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Vollständige Version anzeigen : Seven Summits – Schwierigkeiten


Torte
13.12.2007, 12:33
Hallo,

gibt es hier jemanden, der bereits die Seven Summits bestiegen hat bzw. daran arbeitet?

Mich interessiert vor allem der Unterschied zwischen Aconcagua und Kilimanjaro. Wie habt Ihr das hinsichtlich Wetter, Anstieg, Streckenlänge der Etappen erlebt?

Ich war im Oktober 2007 relativ beschwerdefrei auf dem Kili (via Machame) und würde Anfang 2009 gerne zum Aconcagua.

Noch was: Kennt jemand die absoluten Streckenlängen der Etappen am Aconcagua-Normalweg bzw. die Länge von Plaza de Mulas zum Gipfel?

Danke und viele Grüße...

nocturnus
13.12.2007, 15:51
Habe selbst keine Erfahrungen mit den den "sieben Zwergen" (...hinter den sieben Bergen:) ). Aber da es ja in erster Linie um den Aconcagua geht: Auch da weiss ich nichts von, habe aber einen sehr informativen link dazu (Striche durch Punkte ersetzen):

www-bielefeldt-de/aconhd-htm

daxy
13.12.2007, 17:17
Aconcagua wesentlich anspruchvoller. als Kili - wegen der höhe.

Puenta del Inca- BC ca 52 km,
Nido de Condores- gipfel und zurueck ca 12- 15 stunden, je nach geschwindigkeit.
schwiergikeit bei Aconcagua vento blanco - schneesturm.

Jens
13.12.2007, 18:51
Der Aconcagua ist auf dem Normalweg technisch einfach.
Kletterei ist nicht notwendig.
Größtes Problem ist die Höhe und ggf. heftige Winde.
Bislang ist dieser Berg mein einziger Seven Summit:D und wirds wohl bleiben.

Torte
14.12.2007, 08:52
Hallo,

Danke erstmal für Eure Antworten.

@Daxy: Ich will ja jetzt nicht zu theoretisch werden, aber am Gipfel des Kilimanjaro hat man etwa noch 45 Prozent des Luftdrucks der Meereshöhe, am Aconcagua sind es rein rechnerisch rund 38 Prozent. Hört sich ziemlich ähnlich an. Rein rechnerisch...

Wie hast Du den Unterschied empfunden?

Außerdem interessiert mich die Gipfeletappe: Seid Ihr von Nido de Condores oder Berlin gestartet? Was macht mehr Sinn: Eine längere Gipfeletappe und dafür tiefer Schlafen oder umgekehrt?

albatross02
14.12.2007, 13:54
Hallo,

prozentual würde ich das nicht so leicht vergleichen.
Lies Dir mal die Berichte von Hartmut Bielefeldt durch.

Aconcagua ist extrem sturmanfällig. Aufgrund des Wetters bin ich von P. Berlin gestartet ( ca. 7 h zum Gipfel ).
Canaletta ist auf dem Normalweg unangenehm. Wobei vorher auch schon Geröllstrecken kommen. Dort sollte man vernünftigt akklimatisiert sein.

Ob Berlin oder Nido hängt von der jeweiligen Kondition ab.


Gruss
Dieter

daxy
14.12.2007, 14:13
am acancagua habe ich wesentlich mehr nach luft geschnappt als am Kili.
besonders arg ist der killerhang . - genannt Canaletta - ein schritt vor- 2 zurueck...
sind von Nide de Condores asu gestartet.

lager berlin liegt nur ca 200 m hoeher - dafür die zelte und asurüstung hochschleppen zahlt sich nicht aus.- besser eine etwas längere gipfeletappe in angriff nehmen.

Torte
15.12.2007, 09:27
Hallo,

@albatross02: Du hast sicher Recht, die ganze Berechnung nützt nicht wirklich was. Es ist ja vor allem auch die Frage, wie gut man akklimatisiert ist. Möglicherweise verträgt man 6000 Meter besser als 4500 Meter, wenn die Vorbereitung stimmt. Ich habe die Sache mit dem Luftdruck einfach nur so mal gerechnet, um eine Vorstellung zu bekommen. Aber in Wahrheit muss man es wohl einfach erleben.

So oder so: Wir gehen Anfang 2009.

@alle: Habt Ihr die Besteigung des Aconcagua selber organisiert bzw. durchgeführt? Oder habt Ihr Euch eine Agentur vor Ort gesucht, mit Guide? War jemand mit einem deutschen Anbieter? Hat jemand besonders gute Erfahrungen gemacht?

