’)
In 10’ südwärts zur Geländekante (4300m) über dem Spiti Valley und steil auf gut ausgebautem Pfad hinunter in 30’ zur Ki Gompa (3990m, Kloster-Guesthouse) oder zum Dorf Ki.
Der Shilla Chhu bricht sich hier seinen Weg vom Fuß des Shilla (6110m), bekannt dadurch, dass er einst als 7000er angesehen wurde, zum Tal des Spiti River.
„Gefährlich“, „nicht möglich“ sind häufige Angaben von Einheimischen, und auch von eigentlich kompetenten Leuten in Kaza (z.B. vom Amchi Thubten, der in der Schlucht nach Heilmitteln sucht) gibt es widersprüchliche Informationen.
Eine Erkundung 2006 mit Gruppe, und in Anspruchnahme eines local guides, des 25jährigen Angdui Norbu aus Langza, ergab Folgendes:
Angdui schätzte die Zeit der Gruppe auf elf Stunden von Langza bis Ki Gompa, und da lag er richtig. Jemand wie er, und sehr trittsichere und konditionsstarke Bergsteiger/innen, dürften vier bis fünf Stunden weniger brauchen. Das Problem sind (einfache) Kletterstellen, vor allem aber Zwischenanstiege und –abstiege in komplizierten Schutthängen, mehrfach mit der Gefahr, bei Abrutschen in den tosenden Fluss zu fallen.
Der Zeitunterschied liegt darin, ob man dafür Seilsicherung braucht (die wiederum wegen des Geländes heikel ist) und welche Kraft und Trittsicherheit man in den steilen Schuttpassagen hat.
Für Leute, die den Spiti-Höhenweg allein (selbst tragend, mit Homestays) machen wollen, ist die Shilla-Schlucht eine echte Herausforderung. Tragtiere können die Schlucht nicht passieren.
Erfahrene Bergwanderer mit wirklich guter Trittsicherheit sollten sich von entgegengesetzten Ratschlägen nicht entmutigen lassen. Und es gibt auch immer junge Talente (wir sind Israeli mit guter Kondition und Beweglichkeit begegnet), die die Route bewältigen.
Von der Langza-Seite (Ostseite) gibt es drei Möglichkeiten; hier liegen tatsächlich die Schwierigkeiten.
Auf der Tashigang-Seite (Westseite) ist der Weg klar und unproblematisch.
Variante 1: Was sich Angdui nicht traute, war der direkte Abstieg über die große Schlucht nördlich von Langza in die Shilla-Schlucht. Von der Stelle aus in unserer Durchschreitung (Variante 2), wo wir gezwungen waren, zum Grunde dieser Schlucht wieder aufzusteigen, sah der Weg mehr als abenteuerlich aus. Entsprechend dürfte er einfacher im Aufstieg aus der Schlucht begehbar sein – also eher vom Westen her kommend probieren! (Die Frage ist dann, wie es ist, wenn man es nicht schafft und damit den langen Weg durch die Shilla-Schlucht nach unten begehen oder nach Tashigang zurückkehren muss.)
Variante 2: Südlich von Langza, direkt nördlich der großen Kehre der Straße, wo sie das Hochplateau erreicht, geht es über den offenen Hang zu einem Einschnitt im Steilhang, bei dem Steinzeichen und Trittspuren einen Durchstieg durch eine Schlucht mit Geröll nach unten anzeigen. Unten am Shilla Chhu beginnt nach den alten Mühlen Langzas das Auf und Ab auf der Ostseite des Flusses, bis er bei einer natürlichen Engstelle mit festem Fels übersprungen werden kann. Von dort aus auf klarem Pfad aufwärts nach Tashigang.
Variante 3: Von einer Kehre der Straße von Kaza nach Langza führt auch ein Pfad in die Schlucht und zu den alten Mühlen, aber dies ist natürlich keine Fortsetzung des Spiti-Höhenwegs.
Beschrieben werden soll hier die Variante 2, wie wir sie im Juli 2006 begangen haben, mit Gehzeiten für eine sechsköpfige Gruppe, die häufiger auch Seilsicherung nötig hatte. Dabei ist v.a. zu bemerken, dass sich bei dem brüchigen Felsgelände die Verhältnisse ständig ändern. Einzig der Übergang über den Shilla Chhu erscheint überzeitlich sicher wegen kompaktem Fels weit weg von Steinschlag – allerdings könnten heftiges Hochwasser bzw. Hangrutsche auch hier zu Veränderungen führen.
Für Gruppen sollten 30m Reepschnur 6mm und Material zur Verankerung mitgeführt werden.
Südlich unterhalb Langza, vor dem großen Tal am Südende der Hochebene (4220m), das die Straße weit nach Osten ausbiegen lässt, westwärts leicht abwärts in 5’ zum Abbruch zum Shilla Chhu, wo man bei einem braunen Felskopf mit einer kleinen Querung (4150m, Trittspuren) südwestwärts in eine steile Schuttschlucht absteigt. Unten über eine Schutthalde mit Bewuchs (wilde Rosen, Stachelbeeren) auf ein Plateau/Weidegebiet (3915m, 40’). Nun auf deutlichem Pfad südwärts (talauswärts), den Wasserlauf aus dem großen Tal südlich Langzas (s.o.) queren (3880m), kurz wieder aufwärts, wo der Pfad aus Richtung Kaza einmündet (3900m, vgl. Variante 3), und nordwestwärts (talaufwärts) durch Hang absteigen (Pfad mit Unterbrechungen) zu den alten Mühlen von Langza am Shilla Chhu (3760m, 40’).
Der Pfad entlang des Ostufers des Shilla Chhu beginnt fast moderat, bis bald felsige Durchstiege nötig sind, weil das wilde Wasser des Flusses oft an die Felsen heranreicht. Die Schlucht wird zunehmend schuttiger, mit den berühmt-berüchtigten 16 Arten des Spiti-Schutts: mal sehr locker, mal ganz hart wie Zement (mit Bröselauflage), mal mit schuttbedeckten Felsen, mal tief und gutmütig mit Felsschollen... An mindestens einer Stelle war eine Kletterquerung über gut 20m im Grad I UIAA für die Gruppe mit Hilfsseil (ausreichend 30m Reepschnur 6mm, aber auch kürzere Reepschnüre für Verankerungen dazwischen, und Karabiner – Erfahrung im Improvisieren beim Sichern erforderlich) zu sichern, weil diese absturzgefährdet an einer Steilstelle nur zwei Meter über dem Fluss liegt. An einigen Stellen war es nötig, an Auf- oder Abstiegen kurz (für 5-10m) ein Fixseil anzubringen (bzw. mangels Verankerungsmöglichkeiten provisorisch zu sichern). Heikel war die Passage kurz vor dem Übergang, weil die Hänge nahe am Fluss unpassierbar sind. Hier war ein Aufstieg über ca. 100 Höhenmeter zum Ende des direkten Schluchtwegs nördlich Langzas, vgl. Variante 1, nötig, und ein sehr heikler Quergang abwärts auf schwach aufgeprägten Trittspuren in Zement-Schutt in sehr steilem Gelände zum Felsübergang über den Shilla Chhu (ca. 200m flussaufwärts von der Einmündung des direkten Schluchtwegs, 3900m).
Zeitbedarf von den Mühlen bis zum Übergang 240’ mit Gruppe (akklimatisiert)/Sicherung, für absolut trittsichere, akklimatisierte Menschen mit Lockerheit im Grad II UIAA vielleicht eher 150-180’.
Aufstieg vom Übergang erst im Zickzack nordwestwärts durch kargen Hang (Schutt, aber klarer Pfad), dann linkswendend an Felsen vorbei und westwärts zum Ausstieg aus der Schlucht bei einem Lhato (4340m, 90’ – reine Gehzeit!). Aufwärts in 20’ durch Weiden und Felder zum Dorf Tashigang (4420m; Hotel und Homestay).
Weiter entlang der neuen „Straße“ (mit Abkürzungen an den Kehren, vorbei an einem kleinen Wohnsitz des Dalai Lama), höchster Punkt 4510m, zu den ersten der erkennbar sechs Gehöfte von Gete und in weitem Bogen abwärts südwestwärts zu den untersten Gehöften von Gete (4320m, 120’)
In 10’ südwärts zur Geländekante (4300m) über dem Spiti Valley und steil auf gut ausgebautem Pfad hinunter in 30’ zur Ki Gompa (3990m, Kloster-Guesthouse) oder zum Dorf Ki.