Vollständige Version anzeigen : Sierra Nevada - suche gute 5-Tage Wanderung für Mitte April
Nat Bergtroll
08.02.2008, 23:39
Hallo zusammen. Ich bin Mitte April in San Francisco und will die Gelegenheit nutzen, ein paar Tage in einem der Parks in der Sierra (z.B. Yosemite) zu wandern.
Falls noch viel Schnee dort liegt, würde ich mir notfalls Schneeschuhe leihen oder kaufen. Ich suche nach einer möglichst schönen/interessanten Route für etwa 5 Tage (+-2). Ich möchte aber auf keinen Fall in überlaufenen Gegenden unterwegs sein und auch nicht auf "Camp Sites" mit zig Leuten zelten. Ich würde ggf. auch off track laufen - falls dort möglich.
Ich habe eine komplette Ausrüstung und bin nicht zum ersten Mal outdoor unterwegs. Von den Schwarzbären weiss ich. Ein Auto würde ich mir mieten (daher wäre eine Route für eine Rundwanderung gut).
Hat da jemand einen gut Tip für mich? Gibt es da noch richtige Wildnis, wo ich gut laufen kann?
Vielen Dank!
EDIT: Inzwischen habe ich folgende Seite im Netz gefunden, die ganz gut zu sein scheint und Trailbeschreibungen enthält: http://www.accesscom.com/~ddonehoo/sierratrails.html
bernieHH
09.02.2008, 18:25
Hallo Bergtroll,
die Sierra Nevada ist die größte straßenlose Wildnis der USA außerhalb Alaskas, du wirst dort eine phantastische Gegend zum Trekking vorfinden:):):) Das Trailnetz ist gut, auch für off-trail-routen findest du phantastische Möglichkeiten,......und von überlaufen kann im April sowieso keine Rede sein.
Wenn du nur 5 Tage Zeit hast würde ich einen Abschnitt des Pacific Crest/John Muir Trail machen!! Ich hab den kompletten John Muir Trail vor Jahren mal im Oktober gemacht, hab dabei nur alle paar Tage mal Leute getroffen:)
Der Pacific Crest/John Muir Trail führt durch eine felsige hochalpine Landschaft, die Päße sind allesamt zwischen 12.000 und 13.000 feet hoch, der Trail führt an haufenweise Seen vorbei und in den Tälern kommst du durch lichte Nadelwälder.
Ich weiss aber nicht ob April dafür schon die richtige Jahreszeit ist, auf jeden Fall wirst du dann wohl noch Schnee vorfinden. Schneeschuhe würde ich aber nicht mitnehmen. Ich selbst bin noch nie mit Schneeschuhen gelaufen, aber den Schnee den du im April dort vorfinden wirst ist Altschnee, und in den sackt man in der Regel nicht tief ein. Ich würde aber stattdessen auf jeden Fall ein Paar leichte Steigeisen mitnehmen falls du bei den Paßüberquerungen über hartgefrorene rutschige Schneehänge kommst!!!!
Routenempfehlungen könnte ich dir so einige geben,.....aber meine landschaftliche Top-Empfehlung für 5 Tage (plus/minus) wäre folgende: der John Muir Trail Abschnitt durch den Kings Canyon Nationalpark via Mather Pass - Palisade Lakes - LeConte Canyon - Muir Pass - Evolution Basin - Puite Canyon (phantastische heisse Naturquelle im San Joaquin River Valley.
Dies ist aber keine Rundtour, du müsstest also am Ende wieder zu deinen Auto zurückkommen,.......das fahren per Anhalter hat bei mir aber ganz gut geklappt:) Falls du unbedingt eine Rundtour machen möchtest bietet sich als Ausgangspunkt dieser Route entweder Kings Canyon Road End oder Bishop Creek an,.....allerdings wirst du dann nur einen Teil dieser Route machen können.
