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Vollständige Version anzeigen : Nordost Russland


yeronimo
06.12.2007, 05:16
Hallo zusammen!

Ich bin gerade am planen einer Wildniswanderung in Russland und wollte mal allgemein fragen, ob jemand schon Erfahrungen mit Wanderungen von 3 Wochen aufwärts hat und mir vielleicht irgendwelche Tipps geben kann?

Leo1969
06.12.2007, 09:39
Hai,

Nordostrussland ist etwas vage angesichts der Größe des Landes. Wenn Du Nordosten schreibst, würde ich jetzt an Tschuchotka denken.......
Habe keine Erfahrung dort, aber vielleicht kann Dir jemand helfen, wenn Du die Region etwas eingrenzt. Da könnte ich Dir allenfalls einen Reiseveranstalter nennen, der dort auch Trekkingtouren anbietet (wenn ich mich richtig entsinne)....Müsstest Du mal nach Baikal-Tours googeln, wenn das für Dich in Frage käme.

yeronimo
06.12.2007, 18:49
Das mit der Regionangabe ist eigentlich gerade das Problem. Da ich gerade erst am Anfang der Planungsarbeiten bin und noch nie in Russland war bin ich derzeit noch auf der Suche nach Regionen. Im Buch "Trekking in Russia & Central Asia" wurden folgende Gebiete empfohlen:

Altai
Kamtschatkas Vulkane
Sayan Gebirge
Die Gebiete nördlich des Baikal Sees
Verkhoyansk Gebirge
Chersky Gebirge
Kolyma Gebirge

Hat jemand von Euch Erfahrungen in einer dieser Regionen gemacht?

Die Tour, die ich vorhabe ist eine selbstorganisierte, nicht geführte Aktion, bei der ein Freund und ich für bis zu 2,5 Monaten in der Wildnis sein wollen. Entweder eine reine Gehtour mit Versorgungspunkten (sprich Hubschrauber bzw. Flugzeug bringt Verpflegung zu vorher festgelegten Punkt) oder vielleicht eine Kombination aus Floßfahrt und Wanderung, wo man den Proviant am Floß mitführt.

Leo1969
06.12.2007, 21:36
tief Luft einziehend :D Das Sayan-Gebirge ist nicht gerade im Nordosten. Nach allem, was ich bislang von dieser Region gelesen habe, ist das Altai-Gebirge dagegen ein "Rummelplatz". Das Sayan-Gebirge soll eine der abgelegendsten Regionen überhaupt sein. Ohne russische Sprachkenntnisse dort hin? Hut ab. Das wäre allerdings ein echtes Abenteuer. Respekt, Respekt! Aber wenn Ihr schon so lange dort seid und der Baikal-See "relativ" nah ist(wieviel tausend Km sind es? :D), fällt mir ein, dass hier schon öfters mal von einem neu angelegten Trail am Baikalsee geschrieben wurde. Wäre das nicht etwas? Keine Ahnung wie es am Baikal und im Sayan ist, aber Kamtschatka ist ja "Mücken- und Bärenverseucht". Da müsst Ihr aber unbedingt berichten........

yeronimo
07.12.2007, 00:33
Eine der abgelegensten Gegenden überhaupt, ist genau das was wir wollen :-)
Einen Trail wollen wir eigentlich nicht gehen, wir wollen wieder auf eigene Faust den Weg finden und uns durch die Büsche (oder besser keine Büsche) schlagen.

Erst mal auch danke, ich werd auf jeden Fall mal mehr Infos über das Sayal-Gebirge einholen.

Es ist nicht wirklich leicht so eine Tour zu planen, wenn man noch nie in der Gegend war, ich hab schon Alpenvereine, Weitwanderseiten, ... angeschrieben und bisher so gut wie nichts gefunden. Anscheinend macht sowas wie wir kaum jemand ;).

Einen vielleicht ganz interessanten Bericht habe ich für Dich, falls Du Dir mal ansehen möchtest, was wir letztes Jahr im Yukon gemacht haben (http://richard-schuster.com/trips.html) (http://richard-schuster.com/trips.html%29). Die Seite ist zwar noch im Aufbau, aber zwei Berichte hab ich schon fertig und im Fotoalbum ist auch schon einiges drinnen.

