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Vollständige Version anzeigen : Schlangen und co.


Baze
13.04.2008, 19:06
Ich weiß zwar nicht ob ich hier richtig bin, aber ich hab mal ein Paar fragen zu Schlangen und co.

Und zwar weiß jemand wie man sich davor schützen kann?
Wie verhalte ich mich wenn ich so ein Tier begegne, oder schlimmer es hat sich aus unerklärlichen gründer in mein Schlafsack bequem gemach.

Hat jemand schon mal mit sowas erfahrung gemacht?
Ich will sie eigentlich nicht machen.
Also für ein paar Tipps wäre ich echt dankbar.

sentiero
13.04.2008, 20:22
Ich habe Gott sei Dank keine eigene Erfahrung, bin aber gerade selbst auf der Suche nach Informationen und habe die beiden mir gut erscheinenden Artikel gefunden:

http://www.aerzteblatt.de/V4/archiv/artikel.asp?id=44826

und

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Gesundheitsdienst/Symposien/XI/Mebs.pdf

Vielleicht hilft es Dir ja auch weiter.

Gruß, Sentiero

Baze
13.04.2008, 23:28
Oh danke sentiero

Der letzte beitrag hat mir schon sehr geholfen.:up:


Aber wenn einer Erfahrung mit den ungebetenen besuch gemacht hat kann er mir trotzdem erzählen.
Ich dankbar für jede Information.

Andreas L
14.04.2008, 06:58
Ich hab mich mal -quasi beruflich- mit diesem Thema beschäftigt. Nach meinen Recherchen ist die "Schlange im Schlafsack" ein Alltagsmythos. Das hat sich irgendein Schreiber von Abenteuerromanen am Schreibtisch ausgedacht. Man müsste eigentlich einen Preis aussetzten für eine verbürgte Geschichte dieser Art - aber auch das würde wohl nur zu den üblichen Ergebnissen führen: "Ich hab mal von einem gehört, der kannte einen, der ..."

Dem bekannten Verhalten von Schlangen widerspricht so was auf jeden Fall. 99 % aller Schlangen fliehen bei Annäherung, dabei reagieren sie hauptsächlich auf Bodenerschütterungen von Schritten. In Ost-Afrika warnt man vor der giftigen Puffotter, die "zu träge sei, um zu fliehen" und einfach liegen bleibe. Ich selbst hab nie eine zu Gesicht bekommen. Von manchen Klapperschlangen in USA wird dasselbe behauptet - aber nachgewiesen ist das nicht.
Die allermeisten Unfälle mit Giftschlangen spielen sich im häusslichen Bereich ab (bei der Haltung solcher Schlangen) und bei der Feldarbeit in den Lebensräumen dieser Tiere, zB in Indien.

Völlig irre, aber weit verbreitet ist die Annahme, dass Schlangen Menschen "angreifen" würden. Es gibt immer wieder Fälle, wo das behauptet wird. Recherchiert man dann hinter solchen Fällen her, dann stellt sich heraus, dass die Tiere, unbewusst oder aber absichtlich gejagt und in die Enge getrieben wurden. Dann verteidigen sie sich. Dies als Bösartigkeit auszulegen ist - na, das zu beurteilen überlassen ich jedem Einzelnen.

Ansdreas

albatross02
14.04.2008, 09:17
Hallo Andreas,

das Schlangen angreifen ist eine beliebte Story in Australien für Eastern Brownsnake.
Genauso beliebt sind Stories über den Kassuar in Australien.

Ein wirkliches Problem in Australien, ist das wechselhafte Wetter in Tasmanien und Victoria.
Nach kalten Tagen ( im Hochsommer kann es auch dort recht kühl sein ), ist eine Schlange nicht bereit eine gerade gefundenen Platz aufzugeben. Das habe ich mit einen Red-billied Black Schnake ausprobiert, die mitten auf dem Weg lag.
Es gibt in Australien auch eine sogenannte Dead Adder, die sich bei Gefahr Tod stellt.
Lauft man vorbei ist es ok, tritt man drauf beisst sie zu.

Hier helfen feste knöchelhohe Wanderschuhe, ggf. auch Gamaschen.
Schlangen beißen gerade aus oder nach unten zu ( Ausnahme Schwarze Mamba ).