Wenn du dir Karten von dieser Gegend anschaust wirst du außerdem noch viele andere lohnende Routen darauf finden:)
Gruß Bernd
Nat Bergtroll
09.02.2008, 23:16
Hmm...so sah es Anfang Juli 2005 beim Murdock Lake aus:
http://www.alicotto.com/yosemitenorth/tuol08thumb.bmp
(Was da im Schnee steckt, sind die Wegweiser ;)
http://www.alicotto.com/yosemitenorth/tuol09thumb.bmp
Die von Dir gegangene Route ist noch höher gelegen. Grödel sind bestimmt eine gute Idee.
bernieHH
10.02.2008, 14:16
oh,....hätte nicht gedacht daß im Juli noch so viel Schnee dort liegt.
dann ist April wohl doch nicht so gut für diesen Trek:(
pingu_tours
10.02.2008, 19:08
Hallo Nat Bergtroll,
ich habe gerade unsere Homepage (http://pingutours.homepage24.de/) mit einem Bericht einer Wander- / Trekkingreise im Oktober 2007 in Kalifornien aktualisiert. Wir haben zwei Mehrtagestouren in der Sierra Nevada gemacht. 6 Tage im Yosemite NP (Start und Ziel im Valley) sowie den Rae Lakes Loop (4 Tage) im Kings Canyon National Park. Beides waren absolut tolle Touren, die ich jedem empfehlen würde. Doch April scheint mir wesentlich zu früh. Es hat in den letzten Wochen heftig geschneit in der Sierra Navada und die Bedingungen sind dann bestimmt noch nicht sehr einladend für eine Trekking Tour. Wie wäre es denn mit Touren in niedrigeren Gefilden wie z.B. Point Reyes National Seashore oder Big Sur? Falls es auch etwas weiter von San Francisco entfernt sein darf, bieten sich auch die Wüstenparks (Anza Borrego, Yoshua Tree, Mojave und Death Valley) an. Beim Trekken muss man dort nur genau planen, wie die Wasserversorgung gesichert ist.
Gruß
Jens-Uwe
Nat Bergtroll
10.02.2008, 22:36
@pingu
Danke für die Tips. Big Sur (Ventana Wilderness) ... dahin will ich vorher für ca. 3 Tage mit meinem in San Francisco wohnenden Bruder. Der muss dann aber wieder arbeiten und ich würde so gerne die Gelegenheit nutzen, eine "richtige" Wanderung zu machen. Die Bilder, die ich von der Ventana Wilderness bislang gesehen habe, waren nicht wirklich spektakulär, sondern nur ganz nett.
Yoshua Tree werde ich mir als Alternative mal anschauen. Vielleicht blüht es da dann schön.
Aber geht in Yosemite im April wegen Schneeschmelze auch keine Tour mit Schneeschuhe und/oder Steigeisen? Wenn da Altschnee wäre, müsste es doch mit Steigeisen ganz gut gehen ...?
Hmm.
P.S.: Schöne Homepage.
Hallo Bergtroll,
am imposantesten in der Sierra Nevada finde ich immer noch den Yosemite. Der ist im April auch bestimmt nicht überlaufen. Voll ist er sowieso nur im Bereich Yosemite Valley und Half Dome, ansonsten begegnet man auf einer mehrtägigen Wanderung nur wenigen Leuten (wenn man nicht gerade im Juli / August unterwegs ist).
Aber wieviel Schnee dort im April liegt und inwieweit der Yosemite zu dieser Zeit überhaupt begehbar ist, weiss ich leider nicht....
Eine sehr schöne, 7-tägige Wanderung wäre z.B. der Weg über Toulumne Meadows, Tenaya Lake, Sunrise Lakes, Clouds Rest + Half Dome (bei Schnee natürlich ohne Gipfel), Merced River, Merced Lake, Vogelsang Peak oder Bothe Lake, Toulumne Meadows.
Vermutlich geht im April schon der Einstieg über Toulumne Meadows nicht, weil die Straße zum Tiogapass gesperrt ist... aber dann könnte man über ggf. über das Yosemite-Valley einsteigen und die Runde von dort aus beginnen. Aber ob die Runde auch von dort schon im April machbar ist, kann ich leider nicht sagen. Die beschriebene Runde bewegt sich meist zwischen ca. 6000 - 9500 ft, das ist also recht hoch. Außerdem hat´s dort momentan ja wohl kräftig geschneit.
Viele Grüße Marie
P.S. Die Warnung vor den Schwarzbären unbedingt ernst nehmen, die gibt´s wirklich. Uns hat einer vor unseren Augen alle Nudelvorräte für die nächsten 5 Tage weggefressen... :lecker::lecker::lecker: (die Nudeln passten in den ersten beiden Tagen nicht mehr in die bearbox rein...)
bernieHH
11.02.2008, 20:58
@Bergtroll,
ich hab schon mehrere Hochgebirgstreks im Frühsommer gemacht wo noch viel Schnee da lag,.....alle ohne Schneeschuhe aber mit Steigeisen. Die Steigeisen hab ich auf einigen Touren davon nicht gebraucht, aber auf anderen doch. Meistens konnte man gut auf den Schnee laufen, aber einige Male hat die Sonne den Schnee aufgeweicht und man ist eingesackt, im schlimmsten Fall bis zu den Knien. Das war ziemlich anstrengend. Aber am nächsten Morgen war der Schnee dann nach den Nachfrost wieder hart:) Ich hab keine Ahnung wie es im April in der Sierra Nevada ist. Im Schnee würde ich aber auf jeden Fall die doppelte Zeit einplanen wie du für die gleiche Strecke ohne Schnee brauchen würdest.
