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Vollständige Version anzeigen : Mt. Kenya und Kilimanjaro: Geheimtipps?


frau e.
23.12.2007, 12:02
Hallo liebe Trekker,
ich habe mich gerade angemeldet(hab vorher nur mitgelesen),da wir im Februar nach Kenia fliegen.Und so langsam werde ich etwas nervös,weil ich die große Sorge habe,daß ich etwas elementares vergessen könnte.Ich habe schon viel gelesen über Kilimanjaro -Touren,hab einige Bücher gekauft,einige Packlisten hier ,gehe viel laufen usw...Aber es gibt einige "Unklarheiten":-/ z.B.nehme ich den Seesack(da paßt mehr rein,und die Rucksäcke werden eh in säcke verpackt,wirkt aber nicht so stabil wie Rucksack)oder den Trekkingrucksack(der ist so eng und der Schlafsack so riesig...).
Also ich würde mich TOTAL freuen,wenn Ihr mir von Euren Erfahrungen und den damit verbundenen hilfreichen Tips berichten könntet.Gab es Dinge,die Ihr vergessen hattet und unbedingt gebraucht hättet,oder unnützen Balast,den man sich auch vor ort hätte besorgen können?Oder Gegebenheiten,die ganz anders waren,als vorgestellt?
Viele Grüße,schöne Weihnachten und vielen Dank!!!

Torte
23.12.2007, 15:10
Hallo Frau e.,

wir waren im Oktober 2007 auf dem Kilimanjaro und haben uns genau die selben Fragen gestellt.

Zum Seesack/Rucksack: Also für die normalen Tagesetappen reicht ein Tagesrucksack aus, der rund 30 bis 40 Liter fassen sollte. Darin sind alle Utensilien, die den Tag über benötigt werden: Lunchbox, 3 bis 4 Liter Wasser, Fotoausrüstung, Regenschutz, Sonnencreme, Medikamente etc.

Die Träger tragen das restliche Gepäck, Schlafsack, Isomatten, Klamotten etc. Aus eigener Erfahrung: Das Beste ist eine herkömmliche Sporttasche. Dabei hast Du den Zugang von oben, findest Deine Sachen schnell, alles lässt sich ordentlich verstauen. Beim Rucksack oder Seesack bist Du immer am Stapeln. Oft musst Du alles Aus- und wieder Einräumen. Wir hatten zwei Leute mit Sporttaschen und zwei mit Rucksäcken. Die mit den Rucksäcken haben deutlich mehr geflucht.

Viele Grüße und viel Erfolg!

frau e.
23.12.2007, 15:45
Hi Torte,
(hoffe jetzt klappts mit der Antwort,hat eben gehakt)Danke für Deine Antwort!Das mit dem Rucksack habe ich mir gedacht und jetzt bin ich sicherer:) Und sonst war alles so,wie man es überall liest?Oder gab es etwas,das Du gern noch vor der Reise gewußt hättest?
Viele Grüße!

Torte
23.12.2007, 17:19
Hallo,

wie Du die Reise am Ende tatsächlich erlebst, hängt meines Erachtens auch von der Agentur bzw. dem Veranstalter ab. Mit wem geht Ihr? Und welche Route?

Wir haben die Tour insgesamt etwas härter erlebt als gedacht. Dabei haben wir die Sache nicht mal auf die leichte Schulter genommen und waren gut vorbreitet. Die eine Sache war das Wetter. Nachmittags wurde es sehr schnell ungemütlich, sprich Nebel, Feuchtigkeit, Eisregen. Das zermürbt irgendwie zusätzlich, vor allem in der Höhe.

Außerdem sank abends die Temepratur drastisch ab. Innerhalb von wenigen Minuten geht die Sonne unter und dann wird es ziemlich kalt und dunkel. Also von gemütlicher Lagerfeueratmosphäre waren wir weit weg. Das wussten wir zwar vorher schon, aber die Realität ist eben doch anders.

Auch wenn die Träger einem viel abnehmen, ist es doch eine Mischung aus Trekking und Expedition. Zwei von uns waren vorher schonmal in Nepal (Trekking Dhaulagiri-Runde und Annapurna-Runde) und fanden den Kili wesentlich anspruchsvoller.

Alles in allem war es aber der beste Trip, den wir jemals erlebt haben. Die traumhafte Landschaft, die tollen Tagesetappen, das fantastische Team, der nächtliche Gipfelaufstieg, der Sternenhimmel, der Sonnenaufgang am Kraterrand, der Gipfel - das war alles unglaublich. Das muss man sehen und erleben.

Viele Grüße und viel Spaß!

Torte
23.12.2007, 17:24
Jetzt hab ich doch fast die Antwort auf die Frage vergessen: Bei uns war eigentlich alles wie in den einschlägigen Reiseführern beschrieben. Wir hatten glücklicherweise auch keine bösen Überraschungen seitens unserer Agentur. Im Gegenteil.

Übrigens: Wesentlich besser als erwartet war das Essen am Berg.

frau e.
23.12.2007, 19:46
Hallo,
daß es härter wird,als man sich vorstellen kann,hab ich befürchtet!Deshalb will ich ja unbedingt auf alles und jedes vorbereitet sein(daraus resultieren regelmässige Kaufräusche bei Gl**etrotter)Man muss ja wirklich für jedes Wetter und jede Temperatur gerüstet sein.
Wir machen unsere Reise mit Diamir und werden die Machame Route gehen.
Und das mit dem Essen schreiben ja echt alle,das freut mich auch sehr,weil ich gern esse.Ist schon toll,was die Teams da bewerkstelligen.
Welche Route seid Ihr denn gegangen?Habe vor ein paar Tagen gelesen,das in einem der Camps,die wir auch ansteuern werden,die Tür von dem Klohäuschen nicht vorhanden war...Schon doof...:roll:
Viele Grüße!!

Torte
23.12.2007, 22:12
Hallo,

wir waren ebenfalls auf der Machame Route unterwegs. Das Thema Hygiene ist so eine Sache. Am ersten Tag ist es schwierig, sich daran zu gewöhnen. Später ist es kein Problem mehr. Die meisten Wanderer nützen die Klohäuschen ohnehin nicht, sondern gehen in die freie Wildbahn... Vor allem hier ist "Trittsicherheit" erforderlich, wenn man sich sein Plätzchen sucht... ;-)

Wir persönlich haben uns im Vorfeld aber viel mehr Sorgen gemacht wegen der Höhe. Vor allem, weil Du das nicht wirklich trainieren kannst. Am Vorabend haben wir in Moshi eine Gruppe aus der Schweiz getroffen. Passionierte Bergsteiger, schon fast alle Viertausender der Alpen bestiegen, zur Vorbereitung noch auf dem Mont Blanc gewesen. Keiner von den dreien hat es geschafft... Wir hingegen sind relativ beschwerdefrei hochgekommen, obwohl wir vorher höchstens aus 3000 Metern waren. Komische Sache.

Bei mir persönlich (und bei vielen anderen) war die dritte Etappe ein guter Test, der Weg vom Shira Camp (ca. 3900 Meter) ins Barranco Camp (ca. 3900 Meter). Wer den Anstieg zum Lava Tower auf 4600 Meter ohne große Probleme schafft, kommt in der Regel locker ins Barafu Camp und in der Gipfelnacht zumindest zum Stella Point (5750 Meter).

Viele Grüße, Torte.

frau e.
24.12.2007, 09:49
Guten Morgen!
Ja,klar,die Klos sind das kleinste Problem,da findet jeder eine Lösung für sich.
Wir sind vor dem Kilamanjaro noch 5 Tage am Mt.Kenya,das ist schonmal gut und man sollte wirklich den Lavatower versuchen zur Akklimatisation,denke ich.Aber wie Du schon sagst,die Höhenkrankheit ist nicht planbar,So oder so wird es auf jeden Fall ein ein super-unvergesslicher Urlaub.
Schöne Weihnachten!

Schurli
03.01.2008, 09:57
Hallo frau e.!
Nachdem im Forum über den Mt. Kenya wenig zu finden ist, hier ein kurzer Abriß unserer Tour (Jänner 2000):
Wir machten eine Überschreitung - Aufstieg von Norden über Sirimon-Route, Abstieg über Naro Moru-Route (Normalweg). Falls bei Euch der selbe Auf- u. Abstieg geplant ist, würde ich die N.M.Route empfehlen, da ich sie als abwechslungsreicher empfand. Wir hatten jemand in Nairobi, der uns zu unserem Ausgangspunkt (Sirimon Gate) brachte, die Rückfahrt machten wir mit einem Matatu (da relativieren sich alle Gefahren am Berg!!!), unterwegs waren wir mit Zelt, aber ohne Führer und Trägern. Die Wege waren für uns immer klar und einfach zu finden, bei dichtem Nebel (meist Nachmittags) tlw. eventuelle Orientierungsschwierigkeiten.
Mit der Höhe hatten wir keinerlei Probleme, obwohl wir nicht akklimatisiert waren - einzige Ausnahme: Übernachtung auf der "Austrian Hut" (ca. 4.700m) mit etwas Kopfschmerzen. Den Abstieg vom Pt. Lenana bis zum N.M. Gate würde nicht mehr in einem Tag machen, schade um die schöne Landschaft, schade um die herrliche Ruhe am Berg (auch im Vergleich zum Kili!).
Grüße aus Wien

frau e.
03.01.2008, 18:46
Hallo Schurli,
vielen Dank für die Beschreibung der Tour!Leider sieht es ja im Moment so aus,als würden wir Kenia gar nicht besuchen können.Vermutlich werden wir dann den Mt.Meru als "Ersatz "besteigen.Mal gucken, wie die Lage sich entwickelt...

Viele Grüße!

ühürü
08.01.2008, 23:45
Ah, auch jemand im Ostafrikafieber...
Schon alle Impfungen erhalten?

Die Lage in Kenia macht Euch natürlich einen Strich durch die Rechnung bzw. Reiseplanung...aber Diamir dürfte ja fit sein und das passend umorganisieren. Mount Meru ist sicherlich auch super, über den weiß ich mehr als über den Mount Kenya (bin eher Tanzania-Fan ;)).

Ich wünsch Euch viel Spaß in Ostafrika.
Wann seid Ihr denn gemäß derzeitiger Planung auf dem Uhuru Peak, wenn alles läuft wie gewünscht?

Bei mir wird es - wenn alles klappt - am 15. Februar soweit sein, via Rongai- bzw. Kikeleva-Route. Gehe ohne Gruppe, also solo mit meinem Bergführer (und einem Träger). Danach noch familiäres Reiseprojekt in Tanzania für drei Wochen. Ich fliege am 9. Februar mit KLM.

Bin auch schon in immenser Vorfreude, noch gar nicht sooo nervös, aber das mit dem Kaufrausch kenn ich. Schreib mir schön Listen, was ich schon alles habe und was ich noch kaufen KÖNNTE und was ich vielleicht besorgen SOLLTE, was ich davon vielleicht im Anschluss auch wieder verkaufen könnte (Schlafsack zum Beispiel, bei der Kälte zelte ich sonst nicht, und das der Tyin Winter ist einfach ziemlich sperrig...).

Ich freu mich sehr auf die Tour, trainiere, hin und wieder auch in meinen Wanderstiefeln, lese, schau ins Swahili-Sprechführerbuch...

Ich habe den Seesack mit 90 Litern Volumen von Meru (ehemals Four Seasons) geschenkt bekommen und werde meine Klamotten darin in verschiedenfarbigen Tüten bzw. dünnen Säckchen unterbringen.

Eine Frage noch: Wie macht Ihr das mit dem Geldtausch? Nehmt Ihr Dollar mit, wenn ja, wie viel? Oder wollt Ihr dort tauschen?

Gruß
ühürü

frau e.
09.01.2008, 20:59
Hallo Ühürü,
ja,wir sind auch im Ostafrika-Fieber:) Wir waren vor 2,5Jahren in Kenia und hatten auf der Safari die ganze Zeit den Blick auf den Kilimanjaro...
Unsere Impfungen sind alle noch ausreichend,wir haben gestern nur noch mit Tollwut angefangen,unsere Ärztin meinte das wäre nicht schlecht,weil wir ja fast nur zu Fuß unterwegs sind.
Wir werden auf jeden Fall hier Geld tauschen und zwar wollten wir US-Dollar mitnehmen und auch direkt kleine Scheine bestellen,weil Du ja sofort nach Landung das Gepäck "aus der Hand gerissen" bekommst und die Jungs ein Trinkgeld erwarten.Und mit Euro Münzen kommst Du da nicht weit bzw. die Einheimischen;)
Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig wieviel Geld ich mir tausche,ich denk so um 400 Euro?!Wir müssen nur 2 Abendessen bezahlen und die Trinkgelder,Visa und ich glaub eine Ausreisegebühr und Kleinigkeiten.Sonst sind wir ja nur am Berg.
Ich werd auch den Seesack nehmen,er wirkt zwar nicht sehr stabil,aber eine Tour wird er schon packen:) Und den Tyin Winter hab ich auch...schweeeeer!
Wir werden nach jetzigem Plan am 15.Tag der Tour den Gipfeltag haben,also am 19.2.Am 21.1.wird Diamir sich entscheiden,wie die Reise nun entgültig verlaufen wird.
Wie machst Du denn Familienurlaub in Tansania,wenn ich mal neugierig sein darf?Mit Kindern?Wir machen uns schon immer Sorgen,das man keine tollen Reisen mehr machen kann,wenn Kinder da sind.;)

Viele Grüße!