Eine ähnliche Tour wollen wir in Russland gehen, nur diesmal soll es etwas länger werden, man muss sich ja immer ein bisschen steigern :D

Leo1969
07.12.2007, 14:21
Habe gerade etwas im WWW. gefunden, was vielleicht interessant für Dich ist. In dem Magzin "Berge" Ausgabe 1/2003 Spezial Trekking wurde wohl ein Bericht über das Sayan-Gebirge veröffentlicht.

wanderfalke
08.12.2007, 14:31
Hallo Yeronimo,

genau solche Touren sind auch mein Ding, zu Fuß,teilweise weglos durch abgelegene Wildnisse. In Russland war ich zwar noch nicht, aber leztes Jahr im Chenti Gebirge, das unweit der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator liegt und an Sibirien grenzt. Ist wahrscheinlich von der Landschaft mit vielen Gegenden Süd-Sibiriens vergleichbar. Hat mir sehr gut gefallen dort. Trotz der guten Erreichbarkeit habe ich viele Tage keine Menschenseele gesehen. Einige Bilder der Tour findest du hier im Forum in der Bildergalerie.
Ansonsten kann dir Nikolai der auch hier im Forum schreibt, sicher einiges über Russland mitteilen. Seine Touren findest du hier (http://http://www.rutour.de/). Schöne Touren auf Kamtschatka haben Waltraud und Andy unternommen. Ihre Berichte stehen hier (http://www.mountainbike-expedition-team.de/).
Auch sonst schreiben dann und wann russischsprachige Leute im Forum, ihr solltet also an weitere Informationen kommen. Wahrscheinlich ist es auch eine gute Idee, jemand der Trekking begeistert ist und aus Russland stammt mit ins Boot zu nehmen.
Ich würde zunächst auch einmal die Frage klären, ob es überhaupt für drei Monate Aufenthalt ein Visum gibt. Sehr schöne Bilder und Geschichten aus Russland finden sich auch in dem Bildband Sibirien von Peter Eichenberger, den du sicher noch ganz günstig erstehen kannst.
Ich hatte mich Anfang des Jahres auch kurz mit der Idee getragen, eine Tour nach Ussurien, im Fernen Osten Russlands zu unternehmen. (Dort wo die Tiger leben). Schöne Impressionen dazu erhalten die beiden Dersu Ussala Bände Wladimir Arsenjews. Lassen sich in der Bibliothek finden.
Zu der Anmerkung von Leo, dass der Altai überlaufen sei, denke ich, dass das Gebirge von der Größe der Alpen mit nur ganz wenigen Straßen ist. Daher kann es mit dem "Überlaufen" nicht so weit her sein, und man wird dort durchaus richtige Wildnistouren unternehmen können.
In jedem Fall bin ich stark an eurer weiteren Planung interessiert. Haltet uns hier im Forum doch bitte auf dem Laufenden!

Viele Grüße Gerald

Thorsten
08.12.2007, 18:42
Hallo yeronimo


Da habt ihr euch was vorgenommen.
So Sachen wie Versorgung aus der Luft kann man streichen, das ist unbezahlbar. Rechne mal mit 500-1000$ pro Flugstunde, und ich denke mal 4 Stunden sind nichts wenn du im Busch bist.
Wenn du länger wie 4 Wochen bis 3 Monate bleiben willst brauchst du ein Geschäftsvisum (250€ca.).
Das ist eigentlich bei Wanderungen grade im Grenzgebiet immer zu empfehlen, weil man ja nicht immer da registriert ist wo man grade rum läuft.
Kommst du in eine Kontrolle und irgendwas ist nicht ok (ein Stempel ist unleserlich, du hast einen i-punkt vergessen:confused: ) hast du entweder genug Geld oder Zeit, eine Woche ist normal, oder die Reise ist zu Ende.
Auch die Jahreszeit will gut gewählt sein in den Sommermonaten sind z.B. in Altai 35°C normal, die Vegetation ist dann voll ausgewachsen, man schaft max. 20km mit leichten Gepäck in der Wildnis. (Mittelgebirge 200-300 Höhenmeter pro Tag)
Nicht vergessen sollte man auch Bären, Wölfe und noch so ein paar schlechtgelaunte Zeitgenossen. Im Sommer wird man wohl kaum Probleme bekommen da das Nahrungs-Angebot gut ist, in Frühjahr und Herbst sieht das anders aus. Man kann das nicht mit Alaska vergleichen.
Trekkingnahrung kann man in Russland nur sehr schwer kaufen, brauchbare Batterien für das GPS auch, man muss fast alles mitnehmen.
Sobald man aus einer Stadt raus ist, ist es fast unmöglich etwas zukaufen was man grade so braucht, es gibt in den Dorfern eigentlich nur noch Lebensmittel Läden.
Russisch ist nicht unbedingt erforderlich eine Dolmetscher bekommt man für 20€ per Tag im Busch braucht man keinen, man trifft sowie so nur Gold und Diamanten Sucher und die wollen ihre ruhe haben.
Einen Führer( mit Wörterbuch) würde ich dir auf jeden fall empfehlen. Mein GPS sagte mir mal 3km bis zu Lager, was es nicht gesagt hat war 3km durch den Sumpf.
Wenn du dich für Altai entscheidest kann ich dir einwenig helfen, ich bin regelmäßig dort.
Ohne eine Kontaktperson ist so eine Reise sehr gewagt, nicht nur wegen der Sicherheit sondern auch vom Ergebnis her.

