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Vollständige Version anzeigen : Dunkle Wolken am politischen Himmel Nepals


Soshin
27.11.2007, 13:27
In der momentan sehr aufgeladenen politischen Atmosphäre in Nepal haben beide Seiten, die Kongresspartei und die Maoisten eine kompromißlose Einstellung. Es geht beiden um alles und sie haben die Einstellung, daß, wenn sie jeweils verlieren, der andere gewinnt und umgekehrt.

Offensichtlich ist es so, daß die Maoisten Premierminister G. P. Koirala von der Kongresspartei lieber gestern als heute loswerden würden. Auf der anderen Seite ist der Premierminister fest entschlossen, die schon dreimal verschobenen Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung noch vor dem Ende des nepalesischen Kalenderjahres, also bis Mitte April 2008 durchführen zu lassen.

Kurz nach der Unterzeichnung des Zwölfpunkte - Friedensabkommens im November 2005, hat der Führer der Maoisten, Genosse Prachandra eines ganz klar gemacht: Er würde den Friedensprozeß als eine Alternativstrategie nützen, um sein schlußendliches Ziel eines kommunistischen Staates umzusetzen.

Die historische Parallele dazu ist der „Waffenstillstand“, den Mao-Tse-Tung mit der republikanischen Regierungspartei der Republik China unter den Kuomintang Chiang Kai-Shek’s geschlossen hatte, um gemeinsam die Japaner aus China zu vertreiben. Und in dem Moment, als der Krieg mit der Niederlage der Japaner endete, löste er einseitig die Verträge mit der Republik China und begann die Kuomintang anzugreifen. In Falle Nepals war der gemeinsame Feind die Monarchie, und die liegt auf ihrem Totenbett, aber die Ähnlichkeiten sind offensichtlich.

Die gegenwärtigen alarmierenden Veränderungen im Verhalten der Maoisten könnten jemanden zu der Überzeugung bringen, daß Genosse Prachandra den Countdown begonnen hat, sein erklärtes Ziel vom November 2005, binnen 24 Monaten Präsident Nepals zu werden, umzusetzen. Nun spricht er ganz offen davon, daß die Maoisten das Parlament von der Strasse aus bekämpfen werden, wenn es nicht umgehend seine Forderungen erfüllen wird.

Die Maoisten haben in den letzten Wochen begonnen, die Judikatur in weiten Teilen des Landes in die eigene Hand zu nehmen und praktisch alle Vereinbarungen, die sie mit der Sieben-Parteien-Allianz geschlossen hat, systematisch zu brechen.
Parteimitarbeiter der demokratisch orientierten Parteien, Journalisten der freien Medien und nepalesische Mitarbeiter von Menschenrechtsorganisationen sind in ihrer Bewegungsfreiheit und der Möglichkeit, in die Distriktsstädte zu gelangen, stark eingeschränkt und werden an Leib und Leben bedroht. Mitglieder obengenannter Gruppen wurden entführt, mißhandelt und teilweise auch ermordet. Von Firmen, kleinen Geschäften, Bus- und Transportunternehmen werden „Parteispenden“ in erheblicher Höhe unter der offenen Androhung von Gewalt erpresst. Mittlerweile erpressen die Maoisten auch wieder „Spenden“ von Touristen, die in Nepal trekken.
Die Regierung unter Koirala hat dem kaum etwas entgegenzusetzen. Mitglieder der demokratisch orientierten Lokalregierungen verlassen in Scharen ihre Arbeitsplätze in den Distriktshauptstädten, da sie unablässig bedroht werden, und sich nicht einmal mehr in ihren dortigen Amtssitzen sicher fühlen können.

Kurz gesagt, haben die Maoisten ihre Taktik von Mao-Tse-Tungs Guerillakampf am Land auf die Taktik Lenins im Rahmen der russischen Oktoberrevolution umgestellt. Sie unternehmen jede Anstrengung, die Zentralregierung in Kathmandu zu unterminieren, und zu beweisen, daß sie weder dazu fähig sei, das Land effektiv zu regieren, noch Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Bolschewiken hatten damit Erfolg und fegten die schwache demokratische Regierung Kerenskys hinweg, als die politische Situation Rußlands ähnlich im Fluß war wie heute in Nepal. Ganz ähnlich könnten die Maoisten alles auf eine Karte setzen und versuchen, den Singha Durbar, also das Parlament, anzugreifen und aufzulösen.

In ihren Anstrengungen, die Macht zu erlangen, benützen die Maoisten die gefürchtete Youth Communist League (YCL) als ihre Speerspitze, Anarchie zu verbreiten. Kader der YCL haben mittlerweile die Gewerkschaften infiltriert, um die Überbleibsel der nationalen Wirtschaft zu zerstören. Privatland und Privathäuser werden mittlerweile konfisziert und ihre Eigentümer vertrieben. Aufgrund der von der YCL angeheizten Arbeiterstreiks sind nun viele Industrien geschlossen. Die YCL hat mit der Ausrede, beim Regeln des Straßenverkehrs und bei der Verhaftung von Kriminellen helfen zu wollen begonnen, die Agenden der Polizei zu übernehmen und untergräbt damit natürlich deren Moral.

Die Inaktivität des Parlaments und der Regierung in diesen und anderen Fällen hat direkt und indirekt mitgeholfen, den Virus der Anarchie im Land ungehindert zu verbreiten.
Diese Techniken geben den Maoisten natürlich immer weiter Vorteile in den Verhandlungen mit den Parteien. Die Strategie der Regierung scheint im Gegensatz dazu ausschließlich darauf ausgerichtet zu sein, die immer stärker werdenden Maoisten in den Friedensprozeß zu integrieren, an dem diese keinerlei authentisches Interesse haben.
Im Versuch, die Maoisten weiter in den politischen Mainstream einzubringen, hat die Regierung allerdings die verheerenden Effekte übersehen, die die YCL im Land erreicht. Maoistische Kader verletzen und verhöhnen die Gesetze offen und kommen ungeschoren davon. Selbst wenn in einzelnen Fällen Verhaftungen erfolgen, werden die Betreffenden wieder freigelassen, da sich mittlerweile nicht einmal mehr am Obersten Gerichtshof in Kathmandu Staatsanwälte und Richter finden, die Recht zu sprechen bereit sind, da bei Verhandlungen Mob der YCL ungehindert im Gerichtssaal Slogans skandieren und die Richter und Staatsanwälte offen bedrohen.

Drei Szenarios sind denkbar, die gegenwärtige Situation auf die eine oder andere Weise zu „lösen“.

1.) Eine für alle gesichtswahrende Formel kann gefunden werden, die beiden Seiten erlaubt, das Patt zu beenden, Wahlen auszuschreiben und die Konfrontation zu vermeiden. Eine solche ist leider kaum in Sicht.

2.) Die Regierung unter Premierminister Koirala fixiert einen Termin für freie Wahlen, ohne das Einverständnis der Maoisten. In diesem Moment werden diese ihr immer offensichtlicher werdendes Programm starten, diese Wahlen, bei denen sie nur verlieren könnten, zu verhindern. Die im Parlament verbliebenen Mitglieder der Maoisten werden angewiesen werden,.ihre Sitze aufzugeben, und auf die Strasse zu gehen um die YCL zum endgültigen Showdown zu führen. Die YCL wird mobilisiert werden, um das wenige zivile Leben, daß sie den Nepali noch erlaubt, zu beenden. Die ländlichen Kämpfer der Maoisten werden aus ihren Baracken am Land mit ihren Waffen in die Hauptstadt beordert werden um dort die YCL, die in den Städten ihre versteckten Waffenlager hat, im Versuch des Staatstreichs in einem städtischen Guerillakrieg zu unterstützen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wäre es nicht leicht für die Maoisten, auf diese Weise die Macht zu erlangen, aber möglich wäre es immerhin.
Die Regierung wäre gezwungen zu versuchen, auf der Seite der Bevölkerung und im Zusammenspiel mit der Armee das Recht des Volkes auf die freien Wahlen zu verteidigen. Die Folgen eines solchen Vorgehens der Maoisten wären verheerend, würden zu einer nie gesehenen Flüchtlingsbewegung aus den Städten und zu einem fürchterlichen Blutbad führen.

3.) Die Maoisten handeln weise und im Interesse des Landes und der Bevölkerung, geben ihren Widerstand gegen die Wahlen auf, auch wenn das bedeutet, daß sie stark geschwächt aus diesen Wahlen hervorgehen würden. Sie könnten sich entscheiden, die Wahlen zu boykottieren, aber neutral vorzugehen und die Wähler nicht durch Gewalt beeinzuflussen. Sie könnten nach den Wahlen in Verhandlungen mit dem neugewählten Parlament treten, um ihre Position angemessen zu vertreten. Diese Strategie würde das Ansehen der Maoisten in der Bevölkerung und in der Welt heben.

Der Ball liegt bei der Führung der Maoisten. Sie können zwischen Frieden und Wohlstand für das Land und dem Weg der Zerstörung und des Todes wählen. Die Wahl ist die zwischen einem megalomanischen Unterfangen, die Macht um jeden Preis an sich zu reißen oder eine Partei des Maistreams zu werden, die mithilft, dem nepalesischen Volk den lange ersehnten Frieden zu sichern.

Sie sollten sich das abschreckende Beispiel der Janatha Vimukthi Peramuna (JVP) im Bürgerkrieg in Sri Lanka vor Augen halten. Konservative Schätzungen des Blutzolls des Versuch der JVP, durch Gewalt an die Macht zu gelangen, liegen bei 60.000 Toten. Ein einziges Mitglied ihres Politbüros schaffte es, mit dem Leben durch Flucht davon zu kommen, alle anderen starben in der Konfrontation mit den Sicherheitskräften der Regierung.

Heute, viele Jahre später nach dem Mißlingen des Umsturzes gibt es die JVP in Sri Lanka wieder. Sie ist jedoch jetzt eine verantwortungsvolle Partei im Konzert der Parteien Sri Lankas und vertraut auf den Wettkampf der politische Kräfte an den Urnen und nicht auf dem Schlachtfeld.

(c) Binod Sijapati, 2007, übersetzt von W.S.Drechsler

phacops
27.11.2007, 22:59
Danke für den Bericht, Soshin.

Viel Neues enthält er für mich allerdings nicht: die Absichten der maos waren lange erkennbar.
Wer irgendwelche Sympathien für sie hatte oder hat, sollte die Entwicklung aufmerksam verfolgen.
Auch im Terai spitzt sich die Situation zu.
Nepal geht schwierigeren Zeiten denn je entgegen, fürchte ich.

phacops

phacops
28.11.2007, 00:00
[deutsch] - Wieder einmal: Nepal wohin???
Die Frage ist ja nicht neu.
Und wurde hier schon mehrfach gestellt und diskutiert.

Der Bericht denn Soshin eingestellt hat schildert deutlich die Interessenslage der derzeit mächtigen Parteien.

Über die Konflikte im Terai war schon hier zu lesen:
http://trekkingforum.com/forum/showthread.php?t=9773 .

Dazu ein weiterer link: http://satp.org/satporgtp/sair/index.htm mit diesem Bericht:


NEPAL: The Terai in Turmoil - Prasanta Kumar Pradhan (https://freemailng5601.web.de/jump.htm?goto=https%3A%2F%2Ffreemailng5604%2Eweb%2 Ede%2Fblank%2Ehtm%23assessment2)
http://satp.org/admin/email/uploaded/nepal.jpg
NEPAL

The Terai in Turmoil
Prasanta Kumar Pradhan
Research Assistant, Institute for Conflict Management
Police and the Government officials in Nepal admit that they are losing control over the situation in the Terai region, along the country’s southern borders with India. On November 13, 2007, National Human Rights Commission (NHRC) of Nepal, made public its findings on the situation in the country since the signing of the peace pact between the Government and the Communist Party of Nepal-Maoist (CPN-Maoist (https://freemailng5601.web.de/jump.htm?goto=http%3A%2F%2Fwww%2Esatp%2Eorg%2Ftrac king%2FGoto%2Easp%3FID%3D8)). The report said that at least 115 persons had been killed in 2007, till July, with most deaths occurring in the Terai. In an earlier report released on November 7, 2007, the eastern region office of the NHRC had disclosed that the security situation in the Terai region was steadily worsening, with one person killed every other day and two people abducted each day. The report also stated that most of the incidents of violence had occurred in the Siraha, Saptari and Dhanusha Districts of the Terai region.

