Vollständige Version anzeigen : Schlafsack für Kilimanjaro-Aufstieg
mastreli
27.11.2007, 20:23
Hallo,
wir -meine Freundin und ich- wollen im Juli 2008 die Tour auf den Kibo in Angriff nehmen und sind momentan dabei, die notwendigen Ausrüstungsgegenstände zu planen. Dazu hätte ich zwei Frage:
1. Ist es besser einen eigenen Schlafsack mitzunehmen oder kann man vort Ort vernünftige Schlafsäcke leihen bzw. ist das empfehlenswet?
2. Wenn man einen eigenen mitnimmt, welcher ist dann zu empfehlen? Ich bräuchte einen mit geringem Packmaß, der für die niedrigen Temperaturen jenseits der 4000m noch ausreichend warm hält. Gibt es da besonders empfehlenswerte Modelle?
Vielen Dank!
outdoorfanatiker
28.11.2007, 09:39
Hi!
Ich kann dir hier leider nur die zweite Frage beantworten:
Wenn du selbst einen mit geringen Packmaß mitnehmen möchtest, kann ich dir eigentlich nur Daunenschlafsäcke empfehlen. Sie sind leichter als Kunstfaser, können aber trotzdem warm halten. Der einzige Nachteil bei Daunenschlafsäcken ist die Wasserempfindlichkeit.
Falls es bei dir aber sehr kalt wird, z.B. bis -15°, kann ich dir nur Kunstfaser empfehlen. Die sind leider etwas schwerer und größer, halten aber extrem warm und sind zudem Wasserunempfindlich.
Richtig gute Schlafsäcke gibt es von Vaude, zwar etwas teuer aber ihren Preis wert.
Rucksackmatze
04.12.2007, 12:22
Moin,
du kannst bei den Ausrüstern bzw. den Tourveranstaltern auch Schlafsäcke leihen, darfst aber was die Hygiene betrifft nicht zimperlich sein, solltest dann zumindest ein Inlet mitnehmen.
Ansonsten kann ich dir empfehlen, auf das Packmass zu pfeiffen und einen guten aus Kunstfaser mitzunehmen, dort oben ist´s bzw. wird´s a....kalt. Und gerade da ist die Erholung wichtig, da die Höhe doch schwer zu schaffen macht (mir zumindest).
Gruß
Matze
waldschrat
11.12.2007, 20:15
Hallo,
falls Ihr Euch langsam akklimatisierend hocharbeitet, empfehle ich dringend wegen der stark untschiedlichen Temperaturen die 2 Schlafsacklösung. Es gibt bereits aufeinander abgestimmte Modelle, die man ineinanderzippen kann. Tut auch ein entsprechend großer Aussenschlafsack, möglichst Kunstfaser, der im wärmeren Klima o.k. ist und ein warmer Daunenschlafsack. Die Kombination muß nicht merklich schwerer sein, als ein Sack für 4 - 5 000 Meter. Mit einem Arktismodell kannst Du Dich weiter unten nicht einmal zudecken ohne Hitzestau.
Alternative wäre Daunenanzug und Daunensocken als Innenschicht, und wirklich groß geschnittener Schlafsack, damit es die Daunenjacke nicht zusammendrückt, wenn Du mit ihr in den Sack gehst. Solange es warm ist wirst Du den Platz im großen Schlafsack genießen. Zumindest die Daunenjacke wirst Du auch für den Gipfelsturm brauchen und mit Daunenanzug kannst Du auch abends noch etwas rumlaufen oder sitzen ohne bei Sonnenuntergang sofort im Sack zu verschwinden.
Jedenfalls habe ich es früher im alpinen Hochgebige so gemacht.
Viel Glück
Waldschrat
mastreli
11.12.2007, 22:05
Danke für eure Hilfe.
@Waldschrat: Gibt es ein Modell, das du empfehlen könntest?
Danke, Marcel
Hallo,
also wenn es um Packmaß und Gewicht geht, kommst Du an einem Daunenschlafsack nicht vorbei. Alles eine Frage des Geldes.
