Vollständige Version anzeigen : Infos über Georgien
philmarkus
22.06.2008, 21:39
Hallo Kaukasusfreunde!
Wir waren die letzten beiden Jahre während der Sommermonate in Georgien (Kleiner- und Großer Kaukasus) und Azerbaidschan wandern und trekken. Vielleicht können wir helfen und den einen oder anderen Tip geben.
Viele Grüße
philmarkus
Wir wollen im Julie in den Kaukasus und wären dankbar über Infos.
Gäbe es die Möglichkeit per Tel. mal zu reden?
Ach ja die Fragen aller Fragen bekommt man Wanderkarten in Georgien?
Gruß
Beavis
philmarkus
30.06.2008, 01:19
Hallo Beavis,
Entschuldige die späte Antwort, aber ich war grad wunderschön im Engadin Bergwandern (!) - also jetzt setze ich mich mal hin und suche die ganzen Unterlagen raus. Wenn du mir eine Telefonnummer gibst, ruf ich gerne mal an. Morgen abend wäre gut. Wäre einfacher Du schreibst mal auf, was und wo ihr machen wollt, dann gehts einfacher mit den Infos. Hoffe, ich kann helfen.
VLG, philmarkus
philmarkus
01.07.2008, 11:32
Hallo Beavis,
Karten gibts über mehrere Links auf dem Georgienblog. Habe allerdings die Karten der Roten Armee nicht mehr gefunden, vielleicht hast Du mehr Glück. Hierzu auch ein private Mail an Dich...
Ein guter Wanderführer - aber kein Kartenersatz - ist das Buch "Walking the Caucasus" von Peter Nasmyth. Muss man allerdings bestellen. Dort sind einige sehr schöne Wanderrouten, allerdings nur Tagestouren beschrieben. Mit ein bisschen Phantasie kann man sich aber Mehrtagestrips zusammenstellen.
Die Grenze zu Russland ist für Staatsangehörige sogenannter Drittländer noch immer nicht passierbar. Ihr bewegt Euch im Hohen Kaukasus fast immer in Grenzgebieten. Auch die innergeorgischen Grenzen zu Abchasien und Südossetien sind zu beachten. Bevor man eine Tour plant, ist es tatsächlich sehr wichtig, den Grenzverlauf genau auf den Karten zu verzeichnen. Die Grenzer auf ossetischer Seite nehmen verirrte Wanderer gerne mal im Jeep mit und lassen sie an einer anderen Stelle nach ein paar Tagen wieder laufen. Das ist kein Witz. Auf Georgischer Seite hingegen gibt es keine Grenzer, da Georgien ein unabhängiges Südossetien nicht anerkennt. Ebenso verhält es sich an der Grenze zu Abchasien. Also da ist ein bisschen Vorsicht angesagt.
Ansonsten ist Wandern, Trekking und Klettern in Georgien wundeschön und Touristen willkommen. Markierungen gibt es bislang nur im Nationalpark Borjomi-Karagauli - im kleinen Kaukasus. Aber auch hier kann man die Wege und Routen nie mit denen der Alpen vergleichen. Gute Karten und Kompass ist absolutes Muss.
In Svanetien gab es vor einem Jahr erst einen markierten Weg vom oberen ins untere Svanetien über die alte Passroute nach Ushguli. Ansonsten folgt man den Steinmännchen und der Wegbeschreibung Einheimischer. Ein bisschen Russisch zu können, ist in diesen Regionen nicht verkehrt. Aber in Mestia haben wir einige Leute getroffen, die recht gut Englisch konnten.
Das Gebiet um den Kasbeg ist inzwischen sehr beliebt und voll mit Rucksacktouris aus aller Welt. Unterkünfte gibt es dort so viele wie Häuser. Man muss nur freudlich fragen, und man bekommt bestimmt einen guten Platz zum Übernachten.
Die Anreise in die Regionen Borjomi, Mestia oder Kasbegi (Stepansminda) ist überhaupt kein Problem. Die Marshroutkas verkehren von den zentralen Städten mehrmals am Tag immer wenn sie voll sind. Die jeweiligen Bahnhöfe und Bushalteplätze sind im Planet oder auch im Trescher gut beschrieben.