Aber falls du dich doch für ein anderes Trekkingziel entscheiden solltest und Arizona & Utah für dich nicht zu weit weg wären,.....dann könnte ich dir Tourenvorschläge für 5 tägige oder längere Canyontreks machen die landschaftlich nicht "nur ganz nett", sondern absolute weltklasse sind:) ........noch besser wie die Sierra Nevada:)
gruss Bernd
Nat Bergtroll
11.02.2008, 23:03
@bernie
"dann könnte ich dir Tourenvorschläge für 5 tägige oder längere Canyontreks machen die landschaftlich nicht "nur ganz nett", sondern absolute weltklasse sind"
Also anhören kann ich es mir ja mal :D
@marie
Danke für den Tip.
@all
Gibt es eigentlich in der Sierra auch Trails die nicht ausgeschildert sind? Der Benson Lake Loop sieht ja landschaftlich sehr nett aus. Aber es stört mich doch etwas, dass da an so ziemlich jedem zweiten See Schilder a la "Camping verboten" stehen. Gibt es auch so richtiges Backcountry, wo keine angelegten und gewarteten Trails und kein Schilder sind (Wildnis halt)?
German Tourist
15.02.2008, 20:42
Sierra Nevada im April kannst Du absolut vergessen! Ich bin 2004 den gesamten PCT gelaufen und dabei ist die Faustregel, dass Du nicht vor Anfang Juni in die Sierra kannst - und das auch nur in niedrigen Schneejahren. Dieses Jahr hat bisher heftige Schneefälle gehabt! Der Altschnee in der Sierra ist absolut tückisch - teilweise meterhoch und endlose "suncups", die das Laufen schwer machen.
Wenn Du etwas in absoluter Nähe von San Francisco suchst, das auch noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen ist, dann empfehle ich Point Reyes National Sea Shore. Dort kannst Du das ganze Jahr über laufen.
Nat Bergtroll
15.02.2008, 21:26
Danke für die Warnung wegen der suncups.
Von welchen gigantischen Canyontreks spricht bernie denn?
bernieHH
16.02.2008, 16:09
Hallo Bergtroll,
April ist die perfekte Jahreszeit für Canyontreks:)
Hier paar Empfehlungen:
1. BUCKSKIN GULCH - PARIA CANYON - LEES FERRY (=landschaftlich meine absolute Top-Empfehlung!!!!!)
Länge ca. 70 km ohne Abstecher = 4 bis 5 Tage
Oder als folgende 3-tägige Rundtour: 1.Tag den Buckskin Gulch runter, Camp nahe der Paria Canyon Einmündung auf eines der landschaftlich spektakulärsten Wildniscampstellen auf denen ich jemals im gesamten Südwesten gecampt habe. 2.Tag den Paria paar stunden abwärts, dort campen und Gegenderkundung. 3. Tag den Paria zurück zur Buckskin Einmündung, dann den Paria aufwärts und raus....
Buckskin Gulch & Paria Canyon ist kein Geheimtip mehr,....aber trotzdem nicht überlaufen da nur 20 Leute täglich für "overnight-hiking" reingelassen werden. Nahe der Trailheads viele dayhiker. Schwierigkeitsgrad: Paria Canyon einfaches Wandern, Mischung zw unmarkierte Pfade und pfadlos. Buckskin Gulch: auch einfach aber abenteuerlich, viel waten im schlammigen Wasser, paar kleine Kletterstellen wo kurzes Seil nötig ist, aber ohne Probleme machbar.
´ne excellente Webseite darüber: http://www.climb-utah.com/Escalante/buckskin.htm
diese Seite beschreibt nur den Buckskin Gulch, nicht den Paria.
2. ESCALANTE CANYONS
ich bin den Coyote Gulch runter, dann den Escalante Canyon ganz rauf bis zum Death Hollow, diesen aufwärts und via Boulder Mail Trail raus. Dauer 12 Tage, ca. 240 km incl diverse Abstecher.