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten



P.s Altai ist mit Sicherheit nicht überlaufen es sei denn man will zu Belucher.:down:

Leo1969
08.12.2007, 19:52
Zu der Anmerkung von Leo, dass der Altai überlaufen sei, denke ich, dass das Gebirge von der Größe der Alpen mit nur ganz wenigen Straßen ist. Daher kann es mit dem "Überlaufen" nicht so weit her sein, und man wird dort durchaus richtige Wildnistouren unternehmen können.
In jedem Fall bin ich stark an eurer weiteren Planung interessiert. Haltet uns hier im Forum doch bitte auf dem Laufenden!

Halt! Stopp! Kein Schritt weiter! Ihr seid alle verhaftet! :D:D:D
Natürlich ist der Altai nicht überlaufen. Das wollte ich auch eher im übertragenenen Sinne ausdrücken. Wenn man mal die ganzen Trekking-Reiseveranstalter sieht, dann ist doch das Altai meistens mit im Programm dabei. Aber welcher Reiseveranstalter fährt ins Sayan-Gebirge bzw. wer kennt das Sayan-Gebirge vom Namen nach? Mir persönlich sind nur zwei Reiseveranstalter bekannt. Das meinte ich jetzt mit "überlaufen", aber nicht im eigentlichen Sinn. Sorry, für dieses Missverständnis.......

yeronimo
10.12.2007, 19:12
@Walter: Danke für die Infos, ich werd mir die Bücher mal ausborgen und durchschmökern. Die Bilder der Kamtschatka Touren hab ich mir schon ein bisschen angesehen und ich bin begeistert :)
Der Link zu Nikolais Berichten funktionierte leider nicht, hast Du da vielleicht einen anderen?
Was hat Dich eigentlich dann dazu bewegt doch nicht nach Ussurien zu reisen?

@Thorsten: Auch Dir danke für die Hilfe. Das mit dem Flugpreis grenzt das ganze dann doch sehr ein muss ich sagen. Mit der Nahrung meinst Du da Probleme mit den Tieren oder Nahrungsangebot für einen selbst. Mich würde nämlich interessieren ob es möglich ist einen Teil der Nahrung, am besten wahrscheinlich in Form von Fisch selbst zu fangen, um weniger Proviant schleppen zu müssen. In dieser Hinsicht wäre interessant, ob jemand damit Erfahrungen in Altai, rund um den Bakail See, in Kamtschatka oder in der nordöstlichen Tundra hat.

@Leo: natürlich auch herzlichen Dank für Deine Hilfe, den Bericht werd ich mir gleich mal bestellen.

Hat eigentlich von Euch jemand Erfahrungen mit einer Art Bergrettung oder so gemacht oder weiß jemand mehr darüber? Ich habe nämlich in einem 1997 erschienen Trekkingbuch gelesen, dass der Rettungsdienst zusammengebrochen war und nur noch für Katastrophen eingesetzt wurde, ist das noch immer so oder hat sich das mittlerweile schon wieder gebessert?

yeronimo
11.12.2007, 00:39
Ich habe jetzt auch noch ein paar Fragen zu verschiedenen Gebieten, die ich mir gerade genauer ansehe:

Chukotskiy: Hat jemand von Euch Erfahung mit dem Anadyrsky oder Chukotsky Gebirge oder aber auch mit den Verbindungen in dieser Gegend im generellen? Dabei wäre für mich die Städte wie Bilibino, Pevek, Anadyr, Egvekinot und Provideniya interessant.

