Vollständige Version anzeigen : Kangchenjunga-Trek April/Mai 2004
Hi!
Ich habe vor, im April/Mail (voraussichtl. vom ~12.4.-5.5.) den Kangchenjunga-Trek im nordosten von Nepal zu machen.
Jetzt bin ich mir aber nicht sicher, ob das so ohne weiteres möglich ist. Die einen sagen, ein Teahouse-Trek wäre möglich, es gibt aber nicht sooo viele Lodges, die anderen sagen, nur mit Zelt.
Ich bin aller Voraussicht nach alleine unterwegs (bis sich halt ein paar Leute finden :-)), aber mir macht es nichts aus, auch mal in wirklich einfachen Unterkünften zu nächtigen! ;-)
Hat jemand Tips, Infos, ... für mich zum Kangchenjunga-Trek?
(Bitte schreibt mir doch ne kurze eMail, wenn ihr hier geantwortet habe! ;-)
Ciao,
Robert
Hi Robert!
Wir haben den Kantsch Trek im Oktober/November 2003 gemacht und ich kann Dir garantieren, Du wirst nicht entäuscht werden.
Wir sind entgegen den Uhrzeigersinn marschiert, d.h. zunächst in Richtung Süd-Basecamp, dann über die 4 Pässe (Mirgin La usw. ) über Ghunsa zum Nord-Basecamp nach PangPema.
Auf der Route zum Süd-Basecamp gibt es keine Möglichkeit Lodge Trekking zu betreiben. Ein Zelt ist unbedingt notwendig. Es gibt zwar an den einzelnen Zeltplätzen kleine Unterstandshüttchen oder Steinhäuschen, die sind aber nur als Notunterkunft im äußersten Notfall geeignet.
Auf der Nordseite sieht es besser Haus. Bis Lhonak gibt es immer wieder Möglichkeiten zu Nächtigen, den Standard wie auf der Annapurna Runde darf man jedoch bei weitem nicht erwarten. Falls Du vor hast, länger in Pang Pema zu bleiben (was ich dir sehr ans Herz lege - ein fantastischer Fleck am Fuße der Nordwand des Kantsch), würde ich Dir auch ein Zelt empfehlen, da dort oben lediglich ein Steinhäuschen steht, welches für die Träger oder die Küche der verschiedenen Trekkinggruppen gedacht ist.
Die meisten Leute die alleine unterwegs waren, hatten meist zwei Träger und einen Koch dabei. Allein aufgrund des Geländes ist dass schon von Vorteil, den es ist nicht so wie an der Annapurna oder am Manaslu, wo es stetig bergauf geht, sondern die erste Woche des Treks ist von einem ständigen bergauf- und bergab geprägt.
Ganz alleine zu gehen, davon würde ich Dir schon aufgrund der angespannten Maoisten-Situation im Kantsch-Gebiet sehr stark abraten. Mit einer Maoisten-Gebühr zwischen 1000 und 5000 Rupies musst Du rechnen. Da die Maoisten meist kein Englisch sprechen, ist es schwer ohne einen Nepali mit den Leuten zu verhandeln.
Namaste
Klemens
Hi Klemens!
Heute hab ich jetzt den Flug mal festgemacht: 29.3. - 28.4. So hab ich einfach mehr Zeit! ;-)
Also gegen den Uhrzeigersinn, ich glaube, so gehört sich das auch. Mir hat mal irgend jemand die Bewandnis gesagt, hat wohl was mit dem Glauben zu tun. Aber nur Touris machen das glaube ich gerne anders :-) Und irgendwie wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, zB den Annapurna-Circle im Uhrzeigersinn zu gehen! Das wäre auch, glaube ich ganz schön heftig, den Thorong La von der anderen Seite zu machen...
Wie sind denn aktuell die Preise für Träger, Koch, ... in dem Gebiet so? Hab die Erfahrung gemacht, man sollte besser nicht in Kathmandu Leute dafür suchen, sondern die besser vor Ort anheuern. Was würdest Du dazu sagen? Träger usw. sind, wenn man alleine unterwegs ist nat. auch eine Kostenfrage. Und bzgl. Kosten, wie siehts in dem Gebiet mit Travelerchecks o.ä. aus? Ich schlepp ungern zu viel bares mit mir rum.
Dachte, die Maoisten wären eher im Westen anzutreffen? Sollen aber doch recht umgänglich sein. hab jetzt schon von mehreren gehört, wenn man sie partout nicht versteht, lassen sie einen auch so gehen. ;-) Was nat. zu einem Problem führt, wenn man Einheimische als Dolmetscher bei hat... :-) Aber ok, ich denke, das werde ich schon gebacken bekommen.