Gruss
Dieter

Jens
14.04.2008, 12:26
Die Chance in der freien Natur auf eine Schlange zu treffen ist recht gering.
Bei Bodenerschütterungen fliehen die Tiere.
Wenn es genug Rückzugsmöglichkeiten flüchtet sogar eine Königskobra, bzw. Schwarze Mamba.
Das Schlangen Menschen aggresiv über längere Strecken verfolgt, gehört zu dem größen
Blödsinn.

Viele Grüße
Jens

P.S. Ich bin selber seit etlichen Jahren Terrarianer und halte ungiftige Strumpfbandnattern
aus den USA.

Tobi
14.04.2008, 12:54
Kann das von Jens gesagte nur bestätigen.

Habe kurze Zeit bei einer Verwaltung in Australien gearbeitet und für einige Wochen außerhalb einer Kleinstadt südlich von Sydney gewohnt. Schlangen (hauptsächlich die red-bellied black snake), Spinnen (von huntsman (ungiftig) bis funnel-web spider (tödlich) alles dabei)- das volle Programm - hatten wir direkt um das Haus.

Mein Vermieter hat dabei immer folgendes gesagt:

Beim Laufen fest auftreten - dann flieht jede Schlange!
Zumindest in meinem Fall hat sich das Bewahrheitet... :schwitz:

Der zweite Tipp war weniger beruhigend: Wenn Dich was beißt, merk Dir was es war, damit man Dir das richtige Gegengift geben kann :cool: einfach gesagt :D

Grüße
Tobi

daxy
14.04.2008, 18:35
habe eine CORAL SNAKE ODER KING SNAKE im Yosemite begegnet ( 2 cm vor den fingern ..:roll:
eine klapperschlange im Yosemite
eine Brown snake in Australien

habe diesen artikel geschrieben
http://www.wabnig.net/schlangenldb.htm


http://www.wabnig.net/schlangen1ldb.htm

Baze
15.04.2008, 17:42
Danke für die antworten jetzt fühle ich mich gleich schon sicherer.:)
Aber wie sieht das mit Spinnen und Skorpionen aus?:schwitz:

waldschrat
15.04.2008, 19:59
Hallo,

nachdem es hier echte Experten gibt könnte das Viecherl im Anhang eine Äskulapnatter sein? Bin vor den Dingern schon ein paar mal ums Mittelmeer rum erschrocken, einmal hat sich so ein kapp 2 m langes Teil das sich auf einer Mauer gesonnt hat so 10 cm vor mir auf den Weg fallen lassen

Gruß Waldschrat3412

xe3tec
15.04.2008, 20:16
bei schlangen:
hauen sofort meistens ab
falls nicht, vorbeigehen in großem radius, auf keinen fall weiter reizen^^
falls es wirklich mal zu einem biss kommt, länge,farbe und muster merken und SOFORT arzt bzw gifthotline verständigen

wer aber hohe wanderstiefel anhat sollte keine probleme mit schlangenbissen haben

und versucht ja nie eine schlange zu fangen, es sei den ihr wisst bescheid und wisst das sie ungefährlich ist, is aber nich nett fürs tier

mfg

AndreasW
15.04.2008, 20:51
Hallo,

...könnte das Viecherl im Anhang eine Äskulapnatter sein? Bin vor den Dingern schon ein paar mal ums Mittelmeer rum erschrocken, einmal hat sich so ein kapp 2 m langes Teil das sich auf einer Mauer gesonnt hat so 10 cm vor mir auf den Weg fallen lassen

Gruß Waldschrat3412

Ja, das ist eine Äskulapnatter! Schönes, pfeilschnelles Tierchen ...völlig ungefährlich... aber trotzdem bissig!
Ich konnte vor Jahren im Val Grande mal eine junge, unerfahrene fangen... :D *Bitte nur nachmachen wenn Ihr wißt, welches Tierchen am Schwanz dranhängt*

3413

AndreasW
...alter Feldherpetologe ;)

albatross02
16.04.2008, 12:42
"wer aber hohe wanderstiefel anhat sollte keine probleme mit schlangenbissen haben"

Das kann man so nicht sagen, es gibt auch Busch- und Baumbewohner.
Ausserdem gibt es Fälle wo kleine Schlangen Leuten ins Bein gebissen haben.
Das Bein war zu dick für die kleine Schlange, so das die Giftzähne das Bein nicht erreicht haben.
Nach etlichen Fällen, hat man diese Schangen für harmlos gehalten.
Als die Schlange jemanden an der Hand erwischt hat, ist das Opfer gestorben.

