PDA

Vollständige Version anzeigen : Klima in Nepal


Soshin
28.02.2008, 16:41
Nepal im Wandel der Jahreszeiten

Da es in Nepal alle Klimazonen der Welt mit Ausnahme der Tropen gibt, kann man von einem einheitlichen Klima nicht sprechen.

Da jedoch die meisten Trekker sich längere Zeit eigentlich nur in drei Klimazonen aufhalten (dem Tiefland oder Terai, dem Hügelland und dessen Tälern mit Kathmandu und Pokhara und den Hochtälern und Pässen), hier ein kurzer Überblick:

Grundsätzlich gilt für ganz Nepal, dass es - von unseren abweichend - fünf Jahreszeiten gibt:

den Herbst (von etwa Mitte September bis weit in den Dezember hinein)
der Winter von etwa Mitte Dezember bis Ende Februar
den Frühling, der etwa bis in den frühen Mai dauert
der Sommer von Ende April bis Mitte Juni und
der alles beherrschende Monsun bis Mitte / Ende SeptemberHerbst und Frühling sind (in dieser Reihenfolge) bei den meisten Trekkern am beliebtesten, da die Temperaturen auch im Tiefland recht angenehm sind (im September und im Mai kann es allerdings sehr heiß werden), die Fernsichten - vor allem im Herbst - oft ausgezeichnet sind, und auch in großer Höhe keine allzu große Kälte herrscht. Im Frühling können die Bergsichten durch den Staub der indischen Tiefebene etwas schlechter sein als im Herbst. Üblicherweise herrschen im März und April starker Dunst bis in eine Höhe von rund 2500 m. Darüber ist es auch im Frühjahr oft strahlend klar.

Da Nepal relativ weit im Süden liegt, bleibt es in niederen Regionen unter 2000 m selbst im Winter mild. Es schneit nie in Kathmandu, welches auf 1350 m Seehöhe liegt! Der Winter in den tiefen Lagen der Trekkinggebiete ist in den Nächten auch oft schon recht frisch, in den Höhenlagen kann es sein, dass die Temperaturen auch am frühen Nachmittag kaum die Gefriergrenze überschreiten. Da jedoch meist die Sonne scheint (und das recht stark - Nepal liegt auf der Höhe Kairos), wid die Kälte oft nicht als besonders schlimm empfunden. Bei bewölktem Himmel oder vor und nach Sonnenauf- bzw. untergang kann es jedoch wirklich sehr kalt werden.

Der Sommer sieht wenig Trekker, denn der Dunst steigt hoch bis über 3000 m, es ist drückend und stechend heiß und es bilden sich regelmäßig Wolken. In großen Höhen ist es dann gut auszuhalten und viele Expeditionen sind auf den Bergen unterwegs.

Die Monsunzeit (mehr dazu weiter unten) mit ihren teilweise enormen Niederschlägen und ausufernder Hitze ist nur hinter dem Himalayahauptkamm, der die Wolken aus dem Süden meist zum Großteil abhalten kann, von der Luftfeuchtigkeit und Temperatur einigermaßen erträglich.

Herbst
Plus: Das über alles wohl angenehmste Klima, oft gute Bergsichten, wenig Niederschlag.
Minus: Die Pluspunkte kennen auch die meisten anderen, die Jahreszeit ist recht überlaufen. Da die Zeit der Ernte ist, ist die Vegetation meist nicht so farbenprächtig und fett wie im Frühling, allerdings feiern die Nepal zu dieser Zeit recht viele Feste, die oft mit dem Dank für die Ernte zusammenhängen oder Familienfeste sin (wie z.B. Tihar).

Winter
Plus: Wenige Trekker, in seltener besuchten Gebieten hat man die Lodge oft alleine. Öfters sehr klare, wenn auch kalte Tage. Im Tiefland oft recht angenehm, mit unserem Frühherbst vergleichbar.
Minus: In manchen Jahren Wintermonsun (der allerdings in der Heftigkeit nicht mit dem Sommermonsun vergleichbar ist). Pässe und hohe Täler ab 3000m oft in bleibendem Schnee. Große Kälte (auch in den Schlafzimmern der Lodges) und verschneite Wege weiter oben, Pässe können sich wegen klirrender Kälte und vor allem tiefem Schnee als für den Normaltrekker nicht überwindbar herausstellen.