Ich war im Oktober dieses Jahres am Kilimanjaro. Im Barafu Camp auf 4600 Meter hatte es Minus 15 Grad, doch mein Schlafsack war mollig warm.
Hier die Empfehlung: Mountain Equipment Glacier 750.
Das ist ein Allrounder, der empfohlene Schlafbereich liegt bei +10 bis -14 Grad, der Extrembereich reicht bis -29 Grad.
Viele Grüße und viel Erfolg
Falls die Fragestellung weiterhin aktuell ist:
Ich habe auch des Packmaßes wegen Daune favorisiert, obwohl viele von wegen Nässenachteilen davon abraten. Letztlich habe ich mir dann doch ein Kunstfasermonster zugelegt, weil ich einfach selten bei den Temperaturen zelte und so viel Geld nicht ausgeben wollte; ich hoffe, meinen Ajungilak Tyin Winter im Anschluss an meine Tour im Februar verkaufen zu können via Ebay oder so (werde wie immer meinen Seideninnenschlafsack nutzen ;)). Ich habe sehr verschiedene Erfahrungen gehört, was Schlafsäcke und Kälteempfinden angeht, der Tyin soll für die Temperaturen geeignet sein.
In der Kältekammer bei Globetrotter fühlte ich mich sehr wohl darin.
Ja, er nimmt Platz weg und ist nicht gerade ein Federgewicht, aber da ich bei dieser Tour ja nicht alles Gepäck selbst trage, nehme ich das hin...
Vom Leihen des Schlafsacks rate ich eher ab. Das ist einfach eine Frage der Hygiene - ob die Leihschlafsäcke so oft gereinigt werden können, ist fraglich, Reinigen ist ja auch nicht unbedingt gut fürs Material, je nach Verfahren... Du kannst ja auch mal Deine Reiseveranstalter fragen.
Gruß einstweilen
ühürü
Hallo,
ich hab die Tour vor 3 Wochen gemacht.
Nimm auf jeden Fall deinen eigenen Schlafsack mit, ausleihen ist zwar möglich, aber Qualität und Hygiene ist nicht besonders.
Nimm einen Kunstfaserschlafsack, der ist zwar schwerer und voluminöser, aber du mußt ihn ja nicht selber tragen. Und wenns feucht wird bist du damit viel besser dran als mit Daune.
Und übrigens stell dich auf riesige Menschenmassen ein, egal welche Route du gehst. Auf dem Uhuru-Peak sind jeden Tag 300-400 Menschen, dazu kommen nochmal mindestens so viele, die beim Aufstieg scheitern plus die ganzen Träger. Es ist der Wahnsinn.
Gruß Panda
CarstenO
21.02.2008, 15:03
Hallo zusammen,
ob ein Kunstfaser oder Daunenschlafsack richtig ist, ist leider eine Entscheidung, die jeder treffen sollte. Sicherlich ist der Daunernschl. etwas schlechter bei Nässe, aber wiegt dieser Nachteil das Gewicht auf? Am Kili wirst du immer mit Begleitmannschaft sein und der Schlafsack kann ruhig schwerer sein. Solltest du den aber mal selbst tragen müssen, dann wären mir die 30-50 % Gewichtsvorteil doch einiges wert.
Auch ein Daunenschlafsack kann kuschelig warm sein - nicht dass die oben angeführten Posts falsch verstanden werden. Einziger Nachteil ist sicherlich das Verklumpen der Daunen bei Feuchtigkeit - daher ist das Einsatzgebiet wichtig. Ich würde weiterhin bei meinem Daunenschlafsack von Yeti bleiben. Gewicht 1100 g; Komfortbereich bis -15 °C.
Zum Thema Schlafsack leihen am Kili... lass es! Ich musste mir aufgrund meines fehlenden Gepäcks (stand am Flughafen in Amsterdam...) einen leihen. Das kann man beispielsweise am Nationalparkeingang machen. Die Qualität ist jedoch sehr schlecht. Ich habe fast jede Nacht gefrohren und war glücklich, als endlich mein Schlafsack am Berg angekommen war. Hygiene war auch etwas gewöhnungsbedürftig :)
Grüße
Carsten
www.mount-kilimanjaro.info
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