Killings, abductions, violence, and disruptive political demonstrations and strikes continue in the region without any sign of relief for its beleaguered people. According to the Institute for Conflict Management database, 11 persons were killed by the Janatantrik Terai Mukti Morcha faction led by Jaya Krishna Goit (JTMM-G (https://freemailng5601.web.de/jump.htm?goto=http%3A%2F%2Fsatp%2Eorg%2Fsatporgtp% 2Fcountries%2Fnepal%2Fterroristoutfits%2Fjtmmg%2Eh tml)) and another two by the Nagendra Kumar Paswan a.k.a. Jwala Singh faction (JTMM-J (https://freemailng5601.web.de/jump.htm?goto=http%3A%2F%2Fsatp%2Eorg%2Fsatporgtp% 2Fcountries%2Fnepal%2Fterroristoutfits%2Fjtmmj%2Eh tml)) between August and November 15, 2007, with a combined total of 37 incidents of violence by these groups. The Madheshi Janadhikar Forum (MJF (https://freemailng5601.web.de/jump.htm?goto=http%3A%2F%2Fsatp%2Eorg%2Fsatporgtp% 2Fcountries%2Fnepal%2Fterroristoutfits%2Fmjf%2Ehtm l)), which is now registered as a political party, has also been involved in armed violence, though the total number of incidents associated with this group is a relatively low four over this period. 23 incidents involving various armed Terai groups were reported in July 2007, and another 14 in June 2007. In addition to the groups named above, a number of smaller armed groups operate with their own violent agenda, and the NHRC Regional Chief, Subarna Karmacharya, has indicated that over 20 such armed groups have been expanding their activities in the Terai. Karmacharya disclosed, further, that "at least two complaints are lodged at the NHRC office a day", and that most of the cases remained unreported due to the fear of reprisal by the armed groups. A similar concern was raised by the Nepali Congress Siraha District President, Sitadevi Yadav, who said that, "Police have lost control in the Terai Districts, and the victims don’t lodge complaints with the police because of its inefficacy."

The armed groups particularly target Government officials who hail from the Hill Region, openly threatening them to leave the Terai, or face dire consequences. Reports indicate that at least six civil servants have been killed in the Terai in 2007, and the inability of the Government to provide security to officials in the region has triggered widespread resentment in the bureaucracy. At least 415 civil servants in the Saptari District have resigned en masse, as a result, saying they were forced to do so after the continued killing of their peers and the Government's failure to provide security to its own employees. Employees of the Sarlahi and Siraha District administrations are similarly distressed. Protesting against the increasing insecurity, extortion and targeted abductions and killings, the Village Development Committee (VDC) secretaries based in Sarlahi District had warned of mass resignation on November 18 if their concerns were not addressed by then. On November 7, the VDC secretaries had disclosed that four different Terai outfits had demanded NPR 5.8 million from them – NPR 2.5 million by the Samyukta Janatantrik Terai Mukti Morcha (SJTMM), NPR 1.5 million each by the JTMM Jwala and Goit factions, and NR 300,000 by the Nagraj group of the Terai Cobras. With no significant response from the Government, 63 VDC secretaries resigned on November 18 in the Sarlahi District, citing the prevalent insecurity due to extortion and threats by various armed groups and the indifference of the authorities. Similarly, civil servants and teachers in the Siraha District decided to shut down all Government and non-government offices and educational institutions in the District for 11 days, commencing November 19, after their talks with the District Administration ended inconclusively. VDC secretaries in the Bara and Rautahat Districts also resigned en masse on November 19, citing the growing security threats from the various armed groups. All 98 VDC secretaries in Rautahat announced their resignation complaining of threats of physical attack, intimidation and extortion. Citing similar reasons, 70 VDC secretaries in the Bara District have also tendered their resignations.

