Vollständige Version anzeigen : Trekking in Thailand ohne Guide
Stormyman
21.02.2008, 14:49
Hallo,
Ich würde gerne in Thailand durch den Regenwald wandern (in der Regenzeit). Am besten in einer bergigen Region auf einer Route die so 2-3 Tage dauert und nicht voller Touristen ist. Gibt es Nationalparks in Thailand, wo dies ohne Guide möglich ist ? Welche Parks haben schöne, lange Trails, wo keine Guides von der Verwaltung vorgeschrieben sind und wo ein GPS+Karte+Zelt reicht, um klarzukommen ?
Ich habe bisher ähnliche Wanderungen im Bergwald von Südost Brasilien mit GPS gemacht (Ilha Grande, Serra dos Orgaos, Itatiaia usw ) und hatte viel Spaß dabei :-) Nun suche ich ähnliches in Thailand.
Vielen Dank für eure Tipps,
Karsten
bernieHH
05.04.2008, 02:18
hallo Karsten,
warum willst du da in der Regenzeit wandern und nicht in der Trockenzeit??
Ich war 2002 für 4 Monate zum Trekking in Südthailand, hab dort viele Küsten- und Regenwaldtreks gemacht, alle alleine und ohne Guide. Der längste Regenwaldtrek war 22 Tage durch den Kaeng Krachan Nationalpark.
Ich glaube dass offiziel ein guide in den Nationalparks vorgeschrieben ist, bin mir da aber ehrlich gesagt nicht ganz sicher. Ich bin einfach losgewandert, Punkt! Mir hat nie ein Ranger Probleme gemacht, auch nicht wenn ich denen vor oder am Ende des Treks von meiner Tour erzählt habe. Nur auf zwei Insel-Nationalparks gabs am Ende eine kleine Standpauke, aber sonst nichts weiter.
Was verstehst du unter "schöne lange Trails"?? Angelegte Pfade gibt´s in den Südthailändischen Regenwaldparks wenige. Ansonsten wanderst du pfadlos durch die Wildnis, folgst die Bachläufe oder auf sporadisch erkennbare Großwildpfade die Bergkämme.
Im Bereich von 2-3 Tagen bietet sich die Besteigung des Khao Luang an, das ist der höchste Berg Südthailands. Von Khiriwong führt ein Pfad hoch, der Einstieg ist aber ohne Guide schwer zu finden. Der Pfad endet auf dem Gipfel. Zurück den gleichen Weg (2-3 Tage für hin- und zurück),......aber ich bin nicht den gleichen Weg zurück sondern pfadlos durch Regenwald auf der anderen Seite runter (4 Tage).
Die schönsten Regenwaldtreks fand ich Khao Sok Nationalpark und Kaeng Krachan NP. In beiden lassen sich auch lohnende Routen für nur 2-3 Tage finden. Sehr lohnend war der Trek den Petchaburi River aufwärts!!!
Alle Regenwaldtreks die ich in Südthailand gemacht habe führten durchgehend durch unbewohnte Wildnis, ohne Dörfer oder Hütten,.......Begegnungen mit anderen Menschen waren reiner Zufall.
Aber ich war nur in Südthailand,....über Nordthailand kann ich dir daher auch nix sagen:-/
Gruss Bernd
wanderfalke
05.04.2008, 19:51
Hallo Bernie,
wow, 22 Tage im Kaeng Krachan! Warst du alleine und hast den Proviant für die ganze Zeit im Rucksack gehabt? Was hast du an Tieren gesehen? Elefanten?
Wie oft hast du andere Menschen getroffen?
Entschuldige die vielleicht etwas neugierigen Fragen, war selber einmal dort, aber leider nur sehr kurz. Die Gegend hat mir schon sehr gut gefallen. Die Vegetation erschien mir aber auch im Vergleich mit anderen Regenwaldgebieten ziemlich dicht. Bist du hauptsächlich Elefantenpfaden gefolgt?
Viele Grüße
Gerald
bernieHH
06.04.2008, 23:01
hallo Gerald, ja ich war auf dem Trek alleine und hab den ganzen Proviant für 22 Tage mitgeschleppt.