Danke!!!

pauli2040
15.12.2007, 11:31
hallo torte, da du noch etwas zeit hast, wird e nicht so eilig sein, aber ich hab eine entfernungstabelle über den normalweg am aconcagua, entfernungen, gehzeiten, % steigungen etc.. ich bin momentan etwas stressig, aber wenn ich die nächsten tage mal zeit zum suchen habe, stell ichs dir hier rein. ich war im februar am aconcagua. du kannst hier irgendwo im forum auch was von mir darüber lesen. also bis demnächst.

peakbagger
15.12.2007, 12:50
Hallo,
ich war 2006 solo am Aconcagua. Bin am 13.1.06 über die Falso-de-Polacos-Route vom Ameghino-Col (5350m) in 9h zum Gipfel gegangen. Canaleta ist zwar nervig, aber auch nicht soo schlimm. Am besten weit rechts gehen - und pole, pole...
Zur Organisation: Hatte bis auf zwei heikle Flussüberquerungen auf Mulirücken und ein paar Süppchen im Plaza-Argentina-Basecamp (als Lizenz für die Klohausbenutzung) keine Fremdhilfe ab Punta de Vacas. Also kein Guide, keine Tragetiere, keine Küchenmannschaft. Toller Berg - aber man lernt auch ganz schön das Fluchen...
Viel Erfolg!
Klaas

Hannes33
15.12.2007, 15:43
Hallo,
werde selber im februar 09 wieder dort sein. Entweder Normalroute (war ich feb 07) oder eher wahrscheinlich die "Falso polaco" weil viel weniger los ist.
bzgl streckenlänge: die einzig lange Etappe ist von confluenca nach plaza de mulas, das sind 6 bis 10 stunden, je nach kondition und beladung.
Ansonsten sind die etappen eher kurz, vor allem wegen der höhe.
Aconcagua ist definitiv ein kalter und sehr windiger berg! das wetter ist im allgemeinen die größte herausforderung, gepaart mit der höhe von fast 7000meter.
Im vergleich zum Kili: in der regel ist der kili ein "Trekkingberg", der aconcagua ist schon ein expeditionsberg, weil man in der regel lager aufbaut, sich zeit für die akklimatisierung nimmt usw... also definitiv anspruchsvoller als kili. (zu deinen Prozenten: der unterschied zwischen 45% Sauerstoff gehalt und 38% ist nach meinem empfinden gewaltig... vergiss zahlen und statistiken, die bringen dich auf keinen berg;) )
lg Hannes.

Torte
18.12.2007, 11:16
Hallo und Danke für Eure Antworten.

Mich würden trotzdem noch ein paar Details interessieren bzgl. Organisation.

Habt Ihr am Aconcagua alles selber organisiert oder habt Ihr Euch einer Agentur angeschlossen? Mit wem seid Ihr unterwegs gewesen und wie waren Eure Erfahrungen?

@peakbagger: Habe Deinen Berichte bereits gelesen (auch Cho Oyu). Sehr spannend!

@pauli2040: Die Entfernungen würden mich sehr interessieren.

Dann noch was: Ist der Normalweg windanfälliger als die falsche Polenroute?

Danke und Grüße!

pauli2040
26.01.2008, 11:23
hallo torte, hab glatt vergessen, die tabelle einzustellen, hol ich hiermit nach.
hab auch schon ein hirn wie ein sieb. gruß chris

Torte
30.01.2008, 11:18
Super, vielen Dank.

webster
02.08.2008, 09:52
hallo,
hatte auch vor,anfang 2009 mal den aconcagua zu probieren ,habe aber ausser der annapurna-umrundung keine erfahrung.könnte ich mich eventuell bei jemandem mit erfahrung anhängen?

Jens
02.08.2008, 16:49
hallo,
hatte auch vor,anfang 2009 mal den aconcagua zu probieren ,habe aber ausser der annapurna-umrundung keine erfahrung.könnte ich mich eventuell bei jemandem mit erfahrung anhängen?

==
Hi Webster,
beide Touren kann man nicht miteinander vergleichen.
Wenns in größerer Höhe am Aconcagua anfängt zu stürmen kann es sehr unangenehm werden.
Als ich im Dez.96/Jan. 07 am Aconcagua war, musste ich beim Reiseveranstalter meine Bergerfahrung mit einem
ausführlichen Tourenbericht nachweisen.
Der Normalweg weist zwar keine technischen Schwierigkeiten auf ist aufgrund der Höhe sehr anstrengend.
Gruß
Jens

P:S. In den 15 Tagen am Berg , gab es leider 3 Höhenkranktote:-/

graggi1
04.08.2008, 15:48
@Webster:
Sich bei einem 7000er bei Individualbergsteigern anzuhängen, weil man keine Erfahrung hat...Da wünsche ich mal viel Spaß beim Suchen. Da gibt es wohl eher Bergführer dafür, oder?

Bezüglich Kilimanjaro vs. Aconcagua: Allein die nötigen Höhenlager auf 5500m bzw 6000m am Aconcagua sind schon mal DER Unterschied zwischen den beiden Bergen bezüglich Akklimatisationsanforderungen (würde mal sagen Kili 1 Woche; Aconcagua: 2,5 Wochen). Erinner Dich mal an Deinen Gipfeltag am Kilimanjaro und denk Dir dann mal Du hättest dort oben auch noch übernachten müssen...:schwitz: