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Vollständige Version anzeigen : Live aus Namche


Andreas
30.10.2003, 11:07
Hallo,

Wir sind heute, von Jiri kommend in Namche angekommen. Kurz: keine Probleme mit Maoisten! Beim Aufstieg von Shivalaya nach Deorali lag neben dem Weg ein toter Maoist, der nachts zuvor von nepalesischem Militaer erschossen wurde. Es handelte sich um einen der "Eintreiber", der abkassiert.

In Kenja weht die rote Fahne, Hammer und Sichel auf das Eingangstor gemalt, daneben: "Visitors welcome".

Beim Abstieg vom Lamjura La nach Junbesi begegnete uns eine kleine Gruppe bewaffneter Maoisten (5 Personen), die fragten, woher-wohin und uns gute Reise wuenschten.

In Nunthala war gerade Tihar / Deewali. Ungefaehr eine Hundertschaft Maoisten feierten dort mit Ansprachen, Gesang und Tanz. Alle Trekker waren freundlich eingeladen, teilzunehmen, obwohl wegen starkem Regen keiner teilnahm.

Die aktuellen "Fees", die an die Maoisten zu zahlen sind:

1000 Rs fuer Auslaender (Trekker)
500 Rs fuer Guides und Porterguides
250 Rs fuer Porters fuer Trekker
200 Rs fuer Porters (Warentransport)

Das Land ist traumhaft, lasst euch nicht abschrecken. Kommt, die Nepalesen sind freundlich wie immer und sehr zuvorkommend.

Schoene Gruesse,
Andreas

Guest
30.10.2003, 17:50
:-/ Naja, bei Deinem ersten Statement "Keine Probleme mit Maoisten"war ich ja noch ganz beruhigt. Leider änderte sich das dann im Laufe Deines kurzen Berichts.
Ich habe eine Frage, wie ist die Situation momentan zwische Namche und Gorak Shep ?

Stefan

Guest
31.10.2003, 09:14
Hallo Stefan,

Ich weiss, mein (zu) kurzer Bericht erscheint vielleicht etwas "wild", aber, wie ich schrieb, alle Begegnungen mit den Maoisten verliefen in entspannter Athmosphaere. Kein Grund zur Sorge. Und alle anderen Trekker, die unterwegs sind (von Jiri aus nur SEHR wenige), hatten ebenfalls nur Positives zu berichten.

Ab Surke / Lukla "herrscht" die Regierung und die Maoisten setzen hier keine Aktivitaeten; einfach zu viele Auslaender unterwegs. Massen von Trekker ab Jiri!

Wir werden uebermorgen nach Gorak Shep aufbrechen. Es gibt keine Probleme hinauf!

Andreas

Bjoerk
01.11.2003, 13:43
Hi Andreas, wie du weist, sind wir auch von Jiri gelaufen. (Bin seit gestern wieder zurück in Dland.)
KEIN Problem würde ich ganz und gar nicht sagen.
Meine Erfahrungen waren.
1. Die Fees sind sehr unterschiedlich.
Wir haben 500 Rupien pro Person gezahlt. War sehr unangenehm. Es war in Kinja. Zuerst haben wir 500 für uns zwei gezahlt, dann kamen die Typen Abend auf unser Zimmer und wir haben sie nochmal auf 500 runtergehandelt. Wir haben einfach gezahlt, weil wir irgendwie ziemlichen hass auf uns "Westler" gespürt haben. Der Sprecher der Gruppe war wirklich sehr unangenehm.
Übriegens haben wir schon auf dem Weg nach Jiri gezahlt. Allerdings hat der Taxifahrer diskutiert und es waren dann nur 50 Rupien pro Person.

Tschechen, die wir in Namche getroffen haben, haben im Rolwaling 2500 Rupien pro Person abdrücken müssen. Australier, die mir Guide waren konnten das Fee auf 200 Pro person runterhandeln.
Generell werden Deutsche wohl noch etwas sanfter behandelt als Aussis oder Briten.

2. Eine Dänin wurde in Kinja von Maoisten niedergeschlagen. 3 Tschechinnen wurden mit vorgehaltenen Waffen zu den 1000 Rupien pro Person genötigt.

Ein Volunteer-Lehrer in Junbesi hat uns erzählt, das der lokale Maoistenführer der Region seine Leute gut unter Kontrolle hat und aufpasst, das es nicht zu gewahlt und zu übermäßigen Fees gegenüber Touris kommt. Das in Kinja eine ganze Familie hingerichtet wurde konnte oder wollte er dann doch nicht verhindern.

