Vollständige Version anzeigen : von Kathmandu nach Pokhara zu Fuss
Iwanttobreakfree
07.02.2008, 09:11
Hallo zusammen!
wie der Titel schon sagt wuerde ich gerne von Kathmandu nach bzw Richtung Pokhara wandern.
wie genau die Wanderroute aussieht moechte ich dann spontan festlegen.
Ich werde in Pokhara Englisch in einem loster unterrichten, moechte zuvor allerdings noch etwas vom Lande sehen und denke mir dass das eine gute und sehr individuelle Moeglichkeit ist.
Ich reise allerdings als Maedl alleine...
Haettet ihr irgendweche Tipps/ Erfahrungsberichte fuer mich? Ist mein Vorhaben anzuraten?
danke Eva
Hallo Eva,
in der Umgebung kannst Du etliche Wanderungen unternehmen um Land und Leute kennen
zulernen.Sehr schön wäre u.a. die Wanderung vom Phewa-See nach Sarangkot.
Allerdings würde ich die Tour nicht alleine laufen und nach einem Begleiter,einer Begleiterin
schauen.
Auf der Straße von Pokhara nach Kathmandu zu laufen ist aufgrund des großen Verkehrsaufkommens nicht zu empfehlen.
Um Land und Leute kennenzulernen, wäre eine kleine Annapurna-Runde (von Dhampus nach
Ghandrung und Querwanderung zum Ghorepani-Pass mit Abstieg nach Biritanti) sehr zu
empfehlen.
In welchem Kloster unterrichtest Du ?
Gruß
Jens
P.S. Herzlich wilkommen im Forum
Iwanttobreakfree
07.02.2008, 10:21
Danke, Jens!
Noch eine Frage: wie sicher ist es fuer ein (junges) Maedchen allein in Nepal?
Ich habe mir bereits andere Forumsbeitrage zu dem Thema durchgelesen, jedoch waren diese meist veraltert..
merci
Normalerweise ist Nepal für allein reisende Frauen nicht gefährlicher als in Deutschland.
Allerdings sollte man schon auf dezente Bekleidung achten, d.h. keine Shorts oder andere
knappe Bekleidung tragen.
Falls Du trekken möchtest, empfehl ich Dir http://www.3sistersadventure.com/.
Diese können Dir weibliche Guides, bzw. Porter vermitteln.
Am besten erkundigst Du Dich in Kathmandu,Pokhara welche Ortsteile man meiden sollte.
Alleine sollte man nicht zur World-Peace Pagode z.B. wandern.
Hallo Eva,
man muß sich nicht an die Straße halten. Es gibt einen alten Handelsweg aus Vorstraßenzeiten etwas nördlicher. Im alten(!) Bruckmanntrekkingführer Nepal ist der beschrieben. Es soll wohl auch einfache Übernachtungsmöglichkeiten geben. Ich schaue heute Abend mal rein und schreibe morgen hier detailierter.
Gruß Ingolf.
Namaste,
auf keinen Fall alleine von Kathmandu aus nach Nagarjun Forrest gehen. Allein trekkende Frauen wird der Eingang in den Park verwehrt, da dort 2 Touristinnen ermordet wurden.
Wie Ingolf schon richtig schrieb, gibt es einen alten Handelsweg. Bis Pokhara benötigt man mindestens 7 Tage.
Meine Frau rät dringend (!!!!!) davor ab, diesen als Frau aber auch als Mann, egal wie gekleidet alleine zu gehen.!
Von Pokhara zur World Stupa oder nach Sarangkot wie Jens geschrieben hat, mindestens zu Zweit gehen.
Ansonsten, ich hab es schon mehrmals geschrieben, ist es in Stuttgart im Schlossgarten nach 22 Uhr gefährlicher als in Nepal.
Manfred/Sansara
PS: Bin mal auf die genaue Wegbeschreibung von Ingolf gespannt, ich find sie in meinen Unterlagen gerade auch nicht. Zur Not müsste ich meine Frau mitnehmen, die kennt den Weg....:D
Danke, Manfred,
daß Du das mit Warnung Deiner Frau geschrieben hast. Ich hätte die Eva fast auf die (deutlich veraltete) Info von Stephen Bezruchka in seinem Trekkingführer hingewiesen, der diese Strecke meines Wissens nach als einziger beschreibt.
Schade, dass es offensichtlich in Nepal abseits der Hauptrouten manchmal gefährlich werden kann. Was ist denn das genaue Problem, das Deine Frau sieht? Maos? Dacoits?
Liebe Grüße,
Soshin
Namaste Soshin,
das Problem sind nicht die Maoisten, sondern die Dacoits (also krimenelle Umtriebe).