Etwas schwieriger - aber lohnend (!!) ist ein Trip nach Tusheti. Im neuen Trescher Georgien ist endlich ein Kapitel über dieses fantastische Land an der Grenze zu Tschetschenien und Dagestan. Wie man hinkommt, ist allerdings noch immer ein Abenteuer. Es gibt keine Marshrutkas nach Tusheti und der Hauptort Omalo ist selbst einigen Hauptstädtern kein Begriff...Am besten von Tbilisi aus nach Telavi. Hier muss man versuchen ein Jeeptaxi zu organisieren, das man sich am besten mit 4 Leuten teilt, damit der Preis nicht zu hoch wird. Das ist Verhandlungssache! Die mehrstündige Reise nach Omalo über den Pass nach Tusheti ist ein Ereignis. Dort angekommen findet man äußerst gastfreundliche Menschen und ein Paradies für Trekking und Wandern. Karten gibt es ebenso wie in Borjomi bei der Nationalparkverwaltung vor Ort.
Bis dahin erstmal
philmarkus
http://georgien.blogspot.com/2005_06_01_georgien_archive.html
lostinspace369
05.07.2008, 07:25
Hallo philmarkus,
schreib doch mal kurz Deinen Eindruck zu meinem Lieblingsthema Hunde. Ich habe einfach Angst vor denen, und die können mir den Urlaub richtig verderben.
In Rumänien war in Berichten auch immer von den fiesen Hirtenhunden die Rede, am Ende war es aber nie ein Problem, weil sie immer direkt bei ihren Hirten und somit unter Kontrolle waren. Alle anderen Hunde waren herren- und harmlos.
Über Georgien hört man manchmal auch von scharfen Hunden, aus erster Hand habe ich aber noch nie einen Komentar gehört.
Jürgen
philmarkus
06.07.2008, 11:08
Hallo Jürgen!
Also in Georgien und Azerbaidschan hatten wir nie Probleme mit Hunden. Vor allem die Hirtenhunde sind absolut trainierte und faire Partner in der Natur. Die machen einen guten Job. Und wenn wir sie ihren Job machen lassen, dann greifen sie in der Regel auch nicht an. Da gibt es so ein paar Gesetze: die Hunde wollen "nur" ihre Herde beschützen. Das bedeutet, sie bellen schon lange bevor wir überhaupt merken, dass da Schafe unterwegs sind. Also ist es nur richtig, der Herde in respektvollem Abstand auszuweichen, um den Hund nicht zu provozieren. Wenn ein Hirte dabei ist, wird der auch dafür sorgen, dass es zu keinem Klash kommt. Sollte doch mal ein Hund "zu nahe" kommen:
Die Hunde laufen auf einen zu, bleiben ein paar Meter vor dir stehen und bellen was das Zeug hält. Wenn du jetzt angemessen reagierst, den Weg langsam und eindeutig freigibst, passiert gar nix. Aber zugegeben, die Tiere sind ganz schön groß und mächtig. Das müssen sie auch sein, denn immerhin sind Wolf, Fuchs, Kojote und mitunter auch Bär ein krasser Gegener für sie. Als Mensch haben wir den Vorteil, uns in das Tier ein bisschen hineinversetzen zu können. Also machen wir das und geben dem Hund das Gefühl, ein richtig guter Bewacher zu sein, indem wir ausweichen und abziehen. Nie durch eine Herde durchlaufen, auch wenn mal kein Hund zu sehen oder zu hören ist. Nie wegrennen sondern "abziehen". Ein Stock in der Hand ist immer gut, wenn man ihn nicht einsetzen muss. Hirtenhunde sind Menschen gewohnt und finden es wohl eher merkwürdig, wenn wir Angst zeigen.
Als eine Herde in der Nähe unseres Zeltes vorbeizog, hatten wir mehrere Hunde ganz dicht am Zelt. Sie "hielten uns in Schach" solange die Schafe in der Nähe waren, sie bellten und sprangen vor unseren Augen hin und her, führten sich auf und demonstrierten ihre Kraft. Aber sie respektierten auch unsere Sphäre und kamen nie näher als etwa 30 Meter. Unsere anfängliche Angst wandelte sich in Respekt und Bewunderung gegenüber diesen Hunden, die - wie gesagt - einen richtig guten Job machen.
Viele Grüße,
philmarkus
Also da die eigentlich Seite nicht mehr funktioniert zwecks Karten vom Kaukasus hier einen neuen link den ich gefunden habe wo es alle Militär Karten zum abspeichern Kostenlos gibt.
http://topmap.narod.ru/
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