Vollständige Version anzeigen : Schuhe für Ruwenzori
busterkeaton
11.06.2008, 19:26
Hallo,
ein spezielles Thema, das mich ziemlich stark beschäftigt: ich möchte Anfang Juli den central-circuit gehen und sammle Argumente zum Thema Schuhe.
Mit Bergwanderschuhen alleine geht es wohl nicht, weil man bei Sümpfen und Flußläufen schlicht zu tief im Wasser steht: ich habe einen Test mit Gamaschen und Spezial-Abdichtband gemacht - wird nicht wirklich wasserdicht. Dazu kommt, daß die Schuhe dann in der Höhe kaum an einem Tag trocknen. Also muß ich wohl bessere Gummistiefel kaufen.
Bitte schreibt mir eure Tipps (u. a. welche Stiefel) und Erfahrungen!
Ich habe wenig Erfahrung mit matschigem Gelände. Komme ich mit den Stöcken, die man vor Ort leihen kann, aus?
viele Grüße
Markus
Hallo Markus,
ich würde trotzdem mit Wanderschuhen und dicken Wollsocken gehen; selbst nasse Wanderschuhe geben einen besseren Halt für die Knöchel als Gummistiefel... und meine Erfahrung aus Patagonien ist, dass man selbst mit nassen Wanderschuhen locker eine Woche durch sumpfiges Gelände weiterlaufen kann...
Angeblich kann man auch Gummistiefeln in Nyakelengija am Fusse des Ruwenzoris mieten....
Schöne Grüsse.... Martin
Christian H.
27.06.2008, 23:33
Hallo
Du brauchst unbedingt auch Gummistiefel, ausser zu hast sehr viel Wetterglück, was im Ruwenzori doch eher unwahrscheinlich ist.
Meine Frau und ich habe vor zehn Jahren während einer längeren Rucksack-Reise durch Afrika die Rundtour gemacht. Alles vor Ort organisiert, mit Guide und mehreren Trägern (auch für die Hohlkohle). Wir hatten Gummistiefel gemietet und diese, obwohl fast ohne Profil, während des ganzen Trecks getragen. Die Sümpfe in den Täler sind zum Teil wirklich tief, man musste sich richtig durchkämpfen und wir kamen in einer Stunde oft kaum einen Kilometer weit. Ohne Gummistiefel geht das nicht. Der Weg über den Scott Elliot- und den Freshfield-Pass war dann deutlich angenehmer zu gehen. Allerdings haben keine Gipfel bestiegen, für diese braucht man dann schon eine ordentliche "alpine" Ausrüstung, welche wir nicht dabei hatten. Der Treck war - wir waren nur durchschnittlich fit - ziemlich hart (der Kilimanjaro ist im Vergleich fast ein Spaziergang). Es regnete meist die Hälfte des Tages, obwohl wir an sich in einer eher günstigen Jahreszeit unterwegs waren. Ich kann mich an einer andere Gruppe erinnern, welche nach 2 Tagen umkehren mussten, wegen fehlenden Gummistiefeln. Auch sehr fitte und erfahrene Alpinisten sahen nach einer Woche ziemlich erschöpft aus.. Als Belohnung winkt aber ein unvergleichliches Naturerlebnis mit teilweise undurchdringbarem Bergregenwald, in der Höhe urtümlichen Märchenlandschaften, absolut fantastisch und unvergesslich.
Dies sind meine Eindrücke aus der Erinnerung. Ich denke aber, dass sich die Verhältnisse und das Wetter im Ruwenzori seither nicht wesentlich verändert haben.
Herzliche Grüsse
Christian
Apropos Stöcke: Wir hatten uns je einen langen Holzstecken ausgeliehen. Diesen braucht man als Sondierstange, um abzuschätzen, wie weit man mit dem nächsten Schritt im Sumpf versinkt...
Ich kann mich nur anschließen: Unbedingt Gummistiefel mitnehmen! Eine Woche in nassen, eiskalten Wanderstiefeln ist kein Spaß - und sie werden garantiert durchweicht. Mein Mann ist die Strecke jetzt mit Gummistiefeln gelaufen und das ging gut, keine Blasen oder sonstige Probleme. Ich würde sie aber aus Deutschland mitnehmen und mich nicht drauf verlassen, dass sie vor Ort welche in der passenden Größe haben. Viel Spaß!
bernieHH
02.12.2008, 23:12
ich bin nur mit leichte Wanderschuhe gegangen, ohne Gamaschen. Hatte dann zwar tagelang nasse und verschlammte Füße bis hin zu den Knien, aber das hat mir nix ausgemacht.
