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Vollständige Version anzeigen : Trekking nach Ladakh


Manfred Schmelting
25.11.2007, 18:23
Hallo, ich bin auf der Suche nach ein paar Tips und Infos zum Trekking in Zanskar/Ladakh
Ich möchte Anfang August 2008 mit meiner Frau von Manali aus mit dem Bus bis Darcha und von dort aus wollen wir uns langsam Richtung Leh bewegen.
Wir wollen möglichst unabhängig (nicht in einer größeren Gruppe) und nur mit einem Pferdeführer unterwegs sein. Oder ginge das ganze auch ohne, wenn man sich mit konzentrierter Trockennahrung verpflegt und keine Probleme hat, einen etwas schwereren Rucksack zu tragen. Gibt es auf der Strecke bis Padum Verpflegungsmöglichkeiten oder erst wieder dort?
Vielleicht hat ja jemand von euch ein paar Tips, wie sich so eine Tour organisieren liese.

Vielen Dank für eure Hilfe.
Manfred

nana z.
26.11.2007, 07:11
hallo manfred,
ich bin dieses jahr lamayuru-padum gelaufen und so einigen sehr schwer bepackten allein unterwegs seienden begegnet - ist also wohl gut möglich. es gab so einige zeltrestaurants auf dem weg und ich vermute jetzt einfach mal, dass es die auch zwischen darcha und padum gibt. in padum gibt es verpflegungsnachschub, allerdings nicht so leichtgewichtige, sondern eher so "normales essen".
den weg findet man sicherlich gut alleine.
aber was mich jetzt mal persönlich interessiert: warum lieber ohne pferdeführer?

Manfred Schmelting
26.11.2007, 18:19
Hallo nana
ich war 98 schon einmal in Ladakh und damals nur für ein paar Tage beim Trekking unterwegs (Zinchen, Rumbak Stok Kangri) und wir hatten scchon bei den fünf Tagen Probleme, weil die Pferdführer für unser Gefühl viel zu kurze Tagesetqappen vorgesehen hatten. Vielleicht leigt das ja auch daran, dass ich als häufiger "Berggeher" einfach längere Etapen einplane. Darum dachten wir: Alleine können wir gehen so lange wir wollen -und das können auch schon mal 8 oder 10 Stunden sein.

Danke für deine Infos
Manfred

nana z.
26.11.2007, 21:15
ach so. aber theoretisch könnte man mit dem pferdemenschen ja auch ausmachen, dass man das flexibel handhabt, wie lange man geht. und nur die bezahlung für eine bestimmte anzahl von tagen ausmacht und wenn man schneller ist, hat der pferdemann glück und wenn man langsamer ist, zahlt man ihm was nach. die laufen ohne touris ja eigentlich sowieso viel schneller.

aber abgesehen davon - du könntest mal diesen herrn kontaktieren:
http://notesandencounters.blogspot.com/
er ist mir mit 2 anderen und großen rucksäcken und ohne pferd oder esel entgegengekommen udn die sind von darcha aus gestartet. seinen bericht finde ich auch ganz nett zu lesen.

phacops
26.11.2007, 23:52
Hallo Manfred,

dein Problem kann ich gut nachvollziehen.
Mir ging es bei meinen Ladakh-Treks auch so, daß die horse- oder donkeymen für mich zu langsam waren, zu früh an geeigneten Weideplätzen Rast machten oder wegen Schnee (im Himaling) schnell weiterwollten - sprich: ich konnte mein Tempo nicht gehen und meine Trekvorstellungen nicht adäquat umsetzen.
Die Alternative ist klar: Alles selber tragen.

Einige Berichte hier, z.B. von wanderfalke http://www.trekkingforum.com/forum/showthread.php?t=10158
oder auch jüngst von Toejam vom Dhaulagiri http://www.trekkingforum.com/forum/showthread.php?t=10367 zeigen, dass das auch geht.
Erfordert natürlich gründliche Vorbereitung der Route und Optimierung des Gepäcks mit "Ausweich"plänen bei Unvorhergesehenem ;) .

Halt uns auf dem Laufenden ... :D

phacops

Hans-Wien
27.11.2007, 12:28
Hallo manfred !

Der Trail ist alleine ohne Maultierbegleiter , leicht durchzuführen , aber ein einheimischer Guide hat gute Kondakte zur Bevölkerung und es kann zu unvergeßlichen Erlebnissen bei ladakhischen Familien kommen.
Mit Rucksack tragen würde ich gemütliche 12 Tage planen ( oder bist du auf der Flucht ? ) und für 4 Tage ohne Besiedelung , Essen mitnehmen ( Trockennahrung ).
Da diese Route ( ich bin den Trail das erste mal 1980 gewandert ) inzwischen schon fast überlaufen ist , gibt es bereits Zeltunterkünfte mit einfachen Essen und in einzelnen Gehöften ist Übernachtung möglich ( Bezahlung ).
Die Flußdurchquerungen könnten probleme bereiten ( keinesfalls ohne Schuhe , wegen der spitzen Steine leicht zu trocknente Tunschuhe mitnehmen ).
Nach Darchen deine Verpflegung mitbringen aber in Pardum gibt es wieder alle Grundnahrungsmittel zu kaufen.
Im Aug. machen tausende Inder Urlaub in Manali und belagern den Rothang La 3978 m , sodaß der Bus oft Stunden braucht um den Pass zu überqueren.
Köstlich:D , die an der Strasse zu mietente Winterausrüstung , womit sich dann die Inder , mit Gummistiefel und dicken Anoraks ausgerüstet , auf Schlitten von Einheimischen über die Schneefelder ziehen lassen.

