Manali90
01.03.2008, 16:05
Pisang Peak (6091m), allein stehender Eisgipfel im Damodar Himal oberhalb des Dorfs Pisang im Marsyangdi-Tal (Annapurna Circuit), mit entsprechender Eisausrüstung und Permit (350 US$; Agentur und lizensierter Guide, aber nicht liaison officer) besteigbar.
Erstbesteigung 1955 durch Jürgen Wellenkamp (solo) zur Akklimatisierung während der erfolgreichen Expedition, die die Annapurna IV (7525m) zuerst begangen hat.
Der Pisang Peak ist seit dem Unfall vom 13.11.1994, bei dem elf Menschen einer DAV Summit Club-Gruppe ums Leben kamen, in Mitteleuropa etwas in Verruf gekommen. Er dürfte dennoch einer der lohnendsten (und leichtesten) 6000er Nepals sein [Grad: PD].
Wenn die Bedingungen (und die Fähigkeiten!) stimmen, kann der Gipfel ohne Seilsicherung bestiegen werden. Entscheidend sind der ca. 400m hohe Eishang (35-40°, ca. 20m 45°), der unten ausläuft (kein Absturzgelände wie oben am Westgrat des Chulu Far East) und der relativ flache, aber scharfe Gipfelgrat.
Über Besteigungen sind extrem unterschiedliche Berichte bekannt, was sowohl an den Schneebedingungen als auch an den Besteigern liegt (oft müssen von den Guides kommerzieller Gruppen sogar Fixseile angebracht werden...).
Anstieg zum Basislager:
Von Pisang (3200m, Marsyangdi-Brücke) zum Oberdorf und auf klarem Höhenweg westwärts aufwärts in einen Sattel (3820m), von dort scharf rechts über Almhänge aufwärts zum Basislager (4380m; Wiesengelände; Wasserstelle 25’ im Osten). Gehzeit ca. 4 Std.
Zu einem Hochlager:
Weiter in nordnordöstlicher Richtung auf klaren Spuren über weite Hänge auf den SW-Grat, der bei 5100m erreicht wird, 2 – 3 Std. - Dort ebener Platz.
[Bitte ergänzen, korrigieren: Ich habe den Pisang Peak bei optimalen Bedingungen direkt vom Basislager aus bestiegen.]
Gipfelanstieg auf dem Normalweg:
Vom Hochlager den SW-Grat in seiner Nordflanke aufwärts, auf ca. 5350m wird der Westgrat erreicht [dort habe ich damals keine Lagerplätze ausfindig gemacht, es muss aber einen geben], weiter in der Nordflanke des Westgrat zu einem kleinen Einschnitt und aufwärts über Schutt in den Einschnitt vor dem Eishang (ca. 5680m; 2 – 3 Std.).
Über den Eishang hoch (aus Sicherheitsgründen links halten, obwohl es steiler ist) zur westlichen Gipfelabdachung (6065m) und über den Gipfelgrat (oder knapp darunter in der Nordflanke) zum Gipfel (2 – 2 ½ Std. ohne Sicherung).
Ursache für die Katastrophe 1994 war offenbar der Bruch des Rands der Gipfelabdachung über der Nordwand (s. Foto in der Anlage, 1991 aufgenommen): Die Gruppe könnte die über 30m breite Abdachung im Whiteout ganz nahe am Nordrand begangen haben. Für diese Version spricht der Fundort der Opfer.
Literatur:
Bill O'Connor, The Trekking Peaks of Nepal, Ramsbury, The Crowood Press, 1989, ISBN 1 85223 173 4 (erhältlich in allen gut sortierten Buchhandlungen in Kathmandu)
Erstbesteigung 1955 durch Jürgen Wellenkamp (solo) zur Akklimatisierung während der erfolgreichen Expedition, die die Annapurna IV (7525m) zuerst begangen hat.
Der Pisang Peak ist seit dem Unfall vom 13.11.1994, bei dem elf Menschen einer DAV Summit Club-Gruppe ums Leben kamen, in Mitteleuropa etwas in Verruf gekommen. Er dürfte dennoch einer der lohnendsten (und leichtesten) 6000er Nepals sein [Grad: PD].
Wenn die Bedingungen (und die Fähigkeiten!) stimmen, kann der Gipfel ohne Seilsicherung bestiegen werden. Entscheidend sind der ca. 400m hohe Eishang (35-40°, ca. 20m 45°), der unten ausläuft (kein Absturzgelände wie oben am Westgrat des Chulu Far East) und der relativ flache, aber scharfe Gipfelgrat.
Über Besteigungen sind extrem unterschiedliche Berichte bekannt, was sowohl an den Schneebedingungen als auch an den Besteigern liegt (oft müssen von den Guides kommerzieller Gruppen sogar Fixseile angebracht werden...).
Anstieg zum Basislager:
Von Pisang (3200m, Marsyangdi-Brücke) zum Oberdorf und auf klarem Höhenweg westwärts aufwärts in einen Sattel (3820m), von dort scharf rechts über Almhänge aufwärts zum Basislager (4380m; Wiesengelände; Wasserstelle 25’ im Osten). Gehzeit ca. 4 Std.
Zu einem Hochlager:
Weiter in nordnordöstlicher Richtung auf klaren Spuren über weite Hänge auf den SW-Grat, der bei 5100m erreicht wird, 2 – 3 Std. - Dort ebener Platz.
[Bitte ergänzen, korrigieren: Ich habe den Pisang Peak bei optimalen Bedingungen direkt vom Basislager aus bestiegen.]
Gipfelanstieg auf dem Normalweg:
Vom Hochlager den SW-Grat in seiner Nordflanke aufwärts, auf ca. 5350m wird der Westgrat erreicht [dort habe ich damals keine Lagerplätze ausfindig gemacht, es muss aber einen geben], weiter in der Nordflanke des Westgrat zu einem kleinen Einschnitt und aufwärts über Schutt in den Einschnitt vor dem Eishang (ca. 5680m; 2 – 3 Std.).
Über den Eishang hoch (aus Sicherheitsgründen links halten, obwohl es steiler ist) zur westlichen Gipfelabdachung (6065m) und über den Gipfelgrat (oder knapp darunter in der Nordflanke) zum Gipfel (2 – 2 ½ Std. ohne Sicherung).
Ursache für die Katastrophe 1994 war offenbar der Bruch des Rands der Gipfelabdachung über der Nordwand (s. Foto in der Anlage, 1991 aufgenommen): Die Gruppe könnte die über 30m breite Abdachung im Whiteout ganz nahe am Nordrand begangen haben. Für diese Version spricht der Fundort der Opfer.
Literatur:
Bill O'Connor, The Trekking Peaks of Nepal, Ramsbury, The Crowood Press, 1989, ISBN 1 85223 173 4 (erhältlich in allen gut sortierten Buchhandlungen in Kathmandu)