Und auf dem Weg, da bist ziemlich einsam unterwegs.
Liebe Grüsse
Manfred
Der alte Weg gehtr voüber Trishuli Bazaar, Arught, Gorkha, begnas Tal nach Pokhara. man braucht mehr als 7 Tage. ich bin ihn mal in Teilstücke gegangen und es war ein unvergessliches Erlebnis.
Erwarte aber keinerlei touristische Infrastruktur. Wohl gibt es einfachste Übernachtungsmöglichkeite und ab udn zu Dal Bhat.
Es ist ratsam etwas Nepalesisch zu können.
und wie schaut es aus mit dem alleine gehen? Würde ich so weit ab vom Schuß ebenfalls von abraten. Eine möglichkeit wäre für diese wirklich interessante Tour einen oder mehrere Partner zu finden oder du nimmst dir einen Porterguide. Damit würdest du weniger Tragen müssen (Es geht permanent hoch und runter , könntest auf dem Wegschon nepalesisch lernen und wärst recht sicher.
ein netter udn guter Porterguide kostet zwischen 10 und 20 USD. beim jetzigen Kurs vom Euro schon ein echtes Schnäpchen.
gruß Andrées von www.nepal-dia.de (http://www.nepal-dia.de)
Von der Idee her mal was "nicht-Hammelherde-Mäßiges" :D - aber in der Durchführung dürfte doch eher Ernüchterung eintreten :-/.
Wenn du den Weg deutlich nördlich der Straße KTM-Mugling-Pkh meinst - also wie Andrees schreibt über Trisuli - Samri Bhanjyang - Gorkh - Tarkughat - Begnas (ingolf dürfte Banzhafs Pipal-Trek meinen ;), für den er ab Trisuli 10 Tage rechnet), ist das ein Trek, der nur in der heißen Hügelzone verläuft, fernab der Bergketten und -gipfel, durch dicht besiedeltes und wenig bewaldetes Gebiet und oft von Straßen "erschlossen". Im Winter sicher klimatisch angenehm aber im Sommer eine schweißtreibende Angelegenheit. Nur einfache bis einfachste Lodges und Teehäuser und dem Tourismus nicht unbedingt aufgeschlossene Bevölkerung.
Wenn die erwähnten kriminellen Elemente, die Fliegen (Jap. Enzephalitis!) und Hunde dazukommen, kann die Freude übern Trek schon leicht getrübt werden. :(
Aber ich will ja nicht schwarz malen.
Allerdings hielte ich Busanfahrten zu einzelnen Orten (etwa Gorkha) und Tagesausflüge für interessanter.
phacops
Eine Wegveschreibung von Pokhara nach Kathmandu gibt es in der deutschen Ausgabe von
Stefan Bezruchka Nepal 1 .
Die Ausgabe ist von 1991 und wohl nicht mehr erhältlich:(.
Bei Bedarf kann ich Kopien senden.
Von der Idee her mal was "nicht-Hammelherde-Mäßiges" :D - aber in der Durchführung dürfte doch eher Ernüchterung eintreten :-/.
phacops
Es stimmt, unterwegs wird man sicherlich öfters den Tag verfluchen:redface::mad::redface:, wo man sich diese Tour vorgenommen hat. Udn im oktober ist es sicher auch verdammt heiß :schwitz:Wann wolltest du denn überhaupt gehen? I
Aber am Schluss möchte man die Erfahrung nie mehr missen. Natürlich sind in nepal die hochgebirgsregionen unvergleichlich, darum renne ich ja auch immer dorthin, aber ein Wandern in den niedrigen hügelregionen hat seinen ganz eigenen Reiz. Ich habe schon lange vor, genau diese Strecke mal wieder zu laufen, da ich sie beim ersten mal wegen Amöben abbrechen musste und seither eine bgroße Sehnsucht genblieben ist
Iwanttobreakfree
08.02.2008, 08:54
vielen Dank fuer die vielen Antworten - dieses Forum ist echt toll!
Also - ich fliege am 9. Maerz nach Kathmandu, sprich bereits in einem Monat.