Muß ich eigentlich da auch, wie zB beim Annapurna-Circle, in Kathmandu ein "Visum" (mensch, wie nennt man das jetzt?) lösen, damals waren das glaube ich 2000-4000 Rupi, oder so und muß das dann an den entspr. Stationen abstempeln lassen?
Hoffe, ich nerve nicht, mit zu vielen Fragen.
Ciao,
Robert
Servus Robert!
Keine Angst, Deine Fragen nerven nicht. Ich weiss selbst noch ziemlich gut, wie kompliziert es ist, vernünftige Infos über das Gebiet zu bekommen.
Also:
Ich bin vor drei Jahren um den Manaslu und die Annapurna getrekt und hab mir das Ganze damals übers Internet mit einer Company vor Ort in Kathmandu organisiert. Beim Kantsch-Trek haben wir darauf wieder darauf zurückgegriffen. Es spart einfach Zeit und Nerven. Für den Trek (24 Tage) haben wir (5 Touris) inklusive Vollverpflegung, Guides (1+2 assistent/climbing), Küche (1+3), Träger (insgesamt 16), Permit National Park Kanchenjunga, Flug KTM-Suketar-KTM, 3 Übernachtungen in KTM, Sightseeing KTM etwa 1500.-US$ gezahlt pro Mann/Frau.
4 der 16 Träger haben wir in Taplejung gebucht - und hatten mit 2 davon nur Ärger, so dass wir uns in Pang Pema von Ihnen wieder getrennt haben. Die meisten der Companies bringen ins Kantschenjunga-Gebiet ihre eignenen Leute mit, das es anscheinend immer wieder zu Problemen mit den Local-Porters kommt.
Also, ich würde Dir empfehlen die Leute in KTM zu besorgen. Ich kann Dir gerne die e-mail von unserer Company und unseren Kontaktperson geben.
Nur Bares ist Wahres. Auf dem Trek gibt es soviel wie ich es gesehen habe keine Möglichkeit Traveller-Cheques zu tauschen (Nimm Euro mit - sensationeller Kurs in KTM). Wir haben uns vor Beginn des Treks gedanken gemacht, was wir an Trinkgeldern, Mao-Gebühren und sonstiges in finanzieller Hinsicht brauchen. Es ist nicht das tollste Gefühl zu Beginn durch Mao-Gebiet zu trekken mit den Hosentaschen voller Geld, aber eine andere Möglichkeit um deine Leute wirklich sicher zu entlohnen gibt es kaum. Vor allem empfehle ich Dir, wenn Du Deinen Leuten etwas geben willst (Geld, Kleidung, etc.) mach es nicht in der Öffentlichkeit. Eine österreichische Expedition hat ihre Crew auf der Terrasse ihrer Lodge in Suketar entlohnt und schon standen die Dorfältesten dabei, um von den Trägern die fälligen "Gebühren oder Steuern" einzutreiben. Übrigens in Suketar herschte im Oktober/November 2003 ab 19 Uhr Ausgangsperre.
Maoisten:
Keiner kommt Ihnen aus. Wir haben uns so ziemlich mit allen Treks und Expeditionen die mit uns unterwegs waren unterhalten und keine kam den Maos aus. Als Gebühr werden Fotoapparate, Ferngläser oder zwischen 1000 und 5000 Rupies gefordert. Wir haben Ihnen unsere ältesten Fotoapparate gezeigt die wir hatten, die waren Ihnen aber nicht gut genug. So hat unser Guide den Mao-Geldeinbtreiber von 5000 auf 1000 runtergehandelt. Lass Dir unbedingt (so ¤*#¤*#¤*#¤*# wie es klingt) eine Rechnung ausstellen, sonst zahlst Du im nächsten Ort wieder. Über die Gastfreundlichkeit der Maos kann man geteilter Meinung sein - ich würde auch mit einem Grinsen vor meiner Haustüre stehen und mich verbeugen , wenn das Geld auf zwei Beinen hereinwandern würde. Und glaub mir, Du kommst aus dem Dorf nicht raus, bevor Du irgendetwas abgedrückt hast. Hauptzentrum der Maos ist derzeit das Gebiet um Tapethok, Amjilasa, Phurumbuk, dort werden auch die Treks abkassiert.
Dein Permit musst Du in Ghunsa und in Tortong/Tseram an der Nationalpark-Verwaltung vorzeigen, ohne darfst Du nicht hoch zum Nord- oder Südbasecamp bzw. über den Pass. Falls Du vor hast einen Trekking-Gipfel zu besteigen, kannst Du getrost auf die Permits verzichten. Nur die Expeditionen oder Treks die über 6500m gingen, haben sich diese besorgt gehabt.
So, falls noch mehr Fragen offen sind, mail mich an. Ansonsten können wir uns auch telefonisch kurz schließen.
Gruß Klemens
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