Teilabschnitte unterschiedlicher Länge über verschiedene Seitencanyons sind möglich. Am spektakulärsten fand ich den Coyote Gulch und den unteren Bereich des Escalante Canyons (der ca. 50 km lange Abschnitt zwischen Coyote Gulch Einmündung und Twentyfive Mile Wash). Schwierigkeit: Coyote Gulch einfach,unmarkierter Pfad, viel frequentiert, Permit durch Selbstregistrierung am Trailhead.Unterer Escalante Canyon: Wildnis pur, größtenteils pfadlos, Flußwaten, bush-whacking,eigene Route suchen, keine Leute. Erst nach 50 km ab Twentyfive Mile Wash (mittlerer Escalante Canyon) wieder häufig frequentiert mit Pfade.
Dies ist zwar keine Rundtour, man könnte aber ne ca. 5-tägige Rundtour draus machen, z.B. mit Ausstieg via Skorpion Gulch, dann durch die Slickrock-Hügel wieder zurück zum Red Wall Trailhead (Coyote Gulch)
Der mittlere Escalante Canyon ist landschaftlich nicht so spektakulär, aber mit sehr lohnende Seitencanyons und Abstecher (z.B. Golden Cathedral, Ringtail Canyon usw...). Dieser Teil ist wieder mehr frequentiert.
Dann folgt für die nächsten paar Tage wieder ein landschaftlich spektakulärer und oft pfadloser Abschnitt mit kaum Leuten bis zur Querung des Highway 12.
Der ganz obere Teil des Escalante und der Death Hollow ist dann nochmal ein absolutes Highlight! Dies ist auch als 2-tägiger Rundtrek machbar.
3. ZION NARROWS
absolut lohnend!!!! allerdings könnte April noch zu früh sein wegen Wasserstand des Virgin River. Ende Mai/Anfang Juni ist realistischer.
Dauert 2 Tage, ist aber auf 5 Tag verlängerbar zusammen mit dem Westrimtrail und andere Routen.....
und falls Du kein stundenlanges waten durch Wasser magst:
4. GRAND CANYON NATIONALPARK
Ein absolut lohnender 5-tägiger Trek (ca. 100 km Länge) ist:
Tanner Trail - Escalante Route - Tonto Trail und Ausstieg via South Kaibab Trail. Leichtes wandern auf unmarkierte Wildnisroute, kaum Leute, auf Escalante Route paar Kraxelstellen (Seil für´s Gepäck).
Außerdem gibt`s auch noch diverse andere Routenmöglickkeiten hier......:)
5.KANAB CANYON
.....abgelegen und spektakulär!!!! Touren unterschiedlicher Länge sind möglich, jenachdem wo man einsteigt. Mein Trek hat 13 Tage gedauert, knapp 300 km Wildnis meist ohne Pfade (Snake Gulch - Kanab Canyon - Esplanade - Tuckup Trail) und ich hab auf den ganzen Trek nur zweimal Leute getroffen.
6. LITTLE COLORADO CANYON
den kenn ich noch nicht, will die Tour im Mai probieren,........knapp 90 km langer Canyon, soll sehr abenteuerlich sein:)
angehängte Bilder:
1. Coyote Gulch
2. Escalante Canyon
3. Escalante Canyon
4. Escalante Canyon
5. Golden Cathedral, Neon Canyon
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bernieHH
16.02.2008, 16:25
ich wollte eben noch paar mehr Bilder beifügen, hat aber irgendwie nicht geklappt.
....dann also noch ein Versuch:
1. Slickrocklandschaft oberhalb des Escalante Canyons
2. Death Hollow
3. Blick vom Boulder Mail Trail in den Death Hollow
4. Kanab Canyon
5. Blick von der Esplanade
6. Buckskin Gulch
7. Buckskin Gulch
8. Paria Canyon
9 Paria Canyon
10. Zion Narrows
11. Zion Narrows
12. Blick vom Westrim Trail (Zion Nationalpark)
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Nat Bergtroll
19.02.2008, 08:22
@bernie
Vielen Dank schon mal für die sehr hilfreichen Infos. Ich plane derzeit an verschiedenen Optionen rum ... :coffee:
Nat Bergtroll
05.03.2008, 22:04
Update:
Der derzeitige Planungsstand sieht wie folgt aus: Will diese Tour machen ... http://offyonder.com/story.lasso?id=8
Wenn nur das Transportproblem zurück zum Trailanfang nicht wäre ...
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