Wie schon erwaehnt werde ich dann in einem Kloster in Pokhara Englisch unrrichten (siehe: verdammt ich kann keine links posten:-/ es heisst chokhorling-nepal . org , einfach googeln) Dass ganze laeuft ohne Zeitdruck ab, sprich ich kann anfangen wann ich will und bleiben solange ich will. Mein Rueckflug ist fuer Ende Juni gebucht dh ich habe 4Monate um das Land, die Leute nd die Kultur kennenzulernen aber auch um etwas (hoffentlich) produktive Entwicklungshilfe zu leisten (ja ich bin so ein unbelehrbarer uebermotivierter Weltverbesserer - aber dass ist glaub ich doch ziemlich normal wenn man jung und voller Hoffnung ist :))
Da ich nicht nur"hilfsbereit" sondern auch Berg/wander-suechtig bin, moechte ich meine Zeit auch zum trekken nutzen. Allerdings nicht mit (entschuldigt bitte den audruck) "normalen" 0815Trekkigtouren fuer einfach ein paar wochen, abhaengig von irgendeiner Agentur, mit 10000anderen Touristen sondern ich will einfach nur durchs Land wandern, wennmoeglich dort wos nicht allzu ueberfuellt und touristisch ist.
das ganze soll auch eine Art Selbstfindungsreise sein...
Ich hoffe ich habe meinen Standpunkt, (wahrscheinlich naiven) Vorstellungen und Traeume gut heruebergebracht.
In dem Bezug ist mir halt eingefallen warum nicht einfach von Kathmandu nach Pokhara zu wandern... Ist es abseits der Touristentrampelpfade wirklich viel gefaehrlicher? oder liegt dass nur an der Naehe zu Kathmandu?
vielen Dank fuer die Antworten und Anregungen -das alles ist eine grosse Hilfe
bises aus Frankreich, bonne journee - Eva
Genau den meine ich Phacops. Hatte mal damit geliebäugelt, da ich auch diese Zonen sehr mag und zumindest im Garhwal herrliche Touren machen konnte.
Gruß Ingolf.
Hallo, Eva,
wenn ich es nun nicht besser wüsste (Manfred, Andrées und Ingolf sind absolute Nepalexperten auch für die seltener besuchten Gebiete), hätte ich Dir auch (nach dem Prinzip: Wenn der Stephen Bezruchka ihn empfiehlt, kann er nur gut sein) den Weg sicher empfohlen. Allerdings hat sich zwischen den frühen Neunzigern und heute offensichtlich auf den Seitenwegen etwas geändert.
Stephen hat einen anderen Zugang wie wir alle: Er spricht ausgezeichnet Nepali und war erstmals 1969 (!) im Land, und danach wohl dreißig mal. Irgendwann hat er aufgehört zu zählen. Er empfiehlt ausdrücklich, in Privathäusern nachzufragen, ob man bei der Familie übernachten kann, und die Gastfreundschaft der Nepali zu erleben. In den Hügelregionen dieser Gegenden wohnen jedoch hauptsächich Hindus, oft von der Kaste der Brahmin, und diese haben gewisse Regeln, die Kastenlosen (von denen Du eine bist, noch dazu eine Frau) doch skeptisch gegenüberstehen.
Jetzt kommt mir bei Deinem Posting vor, dass Du das Land ebenfalls "von innen" erleben willst. Natürlich kann man nie ganz sicher sein, dass einem nix passiert, aber nachdem Du vermutlich schon etwas Nepali können würdest, von der Mentalität Bewohnern des Landes schon etwas mitbekommen haben wirst, würde ich Dir persönlich von dem Weg gefühlsmäßig doch nicht ganz abraten. Was allerdings nicht zu unterschätzen ist, dass insbesonders in den dörflichen Regionen Nepals alleine Langstrecke wandernde Frauen nahezu eine Unmöglichkeit sind. Eine Nepalifrau würde so etwas (vielleicht maximal von einem Nachbardorf zum anderen) nie machen. Ist geradezu unanständig. Daher würde ich Dir allermindestens einen Porterguide empfehlen, der dieser ROutenführung, und der Idee, die dahintersteckt, aufgeschlossen entgegensteht.
Liebe Grüße,
Soshin
Ja, und noch etwas: den Bezruchka gibt es noch immer in der englischen Ausgabe von 1997 (leider der letzten, Stephen ist mittlerweile über siebzig), z.B. bei Amazon. Auch die deutsche Ausgabe von 1991 gibt es sicher noch antiquarisch, und Jens' Angebot ist echt toll.
Nicht nur wegen der irrsinnig genauen Wegbeschreibungen, sondern vor allem wegen der ausführlichsten Einführung in die nepalesische Kultur und Lebensweise meiner Meinung nach nach wie vor - und das bei weitem - unerreicht.
Einer der Gründe seiner Liebe zu dem Land, die das ganze Buch deutlich durchzieht, wird wohl an einer kleinen Übersetzung eines Schildes an einer winzigen Lodge aus dem nepalesischen deutlich:
Maaya namaarnu hola
Darunter stand auf Englisch die "Übersetzung" dieses Satzes auf English:
Come back again
Wörtlich heißt es:
Laß die Liebe nicht sterben.
Namaste,
Soshin
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