Sahka: Hier wäre für mich vor allem das Verkhoyanskiy und das Chersky Gebirge interessant, beim ersteren auch noch die in der Nähe verlaufende Lena und mögliche Kombinationsmöglichkeiten von Flossfahrt und Wanderung, so in etwa sich irgendwo vor Yakutsk ins Wasser setzen zu lassen, dann an Yakutsk vorbei (falls das möglich ist und keine Staustufen im Fluss sind) und später dann, wenn die Lena nahe am Verkhoyanskiy Gebirge vorbei fließt dieses Gebirge entland zu wandern.

Kamtschatka: Hier wäre das Zentral Gebirge der Peninsula interessant, mit der Straße zwischen Petropavlovsk und Ust Kamchatsk. War schon mal jemand in diesem Gebirge für längere Zeit unterwegs und kann mir sagen, wie es mit dem Vorankommen auf den Vulkanen bestellt ist?

Und abschließend: hat jemand von Euch eigentlich schon Erfahrungen mit dem Sayan-Gebirge gemacht und kann mir in Punkto Bodenbeschaffenheit und Vegetationsdichte dort weiter helfen, weil wenn ich im Google Earth nachsehe und auch wenn ich die Längengrade der Gegend in Betracht ziehe scheint es mir doch etwas schwierig dort über ein paar Hundert Kilometer durch den Busch zu wandern.

Tomke
11.12.2007, 21:43
Hi Y,

ich war dieses Jahr im September in Kamtschatka, südl. von Petro. Auf jeden Fall gibts da Lachs und Forellen ohne Ende. Die Viehcher beißen auf alles was sich bewegt. Vorankommen auf Höhen über 800 m kein Problem, tiefer, durch Weiden- und Erlengebüsch ziemlich nervig (3 km pro Tag). Aber wenn genug Zeit ist, was solls. Russisch braucht man nicht.

Thorsten
16.12.2007, 14:23
Mit dem Nahrungsangebot meine ich das Wild, im Sommer haben besonders Bären ein reichhaltiges Nahrungsangebot gegen Herbst verschlechtert sich das und sie suchen die Nähe zum Menschen. Ich würde sagen je weiter du von Siedlungen weg bist je unangenehmer wird es, ( In der Nähe von Sieblungen haben wilde Tier negative Erfahrungen mit dem Menschen gemacht, außerhalb von diesen sind sie neugierig und das ist gefährlich.)
Fischen kannst du eigentlich überall, meisten kleine Fische. Als Hauptnahrung wird das wohl eng, aber ich bin auch kein Angler. Anglerausrüstung kann man vor Ort kaufen, kostet ca. 20€. Ist auch ein perfektes Gastgeschenk und öffnet so manche Tür.
So wie das klingt möchtet ihr euch für ein paar Wochen absetzen und weitestgehend selbstständig Leben.
Ich würde dir empfehlen in der letzten Siedlung einen einheimischen als Führer zu „Mieten“. Je älter des so besser kann man sagen. Ein Mann mit ca. 65, er wusste es nicht so genau, hat uns in Grund und Boden gerannt.
Dafür brauchst du aber einen Dolmetscher die Menschen werden es sonst nicht verstehen das ein Europäer ohne „Waschmaschine/Kühlschrank“ in den Busch geht.

Rettungsdienste ?
Habe ich auch schon mal gehört. Aber ich würde mich da nicht drauf verlassen. Es gibt ein Weltweites Rettungs-System über Notfunk, Sender kann man über die Johanniter (ich bin mir nicht sicher, ist schon eine Zeit her das ich mich da informiert habe) leihen oder auch im Fachhandel kaufen.
Man wird dann innerhalb von 24 Stunden gerettet. Da man aber nur seine Position sendet ohne irgendeine Info kommen die mit allem was da ist. Die Rechnung hat dann die Form eines Telefonbuches. Die Auslandskranken Versicherung deckt das nicht.
Über den ADAC ist das wohl auch nicht so einfach.

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten

Kobbold
18.12.2007, 23:46
Hallo
ich selbst war noch leider in keinemder russischen asiatischen gebirge( nur in russiscg lappland bisher), vielelicht kann ich trotzdem ein wenig helfen

Wollte aber letztes Jahr ins Altai und hab daher einiges dazu bereits gefunden und wollte mal eines loswerden. Davon zu reden das Altai sei überlaufen ist ziemlich ¤*#¤*#¤*#¤*#. Realerweise gibt es Gebiete da ist ordentlich was los( Belucha region sehr stark). aber gerade im südosten des russischen Altais ist garnix, da kommt man auch verdammt schwer hin. zu sagen im Altai ist viel los ist so wie zu sagen ALaska ist voll, weils 1/2 Trails gibt die gutbegangen sind.


ich würde euch echt empfehlen die russische schrift zu lernen( lesen und wenns geht schreiben). war dieses jahr dort und konnte quasi nix sagen, aber lesen allein bringt schon unglaublich viel, da kann man sich echt manches zusammenreimen oder zumindest was"aussprechen", uns hats vollkommen gereicht.
wichtig finde ich nach meiner erfahrung das man in der ersten stadt wo man die registratur macht etc, einen helfer hat ( wir hatten mit zugtickets und registratur erhebliche probleme, kann aber auch pech gewesen sein)


mein bruder war im sayan kann den mal fragen wies da war und wie lange man da unterwegs sein kann.

allgemien würde ich sagen altai, sayan und teile kamschatkas dürften machbar sein, nordöstliche tundra und nordkamschatka stell ich mir echt verdammt krass vor, das ist ne echte expedition weil da ja mal gar nix ist ( da gibts ein buch von der ersten frau die nordkamschatka durchquert hat, ziemlich krass

yeronimo
20.12.2007, 20:08
@Tomke: gibt es von Deiner Reise irgendwo Bilder im Netz oder könntest Du mir ein paar schicken (richardschuster@gmx.at)? Wie lange warst Du denn unterwegs und gibt es von Deiner Route GPS Koordinaten, damit ich mir das auf einer Karte ansehen kann?

@Thorsten: Das mit der Versicherung ist doch schon mal zumindest etwas, denn ich hatte schon befürchtet man würde überhaupt keine Hilfe bekommen können. Wir machen es gewöhnlich so, dass wir uns ein Satellitentelefon mitnehmen, ich werde mich in dieser Richtung also mal über das von Dir angesprochene Rettungs-System informieren.

@jeskodanzeisen: wie warst Du im russ. Lappland unterwegs, bist Du dort gewandert? Es wäre interessant mehr darüber zu erfahren und vor allem auch, ob es möglich wäre dort längere Zeit ohne Wege zu gehen, da es noch ganz und gar nicht fix ist, wo wir hinfahren und solange mindestens 10 Tageskilometer durch den Busch ohne Wege möglich sind kommt ein Gebiet schon mal in Frage.

Wär toll, wenn Du Deinen Bruder bezüglich Sayan fragen könntest.

Tundra ist das, was wir eigentlich bevorzugen, da die Vegetation gewöhnlich relativ niedrig ist und man dadurch viel leichter weite Strecken gehen kann. Erfahrung haben wir in dieser Hinsicht auch schon, da wir vor 3 Jahren am Polarkreis im Yukon gewandert sind und letztes Jahr für 30 Tage etwas weiter südlich von einem See bis zum Dempster Highway gegangen sind und dazwischen gibt es gar nichts, keine Dörfer, keine Strassen, keine Menschen, so etwas möchten wir auch in Russland machen, nur diesmal, wenn es sich mit dem Proviant machen lässt, für 2 Monate.

Kobbold
20.12.2007, 21:30
also wir waren zu fuss unterwegs. allerdings waren wir im nördlichsten gebirge der gegend( ist ziemlich klein), daher gabs in den niederrungen wege. oberhalb der baumgrenze konnte man sich problemlos fortbewegen( grenze für fortbewegung bei 250hm etwa, aber 400 gar kein bewuchs mehr). für 2 Monate würde ich russisch lappland aber net empfehlen das gebirge ist ok, aber 2 moante durch die ebene( nur bäumeund seen) halte ich für net so doll, bedenke da sind auch keine berge zum hinsehen, einfach nur ebene mit bäumen.
ohne weg in der baumpampa 10km für ziemlich schwierig

in den niedrrungen wollte ich nicht laufen, das ist brutaler urwald, in der krassen tundra im osten ists vielleicht niccht so, aber da muss man echt schon krass in den Norden( bedenke Nordrussland ( außer äußerster Nordosten) ist flach wie ein Brett). der Nordosten muss aber geil sein, das geht bis fast 3000m , aber da hinzukommen halte ich für sehr teuer und schwierig.

wegen sayan werd ich fragen.

Juri
01.09.2008, 11:23
http://www.trekkingforum.com/photogallery-fotogalerie/index.php?n=406

Hallo .,, Meine,, gebiet ist KolymaGebierge ,nur dort kein Mensch für 1 monat getroffen. Echte wildnis(Keine Kamchatka:D)
fotos für trekking-rafting tour kommen(2007) immer allein(mit Haski)
MfG aus Saarbrücken

wanderfalke
10.09.2008, 19:37
Hallo Juri,

ich würde gerne mehr über deine Touren dort erfahren, vor allem logistisches, wie Anreise, Karten, Verpflegung u.s.w.
Sind die Bärenfotos von dort? Hast du auch sonst Tiere dort gesehen?
Kannst du dir vorstellen, dass auch jemand der kein russisch spricht, dort eine Tour unternehmen kann?
Und Kamtschatka, meinst du nicht das es auch dort noch genügend abgelegene echte Wildnisgebiete gibt?
Machst du häufiger solche Wildnistouren in Russland?

Ich glaube das reicht erst einmal an Fragen, vielleicht hast du ja Lust hier ein bischen zu erzählen, interessiert bestimmt auch noch andere als mich, schließlich gibt es wohl nicht gerade viele Trekker hier, die sich mit Touren in Sibirien auskennen.

Viele Grüße

Gerald

Juri
07.12.2008, 15:01
Hallo Gerald, hallo Trekkerfans!
Ich fliege von Frankfurt oder Köln nach Moskau und kaufe vor Ort ein Flugticket für Magadan (Flugzeit Moskau-Magadan beträgt ohne Umstieg ca 8 Stunden).
In Magadan steige ich in einen Reisebus oder Taxi in eine Kleinstadt (600km Entfernt vom Flughafen Magadan), wo meine Tour beginnt.
Verpflegung kaufe ich mir in dieser Stadt.Das Kartenmaterial habe ich mir in Russland gekauft,wobei es auch maßstabgerechte Karten im Internet gibt.Leider gibt es überall fast nur Karten im
Genstab (1cm:2000m),diese Karten reichen jedoch aus,um sich auf den Gebieten zurechtzufinden.
Das Treffen von wilden Tieren,zB Bären ist bei einem längeren Aufenthalt in der Taiga schon vorprogrammiert.
Meistens habe ich zur Sicherheit ein Gewehr bei mir und die Begleitung von einem Husky ist sehr hilfreich und sogar notwendig,weil der Hund nachts das zelt bewacht und wilde Tiere fernhält und man somit sorgenlos ausschlafen kann.
Man sichtet auch Elche,Rehe,Füchse,hasen und andere Tiere.
Man hat nur auf dem Hin-bzw Rückweg Probleme als nicht-russischer Hinreisender,da man sich mit den Beamten und zB Taxi- Busfahrern und Verkäufern verständigen muss.In der Taiga ist es natürlich egal,
ob man über Sprachkenntnisse vefügt,da man dort sowieso kaum auf andere Menschen zum kommunizieren trifft.
Im nördlichen Kamtschatka gibt es sehr wohl abgelegene Wildnisgebiete,die noch nicht einmal von russischen Wanderern besichtigt worden sind.
Man kann aber Probleme mit den Zollbeamten von Kamtschatka bekommen,wenn sie sich als Alleinreisender ohne eine Touristenorganisation in dem Gebiet aufenthalten weil das gesamte Gebiet,soviel ich weiß,eine gesperrte Region für Touristen ist.Für diese steht eigentlich nur die Hauptstadt von einem Umkreis von etwa 30km zur verfügung.
Falls sie in einem der Sperrgebiete wandern möchten,müsssen sie sich eine Extragenehmigung holen.Diese wird meistens jedoch nur organisierten Wandergruppen gestattet,als Alleinreisender ist es sehr unwahrscheinlich,diese Genehmigung zu erhalten.Theoretischerweise könnten sie unerlaubt das Gebiet betreten,doch falls sie zufällig von
jemandem dort erwischt werden,haben sie ein großes Problem mit dem Zollbeamten.Diese Informationen habe ich von einer russischen Trekker-internetseite.
Im Chukotken sieht die Situatuation für Alleinwanderer jedoch noch schlimmer aus,da die ganze Region nur für die dort wohnenden Einheimischen zugänglich ist.Am Moskauer Flughafen würde man ihnen nicht einmal ein Flugticket in dieses Gebiet verkaufen.
Hierfür benötigt man wieder Aufenthaltsgenehmigungen,die aber kaum gestattet werden.ZUm wandern bleiben also nur noch Yakutien,Sayan-Gebirge und Kolyma-Gebirge übrig.
Solche Widnistouren unternehme ich in Russland etwa jedes zweite Jahr für ungefähr 6-8 Wochen im Sommer.
In mein Fotoalbum habe ich zwei Bilder zur übersicht des Gebietes hochgeladen,damit sie einen ungefähren überblick haben,von welchen Gebieten die Rede ist.
Yakutien und Kolyma sind die zwei grössten Wanderregionen,in denen es die gleichen Tier-,Gebirgs- und Pflanzenarten gibt.
Aus Erfahrung kann ich euch sagen,dass euch 2/3 Wochen nicht im geringsten reichen werde,das Gebiet zu erforschen.Ich empfehle ihnen eine Tour von mindesten 4 Wochen weil man mindestens eine Woche für Unwetter einplanen muss (Hochwasser).

