Vollständige Version anzeigen : Unterschiede und Vorzüge: Fleece, Windstopper, Softshell?
TeutoTrekk
11.10.2007, 02:09
Worin liegen die Unterschiede zwischen Fleece-, Windstopper- und Softshell-Jacken? Welches Material ist wofür geeignet?
Hintergrund: Die letzten Monate bin ich bei Tageswanderungen prima mit einer dünnen Fleece-Jacke von Salewa ausgekommen. Für die kalte Jahreszeit möchte ich nun ebenfalls eine Jacke, die möglichst viel Bewegungsfreiraum läßt, die ein bischen Wind und ein paar Minuten Regen aushält. Alles bei noch moderaten Temperaturen (vielleicht so +10 bis -5 Grad).
2323wiesel
11.10.2007, 02:59
ich habe in der kalten jahreszeit die besten erfahrungen gemacht, wenn ich die dicke skijacke zuhause gelassen habe. wenns kalt wird trage ich 5 dünne schichten. da kann man sich perfekt an die temperatur, die sich ja auch durch laufen und pausen ständig ändert, anpassen. ich trage bei minusgraden am liebsten folgendes:
baumwollshirt 1/2 arm
langes baumwollhemd
pullover aus 100% schafswolle
entweder meine bauarbeiterweste aus dem baumarkt oder meine dünne fleecejacke
dünne imprägnierte baumwolljacke, die ich das ganze jahr trage (hält keinen regentag aus, aber die von dir genannten "paar minuten" allemal)sobald ich zu schwitzen anfange kann ich durch öffnen und schliessen von knöpfen und reisverschlüssen die ideale temperatur einstellen. bei nur einer dicken jacke hatte ich oft das problem, dass es mit offener jacke zu kalt und mit geschlossener zu warm war
waldschrat
11.10.2007, 07:06
Hallo,
auch ich bleibe bei richtigen Trekkingtouren beim Zwiebelprinzip:
leichte Funktionsunterwäsche, darüber Baumwoll-T-shirt (schitze stark, notfalls gelegentlich auswinden, zieht die Nässe von der Unterwäsche ab), bei starker Kälte ganz dünner Faserpelz darüber (im Aufstieg so ab minus 10 Grad), bei Sturm oder starkem Regen extrem leichte Regenjacke. Nur bei großer Kälte kommt für Pausen ein sehr leichter kunstfasergefütterter Pullover dazu (mit Kapuze). Bei Dauerregen ausserhalb von Sturmgebieten gibts - auch für den Rucksack - einen Regenponcho.
Ideal bei Regen, Schnee und Dreck: Kniebundhosen und Gamaschen, im Hochwinter am besten aus gewachster Baumwolle oder Filz.
Grundsätzlich, wenn man nicht sehr lange in feuchtem Klima mit Zelt unterwegs ist oder längere Winterbivaks hat und nicht extrem Gewicht sparen will halte ich übrigens Naturfaser immer noch für besser als Kunstfaser (bis auf die Skiunterwäsche im Hochwinter). Nichts geht über meine alte Fjällräven Jacke und im Winter über Lodenkniebundhosen aus dem Jägerbedarf (warm, dennoch schwitze ich nicht darunter, nichts raschelt, selbst nach 3 Stunden Nieselregen fühle ich mich trocken, man kann auch folgenlos mal in den Schnee fallen). Ähnliches gilt für die bei uns noch benutzen ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#n (so eine Art Poncho aus Filz mit Schlitzen für die Hände), die sind im Winter warm und angenehm, trotzdem schwitzt man nicht darunter und ein paar Stunden Regen sind kein Problem. Allerdings wird dann Wolle sehr schwer und es dauert bis sie wieder ganz trocken ist. Dann ist der Waldschratlook allerdings perfekt :D eine grün-braune Kugel im Winterwald mit Buckel (Rucksack) und Bart.
Übrigens Jägerbedarf ist wirklich ein Tipp: die Jungs sind wirklich regelmäßig und lang draußen, sinnigerweisen bekomme ich dort sogar Fjällrävensachen billiger als im Sporthandel. Ähnliches gilt für die Holzer (Waldarbeiter).
Gruß
Waldschrat
Naja, sind ja alles keine Antworten auf die Fragen da oben...
Fleece ist eigentlich nur eine Isolationsschicht. Das heist das du sie zwischen einem Shirt und einer Außenjacke trägst. So getragen hält Fleece sehr warm. Das Problem bei Fleece ist seine Winddurchlässigkeit. Daher eignet er sich als äußere Schicht im Winter kaum.
Windstopper kann alles mögliche sein. Hauptsache winddicht. Das kann eine Fleecejacke mit integrierter Membran gegen den Wind sein (z.B. Jack Wolfskins "Blizzard") oder eine Softshell oder oder oder....
Softshells sind (meiner Meinung nach) die besten Allwetterjacken. Es gibt sie in winddichten und windabweisenden Ausführungen (ebenso bei Wasser). Das Material ist meist Stretchgewebe und sehr leicht. Ein dicker Fleece unter einer winddichten Softshell bringt dich auf alle Fälle durch den Winter.
Hoffe konnte helfen
2323wiesel
11.10.2007, 10:00
@waldschrat
wenn du auf naturfasern stehst und eh bei den jägern einkaufst, dann kann ich dir loden nur ans herz legen. das ist feuchtigkeitsabweisend und im regen durchaus lange zeit tragbar!
Polarfuchs
11.10.2007, 15:06
Für die kalte Jahreszeit möchte ich nun ebenfalls eine Jacke, die möglichst viel Bewegungsfreiraum läßt, die ein bischen Wind und ein paar Minuten Regen aushält. Alles bei noch moderaten Temperaturen (vielleicht so +10 bis -5 Grad).
Für diesen Temperaturbereich eignen sich die modernen Softshells oder ein dünner Windstopper-Fleece optimal. ( z.B. Haglöfs Typhoon oder Jacke in dieser Art). Auf meinen Touren zieh ich nur noch dann eine andere Jacke an, wenn es wirklich regnet oder entsprechend kalt ist...
TeutoTrekk
11.10.2007, 22:54
Danke für die Antworten. Jetzt weiß ich mehr und kann demnächst mal eine Shopping-Tour machen...
PATHFINDER
15.10.2007, 23:09
bestell dir doch mal den katalog (handbuch genannt) von globetrotter: globetrotter de, darin findest du ganze abhandlungen für den einsatz und die eigenschaften der von dir gestellten materialien. ist recht informativ.
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