ühürü
09.01.2008, 23:41
Ihr wart also schon in Kenia - dann seid Ihr ja schon mit einigen Erfahrungen persönlicher Art versorgt ;). Bezogen auf familiäres Reisen: In diesem Fall bin ich das Kind ;), meine Schwester (34) und ich (31) werden mit unseren Eltern unterwegs sein. Unsere Männer werden wir wohl schon vermissen, aber so ein Familienprojekt ist auch mal was Gutes...wir sehen uns sonst alle vier nur selten. Meine Eltern lebten und arbeiteten als junges Paar, damals frisch verheiratet und kinderlos, von 1969 bis 1971 ür 2,5 Jahre in Tanzania (West-Kilimanjaro-Gebiet). Rindersperma hat mein Vater damals tiefgefroren aus Europa mitgtebracht - er hatte dort Forschungsarbeiten zu machen bezogen auf die Optimierung der Rinderzucht und Veredelung des Viehs etc., zuvor hatte er in Deutschland Landwirtschaft studiert. Das waren schon prägende Jahre damals und noch deutlich abenteuerlicher als Reisen dorthin in heutiger Zeit. Wir haben als Kinder viel von ihnen erzählt bekommen und wollten schon früher mal gemeinsam dorthin. Seit 1971 waren sie nicht mehr dort - jetzt, 38 Jahre später, werden wir gemeinsam dorthin reisen. Sie sind in leicht ängstlicher Vorfreude, hoffen, nicht zu enttäuscht zu sein von manchen Entwicklungen - damals gab es nicht wirklich Tourismus, es war einfach noch eine andere Welt... Einige Bekannte und Freunde von damals haben sie via Internet ausfindig gemacht und Kontakte aufgefrischt, es sind auch Treffen geplant. Das wird sicher auch für meine Schwester und mich spannend. Die klassichen Safariziele im Norden Tanzanias steuern wir auch an, also Lake Manyara, Ngorongoro, Serengeti, außerdem Usambara-Berge und am Ende drei Tage Zanzibar. Ich freu mich schon sehr auf die drei gemeinsamen Wochen. Vorher bin ich eben solo mit Bergführer die Woche um, am und auf dem Kilimanjaro... Heute kam mein Seesack an, hab schon mal probegepackt ;). Noch ein Monat bis zum Abflug! Euch viel Glück für die Tour! Gruß ühürü

frau e.
10.01.2008, 16:59
Das hört sich ja toll an!Ich wünsch euch eine tolle Reise und Dir natürlich auch viel Glück am Berg!
Liebe Grüße!

Torte
10.01.2008, 18:08
Hallo ühürü,

das hört sich ja wirklich spannend an... Also von mir ebenfalls viel Glück am Berg und eine tolle Reise... Du kannst ja im Anschluss mal Bericht erstatten...

Alles Gute, Torte

ühürü
10.01.2008, 18:10
Dankeschön!
Werde ich machen, hier und im Mount-Kilimanjaro-Forum :cool:.

frau e.
24.02.2008, 13:28
Wir sind zurück!
Noch etwas kaputt,aber mit tollen Eindrücken.Die Machame Route war landschaftlich superschön,alles hat geklappt und wir haben den Kili geschafft!Der Mt. Kenya war leider zu kurz bemessen,man war am 1.Tag auf 3200m,da bin ich ziemlich schnell höhenkrank geworden.Wir haben viel von Kenia und Tansania gesehen und was den Berg betrifft einiges gelernt::D
-nicht ohne Regenschirm
-nicht ohne superlanges Regencape
-nicht ohne Trinksack
-man sieht im Seesack nix,ist wirklich unpraktisch
@ühürü:ich hab mich vertan,mein Schlafsack ist gar nicht der Tyin,sondern Nordisk Gormsson,war super.
Insgesamt hab ich mir vorher zuviele Sorgen gemacht,man wird am Berg ja wirklich super versorgt und die gängigen Ausrüstungslisten sind ausreichend.
Viele Grüße !!