Frequent strikes and violent incidents in the Terai are creating increasing difficulties in implementing development programmes. In October 2007, activities of the United Nations World Food Programme (WFP), which assists needy families living across 30 Districts in the country, were badly affected, as food items could not be transported over the National Highways because of frequent strikes called by the various armed groups in the Terai. The WFP even warned that it would be forced to suspend its activities after one of its trucks was burnt on September 19 in the Dang District in the inner Terai region along the East-West Highway. On September 26, another truck ferrying 12 metric tons foodgrain to Dadeldhura for the WFP food aid programme was attacked and set ablaze by a mob in Dang.

Similarly, some education projects in the Terai, being implemented by European donors, have been affected due to strikes, with school projects disrupted by absenteeism whenever a strike is announced. Some foreign trainers who arrived in Kathmandu for educating national election observers also felt insecure, and refused to go to the Terai Districts to conduct regional training programmes. The Siraha Chief District Officer, Bal Krishna Panthi, is on record that the local administration "can’t control violence in the District", and that, "Special laws should be enforced here immediately". Panthi alleged, further, that politicians were patronising criminals. The Superintendent of Police of the Saptari District, Milan Basnet, had complained of the insufficiency of resources and manpower to control the situation in the District. Normal life has been badly affected across the region, particularly in Districts such as Saptari, Siraha, Mahottari, Dhanusha, Sunsari, Bara, Parsa, Kailali, Rautahat, Taplejung, Panchthar, Ilam, Jhapa, Dhankuta and Morang.

In order to mobilise the sympathy and support of the people, the armed Terai groups declared a ‘cease-fire’ during the popular Dashain and Eid festivals in October 2007, subsequently extending these to November 17, in view of Deepawali and Chhath festivals, giving the further assurance that they would not stage any general or transport strikes during this period.

In a troubling new development, however, the Chairman of the Anandi Devi faction of the Nepal Sadbhavana Party, Rajendra Mahato, had declared on November 5 that his party was forming a joint front with the armed outfits in the Terai to launch a ‘decisive movement’ in the region by mid-December 2007. He claimed that the movement would enforce Article 33 of the Interim Constitution to ensure proportional representation of the Madheshi people in all the organs of the state and would secure their rights through the Constituent Assembly elections. Mahato stated, "Now, we are conducting a Mechi-Mahakali programme to form the front and battalions to defend the Madhesh." He said that youth were being recruited in the ‘battalions’ and deployed to avert the agitation from turning violent and communal, as in the past. Mahato further indicated that such ‘battalions’ had been formed in 12 Districts, and one hundred youth were associated with each ‘District battalion’, and the number would be increased according to requirements.

In its efforts to regain some control over the situation, Kathmandu has been making overtures to the Madhesi armed groups. On October 25, the Minister of State for General Administration, Ramchandra Yadav, stated that the Government was ready to hold talks with the factions of the JTMM at any time and that the Government had sent invitations for talks to the Jwala Singh faction. No significant progress has, however, been made in this regard till now.
As a result, and in view of the deteriorating law and order situation, the Government decided, on November 13, to provide special security to leaders of political parties and to Government employees working in the Terai Districts. The Home Ministry has also directed the concerned District Administrations to request Government employees, political party leaders and activists to stay within a certain security perimeter and to make special security arrangements at public offices such as Courts, Land Revenue and Land Reform Offices. The Government has similarly decided to increase police patrolling and enhance co-ordination among security units in the Districts.