Es tut mir leid,dass ich immer so lange zum Antworten brauche,das liegt aber nur daran,dass mein Deutsch nicht so gut ist und meine Tochter für mich schreibt.Die hat aber nicht immer Zeit.
Freundliche Grüße,:up:
Juri

wanderfalke
09.12.2008, 19:43
Hallo Juri,

vielen Dank für die ausführliche Antwort! Natürlich habe ich noch ein Paar Fragen dazu:

Fährst du auf deinen Touren immer in die selbe Gegen bei Magadan, von der du geschrieben hast?
Gehst du dann direkt von diesem Ort aus los und kommst anschießend wieder dorthin zurück?
Wie ist das Gelände dort, ist die Taiga stellenweise dicht und schwer zu begehen oder bist du meist oberhalb der Baumgrenze unterwegs?

Für wieviele Tage hast du jeweils Verpflegung dabei, oder ernährst du dich zum Teil aus der Natur?

Hast du dort Verwandte oder Bekannte die dir das Gewehr leihen, ansonsten kann ich es mir nur schwer vorstellen, dass du das aus Deutschland mitbringst?

Gibt es in kleineren Orten in Sibirien Leute die Deutsch oder Englisch sprechen? Lernen die Kinder in der Schule heute Englisch?

Triffst du manchmal andere Menschen, zum Beispiel Jäger in der Wildnis oder bist du dort in völliger Einsamkeit unterwegs?

Ich persönlcih denke, dass Russland, insbesondere Sibirien unendliche Möglichkeiten für faszinierende Wildnistouren bietet. Allerdings glaube ich auch, dass Unternehmungen dort ohne Russischkenntnisse sehr schwierig sind. Klar, wenn man erst einmal in der Wildnis ist, ist das kein Problem, aber An- und Abreise gehören nun einmal auch dazu.
Weiterhin frage ich mich auch, ob die Erlebnisse die man dort finden kann, so unterschiedlich sind, von beispielsweise dem kanadischen Norden.
Ich habe diesen Sommer eine Tour im nördlichen Yukon unternommen. Die Weite und Einsamkeit der Landschaft haben mich sehr fasziniert. Ausserdem hat man dort natürlich auch den Vorteil der relativ einfachen Logistik.

Die Gegend in Sibirien die mich am meisten interessiert ist Ussurien, wo die Tiger leben. Auch die Landschaft dort mit ihrer Mischung aus Bergtundra, Laub und Nadelwäldern muss toll sein.

Aber wie gesagt, bisher schrecken mich meiner leider nicht vorhandenen Russischkenntnisse ab.

Viele Grüsse

Gerald