Frühling
Plus: Wie im Herbst, nur beginnen überall die Hänge und Täler zu blühen. Zwischen Mitte März und Ende April blühen die Rhododendren.
Minus: Mittlerweile auch schon immer mehr Tourismus (obwohl der Herbst weiter die Hauptreisezeit ist). Meist nicht ganz so gute Fernsicht, verglichen mit dem Herbst. Weniger Feste, da die Einheimischen mit dem Ausbringen der Ernte beschäftigt sind. An gefährdeten Stellen (z.B. Annapurna Sactuary nördlich von Bamboo, kurz vor Thorong Phedi am Annapurna Circuit) ab dem späteren Vormittag erhöhte Gefahr von Lawinen bzw. Steinschlags wegen des schmelzenden Schnees.

Sommer
Plus: Alles satt grün, wenig Trekker, perfekt fürs obere Khumbu
Minus: Drückend heiß, extrem schlechte Sicht in tieferen Lagen; Gewitterhäufigkeit steigt.

Monsun
Plus: Hinter dem Himalayahauptkamm sehr angenehme Temperaturen, auch hohe Pässe oft vollkommen schneefrei. Sehr wenige Trekker.
Minus: Südlich des Himalaya meistens schon ab dem Morgen Berge in Wolken und oft ab dem frühen Vormittag wolkenbruchartige Regenfälle und Gewitter, für die es in ihrer Mächtigkeit in unseren Breiten praktisch keinen Vergleich gibt. Wege und Strassen können durch Erdrutsche unpassierbar werden, deutlich Verzögerungen müssen eingeplant werden.

Disclaimer: Selbstverständlich bezieht sich der Artikel auf ein durchschnittliches Jahr. Wetter kann nicht vorhergesagt werden, das Klima ist eigentlich die erfahrungsgemäße mittlere Wetterlage zu einer bestimmten Jahreszeit.

Es gibt manchmal trockene Sommer mit relativ wenig Regen, feuchte Herbste in denen man ganz schön nass werden kann, und für jede Jahreszeit gilt der Grundsatz:
In großer Höhe kann das Wetter jederzeit dermaßen umschlagen, dass es sinnvoll und ratsam sein kann, vorläufig umzukehren und es am nächsten Tag oder in den nächsten Tagen erneut zu versuchen.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Sonderfall Monsun - die fünfte Jahreszeit

http://everest.cc/grafiken/geowissen-monsun.gif


Nepal ist Monsunland. Tibet ist Wüstenland. An der Grenze liegt der Himalaya. Bestimmendes Merkmal für ihn ist auch der Monsun, jene, seit Jahrtausenden regelmäßig wiederkehrende Niederschlagsperiode in den Sommermonaten der nördlichen Hemisphäre.Das Wort »Monsun« stammt vom arabischen »mausim«, was nichts anderes als 'Jahrezeit' bedeutet. Der Monsun des indischen Subkontinents, welcher im Norden vom Himalaya begrenzt wird, ist ein Sonderfall der tropischen Passatzirkulation. Der Monsun in Ostasien (z. B. Japan, Taiwan, etc.) hat andere Entstehungsursachen.

Die Tiefdruckrinne am Äquator wird über Indien im Sommer besonders weit nach Norden verschoben. Ursache ist die große Landmasse Asiens, die sich im Sommer sehr stark erwärmt. Damit verschiebt sich der Tropopausenknick zwischen tropischer und subtropischer Luft weit nach Norden (Tibet). Gleiches gilt für die Lage des sommerlichen Wärmeäquators. Er verschiebt sich über dem Land rascher nach Norden als über dem indischen Ozean. - Der Passat erfährt damit über Indien folgende Abwandlung: Im Nord-Winter strömt der NO-Passat als NO-Monsun von N-Indien zur Tiefdruckrinne südlich des Äquators. Dieser NO-Monsun ist trocken und kühl. - Im Nord-Sommer wandert die Tiefdruckrinne mit dem Sonnenstand über dem indischen Subkontinent bis ins Ganges-Tiefland. Der SO-Passat, kommend vom südlichen Subtropenhoch über dem indischen Ozean, wird beim Überqueren des Äquators von der Corioliskraft nach rechts abgelenkt. Damit wird der SO-Passat in Indien zum SW-Monsun.

Der sommerliche SW-Monsun bringt sehr feuchte Luft vom warmen indischen Ozean. Trifft dieser SW-Wind auf Gebirge, so gibt es intensiven Steigungsregen. Sri Lanka und die Westghats in Indien sind die besten Beispiele. Im Lee der Gebirge ist es dann allerdings in dieser Zeit besonders trocken.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Klimatabelle Kathmandu

http://everest.cc/grafiken/geowissen-nsktm.gifhttp://everest.cc/grafiken/geowissen-nstab.gif