"Beim Laufen fest auftreten - dann flieht jede Schlange!"

Klappt nicht immer, habe ich in Australien ausprobiert.


Übrigends giftige Schlange kommen nicht nur auf dem Land vor, sondern auch im Meer ( sind äusserst giftig ).
Diese leben nicht nur außschließlich im Meer, sondern kommen z.B. bei Paarung oder zum sonnen an Land.

Gruss
Dieter

Andreas L
16.04.2008, 14:11
Seeschlangen sind ein gutes Beispiel für die Art und Weise, wie dieses "Schlangen sind sehr gefährlich" in die Welt kommt. Es ist richtig, Seeschlangen gehören zu den giftigsten Tieren überhaupt. Schon in einem Artikel bei Wikipedia können wir aber folgendes erfahren:

Zitat: "Zur Verteidigung setzen die Tiere ihren Biss, außer in der Paarungszeit, nur sehr selten ein, stattdessen fliehen sie lieber. Besonders in Südostasien (http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdostasien) werden die Tiere von den Küstenfischern gern gefangen, wobei diese sie ohne größere Schutzmaßnahmen mit den Händen hinter dem Kopf greifen. Trotz ihrer Bissfaulheit kommt es besonders durch diesen sehr sorglosen Umgang der Fischer mit den Tieren nicht selten zu tödlich verlaufenden Bissen, vor allem, da in den kleinen Fischerdörfern nur selten Antiserum (http://de.wikipedia.org/wiki/Antiserum) zur Bissbehandlung zur Verfügung steht. So sind über 90 % aller dokumentierten Seeschlangenbisse als Unfälle beim Fang der Tiere anzusehen (...)
Die Giftdrüsen enthalten 10 bis 15 Milligramm Gift; bereits drei bis zehn Milligramm wirken aber tödlich. Allerdings verläuft nur etwa ein Viertel aller Bisse kritisch, da nicht immer Gift in die Bissstelle kommt. Etwa fünf bis 35 Prozent dieser Vergifteten sterben an dem Biss. Eine Erklärung für diese doch relativ geringe Mortalität (http://de.wikipedia.org/wiki/Mortalit%C3%A4t) bietet das Sparsamkeitsprinzip. Es ist anzunehmen, dass die Seeschlangen ihr Gift nur in äußerst geringen Dosen abgeben, da für die Vergiftung ihrer Opfer (meist Fische) bereits kleine Mengen ausreichen." Zitat Ende.

Also: Was bleibt übrig, von der Gefährlichkeit dieser Tiere? Aber-Millionen von Menschen, die an den Ufern der Meere leben, in denen diese Schlangen vorkommen, werden NICHT gebissen. Von denen, die gebissen werden, befassen sich über 90 % mit der Jagd auf diese Tiere. Von also 100 Gebissenen haben nur 10 diese Tiere nicht gejagt. Bei nur 2,5 - also 3 von diesen 10 Opferen verläuft der Biss kritisch. Die Maximal -Quote der Mortalität unter diesen Dreien beträgt 35 %, also eine Person.
Jetzt kann man nur noch auf den alten Spruch zurückkommen: Bei uns über die Strasse zu gehen ist um ein vielfaches gefährlicher, als in Südostasien zu baden.

Wirklich interessant wird es allerdings, wenn man fragt: Woher kommt diese völlig übertriebene Angst des zivilisierten Menschen vor diesen harmlosen, schönen und interessanten Tieren?
Andreas

daxy
16.04.2008, 19:55
Hallo,

nachdem es hier echte Experten gibt könnte das Viecherl im Anhang eine Äskulapnatter sein? Bin vor den Dingern schon ein paar mal ums Mittelmeer rum erschrocken, einmal hat sich so ein kapp 2 m langes Teil das sich auf einer Mauer gesonnt hat so 10 cm vor mir auf den Weg fallen lassen

Gruß Waldschrat3412

ist eine ungiftige Aeskulapnatter ( weisse flecken hinter den " ohren")