Der Regenwald ist im Kaeng Krachan nicht dichter wie in anderen Gegenden. Nur im östlichen Teil des Kaeng Krachan gab´s einige Abschnitte mit Sekundär-Dschungel wo man durch einige Dickicht-Abschnitte nur schwer vorwärts kommt. Aber im ganzen Rest meiner Wanderroute ging´s durch hohen Primär-Regenwald der meistens relativ gut durchwanderbar war:)
Tiere hab ich viele gesehen. Aber ich hab nicht gezielt nach ihnen Ausschau gehalten, mein Hauptziel war die Trekkingroute,.....alle Tiersichtungen waren Zufall.
Fast jeden Tag hab ich Affen und exotische Vögel gesehen. Gelegentlich Schlangen und große Waran-ähnliche Echsen. Ansonsten Waldhühner, Otter, eine Schildkröte, einen Nasenbär und einen Elefant von nahem. Paarmal war ich ziemlich nahe an Elefanten, konnte sie schon riechen,.....also wenn ich dort etwas rumgeschaut hätte, hätte ich garantiert mehr gesehen:). Einen Elefantenschädel hab ich gefunden (von Jägern oder Wilderern?), und einmal frische Tigerspuren am Fluss. Paarmal ist vor mir im Dickicht ein großes Tier abgehauen, konnte auf die Schnelle und durch die Vegetation leider nicht sehen was es war:cry:
Wie oft andere Menschen getroffen?
Bin an der Phanoen Thung Rangerstation gestartet, von dort den Huai Mae Saliang River abwärtsgewandert, mit Abstecher auf den Khao Phanoen Thung,......die ersten Menschen hab ich am 7.Tag getroffen am Petchaburi River. Hier dann kurzer zivilisationskontakt mit Dörfer, Fahrweg und Rangerstation. Dann wieder absolute Wildnis bis zum Trekende. Für die folgenden 8 Tage bin ich den Petchaburi River bis zum Quellgebiet aufwärtsgewandert, dann auf dem Hauptkamm des Tenasserim Gebirges gestiegen, diesen für paar Tage Richtung Süden entlanggewandert und ins obere Talsystem des Sarawa Chaung nach Myanmar abgestiegen (=ziemlich schluchtig). Die ersten 3 Tage am Petchaburi River hab ich einmal pro Tag Einheimische auf dem Bambusfloß gesehen, und insgesamt einmal zwei Dschungelwanderer. Danach die nächsten 10 Tage absolut keine Menschenseele gesehen,.....bis ich am 21. Tag auf einer kleinen Dschungellichtung mit Helikopterlandeplatz auf einen thailändischen Grenzposten stieß. Mußte meinen Paß vorzeigen, sie haben aber keinen Ärger gemacht weil ich aus Myanmar gekommen bin;)
Einen Tag später hab ich ´ne Straße erreicht wo ich den Trek beendet habe.
In den Flußtälern war das Vorwärtskommen relativ gut, meist im Flußbett, ansonsten durch Regewald, entweder pfadlos oder auf mehr oder weniger gut erkennbare Pfade .
Auf dem Gebirgskamm bin ich hauptsächlich Tierpfade gefolgt. Das Vorwärtskommen war gemixt, manchmal gings echt gut und manchmal war´s ein Geplackere wo ich hin und wieder auf Knien kriechen musste wo alles voll mit Dickicht oder mit umgeknickte Bambushaine blockiert war. Aber insgesamt absolut lohnend!!!!:):):)
Hallo,
habe mir mal hier, mal da einen Thread durchgelesen und bin jedes mal erstaunt. Ich lese oft, dass man in den abgelensten Gebieten wandert und mal hier und mal da einem Bären begegnet, im Dshungel spazieren geht, wo hinter einem Busch ein Tiger zu sein scheint. Ich finde es faszinierend, würde sowas auch gerne mal machen, aber habt ihr denn keine Angst vor diesen Tieren ?? Ein Tiger, ein Bäre, sind ja bekannt dafür, dass sie keine Vegetarier sind, woher habt ihr den Mut oder die Information solche Touren zu unternehmen ??
Mit erstaunten Grüßen,
Sergej
wanderfalke
07.04.2008, 21:02
Hallo Bernie,
hört sich nach einer wirklich schönen Tour an, die du da gemacht hast :up:, warst du in der Trockenzeit unterwegs?
Hast du schon häufiger Touren dieser Art, auch in anderen Weltgegenden gemacht?
Gerald der auch mal wieder in den Regenwald möchte :lecker:
albatross02
09.04.2008, 17:17
"Ein Tiger, ein Bäre, sind ja bekannt dafür, dass sie keine Vegetarier sind, woher habt ihr den Mut oder die Information solche Touren zu unternehmen ??"
