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Vollständige Version anzeigen : Trekking Peaks: Naya Kanga (5846m)


Manali90
01.03.2008, 12:14
Naya Kanga (5846m), auffälliger Eisgipfel in der Chedang- (Chimisedang-) Kette im Süden von Kyangjin über dem oberen Langtang-Tal, mit entsprechender Eisausrüstung und Permit (350 US$; Agentur und lizensierter Guide, aber nicht liaison officer) besteigbar. Der offizielle Name auf der Liste der „Trekkingpeaks“ ist „Ganja La Chuli“.

Der Naya Kanga wirkt von Kyanjin oder vom Tsergo Ri aus schwerer, als er ist [PD+].
Er sollte dennoch nicht unterschätzt werden. Da der Normalweg durch die Nordseite führt, ist er oft lawinengefährdet, und auch bei günstigen Bedingungen ist nicht unbedingt mit Blankeis zu rechnen. Die 1000 Höhenmeter vom Hochlager zum Gipfel sind v.a. eine Frage der Kondition. Bis auf den Einstieg in die Route ist die Linienführung klar. Nach entsprechender vorheriger Erkundung und Akklimatisierung muss man für den Gipfeltag mit ungefähr zehn Stunden rechnen, vorausgesetzt man sichert nicht - mit Seilsicherung entsprechend mehr. Sicherung kann nötig sein bei der Querung des Gletscherplateaus, beim Steilstück neben der großen Eisnase über dem Nordsattel und auf dem Gipfelgrat (sofern man diesen überhaupt begehen will).
Zur Akklimatisierung empfehlen sich Touren von Kyangjin aus, wenn man nicht ohnehin aus dem Yolmo (Helambu) über den Ganja La herantrekkt.

Anstieg zum Hochlager:
Von Kyangjin ein Stück zurück Richtung Langtang-Dorf und hinab zu neuer Brücke über den Langtang Khola (15’). Linkshaltend und an Almhütten vorbei, durch Birken- und Rhododendronwald, zuletzt südöstlich steil im Zickzack hoch zur Alm Ngegang (Neygang, 4100m; zeitweise Teashop; 60-70’). Weiter leicht ansteigend zur Almfläche Yeetektek und steil hoch auf einen kleinen Pass, über Felsblöcke kurz hinunter zur Alm Nasamkang (4300m; ebene Grasfläche mit großen Felsblöcken, Gebetsfahnen; 80-90’). Auf grasiger Seitenmoräne aufwärts in den Winkel eines Bachlaufs (Nasamkang Chhu; Lalung Chhu in der AV-Karte), diesen überschreiten und im Zickzack südwärts lang und steil den Hang aufwärts und schließlich über eine südwestwärts verlaufende Moräne zum Hochlager (4850m, steiniger Kessel vor dem letzten Anstieg zum Ganja La; 150-180’).
Vom Ganja La links über Felsbänder 30m queren (Fixseil sinnvoll) und dann steil hinunter in einen Geröllkessel; linkshaltend über seine Begrenzung (Felsblöcke) und in einer Recht-Links-Schleife über Blockgelände abwärts zum Hochlager.

Gipfelanstieg auf dem Normalweg:
Vom Hochlager (nördlich des Ganja La, ca. 4850m) entweder südwärts direkt steil den Hang hoch oder ein Stück Richtung Ganja La, bis man direkt westwärts durch weniger steiles Gelände mit großen Blöcken auf die Moränenhöhe steigen kann (bei Schneelage anstrengend). In Windungen flach durch Blöcke und schließlich über Hang hoch zu einem kleinen Pass mit großem Block rechts. Jetzt links (südwärts) über Felsen aufwärts zu Rastplatz am Beginn des Gletscherplateaus (ca. 5250m, 90-120').
Das Gletscherplateau wird im weiten Bogen durchschritten (Spaltenzonen unterhalb). Vor der das Ende versperrenden Felsmauer nordwärts leicht (40m) absteigen zu ihrem Ende ("Frühstücksplatz", 5200m, 45').
In scharfer Linkswendung hoch und steil im Zickzack in den Nordostsattel (ca. 5400m, 45') zwischen Felsgipfel rechts und Nordostgrat links.
Es folgt das steilste Stück (45-50°) des Nordostgrats, erst leicht links-, dann leicht rechtshaltend, vorbei an der großen Eisnase auf den großen Absatz über der Eisnase (ca. 5600m, 45').
Nun flacher aufwärts (bald erreicht man die Gratschneide des Nordostgrats) zu einem Absatz unter dem Gipfel und die letzten Meter wieder steiler hoch zum Gipfelgrat, den man an seinem östlichen Ende erreicht (60-90').
Dieser Punkt ist noch vom Hochlager aus sichtbar.
Je nach Bedingungen ist es lohnend oder äußerst gefährlich, dem Grat bis zum höchsten Punkt zu folgen.

Weitere Informationen siehe unter
http://trekkingforum.com/forum/showthread.php?t=8397&page=2 (http://trekkingforum.com/forum/showthread.php?t=8397&page=2)
Ein ausführlicher Bericht ist angekündigt unter
http://freenet-homepage.de/reimanndaniel/berg5e.htm (http://freenet-homepage.de/reimanndaniel/berg5e.htm)
Literatur:
Bill O'Connor, The Trekking Peaks of Nepal, Ramsbury, The Crowood Press, 1989, ISBN 1 85223 173 4 (erhältlich in allen gut sortierten Buchhandlungen in Kathmandu)
Bericht über eine nicht erfolgreiche Besteigung von Benjamin Menne:
http://www.lulu.com/content/1376635 (http://www.lulu.com/content/1376635)

Bilder: Naya Kanga von der Yala Kharka (Ostern 1995); Peter Schikora auf den letzten Metern zum großen Absatz über der Eisnase (Oktober 1999)