Vom Annapurna hat uns eine Britin berichtet, dass fort mitunter 100 Dollar pro Person oder die Kameras abgezockt werden.

Die Maoisten zocken jeden ab! Auch Lodgbesitzer müsen regelmäßig zahlen. Selbst das Kloster Thupten Choling muss zahlen.

Ich hatte mit verschiedenen NGO-Mitarbeitern gesprochen. Für die Einheimischen ist es natürlich noch schlimmer. Die Toten, die in dem Zusammenhang fast täglich in Kantipur und den Tageszeitungen genannt wurden sind wohl nur ein Bruchteil.
Aus den westlichen Regionen berichtet schon niemand mehr.

Die Propaganda an den Häusern, z.B., in Kinja, sagt "Nieder mit den USA" und so.

Das alles lässt mich ganz und gar nicht zu dem Fazit "kein Problem" kommen.

Ansonsten sind die Leute (Dorfbewohner, Lodgebetreiber, Warenporter usw) natürlich sehr freundlich. Aber gerade, die Strecke von Jiri bis Lukla leidet merklich an den mangelnden Touris.

PS: Visitors welcome und Maoisten, die Touris einladen, das ist doch wohl zum ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#n.

Grüße Bjoerk

Guest
02.11.2003, 17:28
??? Hi, Björk,

wie siehst Du die Situation zwischen Lukla und Gorak Shep ?


Stefan

Guest
03.11.2003, 17:40
Also Lukla und aufwärts sollte kein Problem sein. In Lukla gibt es eine starke Militärpräsenz.
Einziges Kuriosum sind die Nomaden (Tibeter) im Bothe-Tal. Da musst du echt etwas resolut sein, damit sie dir nicht die Trinkflaschen oder Sandalen, die außen am Rucksack hingen mopsen. (Unsere Erfahrung.) Also scharf aufs Gepäck/Zelt aufpassen.
Also keine wirkliche gefahr über Lukla. ;)
Zumal über Lukla so viele Massen rumlaufen das man selten alleine ist. :(
Grüße und viel Spaß

Guest
03.11.2003, 17:56
;D na Gott sei dank, bei uns geht es am Donnerstag los. Wir sind das ertse Mal in Nepal und haben uns für den Touristen-Trampelpfad entschieden. Vielen Dank für Deine Info.

Guest
04.11.2003, 14:39
Dann werden wir uns wohl fast über den Weg laufen...hoffentlich ohne Maoisten!
Bei uns gehts am Freitag los, dh. wenn alles klappt, werden wir Sonntag in Lukla ankommen!

Viele Grüße und nen schönen Urlaub!

Guest
08.11.2003, 14:05
Hallo Freunde,

Wir sind zurueck vom Basecamp; verdammt kalt dort oben, aber wunderschoen. Thame und Chukkung waren fuer mich die Highlights. Der kalte Wind macht einen jedoch fertig. Um einen Husten und vielen Bildern reicher sind wir heute wieder in Namche eingetrudelt.

@ Bjoerk: Ich wollte nichts verharmlosen, konnte nur aus meiner Warte und jener die ein, zwei Tage vor und hinter uns unterwegs waren sprechen. Und da gab es eben keine Probleme. GAR KEINE! Wir mussten nicht einmal bezahlen. Allerdings habe ich gehoert, dass Trekker, die die Fee auf 500 Rs runtergehandelt haben, eben nochmals besucht worden sind. Wir haben auch in Kinja uebernachtet, waren so ziemlich die einzigen Trekker im Dorf und niemand kuemmerte sich um uns. Wir hatten allerdings IMMER 1000 Rs jederzeit abgezaehlt und griffbereit in der Hosentasche.

@ Stefan und Ralf: Von Lukla herauf ins Khumbu gibt es keinerlei Anzeichen von Maoistentaetigkeit. Wir werden uebermorgen in zwei gemuetlichen Tagen bis Lukla absteigen; fliegen am 12. nach KTM. Vielleicht begegnen wir uns sogar ;-)

Beste Gruesse aus Nepal,
Andreas

Bjoerk
14.11.2003, 08:07
Schön das es dir geut geht, Andreas. Ich sag schonmal: Welcome back!
In zwei Tagen nach Lukla? ;D Das haben wir auch gedacht. Und dann waren wir zum Mittag in Phakding und um 15.00h des selben Tages in Lukla. Hoffentlich könnt ihr euren Flug umbuchen!

Zu den Maoisten fällt mir noch ein: Vielleicht war der tote Maoist, den ihr gesehen habt der Eintreiber von Kinja? Vielleicht ist es deshalb jetzt so ruhig?
Any way.

Take care!
Björk