These measures, however, can hardly be expected to have decisive impact, considering the quantum of additional resources that have been made available for these tasks. The Deputy Inspector General (DIG) of Police in the Eastern Regional Police Headquarters, Ravindra Pratap Shah, disclosed that the Government had deployed an additional 854 Police personnel because of the increasing incidents of crime in the region, including a Superintendent, a Deputy Superintendent, 17 Inspectors, 42 Sub-inspectors, 55 Assistant Sub-inspectors, 137 Head Constables and 536 Constables. Area police offices in Jhiljhile in the Jhapa District, Pakali in the Sunsari District and Kalyanpur in the Saptari District have been upgraded from B to A category. DIG Shah said a new riot control company had been posted in the Sunsari District, while a Police office at Sitagunj and a Ward Police office in Rajbiraj in the same District had been ‘reinforced’. With the addition of three Police Posts in the region, the number of Police units has gone up to 402. A ‘Rapid Action’ riot control contingent, comprising 600 personnel led by a Superintendent of Police is also deployed to patrol the East-West highway to ensure that there are no traffic obstructions or strikes on the highway, and to curb criminal and anti-social activities in urban areas in the region. Interactions between the Nepal Police and the Indian police have also been stepped up after Prime Minister Girija Prasad Koirala observed that armed groups in the Terai were in contact with Indian extremist groups.

Despite these ongoing steps, the turmoil in the Terai continues unabated. The Government’s efforts to initiate a dialogue with regional groups have failed, and the sheer number of such groups, as well as their capacities for subversive and violent activities, has augmented continuously. Security responses have been far from adequate, with Kathmandu hoping for a ‘political’ solution that will help it avert the necessity of a law and order approach that it has little capacity for, and less of a stomach to implement. Given the perverse power dynamics that have emerged between the radical Madheshi groups and the Maoists, the ruling Seven Party Alliance (SPA) can hope for little relief from the disorders in the Terai.

Soweit der Bericht.

Die Herbst-Trekkingsaison ist ja fast vorüber. Ob die Unruhen auf die Bergregionen übergreifen und ob es eine ruhige Frühjahrssaison gibt, bleibt abzuwarten...

phacops

Soshin
28.11.2007, 10:59
Danke, Phacops,

die Mahadeshis sind ja erst seit etwa einem Jahr aktiv, intensiv erst seit etwa sechs Monaten, und haben schon ihren Beitrag zur Destabilisierung des Landes geleistet. Wenn die Situation sich weiter so entwickelt wie bisher, könnte Nepal zu einem "failed State" werden.

Die Macht der Regierung in Kathmandu schränkt sich immer mehr ein und die Maoisten und Mahadeshi verdienen mittlerweile an der Einziehung von Steuern bzw. am Salbaumholzschmuggel (Terai) fett. Besonders im Terai könnte sich eine Warlordkultur aus der Absenz der Zentralmacht entwickeln.

Leider ist die Regierung vom alten Koirala wirklich schwach, sie wollen reden, verhandeln, verhandeln und reden, wo es nichts zu verhandeln gibt. Eine Hoffnung scheint sich abzuzeichnen, nämlich dass das Volk wieder auf die Strassen geht, um den Druck auf die Regierung, entscheidende Schritte zu setzen, zu erhöhen.

Momentan ist das Parlament ja ein Plauderklub, der nur noch mehr wenig im Land bewegen kann. Das deutlichste Zeichen ist ja, dass sich Koirala nicht traut, einen Wahltermin anzusetzen. Nicht einmal jetzt, wo Herr Nepal von der UML deutlich auf seine Seite hin tendieren würde, macht er es, und treibt damit die UML, die dritte große Kraft im Parlament direkt in die Hände der Maoisten, die nur darauf warten, Koirala loszuwerden, Mr. Nepal zum Premierminister zu machen um ihm dann selbst in den Rücken zu fallen, wenn es opportun wird.

Aber das ist eigentlich schon Kaffeesudleserei, allerdings ein Szenario, welches die Machtübernahme der Maoisten wenigstens ohne allzugroßes Blutvergiessen besiegeln könnte, sozusagen innerparlamentarisch.

So, genug georakelt. :)

Ein klares Stimmungsbild gibt die aktuelle Umfrage der Nepali TImes zum Thema Wahlen. Auf die Frage, ob man glaube, dass es noch bis Mitte April 2008 Wahlen geben werde, antworten 60% mit "Nein", 15(!)% mit "Ja" und 25% mit "Wen interessierts?"

Namaste,

Soshin