Tolle Trekkintour:up: Hans - Wien

nana z.
27.11.2007, 16:49
ich musste den tag doch nochmal ein bisschen über alles nachdenken. also nicht in richtung tipps oder so, sonern wie unterschiedlich leute so sind.
letztes jahr bin ich mit einigen leuten homestaytrek auf der sham-route gegangen mit täglich höchstens 4 gehstunden. das hat einem großteil der leute sehr viel freude bereitet, weil wir dadurch so herumtrödeln konnten und zeit für leutebegegnungen und landschaftsbetrachtungen und so hatten. 2 wollten bevorzugt ihr tempo gehen und kamen immer früh an und langweilten sich dann.
dieses jahr war ich mit 8 ladakhis, 3 nepalis und 3 himachalis als einzige westlerin unterwegs (wir hatten einen aufräumtrek auf der route lamayuru-padum gemacht, da liegt jetzt nicht mehr so viel rum ;) ) und wir sind zum teil recht unorthodox gelaufen (am anfang recht kurze etappen, später längere) und das ganze hat mir aber soooo viele begegnungen und kontakte mit den einheimischen beschert, dass es so unwichtig wurde, wie weit man läuft - es gab genug zu erleben oder eben auch mal lange "nichts" zu tun (ich hatte auch mein buch schon nach 2 tagen ausgelesen), was dem ganzen so einen anderen schwerpunkt gab. klar ist das wandern an sich und das naturerlebnis auch für mich sehr wichtig - aber im gewissen sinne verschiebt es sich immer mehr dahin, dass mir das mit-den-leuten-in-kontakt-sein und gemeinschaftliches tun immer wichtiger wird.
außerdem bin ich immer froh, einiges geld bei den leuten zu lassen und gerade diesbezüglich kann man sich denken, dass pferdeleute lieber mehr tage brauchen und somit mehr geld bekommen. aber ich kann mir gut vorstellen, dass sich auch welche für z.b. eine strecke von üblicherweise 6 tagen in 4 tagen begeistern, wenn sie den betrag für 6 tage erhalten.

entschuldigung, dass ich diesen thread gerade so mit meinen gedanken fülle, aber die wurden durch gerade eben diesen dadurch angeregt ;)

AndreasW
27.11.2007, 17:09
entschuldigung, dass ich diesen thread gerade so mit meinen gedanken fülle, aber die wurden durch gerade eben diesen dadurch angeregt ;) Da gibt's IMHO nichts zu entschuldigen, Nana.... Auch mir ist das: "mit-den-leuten-in-kontakt-sein und gemeinschaftliches tun" immer wichtiger geworden.

Danke für Deine Denkanstöße!
AndreasW

phacops
27.11.2007, 21:40
Da gibt's IMHO nichts zu entschuldigen,
.....
Danke für Deine Denkanstöße!


Schließe mich da an.
Ich bin etwas ambivalent.
Natürlich genieße ich es auch, im direkten Kontakt mit den Einheimischen, entweder direkt oder über einen einheimischen guide, das Land in dem ich trekke, besonders real auch mit seinen soziokulturellen Aspekten zu erfahren und nicht nur die "Natur zu erlaufen".
Andererseits hat Trekking für mich auch eine sportliche Note. Gerade im Kontrast zum Büroalltag ist die körperliche Herausforderung nicht unwichtig.
und natürlich habe ich die Klosterfeste in Hemis oder Lamayuru genossen und eindrucksvolle private Begegnungen etwas in Mulbekh und im Dha Hanu mich berühren lassen.
Es kommt halt auf das Gebiet mit seiner Natur und Kultur, die Situation, die persönliche Stimmung und sicher noch auf vieles Andere an ob ich mehr verweile oder sportlich marschiere und sogar die Einsamkeit genieße. Wanderfalkes Bericht hat mir da sehr gut gefallen.

Also wird es auch beim Trekkingstil immer auf die jeweiligen "Umstände" ankommen, die sich bei jedem immer wieder ändern können.... :) .

phacops

gringo
28.11.2007, 15:58
Möchte nochmal auf die Option "Trekking mit Horseman" zurückkommen: man sollte nicht vergessen, an die vollbepackten Tiere zu denken und was denen so als Höchstmaß an Etappenlängen zuzumuten ist, bzw. wieviele längere Etappen hintereinander die Pferde oder Esel denn gehen können. Wir wollen doch schließlich nicht unversehens zu Tierquälern werden ;) !

nana z.
28.11.2007, 19:18
Möchte nochmal auf die Option "Trekking mit Horseman" zurückkommen: man sollte nicht vergessen, an die vollbepackten Tiere zu denken und was denen so als Höchstmaß an Etappenlängen zuzumuten ist, bzw. wieviele längere Etappen hintereinander die Pferde oder Esel denn gehen können. Wir wollen doch schließlich nicht unversehens zu Tierquälern werden ;) !

ich kenn mich echt so wenig mit tieren aus - außer dass ich sehe, wenn welche aufgescheuert sind. die gehen ja ohne touris und gepäck schon sehr lange strecken, was für eine rolle spielt denn dann das tragegewicht und woran täte ich als laiin erkennen, dass es zu viel ist? ich weiß noch, dass mir die eselchen manchmal auch sehr erbahrmenswert aussahen, aber als das gepäck runter war, kamen denen sofort die sexuellen gefühle hoch udn die pesten wie blöd umeinander und hintereinander her, so dass ich dann dachte, dass es vielleicht doch nicht so schlimm war?

ich wollte übrigens keineswegs eine besser/schlechter-diskussion anfachen (wobei es ja ein kleines bisschen die tendenz hat), sondern eher mal zum nachsinnieren anregen, warum man dieses oder jenes tut und es auf jeden fall immer gut ist, wenn man für sich recht klar hat, wie man gerade "gestrickt" ist, um sich dann besonders wohl zu fühlen.