Am Beginn des Gletschers hab ich dann meine trockenen Bergstiefel mit Steigeisen angezogen:)
dieser Trek ist der absolute Hammer,.....von allen Treks die ich bisher gemacht habe mit eines meiner Top-Favoriten!:)
Man kann auch mit Treckingschuhen ins Ruwenzori, bedarf jedoch einer gewissen Vorbereitung.
Ich habe die Schuhe von mir und meiner Frau gut vorbereitet. Das heißt
- Backofen auf ca. 50 grad einstellen, Schuhe rein bis sie durchgewärmt sind. Danach mit einer Schuhcreme die für Schnee geeignet ist eincremen ( ich benutzte snow seal ). Diesen Vorgang so oft wiederholen bis die Schuhe nichts mehr aufnehmen. Im Ruwenzori sind wir mit Gore Tex Hosen
( Salewa Alpine Extrem ) gelaufen, haben uns hochwertige Gamaschen angezogen und sind während des ganzen Trecks an den Füßen trocken geblieben. Kann diese Metode jedem empfehlen, da man auf den nassen Wurzeln, dem Geröll und dem Sumpf mit festem Schuhwerk wesentlich sicherer unterwegs ist als in Gummistiefeln. Dringend erforderlich ist auch ein Gehstock und wenn man noch einen für seinen
Führer mitnimmt ( kleines Geschenk ) ist das auch kein Fehler. Für jede Art der Ausrüstung sind diese
dankbar. Im übrigen führt jetzt ein Steg über den lower Bigo Bog, eine große Erleichterung für Mensch und Schuhe.
Ruwenzoritrecking ist ein Tripp auf nen anderen Planeten und mit nichts zu vergleichen.
Es ist zwar sehr sehr anstrengend, aber es lohnt sich jede Minute.
viel Spaß, Gruß Steffen
Globetrotterin
01.05.2009, 19:34
Hallo zusammen!
Ich greife das hier nochmal auf, weil ich die Tour gerne im kommenden Dezember laufen möchte.
Frage: Ist es möglich dort relativ kurzfristig auf den Central Circuit zu kommen? Wieviele Menschen machen das, wie stark ist es frequentiert und ist es möglich das ganze auch nur mit mir allein durchzuführen, machen die das oder ist Minimum 2 Personen? Ich schließe mich sehr, sehr ungern einer Gruppe an. Wir sind eure Einschätzungen?!
Vielen Dank !
Gruß Claudia
busterkeaton
02.05.2009, 10:51
Hallo Claudia,
ich war im Sommer dort und habe einen Tag vorher im Büro von RMS bei UWA in Kampala bezahlt. Dezember, speziell um Weihnachten ist aber kurzfristig wohl nicht so einfach, da Hauptreisezeit.
Ich war als Tourist alleine, Führer und Träger sind allerdings Pflicht. Nähere Infos unter
rwenzorimountaineeringservices im Internet
viel Spaß in Uganda!
Markus
Globetrotterin
03.05.2009, 17:19
Hallo Markus!
Danke für Deine Antwort!
Gruß Claudia
Hallo Leute, meine Frau und ich sind ohne Gummistiefel gelaufen und es war die bessere und weit ungefährlichere Möglichkeit Wir hatten LOWA Hunter Schuhe ( hohe GORE TEX Treckingschuhe ) Gamaschen und Salewa Alpine Extreme Hosen an.
An nur einer Bachüberquerung bekamen wir nasse Füße, sind jedoch beim Aufstieg schnell wieder getrocknet. Habe die Schuhe jedoch auch vorher im Backofen auf kleinster Stufe erhitzt und dann mit Snow Seal Schuhcreme mehrmals eingerieben und wieder erhitzt.
Die Dinger waren dicht.
Über den unteren Sumpf führt inzwischen ein Steg, man kommt dort bequem drüber, der obere Sumpf bis zum Scott Eliot Pass bleibt sehr klibberig. Klar, man kann das mit Gummistiefeln laufen. Manchmal bleiben die halt im Matsch stecken.
Das größere Problem sind die vielen nassen und spiegelglatten Wurzeln über die man laufen muß. Außerdem sind manche Passagen mit Holz befestigt ( Äste und Bretter ) auch die sind spiegelglatt und mit festem Schuhwerk leichter zu bewältigen.
Fazit: Wenn wir es nochmal machen würden dann nur so ( ohne Gummistiefel )
Ps.: Noch eine Information zum Schluß
Ihr werdet überrascht sein, aber wir haben dort wie üblich das Wasser aus den Bächen getrunken. Es wurde aber weder abgekocht noch mit Chemie aufbereitet.
Wir haben es trotz anfänglich ungutem Gefühl problemlos vertragen.
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