Hallo,
bei Gegenden mit Eisbären habe ich große Bedenken ( Gewehr und Selbstschussanlage oder Wache am Zelt notwendig ).
Grizzlies, Schwarzbären ( Kanada ), Schlangen ( Australien ) waren kein Problem.
Bei Zweibeinern kann es durchaus Probleme geben ( mir sind im letzten Urlaub in Neukaledonien französische Faschisten, mit Gewehren bewaffnet, begegnet ).
Grüsse
Dieter
bernieHH
09.04.2008, 22:30
ja, vor Menschen sollte man mehr Angst haben als vor Tieren!
......von wenigen Ausnahmen mal abgesehen meiden Tiere eher Menschen als sie anzugreifen.
@wanderfalke: ich war in der Trockenzeit dort. Ja in anderen Gegenden hab ich auch schon häufiger Touren dieser Art gemacht,.....aber nicht nur Regenwaldtreks:)
Hallo bernieHH,
wie hast Du während der langen Tour die Versorgung mit wasser gehändelt,
alles mitgeschlept? Wahrscheinlich eher nicht ;)
Also Flußwasser, und dann mit Chlor behandelt?
Viele Grüße Jano
bernieHH
14.07.2008, 00:05
Wasser mitschleppen brauch man nicht, man findet reichlich in fluessen und baechen,......ich hab's ueberall unentkeimt getrunken. Du kannst es aber auch mit Micropur entkeimen oder abkochen.
gruss bernd
losgehts
17.06.2009, 17:11
hallo bernieHH,
Du scheinst ja Experte für den Süden Thailands in Sachen Trekking zu sein. Meine Freundin und ich überlegen mal ein paar Tage zu trekken Ende August. Nun sind wir keine Profis um nicht zu sagen eher Anfänger, allerdings beide körperlich recht fit. Könntest Du uns eine Empfehlung für einen 3-4 Tage Trekking-Tour mit/ohne Guide geben in Thailand? Ob Nordthailand oder Südthailand spielt dabei keine grosse Rolle. Wir sind danach noch ne Woche auf Koh Samui. Landschaftlich reizvoll, gerne auch Fluss- oder Küstenregionen, gerne auch durch teilweise bewohnte Gebiete. Ehrlich gesagt habe ich nicht so Lust auf ein Touri-Programm mit Elefantenreiten, Flosstour in einer grossen Gruppe etc..
Vorab schon mal Danke.
bernieHH
18.06.2009, 22:30
Könntest Du uns eine Empfehlung für einen 3-4 Tage Trekking-Tour mit/ohne Guide geben in Thailand? Ob Nordthailand oder Südthailand spielt dabei keine grosse Rolle. Wir sind danach noch ne Woche auf Koh Samui. Landschaftlich reizvoll, gerne auch Fluss- oder Küstenregionen, gerne auch durch teilweise bewohnte Gebiete.
hallo,
das hab ich doch schon (siehe oben)
1) Besteigung des Khao Luang, am Anfang gehts durch die Buschgärten der Einheimischen, dann bis zum Gipfel durch ursprüngliche Bergregenwälder.
2) Khao Sok Nationalpark. Regenwaldgebiet mit enge Bachtäler und Wasserfälle. Diverse pfadlose Routen von 2 bis über 6 Tagen sind hier möglich. Sehr lohnend ist die Namtaloo Cave, das Regenwaldbachtal führt dort in einen Felsberg hinein. Mit Höhlenlampen wandert man dort durch feuchte Gänge und Spalten durch, bis man auf der anderen Seite des Berges wieder in den Regenwald kommt. Unvergesslich!!! Die Höhle ist normalerweise nur per Boot erreichbar, aber ich bin in einen 6-tägigen Dschungeltrek zu fuss hingewandert.
3) Kaeng Krachan NP, hier den Petchaburi River aufwärtswandern und via Khao Panoon Thung Road wieder raus (oder umgekehrt). Phantastisches Regenwaldflusstal!!!! Dauert 3 Tage und ist auch verlängerbar,.....auch verbindbar mit Besteigung des Khao Phanoen Thung (1207 m hoch), ein flacher mit Savanne bedeckter Plateauberg im Regenwald.
dies sind alles drei sehr lohnende Treks!:)
Als Anfänger würde ich aber für mehrtägige Treks auf jeden Fall nur mit Führer gehen,.....die Fitness ist nicht das Problem, aber ohne Erfahrung werdet ihr wahrscheinlich nicht den Weg finden. Tageswanderungen dagegen könnt ihr locker alleine gehen.
gruss bernie
Hallo,
interessanter Thread. Ich habe in Thailand schon ein paar Trekkingtouren gemacht, allerdings mit Führer. Machbar sind solche Touren allerdings wohl auch allein, da sie nicht besonders anspruchsvoll sind.
In Norddthailand gibt es nicht mehr viel zusammenhängenden Primärwald. Es gibt einiges an Sekundärwald und Menschen sieht man öfter, da hier viele Bergstämme leben. Wer als unbedingt allein sein will, muss in Nordthailand schon etwas suchen.
Vor vielen Jahren habe ich eine, schon eher schwere, Dschungeltour grmacht - aber in Kalimantan. Wir haben in Zentral-Kalimantan die Müller-Range durchquert. Das war schon recht anstrengend. Allerdings haben wir uns auch hier Führer gesucht. Mit Karte und Kompass konnte man die Tour auch ohne Führer unternehmen - aber einfach war das nicht.
Führer haben, sei es Kalimantan oder auch in Thailand, den Vorteil, dass sie einem etwas über die Natur und die Menschen erzählen können oder zumindest Dinge zeigen können, die man selber gar nicht sehen würde.
Sie haben oft sehr gute Kenntnisse und man kann einiges lernen. Abgesehen davon, dass es auch sicherer sein kann, sind die Führer oft auch sehr gute Köche - was mir persönlich sehr gelegen kommt. ;)
Ich persönlich bin der Meinung, dass es immer besser ist mit einem Führer unterwegs zu sein - auch wenn das etwas Geld kostet.
Schöne Grüße
Volker
PS: Hier ist ein Link zu meiner Trekkingtour in Thailand (2006) - http://www.foto-reiseberichte.com/2010/04/09/trekking-in-thailand-bergwandern-in-nordthailand-in-der-naehe-von-chiang-mai/
In der Regenzeit durch die südlichen Regenwälder ?????:-/ Da fressen dich die Blutegel mit Haut und Haaren, glaubs mir, das ist heftig.
Ansonsten gibt es in Khao Sok tolle Landschaft. Ein Tipp: Versuche über ein Resort in Khao Sok am Chieo Lan Lake (Rachaprabha Damm) ein Kanu zu leihen und fahre ein paar Tage mit dem Kanu auf dem See rum, Natur pur. Weiterhin gibts auf diesem riesigen Lake (ca. 35km lang) rund 8 Rafthouse in denen du mal pausieren und deine Vorräte auffüllen kannst.
Fotos vom Lake und Rafthouse, Landkarte:
http://www.smileybungalow.com/lake-house/lake-house.html
http://www.smileybungalow.com/information/information.html
Solltest du im Khao Sok Park alleine zu den Wasserfällen und der Rafflesia wandern ist ein GPS Gerät von Vorteil den manchmal läuft ein Weg kurz im seichten Fluß o. ä.. wenn du dich dort verirrst bist du echt am A.... sollte nicht zufällig eine Gruppe oder ein Einheimischer vorbeikommen.
Wie du in der Karte siehst ist Khao Sok mit den Bungalowanlagen eine Meile vom Lake weg, genau genommen rund 66km.
Am Lake selbst ist es schwierig eine Überfahrt zu den Rafthouse zu organisieren, ebenso sind etliche Rafthouse nur bewirtschaftet wenn Touren dort sind.
Aber: Etwa bis zum Smiley Lakehouse hast du Mobilempfang und kannst dich kundig machen wenn du zu einem bestimmten Rafthouse willst.
Weiterhin ist auch der Wanderweg vom Highway zum See sehr interessant. Die 6,5km sind einfach zu gehen, der Weg ist deutlich zu sehen.
http://www.smileybungalow.com/where/khao-sok-lake-map-smiley-04.jpg
Den Weg zur Nam Talu Wasser-Höhle könntest du alleine finden, es ist aber nicht ratsam die Höhle alleine zu gehen. Vor allem ist es nicht ungefährlich die Höhle in der Regenzeit zu gehen, ansonsten ist sie sehr sehenswert!
http://www.smileybungalow.com/pictures/april-2011-free-easy-nam-talu/april-2011-free-easy-nam-talu-04.jpg
http://www.smileybungalow.com/tours/camping-lake-tour/lake-tour-05.jpg
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